Vertragliche Vereinbarungen zwischen der Stadt Frankfurt am Main und den Betreibern künftiger sowie bestehender Rechenzentren zur Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
Zusammenfassung
Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hat Maßnahmen zur Förderung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Rechenzentren beschlossen. Ziel ist es, verbindliche Standards für Planung, Bau und Betrieb neuer Rechenzentren zu entwickeln und die Nutzung von erneuerbaren Energien zu fördern. Dies soll zur klimagerechten Stadtentwicklung beitragen.
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Thema Stadtplanung verfolgenStellungnahme des Magistrats
Zu 1: Im Zuge der an den Leitlinien des Masterplans Industrie ausgerichteten Fortschreibung des Gewerbeflächenentwicklungsprogramms (M 44 vom 21.03.2022) hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main am 09.06.2022 die städtebauliche Steuerung der Ansiedlung von Rechenzentren beschlossen (§ 1838). Ziel dieses Beschlusses ist es, den Ausbau digitaler Infrastrukturen mit stadtentwicklungspolitischen, klima- und ressourcenschonenden Zielen in Einklang zu bringen. In diesem Zusammenhang wurde der Magistrat beauftragt, verbindliche Standards für die städtebauliche Qualität sowie für die nachhaltige, energieeffiziente Bewirtschaftung von Rechenzentren zu entwickeln, die künftig bei entsprechenden Vorhaben maßgeblich zu berücksichtigen sind. Unter Federführung des Klimareferats erarbeitet eine interdisziplinär besetzte Projektgruppe - bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Klimareferats, der Stabsstelle Digitalisierung, des Stadtplanungsamts und der Wirtschaftsförderung - derzeit in enger Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren der Rechenzentrumsbranche (u. a. Betreiber, Berater, Planungsbüros) konkrete Leitlinien für Planung, Bau und Betrieb neuer Rechenzentren im Stadtgebiet. Diese Leitlinien sollen als strategisches Instrument dienen, um Anforderungen und Empfehlungen für eine integrierte Stadtentwicklung zu formulieren und so sowohl bei Bauleitplanverfahren als auch in der verwaltungsinternen Abstimmung und Vertragsgestaltung eine einheitliche Handlungsgrundlage zu schaffen. Parallel hierzu leistet die Mainova AG als kommunales Energieversorgungsunternehmen einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der klimapolitischen Zielsetzungen der Stadt. So unterstützt sie Unternehmen bei der Senkung ihrer CO2-Emissionen durch sogenannte Öko-Optionen, die ergänzend zu bestehenden Stromverträgen abgeschlossen werden können und eine Versorgung mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien gewährleisten. Ergänzend hierzu bietet die Mainova AG sogenannte Power-Purchase-Agreements (PPA) an, in deren Rahmen sie in Photovoltaik-Anlagen investiert und den dort erzeugten Strom direkt an die Geschäftskunden liefert - entweder auf dem Betriebsgelände installierte (On-site) oder externe (Off-site) Anlagen. Letzteres wird bereits erfolgreich zur Versorgung von Rechenzentren umgesetzt. Darüber hinaus verfolgt die Mainova AG Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz von Rechenzentren, etwa durch die geplante Begrünung der Fassade des Mainova Webhouse Rechenzentrums in Frankfurt-Seckbach. Diese Maßnahme soll nicht nur zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen, sondern auch die Gebäudehülle thermisch optimieren und damit den Energiebedarf zur Kühlung senken. Ein zentrales Zukunftsthema stellt die Nutzung der Abwärme von Rechenzentren zur klimafreundlichen Wärmeversorgung dar. Die Mainova AG arbeitet hierzu in den Stadtteilen Seckbach, Riederwald und Fechenheim bereits mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern an tragfähigen Konzepten zur Einspeisung von Rechenzentrumsabwärme in das Fernwärmenetz. Ziel ist es, sowohl Bestandsquartiere als auch Neubauprojekte oder hybride Lösungen mit Wärmepumpentechnologie in ein nachhaltiges Wärmekonzept einzubinden und damit einen weiteren Baustein zur klimagerechten Stadtentwicklung Frankfurts zu leisten.
Zu 2: Der Magistrat kann keine Vereinbarungen mit den Betreibern bestehender Rechenzentren treffen, die diese nachträglich zu Maßnahmen jeglicher Art verpflichten. Rechtsverbindlich sind die bereits erteilten Genehmigungen für die bestehenden Rechenzentren. Aufgrund der Rechtssicherheit können diese Genehmigungen nicht nachträglich mit Auflagen versehen werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 23. Mai 2022OAOA 196Mainova Rechenzentrum soll nach städtischen Vorgaben gebaut werden Vortrag des Magistrats vom 21.03.2022, M 44Anregung
- 20. September 2023OFOF 514/11Vertragliche Vereinbarungen zwischen der Stadt Frankfurt am Main und den Betreibern künftiger sowie bestehender Rechenzentren zur Energieeffizienz und NachhaltigkeitOrtsbeiratsantrag · SPD
- 9. Oktober 2023OAOA 399Vertragliche Vereinbarungen zwischen der Stadt Frankfurt am Main und den Betreibern künftiger sowie bestehender Rechenzentren zur Energieeffizienz und NachhaltigkeitAnregung
- 9. September 2024STST 1624Vertragliche Vereinbarungen zwischen der Stadt Frankfurt am Main und den Betreibern künftiger sowie bestehender Rechenzentren zur Energieeffizienz und NachhaltigkeitStellungnahme
- 13. Dezember 2024OFOF 678/11Deutliche Zunahme der Lichtverschmutzung durch den Bau und Betrieb von Rechenzentren im Ortsbezirk 11Ortsbeiratsantrag · GRÜNE
- 13. Januar 2025VV 1092Deutliche Zunahme der Lichtverschmutzung durch den Bau und Betrieb von Rechenzentren im Ortsbezirk 11Anfrage
- 12. Mai 2025STST 752Deutliche Zunahme der Lichtverschmutzung durch den Bau und Betrieb von Rechenzentren im Ortsbezirk 11Stellungnahme
- 22. August 2025Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 170 WochenSTST 1417Vertragliche Vereinbarungen zwischen der Stadt Frankfurt am Main und den Betreibern künftiger sowie bestehender Rechenzentren zur Energieeffizienz und NachhaltigkeitStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab