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Unhaltbare Zustände im Bahnhofsviertel - wann handelt der Magistrat endlich?

Vorlagentyp: NRSPD
27 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren9 Sitzungen
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Begründung

wann handelt der Magistrat endlich? Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit Landesregierung, Polizei, Staatsanwaltschaft und Deutscher Bahn AG die nachfolgenden Forderungen der Interessengemeinschaft "Treffpunkt Bahnhofsviertel" umzusetzen: - Unterbindung des offenen Drogenhandels (insbesondere im Bereich Taunusstraße) - Unterbindung der organisierten Bettelei - Einschränkung der Spielhallenbetriebe/Wettbüros - Einrichtung einer speziellen Arbeitsgruppe bei der Staatsanwaltschaft für alle Delikte aus dem Bahnhofsviertel, mit ausreichender personeller Ausstattung - Ständiger Polizeiposten im Kaisersack - Feste räumliche Anlaufstelle für die Einsatzkräfte direkt im Viertel - Einrichtung eines Koordinators für alle polizeilichen Belange im Viertel - Öffentliche Toiletten und Pissoirs - Umbau Karlsplatz - Neues Beleuchtungskonzept - Hilfsangebot für Alkoholiker im Viertel - Nächtliche Öffnung der Drogenhilfeeinrichtungen - Zentrale Koordinierungsstelle Bahnhofsviertel für alle Verwaltungsbereiche - Zusätzliche Nassreinigungen an Brennpunkten im Sommer, auch auf dem Bahnhofsvorplatz - Graffiti-Entfernung und Grundreinigung aller Zugängen zur B-Ebene entlang der Straße "Am Hauptbahnhof" - Erneuerung der Hinweisbeschilderungen an allen Zugängen zur B-Ebene entlang der Straße "Am Hauptbahnhof" Begründung: In den letzten Jahren hat sich die Sicherheitslage im Bahnhofsviertel deutlich verschlechtert und die Auswüchse der Drogenszene wurden zu einer immer größeren Belastung für die Bewohner/innen und Geschäftsleute im Viertel; dazu kamen in letzter Zeit die massive Zunahme von illegaler Straßenprostitution und organisierter Bettelei. Trotz eines von 84 Personen im März 2012 unterschriebenen "Offenen Briefs" ist auch danach keine dauerhafte Verbesserung eingetreten. Die SPD-Fraktionen im Römer und im Ortsbeirat 1 haben seither wiederholt mit Anfragen und Anträgen auf diese Mißstände hingewiesen und Verbesserungsvorschläge gemacht. Die Reaktion des Magistrats bestand meist aus Ablehnung, Verharmlosung und Schönfärberei. So wurde beispielsweise die jetzt erneut geforderte Polizeiwache im "Kaisersack" bereits im Sommer 2012 von der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 1 beantragt (OF219/1) und vom Magistrat als "nicht sinnvoll" abgelehnt. In der vergangenen Woche berichtete die BILD Zeitung in einer sechsteiligen Serie über das Bahnhofsviertel ("Das Bahnhofsviertel im Würgegriff von Drogen, Alkohol, Bettelei und Straßenstrich") und fand verheerende Zustände vor, wie sie auch der SPD-Fraktion im Römer bei einer Begehung im Frühjahr begegneten. Der Präsident des Gewerbevereins im Bahnhofsviertel, Oskar Mahler, und der langjährige Leiter der "Stabstelle Sauberes Frankfurt", Peter Postleb, richteten im Namen des Gewerbevereins "Treffpunkt Bahnhofsviertel" einen dramatischen Hilferuf an die politisch Verantwortlichen und stellten den oben aufgeführten Forderungskatalog auf. Beide Männer sind nicht als "Hitzköpfe" bekannt, sondern ausgewiesene Kenner des Viertels und dort aufgrund ihres großen und langjährigen Engagement s anerkannt und beliebt. Zurecht stellen sie fest: "Unser Stadtteil ist prägend für das Erscheinungsbild von Frankfurt am Main und wir können einer unserer wichtigsten Aufgaben, nämlich auf nur 0,5% des Stadtgebietes 20% der Frankfurter Hotelgäste zu beherbergen, erst dann wieder imagefördernd gerecht werden, wenn der Drogenhandel, die illegale Prostitution und die aggressive organisierte Bettelei aus unseren Straßen verschwinden und ausreichend Pissoirs installiert sind. Nur, wenn die Stadt Frankfurt und das Land Hessen gemeinsam die bedrohlichen Missstände angehen, ist es möglich, hier weiter erfolgreich zu arbeiten und seriöse Geschäfte zu betreiben." Auch die Frankfurter Rundschau berichtete am 6.12.2014 ("Schlimme Zustände") darüber. Um es ganz klar zu sagen: Es geht nicht um eine Vertreibung der Drogenkranken und schon gar nicht um eine Schließung der Drogenhilfseinrichtungen im Bahnhofsviertel. Der vorliegende Antrag fordert daher keinesfalls eine Beendigung des "Frankfurter Wegs" in der Drogenbekämpfung, der aus einem Gleichgewicht polizeilicher Repressionsmaßnahmen auf der einen Seite und Hilfsangeboten (Druckräume, Methadonvergabe etc.) auf der anderen Seite besteht. Vielmehr geht es um eine Neujustierung dieses aus der Balance geratenen Gleichgewichts und um konkrete und schnelle Hilfe für die Anwohner/innen und Geschäftsleute im Viertel, aber auch für Besucher/innen des Viertels und Touristen/innen.

Inhalt

Antrag vom 10.12.2014, NR 1087

Betreff: Unhaltbare Zustände im Bahnhofsviertel - wann handelt der Magistrat endlich? Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit Landesregierung, Polizei, Staatsanwaltschaft und Deutscher Bahn AG die nachfolgenden Forderungen der Interessengemeinschaft "Treffpunkt Bahnhofsviertel" umzusetzen: - Unterbindung des offenen Drogenhandels (insbesondere im Bereich Taunusstraße) - Unterbindung der organisierten Bettelei - Einschränkung der Spielhallenbetriebe/Wettbüros - Einrichtung einer speziellen Arbeitsgruppe bei der Staatsanwaltschaft für alle Delikte aus dem Bahnhofsviertel, mit ausreichender personeller Ausstattung - Ständiger Polizeiposten im Kaisersack - Feste räumliche Anlaufstelle für die Einsatzkräfte direkt im Viertel - Einrichtung eines Koordinators für alle polizeilichen Belange im Viertel - Öffentliche Toiletten und Pissoirs - Umbau Karlsplatz - Neues Beleuchtungskonzept - Hilfsangebot für Alkoholiker im Viertel - Nächtliche Öffnung der Drogenhilfeeinrichtungen - Zentrale Koordinierungsstelle Bahnhofsviertel für alle Verwaltungsbereiche - Zusätzliche Nassreinigungen an Brennpunkten im Sommer, auch auf dem Bahnhofsvorplatz - Graffiti-Entfernung und Grundreinigung aller Zugängen zur B-Ebene entlang der Straße "Am Hauptbahnhof" - Erneuerung der Hinweisbeschilderungen an allen Zugängen zur B-Ebene entlang der Straße "Am Hauptbahnhof"

Begründung: In den letzten Jahren hat sich die Sicherheitslage im Bahnhofsviertel deutlich verschlechtert und die Auswüchse der Drogenszene wurden zu einer immer größeren Belastung für die Bewohner/innen und Geschäftsleute im Viertel; dazu kamen in letzter Zeit die massive Zunahme von illegaler Straßenprostitution und organisierter Bettelei. Trotz eines von 84 Personen im März 2012 unterschriebenen "Offenen Briefs" ist auch danach keine dauerhafte Verbesserung eingetreten. Die SPD-Fraktionen im Römer und im Ortsbeirat 1 haben seither wiederholt mit Anfragen und Anträgen auf diese Mißstände hingewiesen und Verbesserungsvorschläge gemacht. Die Reaktion des Magistrats bestand meist aus Ablehnung, Verharmlosung und Schönfärberei. So wurde beispielsweise die jetzt erneut geforderte Polizeiwache im "Kaisersack" bereits im Sommer 2012 von der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 1 beantragt (OF219/1) und vom Magistrat als "nicht sinnvoll" abgelehnt. In der vergangenen Woche berichtete die BILD Zeitung in einer sechsteiligen Serie über das Bahnhofsviertel ("Das Bahnhofsviertel im Würgegriff von Drogen, Alkohol, Bettelei und Straßenstrich") und fand verheerende Zustände vor, wie sie auch der SPD-Fraktion im Römer bei einer Begehung im Frühjahr begegneten. Der Präsident des Gewerbevereins im Bahnhofsviertel, Oskar Mahler, und der langjährige Leiter der "Stabstelle Sauberes Frankfurt", Peter Postleb, richteten im Namen des Gewerbevereins "Treffpunkt Bahnhofsviertel" einen dramatischen Hilferuf an die politisch Verantwortlichen und stellten den oben aufgeführten Forderungskatalog auf. Beide Männer sind nicht als "Hitzköpfe" bekannt, sondern ausgewiesene Kenner des Viertels und dort aufgrund ihres großen und langjährigen Engagement s anerkannt und beliebt. Zurecht stellen sie fest: "Unser Stadtteil ist prägend für das Erscheinungsbild von Frankfurt am Main und wir können einer unserer wichtigsten Aufgaben, nämlich auf nur 0,5% des Stadtgebietes 20% der Frankfurter Hotelgäste zu beherbergen, erst dann wieder imagefördernd gerecht werden, wenn der Drogenhandel, die illegale Prostitution und die aggressive organisierte Bettelei aus unseren Straßen verschwinden und ausreichend Pissoirs installiert sind. Nur, wenn die Stadt Frankfurt und das Land Hessen gemeinsam die bedrohlichen Missstände angehen, ist es möglich, hier weiter erfolgreich zu arbeiten und seriöse Geschäfte zu betreiben." Auch die Frankfurter Rundschau berichtete am 6.12.2014 ("Schlimme Zustände") darüber. Um es ganz klar zu sagen: Es geht nicht um eine Vertreibung der Drogenkranken und schon gar nicht um eine Schließung der Drogenhilfseinrichtungen im Bahnhofsviertel. Der vorliegende Antrag fordert daher keinesfalls eine Beendigung des "Frankfurter Wegs" in der Drogenbekämpfung, der aus einem Gleichgewicht polizeilicher Repressionsmaßnahmen auf der einen Seite und Hilfsangeboten (Druckräume, Methadonvergabe etc.) auf der anderen Seite besteht. Vielmehr geht es um eine Neujustierung dieses aus der Balance geratenen Gleichgewichts und um konkrete und schnelle Hilfe für die Anwohner/innen und Geschäftsleute im Viertel, aber auch für Besucher/innen des Viertels und Touristen/innen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 10. Dezember 2014Sie sind hier
    NRNR 1087Unhaltbare Zustände im Bahnhofsviertel - wann handelt der Magistrat endlich?
    STVV-Antrag · SPD
  2. 19. Juni 2015Antwort des Magistrats · nach 27 WochenBB 239Unhaltbare Zustände im Bahnhofsviertel - wann handelt der Magistrat endlich?Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf9 Beratungen
OBR 1
Sitzung 38 · 20.01.2015
TO I, TOP 25
Beraten
Die Vorlage NR 1087 wird zurückgewiesen.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
5 Grüne2 CDULinkeFreie WählerFDP
Ablehnung:
2 CDUSPD
Enthaltung:
1 Grüne
Abstimmung im Original

Abstimmung: 5 GRÜNE, 2 CDU, LINKE., FREIE WÄHLER und FDP gegen 2 CDU und SPD (= Kenntnis); 1 GRÜNE (= Enthaltung)

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 36 · 22.01.2015
TO I, TOP 12
Beraten
Die Beratung der Vorlage NR 1087 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDPFreie WählerRömer
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER und RÖMER

Ausschusses für Recht, Verwaltung und Sicherheit
Sitzung 36 · 26.01.2015
TO I, TOP 8
Beraten
Die Beratung der Vorlage NR 1087 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDPFreie Wähler
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 38 · 29.01.2015
TO II, TOP 15
Beraten
Die Beratung der Vorlage NR 1087 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDPFreie Wähler
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 37 · 19.02.2015
TO I, TOP 8
Zur Kenntnis
Es dient zur Kenntnis, dass der Ausschuss für Soziales und Gesundheit die Beratung der Vorlage NR 1087 auf den Haupt- und Finanzausschuss delegiert hat.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDPFreie Wähler
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER

Ausschusses für Recht, Verwaltung und Sicherheit
Sitzung 37 · 23.02.2015
TO I, TOP 8
Zur Kenntnis
Es dient zur Kenntnis, dass der Ausschuss für Recht, Verwaltung und Sicherheit die Beratung der Vorlage NR 1087 auf den Haupt- und Finanzausschuss delegiert hat.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDP
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE. und FDP

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 38 · 24.02.2015
TO I, TOP 40
Beraten
Die Vorlage NR 1087 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneFDP
Ablehnung:
SPDFreie WählerRömerLinke
Sonstige:
Piraten (Prüfung und Berichterstattung)ÖkoLinX-ARL (Prüfung und Berichterstattung)NPD (Annahme)REP (Annahme)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE und FDP gegen SPD, FREIE WÄHLER und RÖMER (= Annahme) sowie LINKE. (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Piraten und ÖkoLinX-ARL (= Prüfung und Berichterstattung) NPD und REP (= Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 39 · 26.02.2015
TO I, TOP 9
Beraten
Die Vorlage NR 1087 wird auf die Tagesordnung II der nächsten turnusmäßigen Sitzung vertagt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDPFreie WählerRömerPiratenÖkoLinX-ARL
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER, RÖMER, Piraten und ÖkoLinX-ARL

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 40 · 26.03.2015
TO II, TOP 5
Beraten
Die Vorlage NR 1087 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneFDPPiraten
Ablehnung:
SPDFreie WählerRömerNPDREPLinke
Sonstige:
ÖkoLinX-ARL (Prüfung und Berichterstattung)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, FDP und Piraten gegen SPD, FREIE WÄHLER, RÖMER, NPD und REP (= Annahme) sowie LINKE. (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ARL (= Prüfung und Berichterstattung)

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