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Psychiatrie Klinikum Höchst: Zustände überprüfen und Missstände beseitigen

Vorlagentyp: B
137 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren2 Sitzungen

Zusammenfassung

Der Bericht des Magistrats beschreibt die Maßnahmen zur Verbesserung der Zustände in der Klinik für psychische Gesundheit, die nach kritischen Berichten eingeleitet wurden. Ziel ist es, die Qualität der psychiatrischen Versorgung zu erhöhen und die Missstände zu beseitigen. Die erwarteten Ergebnisse sind eine verbesserte Patientenzufriedenheit und eine höhere Behandlungsqualität.

Dies ist eine KI-generierte Zusammenfassung. Diese kann Fehler beinhalten.

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Bericht

Mit dem nun vorgelegten Bericht wird der Bericht des Magistrats vom 16.08.2019, B 285, ergänzt und die zwischenzeitlich eingeleiteten Maßnahmen geschildert. Die Reportage des Team Wallraff über die Klinik für Psychiatrie am Klinikum Frankfurt Höchst, die im März 2019 bei RTL ausgestrahlt wurde, ist durch Einschleusung einer Undercover-Reporterin ins Pflegeteam entstanden. Seit der Ausstrahlung stand und steht die mittlerweile in Klinik für psychische Gesundheit umbenannte Klinik im Zentrum von größtenteils unberechtigter Kritik der Öffentlichkeit. Die mutmaßlichen Missstände sind in der Reportage tendenziös und zusammenhanglos dargestellt worden, sie sind so im beschützten Bereich nahezu jeder psychiatrischen Klinik in Deutschland anzutreffen und Folge eines die Psychiatrien vernachlässigenden Gesundheitssystems. So konnte auch in dieser Klinik ein erhebliches Optimierungspotenzial festgestellt werden. Um die Sachlage aufzuarbeiten, wurde in Höchst ein externer psychiatrieerfahrener Berater beauftragt, den Status Quo sowie daraus abzuleitende Maßnahmen darzustellen. Dieser Bericht wurde transparent der Öffentlichkeit, Interessierten, Betroffenen, Angehörigen und natürlich auch Mitarbeiter*innen vorgestellt. Seit der Berichterstattung wurde in der Psychiatrie viel verändert: - Chefarztwechsel Am 01.11.2020 wurde Frau Prof. Dr. med. Sibylle C. Roll zum Zwecke der Neu- und Umstrukturierung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Psychosomatik als Chefärztin im Klinikum Frankfurt Höchst eingesetzt. - Zertifizierung durch DIN ISO 9001:2015: Im Mai 2021 wurde nach zahlreichen Optimierungsmaßnahmen, unter anderem der Aufnahme-, Behandlungs- und Entlassungsprozesse, eine Prüfung zur Zertifizierung nach DIN ISO durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden strukturelle Qualitätsmerkmale, wie Ausstattung und therapeutisches Angebot der Einrichtung sowie die Umsetzung der therapeutischen Konzepte im stationären und tagesklinischen Bereich hinterfragt. Hierbei lagen u.a. die Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeitende und der Nachweis einer strukturierten und systematischen Einarbeitung neuer Kolleg*innen im Fokus des Zertifizierungsaudits. Ebenso wurden Abläufe und Prozesse der Aufnahme, der Behandlung und der Entlassung auf den Prüfstand gestellt. In diesem Zusammenhang wurden die effizienten Abläufe, die Behandlungsqualität und die gute Organisation der Klinik bestätigt. - Modernisierung der Stationen: In einem aufwändigen Renovierungs- und Sanierungsprozess wurden die beschützt und fakultativ beschützt geführten Stationen nach Farb- und Lichtkonzepten neu gestaltet. Dazu gehören helle freundliche Zimmer, eine der Tageszeit anpassbare Lichttechnik, nach Themen gestaltete Flure, Speisen- und Aufenthaltsräume, von Künstlern erstellte Bilder sowie ein innovativer Kriseninterventionsraum mit interaktiver Medienwand. Hier finden Menschen, die sich in einer akuten psychischen Krise befinden, ihre Rückzugsmöglichkeit. Ebenso wurde im offenen Bereich renoviert, sodass sich die Patient*innen deutlich wohler fühlen. - Entwicklung und Leben eines Leitbildes In einer multiprofessionell besetzten Steuerungsgruppe wurde über mehrere Monate ein Leitbild für die Klinik entwickelt, das von allen Mitarbeitenden mit Leben gefüllt wird. - Namensänderung Im Dezember 2020 wurde die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Psychosomatik in Klinik für psychische Gesundheit umbenannt, um auch nach außen den inneren Wandel deutlich zu machen. - Etablierung störungsspezifischer Konzepte Inhaltlich werden aktuell krankheitsspezifische Behandlungskonzepte etabliert. Zunächst wurde mit Inhouse-Fortbildungen evidenzbasierter Konzepte für die gesamten Teams (seit Juni 2021) begonnen. Jährlich werden hierzu Auffrischungs-Workshops angeboten. Die Konzeptionsphase beginnt gemeinsam mit den Teams im Rahmen von Konzepttagen (ab Herbst 2021, dann jährlich zur Qualitätskontrolle). Die Implementierung der Konzepte mit begleitenden störungsspezifischen Supervisionen ist ab Herbst/Winter 2021 geplant. Es wird dann feste Zuordnungen der Ärzte, Psychologen, Pflege, Sozialarbeiter und Kreativtherapeuten zu den Stationen geben, um eine möglichst hohe Kontinuität in der Behandlung zu gewährleisten. Es besteht die Möglichkeit der Rotation nach 2-3 Jahren, um neue Konzepte kennenlernen zu können, Burnout im beschützten Bereich zu vermeiden und die eigene Kompetenz erweitern zu können. Zu folgenden Krankheitsbildern wird es spezifische Konzepte und Schwerpunktstationen geben: - Affektive Erkrankungen und Angsterkrankungen - Posttraumatische Belastungsstörungen und Persönlichkeitsstörungen - Psychotische Erkrankungen - Stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen - Gerontopsychiatrische Erkrankungen - Kognitive Beeinträchtigungen und Intelligenzminderung - Etablierung Safewards Bereits im Sommer 2019 wurde begonnen, das milieutherapeutische Konzept zur Reduktion von Zwang und Gewalt auf mehreren Stationen zu etablieren. Pandemiebedingt musste die Etablierung unterbrochen werden. Ab Herbst 2021 wird es erneut einen Einführungsworkshop und in Folge Implementierungsworkshops mit Safewards-Supervisionen alle 2 Monate (ab Winter 2021) geben. Zudem werden im Verlauf kontinuierliche Safewards-Supervisionen und jährliche Konsolidierungsworkshops angeboten. - Angehörige und Psychiatrieerfahrene inkludieren Es ist geplant, ab Herbst Genesungsbegleiter und Peer-to-Peer-Beratung im Akutbereich einzusetzen. Bereits jetzt sind Psychiatrieerfahrene am Weiterbildungscurriculum beteiligt, perspektivisch werden auch die Angehörigen beteiligt. In der Ambulanz wird eine Angehörigensprechstunde eingerichtet. Ab Herbst sind regelmäßige tria- und tetralogische Veranstaltungen zu bestimmten Krankheitsbildern geplant. Die Etablierung des 'open-dialogue' ist ebenfalls in Planung.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 19. März 2019NRNR 793Psychiatrie Klinikum Höchst: Zustände überprüfen und Missstände beseitigenSTVV-Antrag · FDP
  2. 16. August 2019BB 285Psychiatrie Klinikum Höchst: Zustände überprüfen und Missstände beseitigenMagistratsbericht
  3. 5. November 2021Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 137 Wochen
    BB 390Psychiatrie Klinikum Höchst: Zustände überprüfen und Missstände beseitigen
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf2 Beratungen
OBR 6
Sitzung 6 · 23.11.2021
TO I, TOP 55
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 390 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 4 · 13.01.2022
TO I, TOP 14
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 390 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFBFF-BIGFRAKTION
Ablehnung:
Linke
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und FRAKTION gegen LINKE. (= Zurückweisung)

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