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Gedenkort in Fechenheim-Nord für ermordete Zwangsarbeiter

Vorlagentyp: STMagistrat
17 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Der Magistrat begrüßt die Anregung des Ortsbeirats, einen Gedenkort für die ermordeten Zwangsarbeiter in Fechenheim zu schaffen. Es wird jedoch angeregt, die laufenden historischen Recherchen abzuwarten, um die Faktenlage zu klären und mögliche Angehörige zu finden.

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Stellungnahme des Magistrats

Der Magistrat begrüßt grundsätzlich die Anregung des Ortsbeirats 11, den während des Nationalsozialismus in Fechenheim ermordeten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zu gedenken. Ob sich allerdings das Schicksal des am 28. April 1942 von der Geheimen Staatspolizei hingerichteten Józef Ochmanek als stellvertretender Einzelfall für das Gedenken an die in Fechenheim eingesetzten Zwangsarbeiter eignet, ist fraglich. Die Initiative des Ortsbeirats stützt sich auf Erkenntnisse, die im Rahmen eines "Stadtlabors" des Historischen Museums erarbeitet worden sind ("Auf Spurensuche im Heute - Frankfurt und der NS", 9. Dezember 2021 bis

11. September 2022). Mit Ochmaneks Leidensweg haben sich gleich zwei Stadtlaboranten befasst, die in einem entscheidenden Punkt zu einer voneinander abweichenden Einschätzung gelangt sind: Während Barbara Dankert Ochmanek als Zwangsarbeiter einordnet, verweist Andrzej Bodek auf den Umstand, dass Ochmanek im November 1939 wenige Wochen nach Beendigung der Kampfhandlungen in Polen als Kriegsgefangener nach Frankfurt gekommen sei. Später, so Bodek, habe Ochmanek als landwirtschaftlicher Arbeiter auf dem Hofgut Schmidberger in Fechenheim eher einen Fremdarbeiter- als einen Zwangsarbeiterstatus innegehabt. Herr Bodek hat seine Forschungen noch nicht abgeschlossen und plant, seine Studie nach der Fertigstellung der "Bibliothek der Generationen" des Historischen Museums zu übergeben. Sollte sich der Ortsbeirat in Anbetracht der geschilderten Lage dennoch für die Errichtung eines Gedenkortes für Józef Ochmanek entscheiden, sollten im Vorfeld unbedingt Nachforschungen über etwa noch lebende Angehörige des Hingerichteten angestellt werden.

Mit Blick auf den "Gesamtfall" kann das Schicksal der ebenfalls auf dem Hofgut Schmidberger beschäftigten und denunzierten Köchin, die wegen ihrer "Liebesbeziehung" zu Ochmanek verhaftet und in das KZ Ravensbrück eingewiesen wurde, nicht außer Acht gelassen werden. Frau S., die im November 1936 auf Beschluss des Erbgesundheitsgerichts Hanau zwangssterilisiert worden war, kam im Dezember 1943 wieder frei und hat die NS-Zeit überlebt. Auch bei Frau S. steht die Frage im Raum, ob es möglicherweise noch lebende Familienangehörige gibt. Aufgrund der Faktenlage schlägt der Magistrat vor, die noch laufenden historischen Recherchen bis zur Fertigstellung abzuwarten. Der Magistrat wird außerdem anregen, die aufgearbeiteten und fundierten Informationen über die Schicksale der beiden Opfer in die Frankfurt History App aufzunehmen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 26. September 2022OFOF 326/11Gedenkort in Fechenheim- Nord für ermordete ZwangsarbeiterOrtsbeiratsantrag · GRÜNE, SPD, CDU, LINKE., FDP
  2. 10. Oktober 2022OMOM 2876Gedenkort in Fechenheim-Nord für ermordete ZwangsarbeiterDirektanregung
  3. 23. Januar 2023Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 17 Wochen
    STST 228Gedenkort in Fechenheim-Nord für ermordete Zwangsarbeiter
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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