Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der Verursacher
Strassenzuordnung nur automatisch
und dadurch werden alle gefundenen
Strassenabschnitte als Punkte angezeigt.
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängiges Bürgerprojekt seit 2010. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Verkehr und Straße verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 08.12.2008, B 824
Betreff: Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der Verursacher Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 11.09.2008, § 4510 - OA 489 OBR 6, l. B 398/08 - Zwischenbericht: Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) hat die bis 1998 in Sindlingen in der Küferstraße 7 (am Bunker) betriebene kontinuierlich messende Luftmessstation im Januar 2008 reaktiviert. Es soll die Luftqualität für etwa zwei Jahre dokumentiert werden. Die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2008 liegen inzwischen vor und werden nachfolgend vorgestellt (Quelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz (2008): Überwachung der Luftqualität Luftmessstation Frankfurt-Sindlingen Halbjahrsbericht des HLUG). Folgende Luftschadstoffe werden an der Messstation gemessen: Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO2), Benzol (C6H6) und Schwefeldioxid (SO2). Zusätzlich wurde ein Staubprobennahmegerät aufgestellt, um eine regelmäßige Analyse der Schwermetallgehalte im Schwebstaub vornehmen zu können. Unter Schwebstaub versteht man in Abgrenzung zu groben Partikeln des Staubniederschlags die Aerosolkomponente der in der Luft vorhandenen Partikel. Die Jahresdatensätze zum Vergleich mit den EG-Grenzwerten begannen am
- Januar 2008 und gleichzeitig wurde die Luftmessstation in die aktuelle Berichterstattung des HLUG aufgenommen. Die Messdaten werden seitdem über die Medien Internet (www.hlug.de) und Videotext (Hessentext, Tafeln 178-182) veröffentlicht und im Stundenrhythmus aktualisiert. Somit wird interessierten Bürgerinnen und Bürgern jederzeit ein Überblick über die lufthygienische Situation vor Ort und im Vergleich mit benachbarten Messstationen ermöglicht. Die Schwermetallgehalte im Schwebstaub werden anhand von Laboranalysen ermittelt. Daher liegen sie erst mit einem entsprechenden Zeitverzug vor und können nicht online im Internet veröffentlicht werden. Die Immissionskonzentrationen werden mit Hilfe der Grenzwerte aus der
- Verordnung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) beurteilt. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass sich die Grenzwerte jeweils auf ein Jahr beziehen, in diesem Messbericht aber erst Ergebnisse von einem halben Messjahr zur Verfügung stehen. Tabelle 3: Grenzwerte nach der
- Verordnung zum BImSchG Komponente Kenngröße Grenzwerte in μg/m3 einzuhalten Feinstaub 24-h-Wert Jahresmittelwert 50 (35-mal) 40 seit 2005 seit 2005 Benzol Jahresmittelwert 5 ab 2010 Stickstoffdioxid 1-h-Wert Jahresmittelwert 200 (18-mal) 40 ab 2010 ab 2010 Schwefeldioxid Jahresmittelwert 20 seit 2005 Halbjahresauswertung zum Berichtszeitraum Januar bis Juni 2008 Die Auswertung des Halbjahresdatensatzes der Station Ffm-Sindlingen (Wohnbezirk, industrienah) wird mit denen der folgenden Messstationen verglichen: - Ffm-Höchst (Industrieeinfluss, verkehrsnah) am Bahnhof Höchst - Ffm-Ost (Industrieeinfluss, verkehrsnah) in der Hanauer Landstraße - Raunheim (Wohnbezirk) - Ffm-Friedberger-Landstraße (Innenstadt, Straßenschlucht, verkehrsbezogen) Anmerkung: Benzol (C6H6) und Schwefeldioxid (SO2) werden nicht an allen genannten Vergleichsmessstationen gemessen. Tabelle 4: Ergebnisse der Luftmessungen im Zeitraum Januar bis Juni 2008 - Halbjahresmittelwerte in μg/m3 gemessene Luftschadstoffe Ffm-Sindlingen Ffm- Höchst Ffm- Ost Ffm- Friedberger Landstraße Raunheim Feinstaub - PM10 21 21 22 28 19 Stickstoffdioxid - NO2 35 47 37 62 33 Benzol - C6H6 1,4 1,8 Schwefeldioxid - S02 5 5 6 (Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, 2008) Feinstaub (PM10) Die Partikelfraktion PM10 fasst die Teilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser bis 10 μm zusammen. Der Mittelwert (01/08 bis 06/08) für die Komponente Feinstaub (PM10) liegt mit 21 μg/m3 in Ffm-Sindlingen in der gleichen Größenordnung wie an den Stationen Ffm-Höchst (21 μg/m3), Ffm-Ost (22 μg/m3) und Raunheim (19 μg/m3) und erreicht damit nur 50 % des Grenzwertes. An der verkehrsbezogenen Station Ffm-Friedberger-Landstraße liegt der Mittelwert mit 28 μg/m3 um 7 μg/m3 höher und schöpft den PM10-Grenzwert von 40 μg/m3 zu 75 % aus. Die Anzahl der Überschreitungen des PM10-Tagesmittelwertes von 50 μg/m3 ist an der Station Sindlingen mit 4 ähnlich niedrig wie an den Stationen Ffm-Höchst (5), Ffm-Ost (4) und Raunheim (3). Wiederum liegt die verkehrsbezogene Station Ffm-Friedberger-Landstraße mit 14 Überschreitungen wesentlich höher. Stickstoffdioxid (NO2) Der Mittelwert (01/08 bis 06/08) für die Komponente Stickstoffdioxid (NO2) liegt mit 35 μg/m3 in Ffm-Sindlingen in der gleichen Größenordnung wie an den Stationen Ffm-Ost (37 μg/m3) und Raunheim (33 μg/m3) und erreicht damit etwa 80 % des Grenzwertes. An den beiden Stationen Ffm-Höchst (47 μg/m3) und Ffm-Friedberger-Landstr. (62 μg/m3) wird der NO2-Grenzwert von 40 μg/m3, der ab 2010 gilt, momentan überschritten. Benzol (C6H6) Der Mittelwert (01/08 bis 06/08) für die Komponente Benzol (C6H6) liegt mit 1,4 μg/m3 in Sindlingen niedriger aber in ähnlicher Größenordnung wie an der Station Ffm-Friedberger-Landstraße (1,8 μg/m3). Beide Werte liegen deutlich unter dem ab 2010 gültigen Benzolgrenzwert von 5 μg/m3. Schwefeldioxid (SO2) Der Mittelwert (01/08 bis 06/08) für die Komponente Schwefeldioxid (SO2) liegt mit 5 μg/m3 in Sindlingen in der gleichen Größenordnung wie an den Stationen Ffm-Höchst (5 μg/m3) und Raunheim (6 μg/m3). Das SO2-Niveau liegt im Ballungsraum so niedrig, dass der SO2-Grenzwert von 20 μg/m3, der für Ökosysteme festgelegt ist, nur zu 25% ausgeschöpft wird. In Ffm-Sindlingen sind hin und wieder erhöhte SO2-Tagesmittelwerte zu beobachten, deren Auftreten aber so selten ist, dass es sich nicht im Betrag des Mittelwertes bemerkbar macht. Schwermetallgehalte im Schwebstaub Für die ergänzend durchgeführten Messungen der Schwermetalle als Bestandteile des PM10-Feinstaubes wurden an der Station Sindlingen im ersten Halbjahr 2008 folgende Ergebnisse (Halbjahresmittelwerte) festgestellt: Tabelle 5: Schwermetalle im PM10-Feinstaub (Halbjahresmittelwerte 2008) einschließlich Grenz- und Zielwerte nach der
- Verordnung zum BImSchG Metall Messwert Grenzwert Zielwert Arsen 1,2 ng/m3 6 ng/m3 Cadmium 0,2 ng/m3 5 ng/m3 Nickel 1,0 ng/m3 20 ng/m3 Blei 6,4 ng/m3 500 ng/m3 (Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, 2008) Der Vergleich der Messergebnisse mit den vorgegebenen Grenz- und Zielwerten zeigt, dass diese Beurteilungswerte bisher deutlich unterschritten werden. Die Auswertung für das erste Halbjahr 2008 zeigt, dass an der Station Ffm-Sindlingen alle gemessenen Luftschadstoffkomponenten nicht kritisch in Bezug auf die jeweiligen Grenz- und Zielwerte sind. Die Größenordnung des Luftschadstoffniveaus ist ähnlich wie an den anderen Stationen im Ballungsraum: Ffm-Höchst, Ffm-Ost (Hanauer Landstraße) und Raunheim. Wie erwartet, liegt das Niveau für PM10 und NO2 an der verkehrsbezogenen Station Ffm-Friedberger-Landstraße deutlich höher, da die Station - den Vorgaben der
- BImSchV entsprechend - direkt am Straßenrand platziert ist. Bei dieser Beurteilung ist zu beachten, dass die Grenzwerte auf das Messwertekollektiv eines Kalenderjahres (Januar bis Dezember) anzuwenden sind, sodass hier nur ein Zwischenergebnis vorliegt. Da die Anreicherung von Luftschadstoffkonzentrationen auch wesentlich von den meteorologischen Gegebenheiten abhängt, kann sich die lufthygienische Situation in den weiteren Monaten der Messung anders darstellen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 30. Juli 2007OFOF 551/6Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter WestenOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 18. September 2007OAOA 489Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der VerursacherAnregung
- 8. Februar 2008BB 88Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der VerursacherMagistratsbericht
- 30. Juni 2008BB 398Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der VerursacherMagistratsbericht
- 8. Dezember 2008Sie sind hierBB 824Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der VerursacherMagistratsbericht
- 13. Januar 2009AA 785Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe 2008STVV-Anfrage · FAG
- 16. März 2009BB 171Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe 2008Magistratsbericht
- 29. Mai 2009BB 448Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der VerursacherMagistratsbericht
- 30. November 2009BB 971Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der VerursacherMagistratsbericht
- 7. Mai 2010BB 281Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der VerursacherMagistratsbericht
- 18. März 2011Antwort des Magistrats · nach 190 WochenBB 163Gesamtbelastungsanalyse der Luftschadstoffe im Frankfurter Westen und Ermittlung der VerursacherMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf5 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Annahme bei Enthaltung GRÜNE und LINKE.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD und FDP gegen LINKE. und ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF