Wann wird der On-Demand-Shuttle endlich auch im Frankfurter Westen eingesetzt?
Zusammenfassung
Der Ortsbeirat 6 fordert die Einführung eines On-Demand-Shuttles im Frankfurter Westen, um die unzureichende Anbindung an den ÖPNV zu verbessern. Dies soll insbesondere älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen helfen, die auf das Auto angewiesen sind. Eine zeitnahe Erprobung des Systems wird als notwendig erachtet, um den Erkenntnisgewinn zu beschleunigen.
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Thema Verkehr und Straße verfolgenFragen an den Magistrat
- Über welchen Zeitraum soll der Test des Projekts erfolgen? 2. damit einhergehend: Wann können die Menschen in den westlichen Stadtteilen mit einer Entscheidung über eine Ausdehnung des Projekts rechnen?
- Nach welchen Kriterien wird über Erfolg oder Misserfolg des Projekts entschieden?
- Ist (in Bezug auf die Finanzierung) sichergestellt, dass eine Ausdehnung auf weitere Stadtteile im Rahmen des vom Bundesverkehrsministerium geförderten RMV-Projekts "On-Demand-Mobilität für die Region Frankfurt/RheinMain" erfolgen kann oder hat man hier womöglich die Chance auf eine Förderung vertan?
Kontext
Insbesondere in den (äußeren) westlichen Stadtteilen ist die Anbindung an den ÖPNV nach wie vor unzureichend. Während man über eine Verkehrswende diskutiert, fehlen hier für viele Menschen die Alternativen zum Auto. Manche Stadtteile sind überhaupt nur mit dem Bus an den ÖPNV angebunden, die Wege zur nächsten (Bus-) Haltestelle sind oft weit und insbesondere für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen nur schwer zu bewältigen. Gerade für diese Menschen ist aber auch das Fahrrad keine Alternative, und so bleibt ihnen letzten Endes nur das Auto. Ein On-Demand-Shuttle scheint hier eine sinnvolle Ergänzung zu dem bestehenden ÖPNV, um den Menschen den Umstieg vom Auto attraktiver zu gestalten bzw. überhaupt erst zu ermöglichen. Trotzdem hat der Magistrat den Wunsch des Ortsbeirats, im Rahmen des vom Bundesverkehrsministerium geförderten RMV-Projekts "On-Demand-Mobilität für die Region Frankfurt/RheinMain" einen On-Demand-Shuttle auch in den westlichen Stadtteilen einzusetzen, abgelehnt. Gemäß Stellungnahme des Magistrats vom 12.03.2021, ST 602, plant die Stadt Frankfurt am Main nun die Umsetzung eines reduzierten On-Demand-Angebots zunächst mit drei E-Fahrzeugen im Frankfurter Norden. Ob das Projekt auch auf andere in Randlage liegende Stadtteile ausgedehnt wird, und welche dafür geeignet sind, wird entschieden, wenn der Erfolg bewertet werden kann. Doch wie und über welchen Zeitraum diese Bewertung erfolgen soll, bleibt offen.
Begründung
In Darmstadt ist man bereits viel weiter. Dort soll mit zunächst 50 elektrisch betriebenen Kleinbussen eine dritte Säule eines umweltverträglichen öffentlichen Nahverkehrs aufgebaut werden, so wurde am 03.04.2021 in der FAZ berichtet. Eingesetzt werden Kleinbusse des Typs eVito von Mercedes, die vor dem Regelbetrieb eine vierwöchige Testphase durchlaufen haben. Die Busse haben keine festen Routen wie üblich, sondern sollen nach Bedarf gebucht werden können. Hierzu ist für die Zukunft geplant, die RMV-App entsprechend auszustatten. Ein ähnliches Konzept wird auch für Frankfurt vorbereitet, allerdings nur für drei Busse, die im Frankfurter Norden eingesetzt werden sollen. Der Ortsbeirat 6 hat die Stellungnahme des Magistrats vom 13.03.2021, ST 602, zur Kenntnis genommen, ist aber der Auffassung, dass eine möglichst zeitnahe Erprobung des Systems im Frankfurter Westen ergänzend zum Versuch im Frankfurter Norden den Erkenntnisgewinn erheblich beschleunigen könnte. Unterstützung gibt es für das On-Demand-System vom Bund und vom Land Hessen. Das Bundesverkehrsministerium etwa stellt für die Beschaffung der E-Kleinbusse, die App sowie die Betriebskosten rund vier Millionen Euro bereit. Es sei sicher, dass das neue Mobilitätsangebot in Darmstadt richtungsweisend für die ganze Rhein-Main-Region sein werde, wird der hessische Verkehrs- und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) im Artikel der FAZ zitiert. Ein solches System würde das Angebot des ÖPNV aber auch im Frankfurter Wesen sehr gut ergänzen. Es ist nicht einzusehen, dass das kleinere Darmstadt es schafft, ein solches System in einer Größenordnung von 50 Bussen zu installieren, während in Frankfurt nur ganz zaghafte Schritte mit drei Bussen unternommen werden. Von der Einwohnerzahl her ist der Frankfurter Westen alleine fast genau so groß wie Darmstadt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar. Nach der letzten Antwort wurde das Thema erneut aufgegriffen.
- 6. November 2020OFOF 1417/6ÖPNV in den westlichen Stadtteilen mit On-Demand-Busangeboten verbessernOrtsbeiratsantrag · CDU
- 24. November 2020OMOM 6902ÖPNV in den westlichen Stadtteilen mit On-Demand-Busangeboten verbessernDirektanregung
- 12. März 2021STST 602ÖPNV in den westlichen Stadtteilen mit On-Demand-Busangeboten verbessernStellungnahme
- 1. Mai 2021OFOF 29/6Wann wird der On-Demand-Shuttle endlich auch im Frankfurter Westen eingesetzt?Ortsbeiratsantrag · CDU, GRÜNE
- 4. Mai 2021Sie sind hierVV 6Wann wird der On-Demand-Shuttle endlich auch im Frankfurter Westen eingesetzt?Anfrage
- 9. Juli 2021Antwort des Magistrats · nach 35 WochenSTST 1315Wann wird der On-Demand-Shuttle endlich auch im Frankfurter Westen eingesetzt?Stellungnahme
- 11. März 2022OFOF 419/6Haushalt 2022 Den ÖPNV im Frankfurter Westen verbessern: Mittel für eine Ausweitung der Rufbusse (des sog. „On-Demand-Projekts“) in den westlichen Stadtteilen bereitstellenOrtsbeiratsantrag · CDU
- 15. März 2022EAEA 77Produktbereich: 16 Nahverkehr und ÖPNV Produktgruppe: 16.11 Förderung Öffentl. Personennahverkehr Den ÖPNV im Frankfurter Westen verbessern: Mittel für eine Ausweitung der Rufbusse (des sog. „On-Demand-Projekts“) in den westlichen Stadtteilen bereitstelleEtatanregung
- 11. April 2023OFOF 757/6Haushalt 2023 Den ÖPNV im Frankfurter Westen endlich verbessern: Mittel für eine Ausweitung der Rufbusse in den westlichen Stadtteilen bereitstellenOrtsbeiratsantrag · CDU
- 25. April 2023EAEA 53Produktbereich: 16 Nahverkehr und ÖPNV Produktgruppe: 16.11 Förderung Öffentl. Personennahverkehr Den ÖPNV im Frankfurter Westen endlich verbessern: Mittel für eine Ausweitung der Rufbusse in den westlichen Stadtteilen bereitstellenEtatanregung
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Mit einer Anfrage verlangt der Ortsbeirat vom Magistrat schriftlich Auskunft. Die zuständigen Ämter erarbeiten eine Stellungnahme. Der Magistrat muss innerhalb von zwölf Wochen antworten — sonst kommt die Anfrage erneut auf die Tagesordnung des Ortsbeirats.
- 1Ortsbeirat beschließt Anfrage
- 2direkt an den Magistrat
- 3Ämter erarbeiten Stellungnahme
- 4Magistrat antwortet (12 Wochen)
Frist: 12 Wochen