Den Frankfurt-Pass weiterentwickeln
Zusammenfassung
Der Antrag zielt darauf ab, den Frankfurt-Pass weiterzuentwickeln und zu digitalisieren, um finanzielle Benachteiligungen auszugleichen und den Zugang zu städtischen Angeboten zu verbessern. Dies soll durch eine Evaluation bestehender Angebote und die Prüfung neuer Vergünstigungen sowie digitaler Lösungen geschehen.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird beauftragt:
1. die Angebote des Frankfurt Passes, unter Beteiligung der bisherigen Nutzer*innen, zu evaluieren und dementsprechend fortzuentwickeln sowie zu digitalisieren.
2. Dahingehend soll der Magistrat prüfen und berichten:
2.1 wie (ggf. auch ob) dieser über eine einheitliche digitale Plattform, die Erwerb und Abrechnung gleichermaßen bereitstellt, abgewickelt werden kann sowie eine komfortable Nutzung über eine App für mobile Endgeräte und/oder Scheckkarte sowie digitaler Antragsstellung ermöglicht.
2.2 wie der Frankfurt Pass flexibler gestaltet werden kann, um ihn ggf. mit weiteren Angeboten (z. Bsp. Ferienkarte des Jugend- und Sozialamts, Kultur- und Freizeitticket des Kulturamts, Monats- und Jahreskarten des RMV) zu verbinden und diese - vorzugsweise gesammelt auf einer Karte − erfassen zu können.
2.3 ob weitere, bereits vorhandene oder künftige Vergünstigungen digital in den Frankfurt Pass eingebunden werden könnten. Geprüft werden sollen z. Bsp. Vergünstigungen bei Mitgliedschaft in Vereinen, Zuschüsse bei Kosten für Medikamente oder Verhütungsmittel, kostenfreie Beratung über Energieeinsparung direkt zu Hause, kostenlose Nutzung des ÖPNV Frankfurts etc. (siehe z. Bsp. München Pass).
2.4. ob mit der Erteilung des ALG II automatisch die Berechtigung für einen Frankfurt Pass geprüft werden könnte, da für die Ausstellung von beidem überwiegend die gleichen Dokumente benötigt werden.
2.5 wie schnell und unkompliziert Auskunft an private Anbieter*innen, die auf freiwilliger Basis eine Ermäßigung für Frankfurt Pass-Inhaber*innen gewähren wollen, ermöglicht werden kann.
2.6 wie der Magistrat im Rahmen einer dezernatsübergreifenden Projektgruppe entsprechende Vorschläge erarbeiten kann.
Begründung
Seit Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts hat sich die Stadt Frankfurt auf einen innovativen Weg gemacht, um mit dem Frankfurt Pass auch finanziell benachteiligten Mitbürger*innen den Zugang zu vielfältigen städtischen Angeboten zu ermöglichen. Teilhabe an sozialem, kulturellem, sportlichem und gesellschaftlichem Leben war der Ausgangspunkt und hat auch heute nach wie vor existenzielle Bedeutung. Teilhabe ist ein wichtiger Baustein für eine gerechte Gesellschaft. Ein geringes Einkommen soll nicht dazu führen, dass Bürger*innen unserer Stadt - besonders Familien mit Kindern − bestimmte Angebote nicht wahrnehmen können oder benachteiligt werden. Der Frankfurt Pass soll diese Bürger*innen unterstützen. Gesellschaftliche Entwicklungen, inhaltliche Veränderungen technische Innovationen und nicht zuletzt Angebote wie das Bildungs- und Teilhabepaket haben das Umfeld des Frankfurt Passes erheblich verändert und schaffen neue Rahmenbedingungen. Deshalb ist es nötig, den Frankfurt Pass einer gründlichen Neubetrachtung zu unterziehen und für die Zukunft attraktiv zu gestalten und weiterzuentwickeln. Dabei sollen wichtige neue Aspekte Berücksichtigung finden: Die Nutzung soll frei von Diskriminierung und Stigmatisierung sein, die Zusammenführung städtischer Angebote aber auch interessierter Dritter soll möglich sein, eine zeitgemäße digitale Nutzbarkeit wird ermöglicht. Des Weiteren sollen auch private Anbieter*innen auf freiwilliger Basis die Möglichkeit erhalten, über den Frankfurt Pass Vergünstigungen anzubieten. Dies scheitert häufig an den fehlenden Informationen (bspw. Legitimierungsprozess, digitaler Ausweis, Anzahl der Frankfurt Pass-Inhaber*innen) und weniger am Willen der Anbieter*innen. Es wird geprüft, inwieweit privaten Anbieter*innen - unter Beachtung des Datenschutzes - die wesentlichen Informationen zugänglich gemacht werden können.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 2. Mai 2022 brachten GRÜNE, SPD, FDP, Volt diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 4 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Der Magistrat antwortete am 9. September 2022 mit dem Bericht B 329. Zwischen Einbringung und Antwort vergingen rund 19 Wochen.
Weitere Vorlagen in diesem Verfahren
- BFolgeB 330 — Schaffung eines Seniorenpasses in Frankfurt · Magistratsbericht
- BFolgeB 331 — Schaffung eines Seniorenpasses in Frankfurt · Magistratsbericht
- BFolgeB 415 — Den Frankfurt-Pass weiterentwickeln · Magistratsbericht
- BFolgeB 152 — Den Frankfurt-Pass weiterentwickeln · Magistratsbericht
- BFolgeB 428 — Den Frankfurt-Pass weiterentwickeln · Magistratsbericht
- BFolgeB 91 — Den Frankfurt-Pass weiterentwickeln · Magistratsbericht
- BFolgeB 295 — Den Frankfurt-Pass weiterentwickeln · Magistratsbericht
- BFolgeB 421 — Den Frankfurt-Pass weiter entwickeln · Magistratsbericht
- BFolgeB 138 — Den Frankfurt-Pass weiter entwickeln · Magistratsbericht
- BFolgeB 265 — Den Frankfurt-Pass weiter entwickeln · Magistratsbericht
- BFolgeB 432 — Den Frankfurt-Pass weiter entwickeln · Magistratsbericht
- BFolgeB 121 — Den Frankfurt-Pass weiter entwickeln · Magistratsbericht
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, AfD und Volt gegen CDU und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung) Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, AfD und Volt gegen CDU und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) sowie LINKE. und ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, AfD, Volt und FRAKTION gegen CDU, BFF-BIG und Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung) sowie LINKE. und ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt und FRAKTION