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Seit geraumer Zeit lagern Betonfiguren des belgischen Künstlers Jan De Cock in der Saalgasse und vor dem Dom. Passanten

Vorlagentyp: F
17 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im VerfahrenBeantwortet
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Frage vom 24.08.2017, F 758 Seit geraumer Zeit lagern Betonfiguren des belgischen Künstlers Jan De Cock in der Saalgasse und vor dem Dom. Passanten halten diese häufig für Bauschutt des nahe gelegenen Dom-Römer-Areals. In einer Verlautbarung der Schirn Kunsthalle steht zu den Figuren: "Dabei erinnert ihre 'Un-Form' eher an Bauschrott als an eine traditionelle Skulptur; sie wirken sperrig, störend, zufällig und deplatziert."

Ich frage den Magistrat: Wer ist verantwortlich dafür, dass die Genehmigung erteilt wurde, diese bauschrottähnlichen Figuren nicht nur auf dem Gelände der Schirn , sondern im öffentlichen Raum der Saalgasse und der Domumgebung abzustellen, und wie wird sichergestellt, dass sich Derartiges in Zukunft nicht wiederholt?

Antwort des Magistrats: Sehr geehrter Herr Stadtverordneter Mund! In der Tat handelt es sich bei den Betonfiguren um Modelle von Denkmälern des belgischen Künstlers Jan De Cock, die den reichsten deutschen Unternehmern gewidmet sind. Diese Skulpturen stehen, zusammen mit einer Zeitung, die in der Ausstellung PEACE zur kostenlosen Mitnahme bereitliegt, unter dem Titel "Everything For You, Frankfurt". Die Skulpturen, die im öffentlichen Raum vom Künstler positioniert worden sind, diskutieren kritisch sowohl einen Teil der Geschichte und der baulichen Gegenwart Frankfurts als auch die Bedeutung des Begriffs "öffentlicher Raum". In einer Rezension der FAZ über eine im Jahr 2005 vorgenommene monumentale Installation von Jan De Cock im Außenraum der Schirn Kunsthalle heißt es: " ... Seine Kunst schert sich um die Wirklichkeit: um den urbanen Raum, den vom künstlerischen Willen ausgeklammerten Ort, mit dem sonst unwidersprochen Schindluder getrieben werden darf, obwohl er doch alle angeht. Der Sekundäreffekt des Unterfangens ist immens; Nachdenken ist eine schöne Übung in Sachen Kunst." Auf ähnliche Weise kann über Jan De Cocks neue Arbeit gesprochen werden. Die Skulpturen alias Denkmäler machen gleichzeitig auf sich und auf ihre Umgebung aufmerksam. Die dazugehörige Zeitung dokumentiert überdies die Möglichkeiten einer Kunst im öffentlichen Raum, die mehr ist als ästhetischer Konsum und Verhübschung. Ich bin mir über die kontroversen Debatten, die dieses Kunstwerk ausgelöst hat und immer noch auslöst, bewusst - und stehe auch voll und ganz zu dem Kunstwerk und seiner Beziehung zum Thema PEACE. Die Konfrontation ist im Sinne des Künstlers und der Diskussion um die Kunstwerke. Allerdings zeigen die vielen interessierten Passantinnen und Passanten, die täglich in großer Anzahl bei den Kunstwerken verweilen, dass es sich um eine zum Nachdenken einladende und vor allem um eine alle sozialen Schichten ansprechende Arbeit handelt. Eine Sondergenehmigung hierfür ist beim Amt für Straßenbau und Erschließung beantragt, eine Wertung der künstlerischen Aussage findet dort nicht statt. Ebenso wenig kann sichergestellt werden, dass sich "derartiges" nicht wiederholt. Kunst kann und darf nicht jedermann gleichermaßen gefallen, sie wird nur darüber zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Das muss und will eine offene Stadtgesellschaft, insbesondere hier in Frankfurt, auch aushalten. Antragstellende Person(en): Stadtv. Mathias Mund

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 24. August 2017Sie sind hier
    FF 758Seit geraumer Zeit lagern Betonfiguren des belgischen Künstlers Jan De Cock in der Saalgasse und vor dem Dom. Passanten
    Fragestunde-Frage
  2. 27. September 2017AA 260KunstwerkeSTVV-Anfrage · AfD
  3. 22. Dezember 2017Antwort des Magistrats · nach 17 WochenBB 420KunstwerkeMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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