Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machen
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Bericht des Magistrats vom 19.12.2008, B 858
Betreff: Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machen Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 25.09.2008, § 4675 - NR 511 CDU, NR 596 FDP, OA 705 OBR 3, B 351/08 - Der Magistrat hat entsprechend des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 06.09.2007, § 2466, verschiedene Maßnahmen erarbeitet, um die Wahrnehmung des Hauptfriedhofes in der Öffentlichkeit zu stärken und seine Bedeutung als Ort der Frankfurter Geschichte und wichtiges Zeugnis der Trauerkultur herauszustellen. Im Einzelnen sind zu den Vorschlägen folgende Maßnahmen vorgesehen bzw. bereits veranlasst worden: zu Ziffer 1 a) Der Magistrat erarbeitet und verfolgt im Benehmen mit anderen Institutionen und Verbänden das Konzept, den kulturhistorischen Wert des Hauptfriedhofs zu sichern und zugänglich zu machen. Es dient zur Kenntnis, dass mit einem Magistrats-Beschluss von 2001 die Erhaltung, Instandsetzung und öffentliche Pflege von erhaltenswerten Grabstätten in Frankfurt am Main geregelt ist. Aufgrund dieses Beschlusses wird die Pflege der Grabstätten durch das Grünflächenamt veranlasst und überwacht. Fast alle Gräber werden durch von der Genossenschaft der Friedhofsgärtner eG beauftragte private Friedhofsgärtnereien gärtnerisch gepflegt. Bei einigen wenigen Grabstätten werden die Pflegemaßnahmen durch Angehörige oder private Initiativen durchgeführt. Zu einer der bedeutendsten und damit erhaltenswerten Grabstätten gehört die denkmalgeschützte Gruftenhalle, die vielen namhaften Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern als Begräbnisstätte dient. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten beabsichtigt der Magistrat, zur Sanierung der Gruftenhalle im Haushalt 2009 bzw. im Investitionsprogramm 2009-2012 eine Summe von insgesamt 750.000 EUR bereitzustellen. Der Eingang am Neuen Portal als wichtigster Zugang zum Hauptfriedhof soll grundsaniert und gestalterisch passend zum Ambiente der angrenzenden, denkmalgeschützten Trauerhalle und dem Verwaltungsgebäude aufgewertet werden. Mit den für 2008 zur Verfügung stehenden Planungsmitteln konnte bereits mit der Vorplanung begonnen werden. Zur Aufwertung dieses Eingangsbereiches des Hauptfriedhofs beabsichtigt der Magistrat im Investitionsprogramm 2009-2012 eine Summe von insgesamt 300.000 EUR bereitzustellen. zu Ziffer 1 b) Seit 1997 wurden ca. 160 Patenschaften für künstlerisch oder historisch wertvolle (denkmalgeschützte) Grabmale auf dem Hauptfriedhof von privaten Interessenten übernommen. Seit Beginn der Vergabe von Patenschaftsgrabstätten ist die Anzahl der pro Jahr vergebenen Patenschaften von einer Vergabe bis auf 25 Vergaben (Stand 06.11.08) stetig gestiegen. Für die Übernahme von Patenschaftsgräbern wird jedes Jahr anlässlich des Tags des Friedhofs Werbung im größeren Stil gemacht. Außerdem steht Interessierten ein Handzettel, der die Modalitäten der Übernahme erläutert, zur Verfügung. Auch im Internet gibt es auf der Seite der Stadt Frankfurt am Main einen entsprechenden Hinweis auf Patenschaften. Die Hinweise im Internet sollen überarbeitet und um eine Liste der noch für Patenschaften zur Verfügung stehenden Grabstätten ergänzt werden. Der Magistrat - Grünflächenamt - wird darüber hinaus in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadtgeschichte, dem Denkmalamt und engagierten Privatpersonen einen Flyer zu Grabpatenschaften entwickeln. Die Erarbeitung und Veröffentlichung ist, sofern hierfür die angemeldeten Haushaltsmittel bereitgestellt werden, im Jahr 2009 vorgesehen. Weiterhin ist geplant, die örtliche Kennzeichnung der zu vergebenden Patenschaftsgräber statt mit farbigen Holzpflöcken zukünftig durch kleine farbige Metallschilder mit einem Hinweis auf zu vergebende Patenschaftsgrabstätten und unter Angabe der Telefonnummer der zuständigen Sachbearbeitung zu ersetzen. zu Ziffer 1 c) Das Grünflächenamt wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadtgeschichte, Denkmalamt und engagierten Privatpersonen einen Flyer zur Bedeutung des Hauptfriedhofs entwickeln. Weiterhin werden die vorhandenen örtlichen Kennzeichnungen der Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten ebenfalls durch kleine farbige Metallschilder mit dem Hinweis "Grabstätte einer bedeutenden Persönlichkeit" ersetzt. Die Erarbeitung und Veröffentlichung des Flyers und die Kennzeichnungsschilder sind, sofern die hierfür angemeldeten Haushaltsmittel bereitgestellt werden, im Jahr 2009 vorgesehen. Der Magistrat beabsichtigt des Weiteren ein Buch zur Geschichte und Bedeutung des Hauptfriedhofes zu entwickeln, das zusammen mit dem "Ausstellungsgelände Hauptfriedhof" eine dauerhafte Ausstellung bildet. In diese Konzeption des Hauptfriedhofs als Stätte der Frankfurter Geschichte und Trauerkultur soll auch das Thema Grabanlagen der Zwangsarbeiter und anderer Opfer des Nationalsozialismus einbezogen werden (Beschluss der StVV vom 25.09.2008, § 4675). Zudem ist geplant, im Rahmen der Aufwertung des Eingangsbereiches "Neues Portal" Schautafeln mit Plänen, Hinweisen zur Geschichte und Entwicklung des Hauptfriedhofs aufzustellen. Im Eingangsbereich des Neuen Portals des Hauptfriedhofs wird des Weiteren ein Übersichtsplan des Hauptfriedhofs mit Angabe der Lage und einer kurzen Beschreibung zu den Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten aufgestellt werden. Weiterhin ist die Aufstellung einer Schautafel mit detaillierten Hinweisen zu Patenschaftsgräbern und Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten geplant. Hier sollen zu den Themenbereichen Patenschaftsgräber bzw. Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten Beschreibungen der Personen und deren Wirken sowie Bilder der Grabstätten ausgestellt werden. Für das zu entwickelnde Buch und die im Eingangsbereich des Hauptfriedhofs vorgesehenen Schautafeln beabsichtigt der Magistrat im Haushalt 2010 eine Summe von insgesamt 130.000 EUR bereitzustellen. In Zusammenarbeit mit der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main (TCF) wird versucht zu erreichen, dass - mit Hinweisen auf bereits bestehende und geplante Publikationen - Führungen und Maßnahmen des Hauptfriedhofs in verschiedenen Touristik- und Städteführer aufgenommen werden. Hier wird darauf hingewiesen, dass bereits mehrere Publikationen über den Hauptfriedhof erschienen sind. Dies sind: - Zum Gedenken Grabmale in Frankfurt am Main, (Helga und Victor von Brauchitsch) - Der Melancholische Garten: Ein Spaziergang über den Frankfurter Hauptfriedhof, (Ebba D. Drolshagen) - Wegweiser zu Grabstätten bekannter Persönlichkeiten auf Frankfurter Friedhöfen, (Günter Moos) - Denkmaltopographie Stadt Frankfurt am Main, Der Frankfurter Hauptfriedhof, (Denkmalamt der Stadt Frankfurt am Main) zu Ziffer 1 d) Der Magistrat entwickelt in Zusammenarbeit mit den Personen, die Führungen durchführen, ein gemeinsames Konzept zu regelmäßig stattfindenden Führungen auf dem Hauptfriedhof. Es sollen Rundgänge zu Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten und künstlerisch, historisch wertvollen Grabstätten vorgesehen werden. Erste Gespräche mit den Beteiligten haben bereits stattgefunden. Der Start regelmäßiger Führungen ist im Frühjahr 2009 geplant. Weiterhin ist vorgesehen, die Führungen auf dem Hauptfriedhof mit Angabe der Themen und Termine im Internet zu veröffentlichen. zu Ziffer 1 e) Bei in Planung befindlichen Veranstaltungen auf dem Friedhof achtet der Magistrat bereits bei den Vorgesprächen mit den Künstlern und Interpreten auf die Berücksichtigung der besonderen Würde des Ortes. Bereits seit 2003 werden in der Trauerhalle des Hauptfriedhofes regelmäßig an 4 Sonntagen im Jahr vom Ensemble "Mein Friedenshain" literarische und musikalische Beiträge zum Thema Abschied geboten. Im Herbst 2008 wurde ein kostenfreies Gedenkkonzert in Zusammenarbeit mit einer Musikschule veranstaltet. Es ist geplant, diese Veranstaltung an zwei Samstagen im Jahr weiterhin anzubieten. Sofern sich weitere Partner für Veranstaltungen finden, soll das Angebot erweitert werden. Weiterhin sieht die Planung auch hier vor, die jeweiligen Veranstaltungen auf dem Hauptfriedhof mit Angabe der Themen und Termine im Internet zu veröffentlichen. zu Ziffer 2 a) Der Friedhof wird abends, je nach Jahreszeit zwischen 17:00 bzw. bis 21:00 Uhr und 07:00 Uhr morgens geschlossen. Zur weiteren Kontrolle wird der Hauptfriedhof täglich durch Mitarbeiter der Wirtschafts- und Industriesicherung kontrolliert. Weitere Kontrollen durch die Polizei finden im nördlichen Bereich des Hauptfriedhofs aufgrund der Nähe zum amerikanischen Generalkonsulat statt. Diese Überprüfungen dienen auch der Sicherung des Hauptfriedhofs. zu Ziffer 2 b) Im Bereich der Gießener Straße wird der im Rahmen der Bautätigkeiten zum Einbau eines Regenüberlaufbeckens zu ersetzende Maschendrahtzaun durch einen Stabgitterzaun ersetzt. Ein erster Abschnitt sowie das Tor wurden bereits im Jahr 2008 erneuert, der restliche Stabgitterzaun soll im Jahr 2009 eingebaut werden, sobald hierfür die Mittel bereitstehen. Weitere Maßnahmen zur besseren Absicherung des Geländes werden im Bedarfsfall mit der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle und anderen Polizeidienststellen erörtert.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 25. Juni 2007NRNR 511Hauptfriedhof: kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenSTVV-Antrag · CDU
- 30. August 2007NRNR 596Heinz-Herbert Karry Grab hervorhebenSTVV-Antrag · FDP
- 3. Dezember 2007BB 854Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenMagistratsbericht
- 18. Januar 2008BB 36Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenMagistratsbericht
- 13. Juni 2008BB 351Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenMagistratsbericht
- 2. Juli 2008OFOF 521/3Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machen Magistratsbericht B 351 vom 13.6.2008Ortsbeiratsantrag · LINKE.
- 14. August 2008OAOA 705Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machen Bericht des Magistrats vom 13.06.2008, B 351Anregung
- 19. Dezember 2008Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 78 WochenBB 858Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP (= Kenntnis)