Recht der Bürger auf saubere Luft
Zusammenfassung
Der Magistrat stellt fest, dass Umweltzonen in Frankfurt am Main veraltet sind und keine signifikante Wirkung auf die Luftqualität haben. Die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte rechtfertigt keine Ausweitung der Umweltzone. Der Magistrat plant, sich für die Aufhebung der Umweltzone einzusetzen, sollte die Rechtsgrundlage nicht aktualisiert werden.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenStellungnahme des Magistrats
Wie vom Magistrat in seinem Bericht 69 am 14.02.2022 vorgetragen, sind Umweltzonen ein veraltetes Instrument, welches heute keine signifikante luftreinhalteplanerische Wirkung mehr entfaltet. Zudem regeln Umweltzonen Verkehrsverbote einzig für Kraftfahrzeuge und haben keine Auswirkungen auf Baumaschinen, Dieselgeneratoren, Großkraftwerksanlagen, Binnenschiffe und Holzfeuerungen.
Da im kompletten Stadtgebiet sämtliche gesetzlichen lufthygienischen Grenzwerte eingehalten werden, besteht keine Rechtsgrundlage für die Ausweitung der Umweltzone.
Bis zum Jahr 2019 wurden teilweise hohe Stickstoffdioxidwerte (NO2) mit Grenzwertüberschreitungen (40 µg/m³ im Jahresmittel) im Stadtgebiet gemessen. Inzwischen ist die NO2-Belastung auch an den Passivsammler-Messstellen Am Erlenbruch 80 auf 27,2 µg/m³ und Am Erlenbruch 130 auf 31,2 µg/m³ gesunken.
Die Grenzwerte für Feinstaub werden bereits seit dem Jahr 2012 flächendeckend sicher in Frankfurt am Main eingehalten.
Rechtsgrundlage für die Einrichtung oder Auflösung von Umweltzonen ist der Luftreinhalteplan, aufgestellt durch das Land Hessen. Der aktuelle Luftreinhalteplan (in Kraft seit 28.12.2020) erläutert in Bezug auf die bestehende Umweltzone: "Diese Regelungen bleiben auch weiterhin bestehen, da sie weiterhin zur NO2-Minderung - wenn auch nur noch in geringem Ausmaß - beitragen. Aufgrund der Belastungssituation sind jedoch weitergehende Verkehrsbeschränkungen u.U. erforderlich."
Mit weitergehenden Verkehrsbeschränkungen sind sogenannte Dieselfahrverbote bis einschließlich Abgasnorm Euro 5 / V gemeint, welche bei erneuten Grenzwertüberschreitungen u.a. im Bereich Am Erlenbruch eingerichtet werden könnten. Insofern enthält der derzeit gültige Luftreinhalteplan bei Überschreitungen der Grenzwerte eine weitreichende Maßnahme im Bereich des Ortsbezirk 11.
Im Rahmen der Beteiligung bei der nächsten Luftreinhalteplanung wird sich der Magistrat beim zuständigen hessischen Umweltministerium für die Aufhebung der Frankfurter Umweltzone einsetzen, sollte der Bundesgesetzgeber die Rechtsgrundlage (35. BImSchV) nicht entsprechend aktualisieren und etwa auf die Abgasnorm EURO 5 / V wirkungserzeugend ausdehnen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar. Nach der letzten Antwort wurde das Thema erneut aufgegriffen.
- 26. September 2021OFOF 119/11Frankfurts Umweltzone soll alle Frankfurter schützen!Ortsbeiratsantrag · SPD
- 25. Oktober 2021OAOA 83Frankfurts Umweltzone soll alle Frankfurter schützen!Anregung
- 14. Februar 2022BB 69Frankfurts Umweltzone soll alle Frankfurter schützen!Magistratsbericht
- 14. März 2022OAOA 160Der Frankfurter Osten hat ein Recht auf saubere Luft Bericht des Magistrats vom 14.02.2022, B 69Anregung
- 14. März 2022OFOF 259/11Der Frankfurter Osten hat ein Recht auf saubere LuftOrtsbeiratsantrag · SPD
- 18. Juli 2022STST 1608Der Frankfurter Osten hat ein Recht auf saubere LuftStellungnahme
- 9. April 2025OFOF 729/11Recht der Bürger auf saubere LuftOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 28. April 2025OAOA 552Recht der Bürger auf saubere LuftAnregung
- 11. August 2025Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 202 WochenSTST 1340Recht der Bürger auf saubere LuftStellungnahme
- 21. Juli 2026OFOF 58/11Auch die Bürger des Frankfurter Ostens haben ein Recht auf saubere LuftOrtsbeiratsantrag · fraktionslos
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab