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Fragen zu einer Schiffsanlegestelle in Höchst

Vorlagentyp: STMagistrat
115 Wochen bis zur Antwort10 Stationen im Verfahren

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Inhalt

Stellungnahme des Magistrats vom 20.01.2017, ST 205

Betreff: Fragen zu einer Schiffsanlegestelle in Höchst Die Fragen des Ortsbeirats 06 beantworten wir wie folgt:

  1. Ist das Mainufer zum Anlegen für Tourismusschiffe geeignet? Wenn ja, für wie viele Schiffe welcher Länge und Höhe (über dem Kai)? Ja. Die Wassertiefe beträgt nach der Sanierung der Spundwand 2,20 Meter, sodass Flusskreuzfahrtschiffe mit einem durchschnittlichen Tiefgang von etwa 1,60 Meter anlegen können. Im Durchschnitt sind Hotelschiffe sechs Meter hoch und ragen deshalb etwa vier Meter über den Kai heraus. Derzeit sind Hotelschiffe bis zu 135 Meter lang. Daher bietet die Schiffsanlegestelle Höchst Platz für bis zu zwei Hotelschiffsliegeplätze.
  2. Welche Passagierzahl ist zu erwarten? Hierzu können wir keine Angaben machen. Vielmehr müssen im Vorfeld unter anderem Art und Umfang der Schiffstouren sowie die Reichweite der Werbung für diese Touren ermittelt werden. Diese Schätzung obliegt den einzelnen Schifffahrtsgesellschaften.
  3. Welche baulichen Maßnahmen sind für den Ausbau zu einem Flusskreuzfahrtkai erforderlich? Zwingend erforderlich wäre es, Anlegemöglichkeiten für die Flusskreuzfahrtschiffe zu schaffen. Ein Schiff wird in der Regel von drei Pollern gehalten. Da mehrere Schiffe an einem Poller befestigt werden können, sind mindestens zwei Poller pro Schiff nötig. Die Kaimauer bietet Platz für bis zu zwei Flusskreuzfahrtschiffe, für die fünf Festmachpoller installiert werden müssten. Weitere mögliche bauliche Maßnahmen wären eine Landstromversorgung für jeden Liegeplatz sowie Zufahrts- und Parkmöglichkeiten. Diese wären jedoch optional und nicht zwingend erforderlich. Siehe hierzu die Antwort auf Frage 9.
  4. Kann die Sanierung des Mainufers davon unabhängig durchgeführt werden oder sind dadurch Planungsänderungen notwendig? Bei den Pollern handelt es sich um bauliche Konstruktionen, die nicht mit der Spundwand verbunden sind. Deshalb besteht die Möglichkeit, den Anleger erst nach der Sanierung einzurichten, ohne dass die Kosten für die Spundwandarbeiten oder die Installation der Liegeplätze steigen. Die aktuelle Sanierungsplanung bleibt davon ebenfalls weitgehend unberührt. Zusätzliche Kosten entstehen möglicherweise im Falle der Nachrüstung in Bezug auf die Uferbebauung, zum Beispiel bei der Wiederherstellung von Bepflanzung und Wegen.
  5. Sind diese terminrelevant? Nein, da keine Planungsänderungen notwendig sind.
  6. Kann ein Flusskreuzfahrtkai problemlos nachgerüstet werden oder welche Maßnahmen sind notwendig? Ja, es kann problemlos nachgerüstet werden (siehe Punkt 4).
  7. Welche Kosten entstehen a. im Falle einer Nachrüstung? Im Falle einer Nachrüstung der Anlegestellen könnten zusätzliche Kosten in relativ geringem Umfang bei der Wiederherstellung der Uferbebauung entstehen. b. bei Ausführung im Rahmen einer Sanierung? Ein Poller kostet zwischen 45.000 und 55.000 Euro. Es werden für zwei Liegeplätze fünf Poller benötigt. Die Kosten für die Landstromversorgung und die Verkehrsmaßnahmen am Ufer müssen von anderer Stelle beziffert werden.
  8. Ist dabei berücksichtigt, dass die Uferwand drei Meter tiefer in den Main gebaut wird und gegenüber dem Bootsbau Speck liegt - oder ist hier mit gegenseitigen Behinderungen zu rechnen? Bootsbau Speck befindet sich auf der anderen Seite der Fahrrinne. Eine Behinderung ist daher nicht zu erwarten. Ob eine zusätzliche Nutzung des Uferbereichs durch Liegeplätze von Flusskreuzfahrtschiffen an dieser Stelle die Schifffahrt behindern würde oder genehmigungsfähig ist, muss das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg (WSA) prüfen und beurteilen. Das WSA würde eine entsprechende Genehmigung erteilen.
  9. Welcher Zuliefer- und Versorgungsverkehr ist zu erwarten? Verkehr entsteht bei der Anlieferung von Verpflegung, der Entsorgung von Müll und im Rahmen des Auspumpens von Schmutzwassertanks. Zudem werden Schiffsgäste bspw. mit dem Taxi an die Anlegestelle gefahren oder von dort abgeholt. Diese Nutzungen sind an den Anlegestellen für Hotelschiffe in der Innenstadt nicht möglich, werden jedoch von den Reedereien nachgefragt. Es wäre aus unserer Sicht daher günstig, Zuliefer- und Versorgungsverkehr in Höchst zu ermöglichen.
  10. Können Busse die Passagiere dort bringen, abholen und anschließend wenden? Wir empfehlen, dass Busse dort nicht anfahren sollten, da die Areale nicht für diese Belastung ausgelegt sind.
  11. Ist ein solcher Verkehr genehmigungspflichtig und genehmigungsfähig? Aufgrund der oben aufgeführten Stellungnahme (siehe Frage 10) entfällt die Beantwortung dieser Frage.
  12. Ist ein Stromanschluss für anlegende Schiffe möglich, damit keine Dieselabgase die Luft verunreinigen, und kann diese Nutzung vorgeschrieben werden? Es ist voraussichtlich technisch möglich, einen Stromanschluss mittels Unterflurelektranten zu realisieren. Jedoch muss die Zuständigkeit von Bereitstellung, Wartung sowie ggf. einem Rund-um-die-Uhr-Betrieb innerhalb der Stadtverwaltung geklärt werden. Die Art der Ausführung orientiert sich an dem Auslastungsgrad der umliegenden Stromkabel und der gesamten Landstrominfrastruktur. Für Flusskreuzfahrtschiffe wird eine Stromstärke von mindestens 400 Ampere pro Liegeplatz empfohlen, optimal und zukunftssicher sind 800 Ampere. Einen Standard für Landstromsysteme und -kästen gibt es bisher noch nicht. Eine EU-Norm befindet sich derzeit in der Entwicklung und wird noch einige Zeit bis zur Verabschiedung benötigen. Es ist zu beachten, dass die Flusskreuzfahrtschiffe ebenfalls mit den entsprechenden Anschlüssen ausgestattet sein müssen. Sollte die Nutzung der Landstromversorgung durch den Anbieter der Liegeplätze vorgeschrieben werden, muss der Strom unterbrechungsfrei zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist es erforderlich, die angestrebte verbindliche Nutzung im Vorfeld rechtlich zu prüfen.
  13. Wer müsste diesen Stromanschluss dort vorsehen, und welche Kosten entstehen dadurch? Der regionale Energieversorger Mainova würde dort voraussichtlich den Stromanschluss vorsehen. Dieser beantwortet auch die Kostenfrage.
  14. Ist mit Beeinträchtigungen der Freizeitqualitäten, wie der Aussicht am Ufer, z. B. am Sommergarten "Schiffsmeldestelle" zu rechnen? Da sich das Ufer lediglich zwei Meter über dem hydrostatischen Stauspiegel befindet, ragen die Flussfahrtkreuzschiffe etwa vier Meter hoch über den Kai hinaus. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Aussicht vom Ufer aus beeinträchtigt wird.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 13. September 2016OFOF 192/6Fragen zu einer Schiffsanlegestelle in HöchstOrtsbeiratsantrag · SPD
  2. 4. Oktober 2016VV 166Fragen zu einer Schiffsanlegestelle in HöchstAnfrage
  3. 20. Januar 2017Sie sind hier
    STST 205Fragen zu einer Schiffsanlegestelle in Höchst
    Stellungnahme
  4. 12. Oktober 2017OFOF 511/6Schiffsanlegestelle in HöchstOrtsbeiratsantrag · fraktionslos
  5. 7. November 2017VV 650Schiffsanlegestelle in HöchstAnfrage
  6. 19. Februar 2018STST 348Schiffsanlegestelle in HöchstStellungnahme
  7. 19. Mai 2018OFOF 700/6Hotelschiffsanlegestelle am Höchster MainuferOrtsbeiratsantrag · fraktionslos
  8. 27. Juli 2018OFOF 761/6Hotelschiffsanlegestelle am Höchster MainuferOrtsbeiratsantrag · fraktionslos
  9. 7. August 2018OMOM 3394Hotelschiffsanlegestelle am Höchster MainuferDirektanregung
  10. 26. November 2018Antwort des Magistrats · nach 115 WochenSTST 2226Hotelschiffsanlegestelle am Höchster MainuferStellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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Ortsbeiratssitzung
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