Hauptfriedhof: kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machen
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängiges Bürgerprojekt seit 2010. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
E-Mail-Abo einrichtenBegründung
Anlässlich seines 175 jährigen Bestehens im Jahr 2003 wurde der Hauptfriedhof zu recht als Geschichtsbuch der Stadt Frankfurt am Main bezeichnet. Die Grabstätten auf verschiedensten Gebieten bedeutender Persönlichkeiten (z. B. Arthur Schopenhauer, Dr. Heinrich Hoffmann, Ricarda Huch, Dr. Elisabeth Schwarzhaupt, Friedrich Stoltze, Walter Kolb, Dorothea Schlegel, Marianne von Willemer, Theodor W. Adorno) und Frankfurter Familien (z. B. v. Bethmann) sind eindrucksvolle Zeugnisse Frankfurter Geschichte und Kultur und dokumentieren die historische Entwicklung der Stadt. So spiegeln die Grabmäler das künstlerische und kulturelle Empfinden der verschiedenen Epochen und sind von hohem kulturhistorischem Wert. Daher sollte der Hauptfriedhof als identitätsstiftende Stätte Frankfurter Geschichte und religiöser Trauerkultur im Bewußtsein der Bevölkerung noch stärker verankert und dazu unter Hervorhebung seiner Besonderheiten besser erlebbar werden. Die laufenden Projekte wie der „Tag des Friedhofes“, oder die „Denkmaltopographie Hauptfriedhof“ sowie Führungen zu berühmten Gräbern leisten hierzu schon einen Beitrag. Diese Initiativen können aber noch intensiviert werden. Der Hauptfriedhof ist immer wieder Ziel von Vandalismus. Die Schäden reichen von zerstörten Grabmälern und dem Entwenden von Figuren bis hin zum Stehlen von Blumenschmuck. Neben einer Verbesserung und Intensivierung der Sicherheitsvorkehrungen kann auch eine Verankerung des hohen kulturhistorischen Wertes des Hauptfriedhofes im Bewußtsein der Öffentlichkeit dazu beitragen, die Situation bedeutend zu verbessern.
Inhalt
Antrag vom 25.06.2007, NR 511
Betreff:
Hauptfriedhof: kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machen
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Der Magistrat wird gebeten, eine Konzeption mit der Zielsetzung zu entwickeln und umzusetzen, den Hauptfriedhof als Stätte der Frankfurter Geschichte und Trauerkultur stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und für Bevölkerung und auswärtige Besucher erlebbar zu machen. Darin sind Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und zur Vorbeugung gegen Vandalismus zu berücksichtigen. In das Konzept sind die folgenden Vorschläge einzubeziehen:
- Kulturhistorische Stätte Hauptfriedhof
a) Restaurierung und Pflege erhaltenswerter Grabstätten durch die Stadt Frankfurt am Main in Kooperation mit Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie kulturgeschichtlich interessierten Vereinen, Institutionen und Unternehmen. Dabei ist auch die Bereitschaft von Hinterbliebenen zum Erhalt dieser Grabstätten einzubeziehen und zu fördern.
b) Verstärkte Werbung für Patenschaften für künstlerisch oder historisch wertvolle Grabmale
c) zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit zur Geschichte und kulturhistorischen Bedeutung des Hauptfriedhofs, z. B.
- Erstellung und Auslage eines Faltblatts mit Übersichtsplan zu Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten und künstlerisch bzw. historisch wertvoller Grabmale als ergänzender Einstieg und Hinführung zur bestehenden Literatur
- Aufhängen verbesserter Übersichtspläne an den Eingängen mit Hinweisen auf die Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten und deren Wirken
- Ansprache von Verlagen zur Aufnahme des Hauptfriedhofs in Touristik- und Stadtführer
- Erarbeitung einer Ausstellung zur Geschichte und Bedeutung des Hauptfriedhofs und der Friedhofs- und Trauerkultur
d) Anlage eines oder mehrerer Rundgänge zu Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten oder künstlerisch bzw. kulturhistorisch wertvoller Grabmale
e) Ausweitung der Veranstaltungen auf dem Hauptfriedhof mit historischen, stadtgeschichtlichen, religiösen oder kulturellen Inhalten oder mit Bezügen zur Gestaltung von Grünflächen und Parkanlagen. Dabei ist dem Hauptfriedhof als Ort der Trauer und Ruhe immer besonders Rechnung zu tragen.
- Sicherheit und Schutz vor Vandalismus
a) Stärkere Präsenz von Polizei und Wachdiensten sowie des Freiwilligen Polizeidienstes
b) bauliche Maßnahmen zur besseren Absicherung des Geländes
Begründung:
Anlässlich seines 175 jährigen Bestehens im Jahr 2003 wurde der Hauptfriedhof zu recht als Geschichtsbuch der Stadt Frankfurt am Main bezeichnet. Die Grabstätten auf verschiedensten Gebieten bedeutender Persönlichkeiten (z. B. Arthur Schopenhauer, Dr. Heinrich Hoffmann, Ricarda Huch, Dr. Elisabeth Schwarzhaupt, Friedrich Stoltze, Walter Kolb, Dorothea Schlegel, Marianne von Willemer, Theodor W. Adorno) und Frankfurter Familien (z. B. v. Bethmann) sind eindrucksvolle Zeugnisse Frankfurter Geschichte und Kultur und dokumentieren die historische Entwicklung der Stadt. So spiegeln die Grabmäler das künstlerische und kulturelle Empfinden der verschiedenen Epochen und sind von hohem kulturhistorischem Wert. Daher sollte der Hauptfriedhof als identitätsstiftende Stätte Frankfurter Geschichte und religiöser Trauerkultur im Bewußtsein der Bevölkerung noch stärker verankert und dazu unter Hervorhebung seiner Besonderheiten besser erlebbar werden. Die laufenden Projekte wie der "Tag des Friedhofes“, oder die "Denkmaltopographie Hauptfriedhof“ sowie Führungen zu berühmten Gräbern leisten hierzu schon einen Beitrag. Diese Initiativen können aber noch intensiviert werden.
Der Hauptfriedhof ist immer wieder Ziel von Vandalismus. Die Schäden reichen von zerstörten Grabmälern und dem Entwenden von Figuren bis hin zum Stehlen von Blumenschmuck. Neben einer Verbesserung und Intensivierung der Sicherheitsvorkehrungen kann auch eine Verankerung des hohen kulturhistorischen Wertes des Hauptfriedhofes im Bewußtsein der Öffentlichkeit dazu beitragen, die Situation bedeutend zu verbessern.
Nebenvorlage: Antrag vom 30.08.2007, NR 596
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 25. Juni 2007Sie sind hierNRNR 511Hauptfriedhof: kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenSTVV-Antrag · CDU
- 3. Dezember 2007BB 854Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenMagistratsbericht
- 18. Januar 2008BB 36Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenMagistratsbericht
- 13. Juni 2008BB 351Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenMagistratsbericht
- 19. Dezember 2008Antwort des Magistrats · nach 78 WochenBB 858Hauptfriedhof: Kulturhistorischen Wert sichern und zugänglich machenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf7 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, FDP und FAG gegen SPD und LINKE. (= Annahme mit der Maßgabe, dass in der Ziffer 2 a die Worte "sowie des Freiwilligen Polizeidienstes" gestrichen werden) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF, REP und NPD (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: Ziffer 1. und 2.b): CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF Ziffer 2.a): CDU, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF gegen SPD (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP und NPD (= Annahme) ÖkoLinX-ARL (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu 1. Ziffern 1. und 2.b): CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF Ziffer 2.a): CDU, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF gegen SPD (= Ablehnung) zu 2. CDU und GRÜNE gegen SPD, LINKE., FDP, FAG und BFF (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP und NPD (NR 511 und NR 596 = Annahme) ÖkoLinX-ARL (NR 511 = Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu 1. Ziffern 1. und 2.b): CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG, BFF und REP Ziffer 2.a): CDU, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG, BFF und REP gegen SPD (= Ablehnung) zu 2. CDU und GRÜNE gegen SPD, LINKE., FDP, FAG, BFF und REP (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: NPD (NR 511 und NR 596 = Annahme) ÖkoLinX-ARL (NR 511 = Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: NR 511: 2 GRÜNE, SPD, LINKE. und ÖkoLinX-ARL gegen CDU und FDP (= Zustimmung); 2 GRÜNE (= Enthaltung) OA 507: GRÜNE, SPD, LINKE. und ÖkoLinX-ARL gegen CDU und FDP (= Ablehnung)