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Runder Tisch zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt

Vorlagentyp: B
244 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren11 Sitzungen

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Inhalt

Bericht des Magistrats vom 09.07.2004, B 454

Betreff:

Runder Tisch zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt

Vorgang:

Beschl. d. Stv.-V. vom 27.09.2001, § 998

- NR 132 GRÜNE - Zwischenbescheid des Magistrats vom 31.10.2005

Hiermit wird der Bericht zum Ergebnis des Runden Tisches zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt vorgelegt.

Anlage

  1. Verlauf und Fazit 1.
  2. Ausgangssituation Frankfurt am Main zählt zu den deutschen Großstädten mit einer großen Zahl lesbischer Einwohnerinnen und schwuler Einwohner. Schätzungen gehen von insgesamt 40.000 bis 50.000 Frauen und Männern aus. Hinzu kommt eine große Zahl von Schwulen und Lesben aus dem Rhein-Main-Gebiet, die in Frankfurt arbeiten und ebenfalls Teil der Frankfurter Gay-Community sind. Grund genug zu fragen, wie diese Menschen in Frankfurt leben und arbeiten, ob sie als Bürgerinnen und Bürger mit gleichen Rechten und Pflichten geachtet werden, ob sie sich wohlfühlen und ob die Lebensbedingungen ihren Bedürfnissen entsprechen. Dabei spielt eine erhebliche Rolle, in welchen Bereichen die Stadt Frankfurt Einfluss nehmen kann. Defizite des Landes- und des Bundesrechtes kann die Stadt nicht ausgleichen. Aber auch im Einflussbereich der Stadt Frankfurt kann festgestellt werden: Das Angebot an sozialer, kultureller und ökonomischer Infrastruktur in Frankfurt ist nicht ausreichend auf die besonderen Bedürfnisse der Lesben und Schwulen abgestimmt. Dabei fehlt es oft nicht am guten Willen, sondern es fehlt an der Sensibilität für die spezifischen Problemlagen. Insgesamt sind jedoch Fortschritte zu erkennen: Banken aber auch die Stadt haben sich verpflichtet, gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz vorzugehen. Die evangelische Kirche hat sich entschieden, lesbische und schwule Partnerschaften zu segnen. Es bleiben jedoch viele Bereiche, in denen eine solche strukturelle Integration noch nicht begonnen hat. Es gibt immer noch vielfältige, täglich erlebte Benachteiligungen, von der Diskriminierung bei der Wohnungssuche, Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz bis hin zur Gewalt gegen Lesben und Schwule. Vor diesem Hintergrund hat das Frankfurt Forum - Initiative für einen Runden Tisch zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt – vorgeschlagen, gemeinsam mit Stadtverordneten und Dezernaten im Rahmen eines Runden Tisches die Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt zu untersuchen und zu verbessern, um damit ein Signal für ein neues und konstruktives Miteinander zu geben. 1.
  3. Runder Tisch 1.2.
  4. Verlauf Die Stadtverordnetenversammlung hat am 28.9.2001 die Einsetzung eines Runden Tisches beschlossen. Mit Verfügung vom
  5. Oktober 2001 wurde die Federführung dem Dezernat für Bildung, Umwelt und Frauen zugeteilt. Die Leitung des Runden Tisches zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt wurde Frau Stadträtin Ebeling übertragen. Die konstituierende Sitzung fand am
  6. März 2002 statt. Die weiteren Sitzungen am 11.6.2002, 13.9.2002, 20.3.2003, 2.9.2003, 24.11.2003, 18.3.2004 und die abschließende Sitzung am 17.5.
  7. Die im Punkt 4 des o.g. Beschlusses angeführten Mittel zur finanziellen und personellen Ausstattung des Runden Tisches wurden nicht durch zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt. Das federführende Dezernat hatte die anfallenden finanziellen Aufwendungen aus seinem vorhandenen Budget zu tragen. An den Sitzungen des Runden Tisches nahmen regelmäßig Frau Jutta Ebeling, Stadtverordnete der CDU, SPD, Grünen, FDP und FAG sowie drei lesbische Vertreterinnen und drei schwule Vertreter des Frankfurt Forum teil. Die Geschäftsführung oblag dem Dezernat VI. Der Runde Tisch hat zu folgenden Themen Fachgruppen eingesetzt: Alter, Anti-Gewalt, Familie, Gesundheit, Jugend, Kultur, Sport und Strukturelle Integration. Aufgabe der Fachgruppen war es, mit den zuständigen Stadtverordneten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie Expertinnen und Experten Gespräche zu führen, um Maßnahmeempfehlungen für die Verbesserung der Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt zu erarbeiten. Die Fachgruppen haben, orientiert an der unterschiedlichen Struktur der Themengebiete gearbeitet, so dass sowohl die Art der Ergebnisse als auch die Darstellung in den folgenden Berichten durchaus voreinander abweichen können. 1.2.
  8. Erste Ergebnisse Die Fachgruppen haben nicht nur aufschlussreiche Erkenntnisse gewonnen und weiterführende Maßnahmeempfehlungen erarbeitet, sondern auch erste Erfolge verbucht: - Auf der Homepage der Stadt gibt es ein Internetportal für Lesben und Schwule. - Die Tourismus und Kongress GmbH wird gemeinsam mit der Zeitschrift GAB einen lesbisch-schwulen Stadtplan herausgeben. - Im April 2004 fand im Schauspiel Frankfurt das Festival "La vie en rose“ statt und im Februar 2004 eine Symposium mit dem Museum für Moderne Kunst im Rahmen der Warhol-Ausstellung. - Nach der Abholzung in einer Cruising-Area wurde durch die Szene und den Runden Tisch eine Wiederaufforstungsaktion gestartet, die vom Grünflächenamt professionell fortgeführt werden wird. - Die Anti-Gewalt Gruppe tagt regelmäßig mit der Polizei und dem Präventionsrat. In diesem Zusammenhang wurde ein Flyer erarbeitet, mit dem Ziel das Anzeigenverhalten von betroffenen Lesben und Schwulen zu verbessern. Dieser Flyer wurde im Rahmen einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium der Öffentlichkeit vorgestellt. - Als erste deutsche Großstadt hat die Stadt Frankfurt in einem szenenahen Magazin über die Rahmenbedingungen der Pflegeelternschaft für Lesben und Schwule informiert. - Die Seniorenzeitung der Stadt Frankfurt hat einen Bericht über die Tätigkeit des Runden Tisches veröffentlicht. - Die Situation älterer schwuler Männer und lesbischer Frauen wurde bei der Aktionswoche "Älterwerden in Frankfurt“ im Herbst 2003 einbezogen. Die Stadt Frankfurt hat für das Projekt Altenpflegayheim eine Bedarfsanalyse finanziert und außerdem wurde die Einladung ausgesprochen, sich an der Erarbeitung des neuen Frankfurter Altenplans zu beteiligen. 1.2.
  9. Schwierigkeiten Neben allen ermutigenden Ergebnissen, muss festgestellt werden, dass bei der Umsetzung des Stadtverordnetenbeschlusses Probleme struktureller Art in der Praxis deutlich geworden sind. In den Gesprächen innerhalb der Stadtverwaltung und mit verschiedenen städtischen Institutionen wurde den Fachgruppen des Runden Tisches zwar grundsätzlich mit Offenheit und Gesprächsbereitschaft begegnet. Zunächst wurde jedoch in der Regel kein Handlungsbedarf gesehen, da Lesben und Schwule durch die Verwaltung keine Benachteiligung erfahren würden. Bisweilen wurde den Vertreterinnen und Vertretern des Runden Tisches angeboten, mit Unterstützung der Verwaltung eigene Projekte umzusetzen. Dies entspricht jedoch nicht der Aufgabenstellung des Runden Tisches. Dessen Aufgabe ist es viel mehr die Verwaltung dafür zu sensibilisieren, die spezifische Situation von Lesben und Schwulen in der täglichen Verwaltungsarbeit zu berücksichtigen. Manche Gespräche waren aufgrund des begrenzten Handlungsspielraums der Stadtverwaltung sowie aufgrund unklarer Zuständigkeiten ernüchternd. In weiteren Gesprächen wurden jedoch gemeinsame Handlungsmöglichkeiten identifiziert, die den folgenden Berichten der Fachgruppen zu entnehmen sind. 1.2.
  10. Empfehlungen zur zukünftigen Arbeitsweise Das Ziel des Runden Tisches ist es, über exemplarische Einmalaktionen hinaus dauerhafte strukturelle Veränderungen zur Verbesserung der Lebenssituation von Lesben und Schwulen zu erreichen. Es geht also um eine strukturelle Integration der Zielgruppe Lesben und Schwule ins öffentliche Bewusstsein und ins Verwaltungshandeln. Der Runde Tisch empfiehlt deshalb folgende Maßnahmen: - Die Ämter berücksichtigen in ihrem Verwaltungshandeln spezifische Belange der Lesben und Schwulen. Für diese Aufgabe sind nach der Antidiskriminierungsrichtlinie der Stadt die Amtsleitungen zuständig; Sie können diese Aufgabe delegieren. Damit stehen in diesen Ämtern Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner für Mitarbeiter und Außenstehende zur Verfügung, die auch Impulse geben. - Die spezifische Lebenssituation und die sich daraus ableitenden Bedürfnisse von Lesben und Schwulen in der Stadt Frankfurt werden im Rahmen der Einführung des Gender Mainstreaming Prinzips in der Stadtverwaltung berücksichtigt. Ähnlich dem Diversity Konzept berücksichtigt Gender Mainstreaming neben der grundsätzlichen Unterscheidung zwischen den spezifischen Lebenslagen von Männern und Frauen weitere Differenzierungen insbesondere auch die sexuelle Orientierung der jeweiligen Zielgruppe. Dieser Ansatzpunkt ergab sich aus einem Gespräch des Runden Tisches mit dem Genderteam der Stadt Frankfurt. - Unter Federführung des Dezernates für Bildung, Umwelt und Frauen wird ein Gesprächskreis gebildet mit folgenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern: Vertreter und Vertreterinnen des Dezernates Bildung, Umwelt und Frauen, Kultur und Freizeit, Planung und Sicherheit und Soziales und Jugend sowie zwei Lesben und zwei Schwule des Frankfurt Forum. Dieser Gesprächskreis trifft sich halbjährlich um über Probleme bei der Umsetzung des Berichtes sowie anderer Probleme bzgl. der Berücksichtigung der Belange von Lesben und Schwulen in der Stadtverwaltung zu sprechen. - Der Magistrat legt der Stadtverordnetenversammlung erstmals zum
  11. Dezember 2005 und dann alle zwei Jahre einen Bericht über die Tätigkeiten der Stadtverwaltung für Lesben und Schwule vor. Es besteht Konsens darin, dass im Rahmen der Erstellung des Berichtes auf die fachkundige Beratung der Mitglieder des o.g. Gesprächskreises zurückgegriffen wird. Die Federführung liegt beim Dezernat für Bildung, Umwelt und Frauen 1.2.
  12. Offen gebliebene Themenbereiche Der Runde Tisch konnte nicht alle Aspekte der Fragestellung bearbeiten. Der Runde Tisch empfiehlt daher folgende Schritte: - Zur Situation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund erarbeitet das Amt für Multikulturelle Angelegenheiten, - zur Situation von Lesben und Schwulen mit Behinderung die Behindertenbeauftragte, - zur Situation lesbischer Mitarbeiterinnen und schwuler Mitarbeiter in der Stadtverwaltung das Personalamt zusammen mit den RegenbogenrömerInnen unter Einbeziehung der in Frankfurt vorhandenen Gruppen bis zum Januar 2005 Berichte mit Maßnahmenempfehlungen für die Stadtverordnetenversammlung. Das Rechtsamt wird beauftragt, die Prüfung des Frankfurter Stadtrechts und der Formulare auf unmittelbare und mittelbare Diskriminierung gem. Antidiskriminierungsrichtlinie der Stadt Frankfurt zu prüfen. Ebenfalls nicht besprochen wurden besondere Fragestellungen bisexueller oder transgender Frauen und Männer. Sofern hier spezifische Fragestellungen bestehen, können sich Gruppen der Betroffenen an die Stadt wenden.
  13. Bericht der Fachgruppe Alter 2.
  14. Ausgangssituation Der Runde Tisch hat die Fachgruppe Alter auf der Basis folgender Problembeschreibung eingesetzt. Dieser Text war auch Basis für die Gespräche mit der Stadtverwaltung, den Stadtverordneten und den externen Expertinnen und Experten. "Die Lebenserfahrung lesbischer und schwuler älterer und alter Menschen ist geprägt davon, dass ihre sexuelle Orientierung zu einem Großteil ihres Lebens in der Gesellschaft fast durchweg verpönt war und männliche Homosexualität bis 1969/72 unter Strafe stand. Erst 1994 folgte die endgültige Streichung des § 175 aus dem Strafgesetzbuch. Deshalb ist der Anteil der versteckt lebenden Lesben und Schwulen unter der älteren Bevölkerung besonders groß. In Frankfurt leben schätzungsweise 8.000 Lesben und Schwule über 60. - Wir wollen erreichen, dass in städtischen und städtisch geförderten Institutionen der Altenhilfe, in den Seniorenbeiräten und auch im Sozialdezernat dieses Thema vermehrt wahrgenommen und thematisiert wird (Broschüren, Aufnahmegespräche, Satzungen etc). - Die Menschen, die in der Altenarbeit tätig sind, sollen im Rahmen von Aus- und Fortbildung mit dem Thema Homosexualität vertraut gemacht werden. Dies gilt sowohl für Fachkräfte als auch für Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler. - Es soll Veranstaltungen geben, z.B. Lesungen, Diskussionen, Biographieabende oder Filmvorführungen, in denen lesbische und schwule Lebensentwürfe im Vordergrund stehen. - Ältere Lesben und Schwule sollen sich z.B. in der städtischen Seniorenzeitung durch entsprechende Artikel wahrgenommen fühlen. - Lesbische und schwule Literatur für ältere Menschen soll in den Bibliotheken aufgenommen werden. - Das Projekt Altenpflegayheim soll vorangetrieben werden. - Lesbisch-schwule Wohnmodelle und Betreuungsdienste sollen entwickelt und gefördert werden.“ 2.
  15. Vorgehensweise Die Vertreterinnen und Vertreter des Frankfurt Forum haben zunächst sowohl mit dem Sozialdezernenten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung als auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Wohlfahrtsorganisationen AWO, Caritas, Diakonie, Frankfurter Verband, jüdisches Altersheim und DPWV Gespräche geführt. Im Juni 2003 und im Februar 2004 fand ein größeres Treffen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung und den Stadtverordneten statt. 2.
  16. Bereits erzielte Ergebnisse Im Rahmen der unter 2.2. erwähnten Gespräche wurden bereits die folgenden Maßnahmen umgesetzt: - Es wurde ein Flyer "Angebote für ältere Lesben und Schwule in Frankfurt“ erstellt, der an die Träger der Altenhilfe verschickt wurde und der im Seniorenrathaus sowie anderen städtischen Einrichtungen der Altenhilfe ausliegt. - Im Rahmen der Aktionswoche "Älter werden in Frankfurt“ im Oktober 2003 wurden die folgenden vier Veranstaltungen angeboten: o Infoveranstaltung der Gruppe 40+ Schwule o Infoveranstaltung der Gruppe 40+ Lesben o Infoveranstaltung des schwulen Sportvereins FVV o Vortragsveranstaltung mit Prof. Dannecker zum Thema Homosexualität und Alter - Der Verein Altenpflegayheim e.V. wird ein Altenwohn- und pflegeheim für Lesben und Schwule und ihre Freunde in Frankfurt errichten. Die Stadt Frankfurt hat in 2003 die Bedarfsanalyse finanziert, die vom Altenpflegayheim e.V. durchgeführt wurde. - Die Fachgruppe Alter hat die Anliegen der Lesben und Schwulen beim Seniorenbeirat vorgetragen. - Die Aufgaben des Runden Tisches zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt wurde in einem Artikel der Frankfurter Seniorenzeitschrift vorgestellt. - Auf der Internetseite www.aelterwerden-in-frankfurt.de wurden die beiden Gruppenangebote für ältere Lesben und Schwule aufgeführt. - Die "Partizipative Altersplanung“ enthält als Querschnittsthema "Lesben und Schwule“. Eine/n Vertreter/in der Fachgruppe wird an den Sitzungen des Fachbeirates teilnehmen. - Durch Initiative des Rundes Tisches fand im November 2003 die erste Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenpflege zum Thema Lesben und Schwule in Frankfurt statt. 2.
  17. Maßnahmeempfehlungen 2.4.
  18. Allgemeines Aus den Gesprächen mit den Verantwortlichen der Träger der stationären und ambulanten Altenhilfeeinrichtungen und den städtischen Dienststellen resultiert die Erkenntnis, dass bisher in Frankfurt die Belange älterer Lesben und Schwuler weder von Seiten der Stadt noch von Seiten der professionellen Alteneinrichtungen überhaupt wahrgenommen wurden. Es herrscht verbreitet Unkenntnis über die spezifischen Bedürfnisse lesbischer und schwuler Seniorinnen und Senioren. Grund dafür ist nicht zuletzt die Tatsache, dass die Generation der älteren Lesben und Schwulen noch hautnah die Zeit der strafrechtlichen Verfolgung auf der Grundlage des § 175 StGB erlebt hat, sowohl in der Nazi-Zeit als auch danach. Viele der Betroffenen haben im Verborgenen gelebt und bis heute nicht den Mut gehabt, sich zu ihrer Homosexualität zu bekennen. Deshalb waren diese Menschen in der Regel auch nicht in der Lage, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse selbstbewusst zu artikulieren. Es wird aus diesen Gründen auch erwogen, in Angeboten für ältere Lesben und Schwule, den Begriff "Lesben“ durch "frauenliebende Frauen“ und "Schwule“ durch "männerliebende Männer“ zu ersetzen. Hinzu kommt, dass Lesben und Schwule von Heterosexuellen weitgehend nur in ihrer anderen Sexualität wahrgenommen werden, ihre unterschiedlichen Biographien mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen und anders gestaltete Lebensumständen aber keine Würdigung finden. Nach Meinung des Runden Tisches ergibt sich daraus ein zwingender Handlungsbedarf. Wichtig ist es vor allem, das Leben der älteren Lesben und Schwulen in unserer Stadt sichtbar zu machen, sie gezielt anzusprechen, ihnen konkrete Angebote zu machen, sowie Beratungsangebote und Wohn- und Pflegeeinrichtungen zu initiieren. An die Stadtverwaltung geht die Bitte, künftig offensiv und aktiv die Probleme und Bedürfnisse der älteren Lesben und Schwulen aufzugreifen und deutlich zu machen, dass sie in dieser Stadt willkommene und geachtete Bürgerinnen und Bürger sind. 2.4.
  19. Maßnahmeempfehlungen im Einzelnen 2.4.2.
  20. Informationsschriften Der Runde Tisch empfiehlt, dass der Sozialdezernent darauf hinwirkt, dass der Frankfurter Verband und andere städtische Einrichtungen richtungsweisend und beispielgebend zum Ausdruck bringen, dass Lesben und Schwule in den Alteneinrichtungen ausdrücklich willkommen sind. Ein konkreter Schritt dazu wäre die Aufnahme eines entsprechenden Hinweises in die Informationsschriften und Aufnahmebögen der stationären Häuser sowie die Verankerung dieser Vorgaben im Rahmen der internen Qualitätssicherung und Fortbildung. Dies könnte ein Anreiz für andere Träger sein, diesem Beispiel zu folgen. 2.4.2.
  21. Fort- und Weiterbildung In zahlreichen Gesprächen mit Experten wurde immer wieder festgestellt, dass Heimleitung und Personal kaum über Kenntnisse der speziellen Bedürfnisse von älteren Lesben und Schwulen verfügen. Dies gilt vor allem für die andere Biographie der Lesben und Schwulen, über die sie reden wollen und mit der sie wahrgenommen und akzeptiert werden wollen. Der Runde Tisch empfiehlt, dass der Frankfurter Verband und andere städtische Einrichtungen die Fort- und Weiterbildung der Führungskräfte, des Fachpersonals sowie aller weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit lesbischen und schwulen Heimbewohnern fördern. 2.4.2.
  22. Flyer Massive Defizite bestehen in der Information der älteren Lesben und Schwulen. Weil viele Angehörige dieser Personengruppe äußerst zurückgezogen und in der Regel allein leben, ist es schwierig, ihnen Information und Hilfe näher zu bringen. Mit einem Faltblatt hat das Frankfurt Forum im Oktober 2002 erstmals die vorhandenen lesbischen und schwulen Angebote und Beratungsstellen für Ältere zusammengefasst. Der Runde Tisch empfiehlt, dass die Stadt Frankfurt eine erweiterte Neuauflage finanziell unterstützt und sie in allen Alteneinrichtungen, Beratungsstellen, Apotheken, Seniorinnen und Senioren Vereine etc. verteilt. Dabei könnten die Kosten für das Layout vom Frankfurt Forum übernommen werden, die Druckkosten von der Stadt. 2.4.2.
  23. Beratungsstelle für lesbische Seniorinnen und schwule Senioren Eine herausragende Bedeutung kommt der Information und Beratung der älteren Lesben und Schwulen zu. Für ältere schwule Männer existiert bisher keine spezielle Anlauf- und Beratungsstelle. Die Schaffung einer solchen Beratungseinrichtung, die es in anderen Städten längst gibt, hat absolute Priorität. Der Runde Tisch empfiehlt der Stadt, den Aufbau einer solchen Beratungsstelle aktiv und auch materiell zu unterstützen. Entsprechende Konzepte werden zur Zeit erarbeitet. Sie sehen als ersten Schritt ein telefonisches Beratungsangebot vor, das bei Bedarf auch ein persönliches Gespräch vermitteln kann. Wichtig ist dabei, einen niedrigschwelligen Anlaufpunkt außerhalb der schwulen Szene zu benennen. Dabei würden Kosten entstehen für einen Telefonanschluss, einen Anrufbeantworter sowie das Honorar für 2 bis 4 Stunden pro Woche. Für lesbische Frauen gibt es seit Jahren die Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V. (LIBS), die auch älteren Lesben offen steht. Mittel für eine Telefonberatung dieser spezifischen Gruppe durch eine entsprechend qualifizierte Beraterin sind jedoch nicht vorgesehen. Auch hier wäre ein niedrigschwelliger Anlaufpunkt außerhalb der lesbischen Szene wesentlich, da vor allem ältere Lesben den Zugang zu Szeneangeboten eher nicht finden werden. Dabei würden Kosten entstehen für einen Telefonanschluss, einen Anrufbeantworter sowie das Honorar für 2 bis 4 Stunden pro Woche. 2.4.2.
  24. Besuchsdienste Viele ältere Lesben und Schwule leben allein, zurückgezogen und fühlen sich isoliert. Dies ist nicht zuletzt eine späte Folge langjähriger Verfolgung und Diskriminierung. Für diesen Personenkreis ist der Aufbau eines Besucherdienstes auf ehrenamtlicher Basis dringend erforderlich. Er soll dazu beitragen, den älteren Lesben und Schwulen wieder Lebensmut zu vermitteln und sie gesellschaftlich einzubinden. Zur Zeit wird ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Der Runde Tisch empfiehlt der Stadt, diese Initiative im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv zu unterstützen. 2.4.2.
  25. Altenpflegayheim Viele ältere Lesben und Schwule leben allein und haben häufig kaum familiäre Kontakte. Für sie sind die Planungen für das Altenpflegayheim von besonderer Bedeutung. Die Stadt Frankfurt und ihre Repräsentantinnen und Repräsentanten, aber auch zahlreiche Stadtverordnete haben sich öffentlich für dieses Projekt stark gemacht. Dem Unterstützerkreis mit dem Namen "Pro-AltenpfleGayheim" gehören Persönlichkeiten aus der Landes- und Kommunalpolitik an, wie z. B. der Hessische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Udo Corts, die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth, der Frankfurter Bürgermeister Joachim Vandreike, die Dezernentin für Bildung, Umwelt und Frauen Jutta Ebeling, zahlreiche Stadtverordnete aller demokratischen Parteien sowie prominente Frankfurterinnen und Frankfurter aus Kultur und Gesellschaft. An der vom Verein Altenpflegayheim e.V. durchgeführten Bedarfsstudie zum Projekt beteiligte sich die Stadt Frankfurt mit 15.000,- Euro. Die Studie hat ein klares Votum für die Realisierung des Projektes ergeben. In einem ersten Gespräch mit dem Liegenschaftsamt bezüglich eines Grundstückes im Stadtgebiet wurden die Erfordernisse grundsätzlich besprochen und auch bereits erste Grundstücke besichtigt. Das Land Hessen hat, bei einem ersten Gespräch im Sozialministerium in Wiesbaden im Herbst 2003 eine erfolgversprechende Förderung in Aussicht gestellt. Der Runde Tisch hält es für sinnvoll, dass die Stadt mit allem Nachdruck die Verwirklichung dieses Vorhabens sobald wie möglich gemeinsam mit allen Beteiligten umsetzt. 2.4.2.
  26. Aktionswoche "Älter werden in Frankfurt“ Erstmals wurden im Jahre 2003, als Folge der Gespräche mit dem Sozialdezernenten, die älteren Lesben und Schwulen in die Planung von Veranstaltungen für die ältere Generation einbezogen. Daraus ergab sich auch eine aktive Beteiligung am Programm für die Aktion "Älter werden in Frankfurt“. Der Runde Tisch empfiehlt, dass diese Formen der Zusammenarbeit auf Dauer angelegt werden und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zuständigen städtischen Dienststellen aktiv kooperieren. 2.4.2.
  27. Seniorenbeirat Es fand erstmals ein Kontakt zum Seniorenbeirat statt, bei dem die Anliegen der älteren Lesben und Schwulen vorgestellt wurden. Der Runde Tisch empfiehlt, dass Vertreterinnen und Vertreter der Lesben und Schwulen in regelmäßigen Abständen in die Beratungen mit einbezogen werden. 2.4.2.
  28. Partizipative Altersplanung Lesben und Schwule sind als Querschnittsthema in der "Partizipativen Altersplanung“ berücksichtigt und werden an den Sitzungen des Fachbeirates teilnehmen. Der Runde Tisch empfiehlt, dass auch nach Abschluss des Planungsprozesses sichergestellt wird, dass die Belange der Lesben und Schwulen in allen künftigen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und der Planung für den Bereich der älteren Generation berücksichtigt werden.
  29. Bericht der Fachgruppe Anti-Gewalt-Arbeit 3.
  30. Gewalt gegen Lesben und Schwule Lesben und Schwule sind überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen. Hierbei haben die Opfer jedoch primär eine Stellvertreterfunktion inne, d.h. sie werden angegriffen, weil sie vermeintlich oder tatsächlich einer bestimmten sozialen Minderheit angehören, gegenüber der der Täter Ablehnung bis hin zu Hass empfindet. Gleichzeitig ist die Anzeigenbereitschaft der Opfer sehr gering, d.h. nur zirka 3-5 Prozent der Übergriffe werden angezeigt. Einer der am häufigsten genannten Gründe ist die Angst vor einer erneuten Viktimisierung durch gleichgültige Reaktionen durch Freunde und Freundinnen oder der Voreingenommenheit der Polizei, der Staatsanwaltschaft und des Gerichts. Nach dem Kriminologen Schneider der Universität Münster wird in "leichten“ Fällen von Hasskriminalität, z.B. Beleidigungen, zwar eine Anzeige aufgenommen, aber sowohl die Aufklärungsquote als auch die Verurteilungsquote der polizeilichen Ausgangsverfahren liegt unter dem Durchschnitt. In der Prävention von Gewalt gegen Lesben und Schwule muss das Augenmerk vor allem auf eine Verbesserung des Anzeigenverhaltens der Betroffenen, die Verminderung des Risikos einer erneuten Viktimisierung und die Sensibilisierung der allgemeinen Öffentlichkeit gelegt werden. 3.
  31. Häusliche Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen Es wird angenommen, dass das Ausmaß der Häuslichen Gewalt vergleichbar ist mit derjenigen in heterosexuellen Beziehungen. Die Opfer können jedoch nicht auf ausreichende Strukturen der psychosozialen Versorgung zurückgreifen. Auch gibt es keine hinreichenden Strukturen, die lesbische oder schwule Täterinnen und Täter darin bestärken, ihre gewalttätigen Verhaltensweisen zu beenden. Der Mangel in der psychosozialen Versorgung von betroffenen Lesben und Schwulen ist in der ausschließlich auf heterosexuelle Beziehungen ausgerichteten Versorgungsstruktur, in der Frauen vor allem als Opfer und Männer vor allem als Täter wahrgenommen werden, begründet. 3.
  32. Der Jour Fixe "Lesben und Schwule“ Das "Jour Fixe Lesben und Schwule“ besteht seit dem Jahr
  33. Seine Mitglieder sind - die KontaktbeamtInnen für Lesben und Schwule der Frankfurter Polizei - Vertreter von Unschlagbar, dem schwulen Anti-Gewalt-Projekt - Vertreterin des lesbischen Anti-Gewalt-Projektes von Broken Rainbow e.V./Libs e.V. - Vertreterinnen und Vertreter des Präventionsrats der Stadt Frankfurt Der Jour Fixe wurde als regelmäßiges Treffen konzipiert, um verschiedene Problemfelder, die mit dem Thema Homosexualität verbunden sind zu erörtern und Lösungen anzustreben. Dazu gehört insbesondere eine gewaltpräventive Öffentlichkeitsarbeit. Der Jour Fixe Schwule und Lesben hat im Rahmen der Institutionalisierung des Frankfurt Forums im Sommer 2002 als Anti-Gewalt-Arbeitsgruppe dem Forum zugearbeitet. In diesem Zusammenhang wurde das Thema in der Stadt Frankfurt mit schwulen Sexualkontakten auf den öffentlichen Toiletten aufgegriffen. Dazu wurden pragmatische Lösungsvorschläge erarbeitet und umgesetzt. Der Jour Fixe wird ab Dezember 2003 seine Arbeit als unabhängiges Gremium fortsetzen. 3.
  34. Im Bereich der Anti-Gewalt-Arbeit haben sich verschiedene Problembereiche herauskristallisiert: 3.4.
  35. Gewalt gegen Lesben, Schwule und Transidenten - Vorurteile der Bevölkerung Frankfurts gegenüber lesbischen und schwulen Bürgerinnen und Bürgern, die auch zu gewalttätigen Übergriffen geführt haben und führen können. - Geringe Anzeigenquote der von Gewalt betroffenen Lesben und Schwulen. - Konflikte mit kommunalen Ordnungskräften bezüglich des Umgangs mit Schwulen auf öffentlichen Toiletten, sowie zweckwidrige Nutzung der öffentlichen Bedürfnisanstalten in einer für Dritte beeinträchtigenden Art. 3.4.
  36. Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften - Tabuisierung des Themas innerhalb der lesbischen und schwulen Subkulturen - Einbettung in vorhandene Strukturen zur Bekämpfung Häuslicher Gewalt - Entsensibilisierung von Betroffenen (Freundeskreis, Betroffene) und Enttabiusierung. 3.
  37. Erfolgte und geplante Maßnahmen 3.5.
  38. Im Bereich der Gewalt gegen Lesben und Schwule wurden folgende Konzepte entwickelt und folgende Maßnahmen durchgeführt. - Zum CSD 1999 hat der Präventionsrat eine Plakatkampagne des damals noch nicht institutionalisierten Frankfurt Forums finanziell unterstützt: Keine Gewalt gegen Lesben und Schwule in acht verschiedenen Sprachen. Das Plakat ist nach wie vor auf den Webseiten des Präventionsrates zu finden. 3.5.
  39. Um ein realistisches Bild über das Ausmaß der Gewalt gegen Lesben und Schwule zu erhalten, muss das Hellfeld vergrößert werden, d.h. Lesben und Schwule müssen motiviert werden, sich bei der Polizei zu melden und Anzeige zu erstatten. - Die polizeilichen KontaktbeamtInnen stellen hier einen wesentlichen Baustein dar. Sie haben ihre Arbeit im März 2001 aufgenommen mit offizieller Weisung des Polizeipräsidenten. - Im Jour Fixe Lesben und Schwule wurde eine Kampagne entwickelt, die es betroffenen Lesben und Schwulen erleichtern soll, den Schritt zur Polizei zu gehen. Die Kampagne enthält vier Bausteine, von der der erste bereits verwirklicht wurde: - Flyer, der die wichtigsten Informationen, die für eine Anzeige relevant sind, enthält: "Nicht wegsehen bei Gewalt gegen Lesben und Schwule!“. Der Flyer wurde vom Präventionsrat und dem Verein "Gesellschaft Bürger und Polizei für mehr Sicherheit“ finanziert. Der Flyer wurde in einer Pressekonferenz, die im Polizeipräsidium stattfand, vorgestellt. - Plakataktion (geplant für 2004) - Postkartenaktion (geplant für 2004) - Internetseite – Homepage (geplant für 2004) 3.5.
  40. Im Bereich der Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen wurden erste Schritte unternommen, das Thema in vorhandene Strukturen einzubetten: - Das Thema ist in vorhandene Arbeitskreise (InGe und AK Häusliche Gewalt) eingebracht worden. Eine Vertreterin von Broken Rainbow e.V. wurde in die Arbeitskreise integriert. - Es wurde ein kommunaler Aktionsplan zur Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes in dem entsprechenden Arbeitskreis entwickelt. Das Thema Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen wurde in allen notwendigen Bereichen eingebettet. 3.
  41. Maßnahmeempfehlungen Der Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt ist ein besonders sensibler Bereich, da althergebrachte Vorurteile oftmals Kommunikation und Handlungsweisen beherrschen. Auch der Umgang mit schwulen Männern, die ihre gleichgeschlechtlichen Sexualkontakte im öffentlichen Raum suchen, durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamts, sehen die Vertreterinnen und Vertreter des Runden Tisches als ein Problem, das jedoch in einen komplexeren Zusammenhang gestellt werden sollte. Ein optimierter Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt bedarf einer umfassenden Schulung. Der Runde Tisch sieht es daher als notwendig an, dieses Themenfeld in das Curriculum aufzunehmen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes anhand von Fortbildungen mit dem Thema vertraut zu machen. Dazu müssen notwendige Ressourcen bereitgestellt werden. Der Runde Tisch empfiehlt: - Lokale Kriminalitätsbrennpunkte und bekannte Angsträume sollten mit Notrufmöglichkeiten ausgestattet werden. - Förderung der psychosozialen Versorgung lesbischer und schwuler Opfer von Gewalt sowie Förderung der Täterinnenarbeit im Bereich der Häuslichen Gewalt
  42. Bericht der Fachgruppe Familie 4.
  43. Auftrag der Fachgruppe Die Fachgruppe Familie wurde durch den Runden Tisch erst sehr spät, nämlich in der Sitzung am
  44. November 2003 eingesetzt; der Bericht war im Februar anzufertigen. Die Fachgruppe hatte folgenden Auftrag: "Gerade in Frankfurt am Main und anderen größeren Städten zeigt sich zunehmend mehr in der Öffentlichkeit, dass Lesben und Schwule für Kinder Verantwortung übernehmen. Die Anzahl der Kinder, die bei zumindest einem lesbisch oder schwulen Elternteil leben, statistisch zu erfassen ist schwierig. Schätzungen gehen von 1 Million homosexueller Elternteile in Deutschland aus. Auch die Familienforschung in der Bundesrepublik hat sich in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts verstärkt den Kindern mit gleichgeschlechtlich-liebendem Elternteil zugewandt (vgl. etwa: online-Familienhandbuch der Bayerischen Staatsregierung, Hrsg. W. Fthenakis, www.familienhandbuch.de (Stichwort "gleichgeschlechtliche“). Die Fachgruppe soll untersuchen, ob die städtischen Institutionen der Jugendhilfe und die Beratungsstellen für diese Fragestellung sensibilisiert sind.“ Bedingt durch die Kürze der Bearbeitungszeit konnte der Einsetzungsauftrag nur zu einem Teil bearbeitet werden. Gespräche haben stattgefunden mit dem für Jugend zuständigen Dezernat. 4.
  45. Ausgangssituation 4.2.1 Regenbogenfamilien auch in Frankfurt Familie ist da wo Eltern für Kinder oder Kinder für Eltern zusammenleben oder füreinander Verantwortung übernehmen. Dieser Familienbegriff knüpft entsprechend dem bundesweiten Konsens an die sozialen Faktoren der Familie an, da durch die Pluralisierung der Lebensformen keine einheitliche rechtliche Definition mehr möglich ist. Aufgabe staatlicher Familienpolitik ist es nicht, Familienformen zu bewerten, sondern im Sinne des Kindeswohls an einer bestmöglichen Entwicklungschance für jedes Kind mitzuwirken. In Frankfurt übernehmen auch Lesben und Schwule Verantwortung für Kinder. Diese Familienform wird in Fachpublikationen inzwischen häufig "Regenbogenfamilie“ genannt. Ihre Anzahl liegt im Bereich des Spekulativen und soll daher nicht geschätzt werden. Der Kinderwunsch ist bei jüngeren Lesben und Schwulen weiter verbreitet als dies bei heute älteren Lesben und Schwulen in diesem Alter der Fall war. Der Runde Tisch geht daher davon aus, dass die Anzahl der Regenbogenfamilien in Frankfurt zunehmen wird. Es existieren in der Community-Infrastruktur sowohl eine Gruppe für lesbische Mütter als auch eine Gruppe für schwule Väter. 4.2.2 Herkunft der Kinder in Regenbogenfamilien Den Angaben des Mikrozensus und den wenigen bisher vorliegenden Studien ist zu entnehmen, dass - die meisten Kinder aus früheren heterosexuellen Ehen und Partnerschaften eines Elternteils stammen [1] , - eine bisher unbekannte, aber vermutlich zunehmende Zahl jüngerer Lesben und Schwuler sich ein Leben mit Kindern wünscht [2] und eine Familiengründung durch Insemination oder Annahme eines Kindes als Einzelperson realisiert, - im Rahmen der Hilfen zur Erziehung – Vollzeitpflege – Kinder in Pflegestellen bei Lesben und Schwulen betreut werden und hier ein ausbaufähiges Potential qualifizierter Erziehungspersonen zu finden ist [3] . - mehr Kinder bei ihren lesbischen Müttern aufwachsen als bei ihren schwulen Vätern [4] , - gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern sowohl in Groß- und Kleinstädten als auch in ländlichen Regionen leben [5] . Das Jugendamt teilt mit, dass in Frankfurt bereits eine Anzahl lesbischer und schwuler Paare Pflegekinder aufgenommen haben. Auch Einzeladoptionen sind bekannt. Die Bewertung des Jugendamtes ist positiv; die Erfahrungen unterscheiden sich im Durchschnitt nicht von den mit heterosexuellen Paaren gemachten. 4.2.3 Problemstellungen für Regenbogenfamilien Hinweise für Problemlagen gibt die Familienforschung. Die Familienforschung in der Bundesrepublik hat sich in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts verstärkt den Kindern mit gleichgeschlechtlich-liebendem Elternteil zugewandt.[6] Die deutschen Familien—und Sozialforscher Fthenakis (2000)[7], Berger, Reisbeck & Schwer (2000) [8] und Eggen [9] kommen ebenso wie die amerikanische Zusammenfassung von 21 internationalen Studien durch Stacey und Biblarz [10] über Auswirkungen homosexueller Lebensweisen der Eltern auf Kinder im Wesentlichen zu folgenden Ergebnissen [11] :
  46. Hinsichtlich möglicher Verhaltens- und Entwicklungsstörungen aufgrund der sexuellen Orientierung der Eltern gibt es keine Unterschiede zwischen Kindern in gleichgeschlechtlichen und verschiedengeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Auch sind Kinder und Jugendliche homosexueller Eltern genauso oft heterosexuell orientiert wie Kinder heterosexueller Eltern.
  47. Nicht die sexuelle Orientierung, sondern das Geschlecht der (homosexuellen) Eltern scheint auf Einstellungen und Verhalten von Kindern zu wirken. So weisen wohl vor allem Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften von zwei Frauen heranwachsen, seltener ein geschlechtstypisches Rollenverhalten auf als Kinder heterosexueller Eltern [12] .
  48. Gleichwohl unterliegen Kinder homosexueller Mütter und Väter Diskriminierungen und Stigmatisierungen durch ihre soziale Umwelt, die Einstellungen und Verhalten der Kinder beeinflussen können. Hierzu gehören die familienrechtlichen und politisch-rhetorischen Diskriminierungen ebenso wie die Stigmatisierungen etwa durch Peergroups. Es gibt empirische Hinweise darauf, dass Kinder homosexueller Eltern unter diesen Diskriminierungen und Stigmatisierungen leiden. Um deshalb nicht selbst als homosexuell zu gelten, scheinen besonders Kinder in der Pubertät die Homosexualität ihrer Eltern gegenüber Gleichaltrigen zu verbergen oder es zu missbilligen, wenn die Eltern ihre sexuelle Orientierung in der Öffentlichkeit zeigen. Andererseits zeigen die Studien auch Kinder, die, wie insbesondere Wald (1999) hervorhebt, mit einer erstaunlichen psychischen Stärke diesen Stigmatisierungen entgegentreten.
  49. Grundsätzlich scheinen Kinder, die bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen, ihre sexuelle Orientierung reflektierter zu erleben. Gleichwohl schränken die Studien aus den USA diese These insofern ein, als sich diese Einstellung zum Teil auch durch die Umgebung prägen könnte: Homosexuelle Eltern in den USA leben überdurchschnittlich oft in Großstädten oder Universitätsstädten, ihre Kinder wachsen in einem vergleichsweise toleranten Milieu auf, welches seltener homophobe Einstellungen hegt.
  50. Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften unterliegen keinem höheren Missbrauchsrisiko.[13] Täter in Kindesmissbrauchsdelikten sind ganz überwiegend (ca. 95 % nach Erkenntnissen des Sicherheitsbericht der Bundesregierung) Männer; sie kommen überwiegend aus dem sozialen Nahraum. Das Missbrauchsrisiko für Mädchen ist dreimal höher als für Jungen. Damit liegt das Missbrauchsrisiko für Kinder, die bei einem lesbischen Paar aufwachsen und für Mädchen, die bei einem schwulen Elternpaar aufwachsen schon statistisch sehr viel niedriger als bei Kindern, die in heterosexuellen Partnerschaften aufwachsen. Aber auch bei Jungen, die bei einem schwulen Elternpaar aufwachsen, liegt das Risiko nicht nur nicht höher als bei Jungen, die mit heterosexuellen Eltern aufwachsen; es dürfte angesichts der stärkeren sozialen Kontrolle von außen sogar deutlich niedriger liegen. Somit findet nach Erkenntnissen der Wissenschaft ein weit verbreitetes Vorurteil keinerlei Bestätigung. Es ist nach Ansicht des Runden Tisches Aufgabe der Kindertagesstätten, der Schulen und der Jugend- und Familienhilfe daran mitzuwirken, die unter Punkt 3 benannten ggf. auftretenden besonderen Anfeindungen und Stigmatisierungen im sozialen Umfeld abzubauen. 4.
  51. Maßnahmeempfehlungen 4.3.1 Fortbildung im Bereich der Familienhilfe Das Jugendamt ist bereit, eine fachliche Fortbildungsveranstaltung für soziale Fachkräfte zur Thematik der Regenbogenfamilien anzubieten. Der Runde Tisch empfiehlt darüber hinaus, dass beim Sozialministerium in der Funktion des Landesjugendamtes die Erarbeitung einer Fachinformation zum Thema angeregt wird. 4.3.2 Zielgruppenspezifische Ansprache im Bereich der Pflegekindervermittlung Die Stadt Frankfurt hat Interesse am Ausbau des Pflegeelternpotenzials. Das Jugendamt berücksichtigt die Empfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, auch gleichgeschlechtliche Paare als potenzielle Pflegeeltern anzusprechen. Durch die Fachgruppe Familie wurde das Jugendamt darauf aufmerksam, dass gleichgeschlechtliche Paare häufig noch nicht wissen, dass ihre Bewerbung als Pflegeeltern bei der Stadt Frankfurt willkommen ist und fair geprüft wird. Das zuständige Dezernat ist bereit, eine zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit umzusetzen. 4.3.3 Erziehungs- und Familienberatung Es konnte in der Kürze des Fachgruppenverfahrens nicht evaluiert werden, welchen Sensibilisierungsgrad die Familien- und Erziehungsberatungsstellen den Regenbogenfamilien entgegen bringen. Der Runde Tisch empfiehlt, eine solche Untersuchung durchzuführen. Er hält es einerseits für sinnvoll auch hier eine fachliche Handreichung zur Thematik der Regenbogenfamilien von Seiten des Landes zu verteilen. Er empfiehlt, das Thema in der Frankfurter Arbeitsgemeinschaft der Beratungsstellen (AG 78) aufzugreifen. Zum anderen wäre es wünschenswert, dass sich eine Beratungsstelle besonders mit einem entsprechenden Beratungsschwerpunkt profiliert. Angesichts der unsicheren Finanzsituation der Beratungsstellen ist die Realisierbarkeit dieser Empfehlung jedoch zugleich fragwürdig. 4.3.4 Fortbildung für Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler in der Jugendhilfe Wesentlicher Faktor für den Abbau von Stigmatisierung ist die Reaktion des Umfeldes auf Regenbogenfamilien. Das kommunale Jugendbildungs-förderungswerk hat vor diesem Hintergrund der Fachgruppe zugesagt, eine sensibilisierende Fortbildung im Rahmen der Ausbildung von Jugendleiterinnen und Jugendleitern (Erwerb der JuLeiCa) anzubieten. 4.3.5 Bereich der Kindertagesstätten und der Schulen Der Runde Tisch empfiehlt, durch das Stadtschulamt beim Land einerseits eine fachliche Handreichung zum Thema Regenbogenfamilien für Lehrerinnen und Lehrer sowie für Erzieherinnen und Erzieher anzuregen oder diese selbst auf den Weg zu bringen. Zum anderen sollte das Thema in geeigneter Weise in die Ausbildung dieser beiden Berufe integriert werden; der Runde Tisch empfiehlt, entsprechende Vorschläge an die zuständigen Ministerien zu richten.
  52. Bericht der Fachgruppe Gesundheit 5.
  53. Ausgangssituation Die Fachgruppe Gesundheit wurde im September 2003 mit folgenden Grundüberlegungen vom Runden Tisch eingesetzt: "Die Stadt Frankfurt als Teil des "Gesunde Städte-Netzwerkes“ hat sich dem Ziel verpflichtet, "allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen“. Davon ausgehend und einem umfassenden Gesundheitsverständnis verpflichtet, wie es von der WHO 1986 in der "Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung“ formuliert wurde, wollen wir nicht nur den einzelnen, kranken Bürger oder Bürgerin in den Mittelpunkt unseres Interesses stellen, sondern auch seine mehr oder weniger gesundheitsfördernden Lebensumstände. Inwieweit Lesben und Schwule anders von Gesundheit und Krankheit betroffen sind, ist für das psychische Befinden inzwischen recht gut untersucht, die Forschung zur körperlichen Gesundheit steht jedoch erst am Anfang. Unbestritten ist, dass sich zum einen Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen negativ auf die somatische und psychische Gesundheit auswirken. Zum anderen kann auch der Umgang mit Homosexualität im Gesundheitssystem selbst zu weiteren Belastungen und zu einem eingeschränkten Gesundheitshandeln führen. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von körperlichen Krankheiten, beispielsweise im Bereich der sexuell übertragbaren Erkrankungen oder bei Krebserkrankungen, wo sich für Homosexuelle spezifische Fragen und Probleme stellen. Gerade im Kontext von HIV und AIDS hat es sich gezeigt, wie erfolgreich zielgruppenspezifische Gesundheitsprävention sein kann. Wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen sind lesbische Frauen und schwule Männer auch im Rahmen der somatischen gesundheitlichen Versorgung mit der selbstverständlichen Annahme von Heterosexualität konfrontiert. Im Kontakt mit Ärztinnen und Ärzten und medizinischem oder pflegerischem Personal werden dadurch Kommunikationsbarrieren errichtet. Wenn zum Beispiel Lesben im Erstgespräch die Frage nach der Verhütungsart gestellt bekommen, müssen sie entscheiden, ob, wie und wann sie dem widersprechen und ihre Lebensweise offen legen. Auch viele Aufnahme- oder Anamneseformulare orientieren sich ausschließlich an heterosexuellen Lebenswelten und führen damit absehbar zu Problemen in der medizinischen wie psychosozialen Behandlung. Ähnliches gilt auch für zahlreiche gesundheitliche Informationsbroschüren. Einige amerikanische Studien beschäftigen sich mit der Diskriminierung von Lesben und Schwulen durch Ärztinnen und Ärzte und anderes medizinisches Personal. Diese wird als Grund dafür gesehen, dass sie bei Beschwerden seltener medizinische Hilfe suchen und seltener an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen als Heterosexuelle. Vor allem in sehr viel bedrohlicheren medizinischen Akutsituationen oder im Pflegebereich, in denen die Unterstützung des Partners/ der Partnerin von großer Bedeutung ist, ist die z.T. erlebte, z.T. befürchtete Diskriminierung eine zusätzliche Belastung, die die Gesundheit beeinträchtigen kann. Ähnliches kann auch für die psychosoziale oder psychiatrische Gesundheitsversorgung festgestellt werden. Lesbische Frauen mit Therapieerfahrung berichten häufig, dass es hier weniger um ihre aktuelle Lebens- und Erlebensweise geht als um die Frage, INDEX warum sie lesbisch geworden sind. Die lange Geschichte der Pathologisierung von Homosexualität spiegelt sich immer noch in einem Defizit- oder Störungsansatz wider, demzufolge homosexuelle Lebensweisen als therapiebedürftiges Problem angesehen werden statt sie als individuelle, oft auch bewusst getroffene Lebensentwürfe zu betrachten (vgl. Studie von Donna Klara, Frauenberatungsstelle Kiel, 2001). Erforderlich ist, dass die Pathologisierung von Homosexualität strikt zu vermeiden ist und der Fokus auf die psychiatrische/psychotherapeutische Hilfsbedürftigkeit von Lesben und Schwulen gerichtet wird. Wie im medizinischen wird auch im psychosozialen Bereich die Möglichkeit lesbischer bzw. schwuler Beziehungen oft gar nicht erst mitgedacht und das Bedürfnis, die Lebenssituation von lesbischen Frauen und schwulen Männern zu verstehen, muss als gering eingestuft werden (vgl. Studie von Ohms / Müller 2001). Gerade in Beratungssituationen oder einem therapeutischen Setting, das auf Offenheit und Vertrauen beruht, ist aber die Arbeitsgrundlage durch derartige 'blinde Flecken’ ernsthaft in Frage gestellt. Auch Lesben und Schwule mit Behinderung sehen sich in Situationen, in denen sie auf Pflege und Betreuung angewiesen sind, oftmals einer Ignoranz ihrer sexuellen Orientierung gegenüber ausgesetzt. Dies führt bei Betroffenen zu Ängsten und vermindertem Selbstbewusstsein, dem mit Sensibilisierungs.maßnahmen entgegen gewirkt werden muss. Gleiches gilt, wenn selbstverständlich von einer eindeutigen Geschlechtsidentität ausgegangen wird, die sich an heteronormativen Vorstellungen und einem damit verbundenen Empfinden des eigenen Körpers orientiert. Ein Störungs- bzw. Defizitdenken in weiten Teilen der Medizin und Psychotherapie ignoriert hier den zentralen Aspekt einer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechts.rollenerwartungen, die der Unterstützung bedarf. Die Fachgruppe sollte sich mit ausgewählten Aspekten des Gesundheitssystems in Frankfurt beschäftigen und Vorschläge für konkrete Einzelmaßnahmen und eventuell notwendige Strukturveränderungen erarbeiten.“ 5.2 Gespräche und Arbeitskontakte Gespräche wurden geführt mit dem Gesundheitsamt, verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern im Gesundheitswesen wie auch innerhalb lesbischer und schwuler Zusammenhänge: - Feministisches Frauengesundheitszentrum FFGZ, Dipl.-Psych. Claudia Gutmann - Broken Rainbow e.V., Constance Ohms - Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule im Gesundheitswesen, Dr. Ulrich Gooß - Charlotte e.V., bundesweites Netzwerk lesbischer Ärztinnen - Bundesweites Netzwerk der Lesbentelefone und -beratungsstellen In diesen Gesprächen und Arbeitskontakten stellte sich große Übereinstimmung in der Problemdefinition - wie oben ausgeführt - heraus. Insbesondere wurden der Bedarf an Sensibilisierung für gleichgeschlechtliche Lebensweisen wie auch die Notwendigkeit von Fortbildungen zu diesem Thema im Gesundheitswesen betont. So zeigt etwa die steigende Zahl lesbischer Frauen mit Kinderwunsch bzw. lesbischer Mütter, dass dieses Thema innerhalb der Gynäkologie, in Frauengesundheitszentren, Geburtshäusern und bei Hebammen zu verankern ist. Auch gesundheitliche Auswirkungen von Diskriminierungserfahrungen und häuslicher Gewalt wurden als Bereich genannt, in dem weitere Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Die Förderung von Beratungseinrichtungen und kulturellen Treffpunkten wurde als wichtiger Beitrag zur Prävention gesundheitlicher Störungen bei Lesben und Schwulen angesehen. Eine Bedarfserhebung bei lesbischen Frauen und schwulen Männern könnte dazu beitragen, erforderliche Maßnahmen zu konkretisieren und Verbesserungen einzuleiten. 5.
  54. Ziele und Maßnahmeempfehlungen 5.3.
  55. Sensibilisierung Eine Sensibilisierung der öffentlichen Gesundheits- und psychosozialen Versorgung kann auf folgenden Ebenen ansetzen: - Informationen zur Existenz vielfältiger Lebensweisen sollten in Unterricht, Ausbildung und Fortbildung in Gesundheitsberufen ihren Stellenwert haben. - Fragen und Aussagen in Bezug auf die sexuelle bzw. Geschlechtsidentität und Lebenszusammenhänge sollten offen formuliert werden. In der Anamnese und späteren Behandlung sollte Raum sein, die aktuelle und individuelle Lebensgestaltung mit einzubeziehen. - Auch in der psychosozialen Betreuung von Menschen mit Behinderung gilt es, gleichgeschlechtliche Lebensweisen als Möglichkeit mitzudenken. Maßnahmeempfehlungen: - Entwicklung eines Leitfadens zum Umgang mit gleichgeschlechtlich lebenden Patientinnen und Patienten durch die Stadt Frankfurt in Zusammenarbeit mit professionellen Beratungsstellen - Angebot von Fortbildungen und Informationen für städtische Einrichtungen sowie Freie Träger, Kliniken, Behindertenverbände und –einrichtungen, etc. - Anregung an das Land Hessen, das Thema in die Lehrpläne für Gesundheitsberufe aufzunehmen 5.3.2.

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Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 13. Juni 2001NRNR 132Runder Tisch zur Situation von Lesben und Schwulen in FrankfurtSTVV-Antrag · GRÜNE
  2. 9. Juli 2004Sie sind hier
    BB 454Runder Tisch zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt
    Magistratsbericht
  3. 17. Februar 2006Antwort des Magistrats · nach 244 WochenBB 102Runder Tisch zur Situation von Lesben und Schwulen in FrankfurtMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf11 Beratungen
Ausschusses für Jugend, Soziales, Seniorinnen und Senioren
Sitzung 33 · 07.09.2004
TO I, TOP 39
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage B 454 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPFAGREP
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP, FAG und REP

Ausschusses für Immigration und Integration
Sitzung 33 · 09.09.2004
TO I, TOP 10
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage B 454 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPFAG
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG

Frauenausschusses
Sitzung 32 · 13.09.2004
TO I, TOP 7
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 454 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDP
Sonstige:
FAG (Kenntnis)REP (Kenntnis)PDS (Kenntnis)BFF (Kenntnis)E.l (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE und FDP Sonstige Voten/Protokollerklärung: FAG, REP, PDS, BFF und E.L. (= Kenntnis)

Ausschusses für Recht und Sicherheit
Sitzung 33 · 13.09.2004
TO I, TOP 10
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage B 454 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPFAG
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG

Ausschusses für Jugend, Soziales, Seniorinnen und Senioren
Sitzung 34 · 05.10.2004
TO I, TOP 15
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 454 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPFAGREP
Sonstige:
PDS (Kenntnis)BFF (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP, FAG und REP Sonstige Voten/Protokollerklärung: PDS und BFF (= Kenntnis)

Ausschusses für Immigration und Integration
Sitzung 34 · 07.10.2004
TO I, TOP 11
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 454 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDP
Sonstige:
FAG (Kenntnis)REP (Kenntnis)E.l (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE und FDP Sonstige Voten/Protokollerklärung: FAG, REP und E.L. (= Kenntnis)

Ausschusses für Recht und Sicherheit
Sitzung 34 · 11.10.2004
TO I, TOP 7
Beraten
Die Beratung der Vorlage B 454 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPFAG
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 37 · 14.10.2004
TO II, TOP 77
Beraten
Die Beratung der Vorlage B 454 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPFAG
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG

Ausschusses für Recht und Sicherheit
Sitzung 35 · 15.11.2004
TO I, TOP 8
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 454 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPFAG
Sonstige:
REP (Kenntnis)PDS (Kenntnis)BFF (Kenntnis)ÖkoLinX-ARL (Kenntnis)E.l (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP, PDS, BFF, ÖkoLinX-ARL und E.L. (= Kenntnis)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 38 · 18.11.2004
TO I, TOP 8
Zur Kenntnis
a) Die Vorlage B 454 dient zur Kenntnis. b) Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Stock, Schäfer, Siegler und Latsch dienen zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu a)
Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPFAGREPPDSBFFÖkoLinX-ARLE.l
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu a) CDU, SPD, GRÜNE, FDP, FAG, REP, PDS, BFF, ÖkoLinX-ARL und E.L.

Frauenausschusses
Sitzung 45 · 23.01.2006
TO I, TOP 3
Beraten
nicht auf TO Der Magistrat wird aufgefordert, den Bericht zur Vorlage B 454 spätestens in einem Monat vorzulegen. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPD
Ablehnung:
GrüneFDP
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU und SPD gegen GRÜNE (= Fristverlängerung um drei Monate) und FDP (= Fristverlängerung um zwei Monate)

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