Zukunft der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bockenheim
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Zusammenfassung
Der Ortsbeirat beantragt eine Prüfung und Berichterstattung über die Zukunft der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bockenheim. Ziel ist es, die Förderpraxis zu verbessern und die Angebote für Kinder und Jugendliche zu sichern, insbesondere in Anbetracht der finanziellen Herausforderungen der Stadt.
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Der Ortsbeirat möge beschließen: Der Magistrat wird gebeten zu prüfen und zu berichten Eine Arbeitsgruppe des Jugendhilfeausschusses (Kinder- und Jugendförderung) beschäftigt sich z. Zt. mit der Weiterentwicklung der Förderpraxis im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Frankfurt. In diesem Zusammenhang ergeben sich folgende Fragen:
- Initiativgruppen (wie das JUZ Bockenheim, das Kinderhaus Am Weingarten und Café Lichtblick) und andere freie Träger unterliegen unterschiedlichen Förderbedingungen.
- a)Wie stellt sich die derzeitige Förderung im Einzelnen dar (Personal-, Sachkosten)?
- b)Wird - unter Berücksichtigung der Kompetenzen des Jugendhilfeausschusses - eine Vereinheitlichung der finanziellen Förderung angestrebt, ohne dass die Neuordnung mit finanziellen Verlusten für einzelne Einrichtungen verbunden wäre?
- Nach Stellungnahme des Magistrats (ST 1159/2020) erfolgt aus "zuwendungstechnischen" Gründen keine kostendeckende vollständige Förderung.
- a)Aus welchen Einnahmen bestreiten kleine Initiativgruppen ihren Eigenanteil?
- b)Welche Drittmittel können Initiativgruppen beanspruchen?
- In den letzten Jahren wurde die schulische Nachmittagsbetreuung erheblich ausgeweitet.
- a)Wie erfolgt zwischen dem Stadtschulamt (zuständig für schulbezogene Kinder- und Jugendarbeit) und dem Jugendamt (zuständig für die offene Kinder- und Jugendarbeit) die Abstimmung über den künftigen Bedarf an Betreuungsangeboten im jeweiligen Stadtteil im Rahmen der Jugendhilfeplanung?
- b)In welchem Umfang sollen Angebote der offenen Arbeit aus pädagogischen Gründen erhalten bleiben?
- c)Könnte die Weiterführung der Angebote durch Übernahme von Aufgaben aus dem Leistungskatalog des SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) gesichert werden?
- Ist im Hinblick auf die absehbar schwieriger werdende Haushaltslage der Stadt Frankfurt am Main für die Haushaltsjahre 2021 und 2022 mit Einschränkungen bei der Förderung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bockenheim zu rechnen?
Begründung
Bis zur Kommunalwahl 1989 war das Angebot an Kindertagesstätten in Frankfurt beschränkt. Neben der in Krippen, Kindergärten und Horten (in der Alternativszene Krabbelstuben, Kinder- und Schülerläden) geleisteten Betreuung hatte die offene Knder- und Jugendarbeit zumindest in den studentisch geprägten Stadtteilen wie Bockenheim eine wichtige Funktion für Familien, die aus unterschiedlichen Gründen - teils kultureller bzw. finanzieller Art, aber auch aus dem Wunsch nach einer anderen Pädagogik - keinen Zugang zu organisierten Betreuungsangeboten hatten oder haben wollten. Die nach 1989 erfolgte Institutionalisierung der Kinderbetreuung, insbesondere der zahlreichen Pädagogen- und Elterninitiativen, ging langfristig zu Lasten der offenen Arbeit, was ursprünglich nicht beabsichtigt war. Spätestens mit der Durchsetzung des individuellen Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz wurden sämtliche Angebote "professionalisiert" (auch durch Ausschluss nicht einschlägig ausgebildeter Kräfte). Auch die Veränderung der Sozialstruktur in den früheren Alternativstadtteilen durch fortschreitende Gentrifizierung hatte tiefgreifende Veränderungen zur Folge. Während in vielen Einrichtungen Eltern früher engagiert mitgearbeitet hatten (oft einschl. der Essensversorgung und der Reinigungsarbeiten) wurde Kinderbetreuung mittlerweile zu einer schlichten Dienstleistung. Die Zunahme zuverlässiger schulischer Betreuungsangebote begünstigt diese Entwicklung. Nicht zuletzt der Ausbau des Privatschulwesens und die damit verbundene soziale Entmischung verändert die Szenerie. Wichtige Impulse, die in der Zeit der Studentenbewegung gesetzt wurden, gehen zugunsten durchrationalisierter Prozesse verloren. Es sollte Anliegen des Jugendhilfeausschusses sein, alternative pädagogische Angebote wie Abenteuerspielplätze und Beratungsbüros für Jugendliche auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen zu erhalten, um Kindern und Jugendlichen weiterhin vielfältige Möglichkeiten außerhalb der schulischen Versorgung zu eröffnen. Die Ortsbeiräte haben ein berechtigtes Interesse, hinsichtlich der Planungen zur Kinder- und Jugendarbeit in ihrem Ortsbezirk frühzeitig informiert und auch beteiligt zu werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 16. Juni 2019OFOF 852/2Zukunft der Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit der freien Träger und Initiativgruppen in BockenheimOrtsbeiratsantrag · CDU, SPD, GRÜNE, FDP, LINKE., BFF, Piraten
- 17. Juni 2019OMOM 4775Zukunft der Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit der freien Träger und Initiativgruppen in BockenheimDirektanregung
- 30. September 2019STST 1909Zukunft der Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit der freien Träger und Initiativgruppen in BockenheimStellungnahme
- 2. Januar 2020OFOF 1010/2Produktbereich: 18 Soziales Produktgruppe: 18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes Gleichbehandlung der freien Träger der Offenen Kinder- und JugendarbeitOrtsbeiratsantrag · LINKE.
- 20. Januar 2020EAEA 105Produktbereich: 18 Soziales Produktgruppe: 18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes Gleichbehandlung der freien Träger der offenen Kinder- und JugendarbeitEtatanregung
- 19. Juni 2020STST 1159Gleichbehandlung der freien Träger der offenen Kinder- und JugendarbeitStellungnahme
- 1. Januar 2021Sie sind hierOFOF 1294/2Zukunft der offenen Kinder- und Jugendarbeit in BockenheimOrtsbeiratsantrag · CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., Piraten
- 18. Januar 2021VV 1909Zukunft der offenen Kinder- und Jugendarbeit in BockenheimAnfrage
- 19. April 2021STST 874Zukunft der offenen Kinder- und Jugendarbeit in BockenheimStellungnahme
- 27. Januar 2023OFOF 270/4Freie Träger in der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) - FinanzierungOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 14. Februar 2023VV 607Freie Träger in der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) - FinanzierungAnfrage
- 22. Mai 2023Antwort des Magistrats · nach 205 WochenSTST 1083Freie Träger in der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) - FinanzierungStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme