Situation auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt - kommunale Beschäftigungsförderung
Zusammenfassung
Der Bericht beschreibt die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt in Frankfurt am Main und die damit verbundenen Herausforderungen. Es werden Maßnahmen zur kommunalen Beschäftigungsförderung vorgestellt, die insbesondere auf die Unterstützung junger Menschen und von Personen in Langzeitarbeitslosigkeit abzielen. Ziel ist es, die Integration in den Arbeitsmarkt zu fördern und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern.
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Thema Wirtschaft und Tourismus verfolgenBericht
Bericht zur Situation auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt - Kommunale Beschäftigungsförderung Jahr 2020
Die wirtschaftliche Entwicklung in Frankfurt am Main ist von den Wechselwirkungen maßgeblicher Faktoren wie Globalisierung, Strukturwandel, Digitalisierung und demografischer Entwicklung betroffen. Das Berichtsjahr 2020 war zusätzlich sehr stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Konnte in den Vorjahren der Pandemie ein ansteigendes Wirtschafts- und Wachstumspotential in der Stadt festgestellt werden, kam es mit Beginn der Corona-Krise zu einem wirtschaftlichen Einbruch, [1] von dem insbesondere der Dienstleistungssektor betroffen war.
Dieser Einbruch hatte erhebliche Auswirkungen auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt: Die Zahl der arbeitslosen Menschen stieg innerhalb eines Jahres auf 29.461 Personen (+41,8%). Besonders hoch war der Anstieg bei Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit (+45%), bei den Altersgruppen unter 25 Jahren (+47,1%) und über 55 Jahren (+44,6%) sowie bei Personen in Langzeitarbeitslosigkeit (+58,5%). Auch bei Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung war die Zunahme mit 42,7% überdurchschnittlich hoch.
Auf die Pandemie wurde seitens der Arbeitgeber:innen mit einer Vielzahl personalpolitischer Maßnahmen reagiert. Vor allem wurde auf die Möglichkeit der Kurzarbeit zurückgegriffen, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.
Trotz dieser Maßnahmen konnte nicht verhindert werden, dass zahlreiche Arbeitsplätze durch die Corona-Krise verloren gingen. Auch die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ging innerhalb eines Jahres um -10,8% zurück.
Die beschriebene Arbeits- und Ausbildungsmarktsituation war Grundlage für die Ausrichtung der Maßnahmen im Rahmen der Berufs- und Ausbildungsförderung der Stadt Frankfurt am Main. Sie werden nachfolgend dargestellt und erläutert. Im Fokus standen dabei vor allem zusätzliche Qualifikationsangebote, Sprachförderung und Beratungsleistungen im Rahmen der Berufsorientierung für besonders betroffene Personengruppen.
Der Bericht gliedert sich in sechs Teile: Zunächst werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm FRAP erläutert. Im Anschluss folgt ein Gesamtüberblick des Programms. In den Teilen drei und vier werden die Projekte des Frankfurter Arbeitsmarktprogrammes (unterteilt in U25 Jahre und Ü25 Jahre) detaillierter beschrieben. Im fünften Teil sind die Beiträge des Frauenreferates, des Stadtschulamtes und der Wirtschaftsförderung dargestellt. Der Bericht schließt mit einem Ausblick ab. Im Anhang sind die einzelnen Förderprojekte aller, an der kommunalen Beschäftigungsförderung beteiligten, Ämter und Organisationen erfasst.
Teil 1
Corona Situation
Es ist ein besonderes Merkmal des Frankfurter Arbeitsmarktprogrammes, Menschen bei komplexen Wegen in Ausbildung und Arbeit vielfältig zu unterstützen. Das Programm stand den Frankfurter Bürger:innen auch in der Corona Pandemie zur Seite und unterstützt mit individueller Beratung und Begleitung sowie konkreten Hilfen bei der Finanzierung von Qualifizierungsmaßnahmen und bei der Erweiterung der berufssprachlichen Kenntnisse.
Alle von der FRAP Agentur und dem Jugend- und Sozialamt geförderten Bildungsträger haben trotz der massiven Belastungen kreative Verfahren entwickelt, um ihre Maßnahmenteilnehmer:innen auch unter Pandemie-Bedingungen zu erreichen und zu unterstützen. In sehr kurzer Zeit wurden Maßnahmen auf hybride Kontaktmöglichkeiten umgestellt, digitale Formate weiterentwickelt und zielgruppengerecht ausgestaltet.
Das Jugend- und Sozialamt hat im Jahresverlauf 2020 zusätzlich 273.200 € zur Verfügung gestellt, um die digitale Infrastruktur bei den Trägern zu verbessern. Es konnte dadurch in die technische Ausstattung investiert und beispielsweise Laptops mit Software beschafft werden, die an die Teilnehmenden verliehen werden konnten.
Eine besondere Schwierigkeit stellte das Wegbrechen der betrieblichen Praktika und Qualifizierungsangebote dar. Wichtige Möglichkeiten der beruflichen Orientierung und der "Bewährung" im Echtbetrieb fielen gänzlich weg und somit auch die Möglichkeit, über ein erfolgreich abgeleistetes Praktikum, um in eine Ausbildung oder Arbeitsstelle einzumünden.
Die reduzierten Ausbildungs- und Arbeitsstellen - insbesondere im Hotel- und Gaststättenbereich, aber auch anderen Branchen - erschwerten die Eingliederung in Ausbildung und Arbeit erheblich. Daher hat das Jugend- und Sozialamt 2020 an der Anzahl der vorhandenen Ausbildungsplätze in den Einrichtungen, trotz durch die Mindestausbildungsvergütung erhöhter Kosten, festgehalten.
Die emotionalen und gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie machten vor der Zielgruppe und den Mitarbeitenden nicht Halt: Um dem entgegenzuwirken wurden Gesundheitsschulungen durchgeführt, Informationsblätter verteilt und Verhaltenshinweise gegeben, um verunsicherte Menschen zu unterstützen. Auch im konkreten Infektionsfall wurden individuelle Hilfestellungen geleistet.
Das Jugend- und Sozialamt und die FRAP Agentur haben in der Pandemie den Trägern mit der größtmöglichen Flexibilität die Projektmittelförderung auf vorhandenem Niveau zugesichert. So konnten sich die Träger auf die Aufgaben hinsichtlich der Kontaktvorgaben, Hygienevorschriften und digitalen Schulungsmethoden konzentrieren.
Teil 2
Das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm (FRAP) 2020
Die Aufgabe der kommunalen Beschäftigungsförderung der Stadt Frankfurt am Main wird durch mehrere Ämter/Organisationen wahrgenommen. Diese sind
- das Jugend- und Sozialamt,
- die FRAP-Agentur gemeinnützige Gesellschaft für das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm,
- das Frauenreferat,
- das Stadtschulamt und
- die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH
Diese Vielgliedrigkeit geht auf gesetzliche Vorgaben und auf kommunalpolitische Entscheidungen zurück. So ist z.B. die Jugendberufshilfe nach § 13 Abs. 2 Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) eine originäre Aufgabe der Stadt als öffentlicher Träger der Jugendhilfe. Die Aufgaben der Jugendsozialarbeit nehmen sowohl das Jugend- und Sozialamt als auch das Stadtschulamt wahr.
Für die Planung und Umsetzung der Förderangebote für Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren im Rahmen des Frankfurter Arbeitsmarktprogramms (FRAP) ist das Jugend- und Sozialamt verantwortlich. Die Beratung und Betreuung der Zielgruppe erfolgt unter anderem im Jugendjobcenter, einer gemeinsamen Einrichtung des Jobcenters Frankfurt, der Stadt Frankfurt am Main und der Bundesagentur für Arbeit.
Die FRAP Agentur plant und setzt das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm für die Zielgruppe für über 25-jährige Personen um. Ergänzt wird dieses Angebot durch ein offenes Beratungszentrum für alle Bürger:innen.
Insgesamt wurden 2020 für die kommunale Beschäftigungsförderung Mittel im Gesamtumfang von 23.708.468 € verausgabt, wobei der Anteil der kommunalen Mittel im Jahr 2020 19.480.778 € beträgt.
Tabelle 1: Gesamtbudgets verschiedener Akteur:innen und jeweilige kommunale Anteile in 2020
| Verantwortliche Organisation | Gesamtbudget 2020 | davon kommunal |
| Jugend-und Sozialamt [2] (U25) | 10.037.367 € | 7.897.240 € |
| FRAP-Agentur [3] (Ü25) | 8.601.063 € | 6.669.000 € |
| Frauenreferat | 793.221 € | 793.221 € |
| Stadtschulamt | 3.413.897 € | 3.413.897 € |
| Wirtschaftsförderung Frankfurt am Main | 862.920 € | 707.420 € |
| Gesamt | 23.708.468 € | 19.480.778 € |
Quelle: Jugend- und Sozialamt 51.1 (auf ganze Euro gerundet)
Hinzu kamen Kofinanzierungen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), des Bundes (Jobcenter Frankfurt), Eigenmittel der Träger, Stiftungsgelder oder Spenden.
Teil 3
Kommunale Beschäftigungsförderung für junge Menschen unter 25 Jahren (U25)
Junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf werden nach §13 SGB VIII in den Projekten der Jugendberufshilfe beraten, begleitet und qualifiziert. Die Bedarfe der jungen Menschen sind vielfältig. Sie werden bedingt durch strukturelle Benachteiligungen wie Migrationsgeschichte oder Fluchterfahrung, belastenden familiären Lebenssituationen oder individuelle Vermittlungshemmnisse wie Sprachbarrieren, fehlende Schulabschlüsse, unsicheres Berufsorientierungsverhalten und vermehrt psychische oder gesundheitliche Einschränkungen.
Die geförderten Projekte für junge Menschen unter 25 Jahren gliederten sich in sieben verschiedene Aktionsfelder (Beratung, Externer Schulabschluss, Ausbildungsvorbereitung, Ausbildung in einer Einrichtung, Ausbildungsbegleitung, Tagesstruktur, Allgemeinbildung/sonstige Angebote). Es standen 3.954 Plätze zur Verfügung.
2020 wurden U25-Maßnahmen durch das Jugend- und Sozialamt in Höhe von 10.037.367 € finanziert. Davon waren 2.140.126 € kommunalisierte Landesmittel im Rahmen des Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI). Auch wurden 2019/2020 zwei weitere Förderprogramme ("Sozialwirtschaft integriert" und "Schutzschirm für Junge Menschen/Brückenqualifizierung für Frauen") durch das hessische Sozialministerium aufgelegt. Darüber wurden 2020 insgesamt vier zusätzliche Maßnahmen mit einem Fördervolumen von 170.074 € finanziert.
Tabelle 2: Maßnahmenart nach Anzahl der Maßnahmen, Anzahl der Plätze und erreichten Klient:innen und finanzielle Förderung
| Mittelvergabe nach Maßnahmenart U25 | Anzahl Maßnahmen | Plätze PLAN | Klient:innen IST | kommunale Förderung in Euro* | Gesamtförderung in Euro* |
| Vorbereitung Hauptschulabschluss | 9 | 284 | 461 | 707.357 | 878.907 |
| Ausbildungsvorbereitung | 23 | 830 | 632 | 1.470.994 | 2.308.203 |
| Ausbildung | 15 | 161 | 163 | 1.585.736 | 2.035.443 |
| Ausbildungsbegleitung | 19 | 487 | 677 | 1.459.481 | 2.028.840 |
| Tagesstruktur | 2 | 31 | 51 | 229.670 | 229.670 |
| Allgemeinbildung | 5 | 161 | 222 | 304.895 | 417.197 |
| Sonstige Förderung | 3 | 0 | 0 | 83.838 | 83.838 |
| Sonstige Förderung Restmittel | 0 | 0 | 0 | 273.200 | 273.200 |
- Summe Maßnahmen | 76 | 1.954 | 2.206 | 6.115.170 | 8.255.296
| 2. Summe Beratung | 13 | 2.000 | 1.895 | 1.782.070 | 1.782.070 |
| Gesamt inkl. Landesmittel AQB | 89 | 3.954 | 4.101 | 7.897.240 | 10.037.367 |
*) auf ganze Euro gerundet
2020 wurden insgesamt über 4.100 junge Menschen in den Maßnahmen der Jugendberufshilfe erreicht und in ihrem Berufseinstiegsprozess unterstützt. Hiervon waren etwas mehr als die Hälfe männlich und über 80% haben Migrationsgeschichte. Ein Viertel der Teilnehmenden waren Menschen mit Fluchterfahrung. 32% der Teilnehmenden bezogen Leistungen nach dem SGB II. Die größte Teilgruppe war im Alter unter 25 Jahren (76%). Junge Menschen über 25 Jahre wurden insbesondere durch Stadtteilprojekte und aufsuchende Beratung erreicht.
Abbildung 1: Alle Teilnehmende nach Altersgruppen (in %)
Quelle: Jugend- und Sozialamt 51.1
Die Anliegen der Teilnehmenden waren breit gefächert. Die Hauptthemen stellten Ausbildungs-/Arbeitssuche (73%), Sprache und Schulabschluss (32%) und Erlangen oder Stabilisieren einer Tagesstruktur (26%) dar. 11%-14% der Anliegen bezogen sich auf Bedarfe rund um Gesundheit, Finanzen, Wohnen und Familie [4] . Hierin zeigt sich der ganzheitliche Ansatz der Jugendsozialarbeit.
Die Zielgruppe der Projekte des Aktionsfeldes Schulabschluss wiesen eine veränderte Zusammensetzung hinsichtlich des Alters auf: 47% der Teilnehmenden im Aktionsfeld sind unter 18 Jahren (im Vergleich: in allen FRAP-Projekten zusammengenommen gehören nur 18% der Teilnehmenden zu dieser Altersgruppe). Dies zeigt einen besonderen Bedarf an alternativen Beschulungsmaßnahmen für junge schulmüde Menschen und junge Menschen ohne Schulabschluss.
Abbildung 2: Nur Aktionsfeld Schulabschluss nach Altersgruppen (in %)
Quelle: Jugend- und Sozialamt 51.1
2020 wurden insgesamt 163 Auszubildende in 15 Maßnahmen ausgebildet. Besonders auffällig war der hohe Frauenanteil mit 63%. 72% der der Teilnehmenden haben Migrationsgeschichte. Davon hatten 21% der Auszubildenden Fluchterfahrung.
Abbildung 3: Aktionsfeld Auszubildende nach Geschlecht (in %)
Quelle: Jugend- und Sozialamt 51.1
Maßnahmen der Ausbildungsbegleitung stellen einen immer wichtiger werdenden Unterstützungsfaktor zum Gelingen einer betrieblichen Ausbildung dar.
2020 profitierten während der Ausbildung fast 700 junge Menschen aus Frankfurt am Main von der Betreuung durch engagierte Bildungsträger. 55% der Teilnehmenden waren weiblich, 88% haben Migrationsgeschichte und 26% Fluchterfahrung.
Erfolge
Über die Hälfte der Ratsuchenden in den Beratungsprojekten haben 2020 ihre Beratung abgeschlossen. 82% haben eine Anschlussperspektive erhalten. 58% der Teilnehmenden einer Ausbildungsvorbereitungsmaßnahme hatten eine erfolgreiche Anschlussperspektive. In den Hauptschulmaßnahmen erreichten 52% der Teilnehmenden den Hauptschulabschluss und 81% der Teilnehmenden hatten eine Anschlussperspektive.
2020 haben 45 Auszubildende ihre Ausbildung beendet. Von diesen bestanden 26 (fast 60%) die Abschlussprüfung. 21 Teilnehmende haben im Anschluss eine Arbeitsstelle erhalten (80%), sieben besuchten eine weiterführende Schule oder Maßnahme. Ein Drittel der Teilnehmenden der Maßnahmen der Ausbildungsbegleitung hat 2020 die Maßnahme beendet. Fast 70% dieser jungen Menschen schlossen die Ausbildung erfolgreich ab und 88% nahmen eine sozialversicherungspflichtige Arbeit auf.
Erfahrungen in der Corona Pandemie U25
Bereits im ersten Lockdown im März 2020 hatten sich die Träger der Jugendberufshilfe schnell und flexibel auf die neue Situation eingestellt: Die Herausforderung bestand darin, unter den neuen Rahmenbedingungen den Kontakt zur Zielgruppe zu halten. Die Träger agierten telefonisch oder per E-Mail. Auch wurden unkonventionelle Wege wie Treffen im Park ("Walk and Talk") vor dem Henniger Turm oder Unterrichtsstunden im Freien umgesetzt. Auch wenn die einzelnen Beratungsstellen und Projekte einen generellen Rückgang des freien, spontanen Zulaufs an Ratsuchenden oder Teilnehmenden benannten, gaben sie dafür eine längere und intensiviere Verweildauer in den Maßnahmen an, was den Anstieg an Beratungs- und Unterstützungsbedarfen durch die Einschränkungen der Pandemie verdeutlichte.
In 2020 wurden zwei neue Projekte der Ausbildungsvorbereitung mit hohen Teilnehmenden-Plätzen erstmalig umgesetzt ("Plan A" der Joblinge und "Digitale Bewerbungsverfahren" der ASB-Lehrerkooperative). Jedoch wurde die erwartete Teilnehmenden-Anzahl nicht erreicht. Insbesondere Maßnahmen mit Gruppensettings oder aufsuchenden Arbeitsansätzen konnten keine Teilnehmenden erreichen, da Schulen geschlossen waren und ganze Seminare und Workshops oder freie Beratungsangebote aufgrund der Pandemievorschriften nicht stattfinden konnten.
Zudem mussten sich die Mitarbeitenden der Träger in die ausschließliche Verwendung digitaler Medien im Unterricht und Qualifizierung einarbeiten und darüber hinaus die Unterrichtsinhalte an hybride/digitale Formate anpassen. Als schwierig erwies sich, dass viele der Teilnehmenden nicht über digitale Endgeräte oder W-LAN verfügten. Sofern keine Leihgeräte gestellt werden konnten, wurden in diesen Fällen Aufgabenpakete via E-Mail oder auch per Post versandt (mit frankierten Rückumschlägen). Für die Jugendlichen, die über eine ausreichende digitale Infrastruktur verfügten, wurden digitale Lernplattformen eingerichtet und der Unterricht erfolgte beispielsweise online über virtuelle Klassenzimmer.
Für Teilnehmende an Abschlussklassen (Hauptschulabschluss oder auch Ausbildung) wurde unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygienevorschriften, sobald möglich, wieder Präsenzunterricht in Kleingruppen angeboten, um den Prüfungserfolg nicht zu gefährden. Die Maßnahmen zur Erreichung eines Schulabschlusses mussten verlängert werden, denn die Prüfungen wurden in den Herbst verschoben und die Teilnehmenden benötigten mehr Zeit zur (digitalen, hybriden, eigenständigen) Prüfungsvorbereitung. Dabei waren sie auf umfangreiche Unterstützung durch die Fachkräfte angewiesen.
Teil 4
Kommunale Beschäftigungsförderung für Menschen über 25 Jahren (Ü25)
Im Handlungsfeld "Ü25" gibt es unterschiedliche Zielgruppen der Förderung. Dies sind vor allem
- Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit
- Menschen mit aktueller und auch schon länger zurückliegender Zuwanderungsgeschichte
- Suchtmittelabhängige Menschen
- Prekär Beschäftigte (Menschen im Arbeitsmarkt mit geringem Einkommen und/oder belastenden und ungesicherten Arbeitsbedingungen).
Entsprechend unterschiedlich sind hier die Hilfeangebote ausgerichtet und auch die Zielstellungen unterscheiden sich deutlich. Z.B. liegt der Schwerpunkt in der Arbeit mit Menschen mit akuter Suchtproblematik vor allem in der Stabilisierung und der langsamen Steigerung tagesstrukturierender Arbeitsangebote. Die Vermittlung in reguläre Arbeitsverhältnisse steht nicht unmittelbar an. Bei prekär Beschäftigten mit geringen Bildungsabschlüssen steht eine mögliche Nachqualifizierung bis hin zu einem anerkannten Berufsabschluss im Vordergrund, weil dies die beste Möglichkeit ist zu gesicherten und vor allem deutlich besser dotierten Anstellungsverhältnissen zu kommen.
2020 konnten mit kommunalen FRAP-Mitteln, Landesmitteln aus dem Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget des Landes Hessen (AQB), dem AQB-Sonderprogramm und dem Landesprogramm "Sozialwirtschaft integriert" insgesamt rund 70 Maßnahmen für Erwachsene ermöglicht werden.
Beramí e.V. ist im Rahmen des IQ-Netzwerkes Hessen seit vielen Jahren in der Anerkennungsberatung in Frankfurt tätig (gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfond). 2020 wurden hier insgesamt 1.721 Beratungen durchgeführt, davon 1.655 Erstberatungen sowie 132 Folgeberatung. (Quelle: Jahresbericht Beramí e.V.
2020)
Zur tatsächlichen Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse liegen für Frankfurt keine spezifischen Daten vor. Die Zuständigkeit für die Erteilung einer Anerkennung ist, abhängig vom jeweiligen Ausbildungsberuf bzw. akademischen Abschluss, sehr differenziert geregelt und erfolgt je nach Beruf durch entsprechende Landesbehörden bzw. die jeweilige Kammer, die für die Ausbildung zuständig ist (z.B. die IHK FOSA in Nürnberg für kaufmännische und industriell-technische Berufe oder die jeweilige Handwerkskammer für Handwerksberufe).
Tabelle 3: Maßnahmenart Ü25, Anzahl der Plätze, erreichte Teilnehmende und finanzielle Förderung
Mit den Maßnahmen für Menschen über 25 Jahre wurden insgesamt knapp 4.000 Teilnehmende gefördert, davon 1.691 Teilnehmende in Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen und 2.264 Kund:innen in Beratungsmaßnahmen.
Abbildung 4: Erreichte Teilnehmende nach Aktionsfeldern
Inhaltliche Schwerpunkte der Förderung aus dem Frankfurter Arbeitsmarktprogramm lagen bei der Unterstützung von Geflüchteten, bei Projekten für Frauen, der Nachqualifizierung und Fachkräfteausbildung, der Sprachförderung und bei der Unterstützung zur Digitalisierung. Viele der Maßnahmen und zusätzliche Leistungen im Interesse der Stadt Frankfurt am Main wurden erst durch eine Ko-Finanzierung zu Maßnahmen des Jobcenters Frankfurt und anderen Leistungsträger:innen möglich.
Abbildung 5: In den geförderten Beratungsmaßnahmen waren 32% aller Kund:innen länger als drei Jahre arbeitslos, 36% waren älter als 40 Jahre, 72% hatten keinen oder keinen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss, über die Hälfte hatte keinen oder keinen in Deutschland anerkannten Schulabschluss, 77% hatten Migrationsgeschichte, 62% waren weiblich. Die Teilnehmenden in den Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen waren länger arbeitslos und älter; zwei Drittel der Teilnehmenden waren älter als 40 Jahre.
Knapp die Hälfte der Teilnehmenden konnten bis unmittelbar nach Beendigung in sozialversicherungspflichtige Maßnahmen oder in weiterführende Maßnahmen vermittelt werden.
Abbildung 6: Erfahrungen in der Corona Pandemie Ü25
Das Beratungs- und Lernzentrum der FRAP Agentur hat sich als relevante Anlaufstelle für berufliche Themen bewährt. Bereits seit dem
11. Mai 2020 stand die Agentur den Frankfurter Bürger:innen wieder für persönliche Beratungen zur Verfügung. Das Angebot wurde stark nachgefragt. Auch die Bildungsträger, die vom Frankfurter Arbeitsmarktprogramm gefördert werden, haben ihre Angebote an die besondere Herausforderung angepasst. So bot z.B. die städtische Gründungsberatung Kompass besondere Angebote für von der Krise betroffene Selbstständige und kleine Firmen an, vermittelte Überbrückungskredite und vieles andere mehr.
Um den arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen der Corona-Krise entgegenzutreten griffen die Strategien des Frankfurter Arbeitsmarktprogrammes gut. Dies machte die arbeitsmarktpolitische Bedeutung der Nachqualifizierung deutlich. Die Unterstützung beim Erlangen eines Berufsabschlusses ist dem Frankfurter Arbeitsmarktprogramm ein besonderes Anliegen. Gerade Beschäftigte, in den stark von der Corona-Krise betroffenen Branchen, brauchten nun Beratung und Unterstützung, um beim Jobwechsel unter besseren Bedingungen zu arbeiten und Berufschancen zu erhöhen.
Teil 5
Beiträge Frauenreferat, Stadtschulamt und Wirtschaftsförderung
A: Frauenreferat
Beratung und berufliche Qualifizierung von Mädchen und Frauen
Frauen und vor allem Migrantinnen sind besonders von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt betroffen und die "Corona-Krise" hat bestehende soziale Ungleichheiten verstärkt. Umso wichtiger ist es gerade jetzt, dass alle arbeitsmarktpolitischen Strategien und Maßnahmen der Beschäftigungsförderung auf eine geschlechtergerechte Teilhabe am Arbeitsmarkt und auf faire, existenzsichernde Erwerbschancen ausgerichtet sind.
Das Frauenreferat fördert seit seiner Gründung Angebote und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von Frauen. Zielgruppen sind Wiedereinsteigerinnen aus der Familienphase, (langzeit-)arbeitslose Frauen, Mädchen und junge Frauen mit erschwerten Ausgangsbedingungen für eine Berufsausbildung oder Erwerbstätigkeit, aber auch gut ausgebildete Frauen, die keine adäquate Beschäftigung erhalten. Unter den verschiedenen Gruppen befinden sich viele zugewanderte und alleinerziehende Mütter.
Alle geförderten Angebote gewährleisten einen ganzheitlichen Ansatz, um das Potenzial der Frauen und Mädchen für ihre berufliche Entwicklung zu entfalten. Neben der Vermittlung von Qualifikationen braucht es auch Orientierung für eine breite Berufswahl und Unterstützung und Beratung in den verschiedenen Lebensbereichen und Lebenslagen. Das hat sich in der Corona-Krise deutlich gezeigt: Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung hat sich verstärkt. Frauen haben noch mehr unbezahlte Sorgearbeit übernommen und der Ausfall von Kinderbetreuungszeiten hat (insbesondere alleinerziehende) Mütter erheblich belastet. Ein ganzheitlicher Ansatz ist hilfreich, damit weniger Wiedereinstiege in den Beruf verschoben oder Qualifizierungsmaßnahmen abgebrochen werden.
Durch das Frauenreferat geförderte Träger und Projekte
Aus dem Haushalt des Frauenreferats wurden 793.221 € für Angebote zur Beratung und beruflichen Qualifizierung von Mädchen und Frauen im Jahr 2020 eingesetzt.
Davon entfielen 624.000 € auf kontinuierlich geförderte Leistungsbereiche. Innovative oder zeitlich befristete Projekte der Träger wurden mit 169.221 € bezuschusst. Diese waren,,Comeln Women" und ,,NeW4 Job" gemäß Stadtverordnetenbeschlüssen sowie "Neue Wege Neue Pläne für geflüchtete Frauen" und "Migrantinnen gründen". Für das EU-Projekt "Migrantinnen gründen" wurden die zusätzlichen Mittel aus dem Sonderfonds (Ko-Finanzierungspool) der Stadt Frankfurt am Main bereitgestellt (siehe Angebote im Anhang).
Ein Teil der kommunalen Zuschüsse wurde als Kofinanzierung für Angebote im Rahmen von Landesprogrammen eingesetzt. Hierdurch konnten zusätzliche Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 268.400 € akquiriert werden. Die kommunale Förderung schafft oftmals erst die Voraussetzung, dass weitere Arbeitsmarktangebote in Kooperation mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter umgesetzt werden, bspw. durch die Angebote Forum Berufsrückkehr und Perspektive Wiedereinstieg.
Trotz der Corona-Krise mit Lockdown und Kontaktbeschränkungen konnten alle Maßnahmen weiterhin vorgehalten werden. Dies war durch die gute finanzielle Absicherung der Träger möglich und durch deren Kreativität und Flexibilität, mit der sie rasch neue Angebotsformate entwickelten (z.B. Walk and Talk Beratungen, online und hybrid Unterricht oder auch Angebote zu Abendstunden, wenn Kinder im Bett sind).
Mit den Fördermitteln des Frauenreferats konnten insgesamt 2.932 Teilnehmer:innen erreicht werden: 2.783 Frauen und Mädchen, darunter 1.113 mit Migrationsbiografie. Teilgenommen haben auch 149 Männer, an Angeboten von "jumpp Frauenbetriebe e.V.", diese wurden entweder über Landesmittel kofinanziert bzw. von der Wirtschaftsförderung übernommen.
B: Stadtschulamt
2020 förderte das Stadtschulamt Schüler:innen mit Angeboten und Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und Ausbildungsvorbereitung sowie der Prävention und Intervention bei Gefahr des Abbruchs der Ausbildung in bewährter Form.
In den allgemeinbildenden Schulen wurden die Programme zur Kompetenzerfassung und -entwicklung zur beruflichen Orientierung umgesetzt. Das Programm "Praxisorientierte Hauptschule" ergänzte an drei Standorten bestehende Angebote im Bereich individuelle Förderung der Ausbildungsreife durch Praxisangebote in Lernwerkstätten. Im Rahmen des Frankfurter Ausbildungsprojekts wurden Schüler:innen, die eine betriebliche Ausbildung anstrebten, bei der Berufswahl und Bewerbung um einen Ausbildungsplatz unterstützt.
In allen 16 beruflichen Schulen wurden die Programme "Berufswegeplanung" und "Sozialpädagogische Förderung" beauftragt und fachlich begleitet. Das Programm "Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule" - QuaBB, trug darüber hinaus dazu bei, drohende Ausbildungsabbrüche abzuwenden.
Die Förderung des Schulamtes belief sind in 2020 auf über 3.413.897 Euro (genaue Angaben im Anhang).
C: Wirtschaftsförderung
Frankfurter Gründerzentrum (FGZ)
Das Projekt "Frankfurter Gründerzentrum" besteht aus zwei Komponenten.
1) Büroraumvermietung und Gebäudebewirtschaftung durch die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH
D ie Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH bewirtschaftet als Pächterin und Vermieterin das Frankfurter Gründerzentrum. Im Jahr 2020 betrugen die Ausgaben hierfür 388.306 € (2019 = 361.994 €). Es wurden 38 Büroräume und 10 Workstations (Schreibtischarbeitsplätze) zu günstigen Konditionen an Gründer:innen und junge Unternehmen vermietet. Im Jahr 2020 betrug die Auslastung der Büroräume und Workstations 98 % (2019 = 100 %).
Wegen der Corona-Krise konnte die Wirtschaftsförderung im Jahr 2020 keine der sonst im FGZ regelmäßig stattfindenden Events und Workshops für die Gründer:innenszene anbieten.
2) Maßnahmen der Kompass gGmbH: Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Gründungsinteressierte und junge Unternehmen
Die Kompass gGmbH ist seit 2017 zu 100% Tochtergesellschaft der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH. Aufgaben der gGmbH sind die Qualifizierung und Beratung für Existenzgründer:innen und junge Unternehmen, spezielle Angebote zur Krisenintervention, Beratung für internationale Start-ups sowie seit Januar 2016 für Geflüchtete. 2020 wurden in der Kompass gGmbH 676 (2019 = 582) Personen beraten. Trotz Corona wurden 93 (2019 = 148) der beratenen Personen in die Selbständigkeit geführt.
Die Kompass gGmbH ist seit 2008 Leitstelle im Förderprojekt der Stadt Frankfurt am Main für Gründer:innen mit Migrationsgeschichte. Das Projekt "ISU International Start-Ups" wurde im Jahr 2020 mit 52.500 € durch die Wirtschaftsförderung finanziert.
Das Projekt "Gründerwerkstatt - Flüchtlinge unternehmen etwas" bietet Geflüchteten oder Personen mit Fluchterfahrung, die bereits über Berufserfahrung verfügen oder in ihrem Herkunftsland selbständig waren, die Möglichkeit eines beruflichen Neustarts in Frankfurt am Main. Bei erfolgreicher Umsetzung der Geschäftsidee schaffen sich Teilnehmende ihren eigenen Arbeitsplatz. Die potenziellen Gründer:innen wurden kostenlos beraten.
Das Projekt bietet bundesweit einmalig die Möglichkeit, das Gründer:innen eine mehrmonatige Markterprobungsphase in voll ausgestatteten Büros im Frankfurter Gründerzentrum nutzen konnten. Kombiniert mit Fachseminaren zur Vorbereitung auf die Existenzgründung und Begleitung der Kompass Coaches, konnten sie sich ausreichend auf ihren Start vorbreiten. Das Projekt wurde 2020 mit 106.200 € durch das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm sowie mit 22.500 € durch die Wirtschaftsförderung finanziert.
Das Projekt "Kompass Mix" wird gefördert im Rahmen des Frankfurter Arbeitsmarktprogramms (vgl. "Qualifizierung Ü25"). Kernstück ist eine viermonatige Markterprobungsphase in voll ausgestatteten Büros im Frankfurter Gründerzentrum, kombiniert mit Fachseminaren zur Vorbereitung auf die Existenzgründung und die Begleitung durch die Kompass Coaches. In 2020 wurde "Kompass Mix" vom Frankfurter Arbeitsmarktprogramm FRAP mit 88.700 € finanziert und erhielt zusätzlich 88.700 € durch den ESF Hessen.
Aufgrund der Pandemie mussten Gründer:innen auf ihren Start warten bzw. ihn verschieben, einige traten erstmal einen Nebenerwerb an. Hier offenbarte sich der Strukturwandel, der durch die Covid-19-Krise angestoßen wurde. Während Betriebe Mitarbeiter:innen entließen oder sie in Kurzarbeit weiterbeschäftigten, begannen einige mutige Gründer:innen, Neues zu wagen. Viele handelten aus der Not heraus: Die Selbstständigkeit ist in dieser Situation ein riskanter aber potentieller Ausweg. Gemeinsam mit der FRAP Agentur startete Kompass in 2020 eine Workshop-Reihe und blieb geöffnet für den persönlichen Austausch, Kontakt und Beratung. Insbesondere war dies für diejenigen wichtig, die besonders benachteiligt waren: Personen, die geflüchtet, arbeitslos oder in Kurzarbeit waren und Personen, die Corona Grundsicherung beantragen mussten.
#gemeinsamdeins, das Kriseninterventionsprogramm für Freiberufler:innen und Kleinstunternehmen von Kompass Frankfurt, hat in 2020 mit der Unterstützung von der Wirtschaftsförderung Frankfurt und der J.P. Morgan Chase Foundation 153 Kleinunternehmer:innen, Selbständige und Freiberufler:innen mit individuellen Beratungen, Seminaren und direkten Zugang zu finanziellen Hilfen durch die ersten Monate der Krise erfolgreich begleitet. Das Projekt wurde im Jahr 2020 mit 155.500 € durch die J.P. Morgan Chase Foundation finanziert.
Teil 6
Ausblick
Die langfristigen Folgen der Pandemie sind bisher noch nicht absehbar, aber es ist davon auszugehen, dass sich der Frankfurter Arbeitsmarkt nachhaltig verändern wird. Deshalb ist es wichtig, mit dem Frankfurter Arbeitsmarktprogramm eine kommunale Infrastruktur zu haben, die sehr schnell und flexibel auf aktuelle und strukturelle arbeitsmarktpolitische Herausforderungen reagieren und passende Angebote anbieten kann.
Im Weiteren plant das Jugend- und Sozialamt die Umsetzung von insgesamt ca. 75 Maßnahmen bei 18 Trägern zur Förderung von jungen Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf im Übergang in Ausbildung und Arbeit. Dafür sind kommunale Mittel in Höhe von ca. 6,7 Mio. € eingeplant.
Dazu kommen noch ca. 3,2 Mio. € aus den verschiedenen Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets (AQBs) und Sonderprogrammen des Landes Hessen.
An den erfolgreichen Maßnahmen zur Unterstützung der jungen Menschen wird festgehalten. Daneben wird ein ansteigender Bedarf zur Erlangung des externen Schulabschlusses erwartet, da insbesondere leistungsschwächere Schüler:innen in Pandemiezeiten durch die Schulen nicht immer zum Schulerfolg geführt werden konnten. Aus den daraus resultierenden Wissenslücken ergab sich auch ein höherer Bedarf an ausbildungsbegleitenden Hilfen.
Auf die während der Pandemie gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse im Rahmen der Digitalisierung soll in den Maßnahmen aufgebaut werden. Sowohl hybride als auch online Lernformen sollen verstärkt eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen Beratungsfachkräfte über eine Seminarreihe zu den neuen Herausforderungen ins Gespräch kommen, mit Methoden und Tools vertraut gemacht werden und gemeinsam Qualitätsstandards in der digitalen Beratungsarbeit entwickeln.
Die FRAP Agentur rechnet im Folgejahr mit 65 Maßnahmen bei 23 Trägern. Die Schwerpunkte sind ähnlich wie im Jahr 2020, allerdings mit dem Fokus auf die Folgen der Pandemie und die geänderten Anforderungen an Maßnahmen und Bedarfe.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Der Weg dieser Vorlage
Am 5. Mai 2023 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. Sie geht auf NR 471 zurück — STVV-Antrag von SPD, beschlossen am 28. November 2012. In 4 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.
Weitere Vorlagen in diesem Verfahren
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., AfD, Volt und BFF-BIG Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und ÖkoLinX-ELF (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., AfD, Volt, FRAKTION und ÖkoLinX-ELF Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (= Kenntnis)