LED-Straßenbeleuchtung und Gasleuchten-Umrüstung in Frankfurt
Alles zur Umrüstung von Gasleuchten auf LED in Frankfurt: Zeitplan, Kosten, CO2-Einsparung, Störungsmeldung und politische Debatten.
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Warum werden Frankfurts Gasleuchten durch LED ersetzt?
- Die Stadt Frankfurt strebt Klimaneutralität bis 2035 an — bei stadteigenen Aktivitäten sogar bis 2030. Der forcierte Rückbau der Gasbeleuchtung ist dafür ein unverzichtbarer Bestandteil (Quelle).
- Der Grundsatzbeschluss zum Rückbau der Gasbeleuchtung wurde 2014 von der Stadtverordnetenversammlung gefasst (Quelle).
- Jede rückgebaute Gasleuchte spart jährlich 374,88 Euro Energiekosten und 1,3 Tonnen CO2 ein (Quelle).
- Die neuen LED-Leuchten verursachen nur etwa 0,1 Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber 1,3 Tonnen bei einer Gasleuchte — eine Einsparung von rund 1,2 Tonnen pro Leuchte (Quelle).
Wie viele Gasleuchten gibt es noch und wann werden sie umgerüstet?
- Von ursprünglich 5.467 Gasleuchten wurden bis Ende 2024 insgesamt 2.492 zurückgebaut und durch LED ersetzt — das entspricht etwa 46 Prozent (Quelle).
- Es verbleiben somit voraussichtlich 2.975 Gasleuchten, die in den kommenden Jahren umgerüstet werden (Quelle).
- Das Tempo hat sich deutlich erhöht: 2020 wurden 124 Leuchten umgerüstet, 2021 waren es 164, 2022 dann 204, 2023 bereits 419 und 2024 insgesamt 486 (Quelle).
- Ziel ist, unter Berücksichtigung der Mittelverfügbarkeit alle Gasleuchten bis 2030 umgerüstet zu haben (Quelle).
Was kostet die Umrüstung und wer bezahlt?
- Für den Austausch stehen investiv insgesamt 70.204.000 Euro zur Verfügung — aufgestockt durch mehrere Beschlüsse seit 2014 (Quelle).
- Allein 2024 wurden 3,8 Millionen Euro zusätzlich bewilligt, finanziert aus dem Erneuerbare-Energie-Fonds (Quelle).
- Im Jahr 2024 wurden Haushaltsmittel in Höhe von 6.780.179 Euro für die Umrüstung abgerechnet (Quelle).
- Durch gestiegene Kosten im Tiefbau erhöht sich der Finanzbedarf — das Dezernat XII hat einen Magistratsentwurf zur finanziellen Mittelerhöhung eingebracht (Quelle).
Wer betreibt die Straßenbeleuchtung?
- Die StraßenBeleuchtung Rhein-Main GmbH (SRM) ist mit der Betriebsführung beauftragt und zuständig dafür, die Anlagen in betriebsbereitem Zustand zu halten (Quelle).
- Sowohl die Wartung als auch die Instandhaltung der Leuchten werden über den Betriebsführungsvertrag abgedeckt (Quelle).
- Die Reihenfolge des Gasleuchten-Rückbaus orientiert sich vorrangig an den Ergebnissen der Standsicherheitsprüfungen der Masten (Quelle).
- Aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt der Umbau auch im Zuge anderer städtischer Baumaßnahmen oder Maßnahmen anderer Versorgungsträger (Quelle).
Was passiert bei defekter Straßenbeleuchtung?
- Störungen können direkt an die SRM gemeldet werden — online unter https://www.srm-rheinmain.de/de/stoerungsmeldung/frankfurt oder telefonisch unter 069/213-88110 (Quelle).
- Gemeldete Störungen werden in der Regel innerhalb von zwei Tagen behoben (Quelle).
- Angesichts des hohen Lebensalters der Gasleuchten kann es vorkommen, dass einzelne Leuchten zu Störungen neigen und die Beleuchtungsstärke nachlässt (Quelle).
- Bei mangelhafter Beleuchtung prüft der Magistrat die Situation und beauftragt die SRM mit Überprüfung und gegebenenfalls Maßnahmen (Quelle).
Können historische Gasleuchten erhalten werden?
- Alte Gasleuchten-Masten können nicht einfach auf Strom umgebaut werden — wenn die Standsicherheit fehlt, müssen sie komplett zurückgebaut werden (Quelle).
- Der Magistrat berücksichtigt jedoch den historischen Charakter: An geeigneten Stellen werden neue Masten in historischer Form mit einem Wappen der Stadt Frankfurt montiert (Quelle).
- Diese neuen Masten erhalten historisch anmutende LED-Leuchten, die das alte Gasmodul imitieren (Quelle).
- Die neuen LED-Leuchten sind zudem insektenfreundlich gestaltet, wobei eine wirklich insektenverträgliche Beleuchtung im eigentlichen Wortsinn nicht möglich ist (Quelle).
Welche Vorteile hat LED-Beleuchtung?
- Die bisherige Umrüstung von 2.492 Gasleuchten spart bereits rund 2.500 Tonnen CO2 pro Jahr ein (Quelle).
- Pro umgerüsteter Leuchte werden jährlich 374,88 Euro Energiekosten gespart (Quelle).
- Für den geplanten Rückbau von 510 Gasleuchten im Jahr 2024 wurde eine Einsparung von 663 Tonnen CO2 pro Jahr und 3.700.050 kWh an Gas jährlich prognostiziert (Quelle).
- Der Strommix für die neuen elektrischen Leuchten hat eine CO2-Emission von etwa 155 Gramm pro Kilowattstunde — damit erzeugt eine LED-Leuchte nur rund 0,1 Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber 1,3 Tonnen bei einer Gasleuchte (Quelle).
- Die neuen LED-Leuchten werden insektenfreundlich ausgeführt — der Magistrat achtet generell darauf, Lichtquellen einzusetzen, die Insekten möglichst wenig beeinträchtigen (Quelle).
Was fordert die Politik?
- Die Linke forderte 2022, das Umrüstungsziel auf 2025 vorzuziehen und die halbierten Haushaltsmittel wieder zu erhöhen — der Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt (Quelle).
- Der Ortsbeirat 3 (Nordend) kritisiert das Tempo: Mit nur acht umgerüsteten Straßen pro Jahr würde die Umrüstung im Nordend noch knapp sieben Jahre dauern (Quelle).
- Eine vorrangige Umrüstung einzelner Ortsbezirke lehnt der Magistrat ab — die Sicherheitsprüfungen der Masten bestimmen die Reihenfolge, alle Bezirke werden gleichberechtigt behandelt (Quelle).
- Die AfD und BFF-BIG stimmten als einzige Fraktionen gegen die Mittelerhöhung für den Gasleuchten-Rückbau (Quelle).