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Beschäftigungs- und Konjunkturprognose Frankfurt Rhein-Main 2014 - negative Entwicklung trotz Flughafenausbau

Vorlagentyp: B
18 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren1 Sitzung
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Inhalt

Bericht des Magistrats vom 07.04.2014, B 109

Betreff: Beschäftigungs- und Konjunkturprognose Frankfurt Rhein-Main 2014 - negative Entwicklung trotz Flughafenausbau Vorgang: A 459/13 RÖMER Der Wirtschaftsstandort Frankfurt Rhein-Main behauptet sich ausgezeichnet im internationalen Wettbewerb mit Metropolregionen, die um ein Vielfaches größer sind. Die Europäische Kommission hat im August 2013 eine Studie veröffentlicht, die sich mit der Wettbewerbsfähigkeit von Regionen in Europa befasst. Nach dem regionalen Wettbewerbsfähigkeitsindex 2013 landete die Region FrankfurtRheinMain auf Platz 7 von 262 europäischen Regionen. Damit hat die Region im Vergleich zur letzten Studie aus dem Jahr 2010 fünf Plätze aufgeholt. Punkten konnte die Region Frankfurt insbesondere vor allem in den Indikatorengruppen Infrastruktur (Platz 9) und hochentwickelte Wirtschaft (Platz 2). Frankfurt am Main ist der Motor der gesamten Region und wartet mit einem sehr robusten Arbeitsmarkt mit 650.000 Arbeitsplätzen auf. Noch nie gab es in Frankfurt so viele Arbeitsplätze wie 2012. Der Arbeitsmarkt profitiert von der vielfältigen Wirtschaftsstruktur der Stadt: Frankfurt hat eine starke Industrie, einen ebenfalls hochdifferenzierten Dienstleistungssektor mit Leitfunktionen für die Branchen Finanz, Consulting, Logistik und Handel. Die analoge Infrastruktur (sämtliche Fernwegenetze über Straße, Schiene, Luft und Wasser) in Verbindung mit der immer wichtiger werdenden Position als Digital Hub Europas - mit dem weltgrößten Datendrehkreuz, dem leistungsfähigen Glasfasernetz und der hohen Dichte an Rechenzentren - gewährleistet der Standort Frankfurt am Main den schnellen und leichten Marktzugang (Connectivity) zu allen Schlüsselmärkten in Deutschland, Europa und Übersee. Der schnellstmögliche Zugang zum Kunden ist für ein Unternehmen das wichtigste Kriterium bei der Standortwahl. Es ist auch die wichtigste Begründung für die hohe Konzentration von Unternehmen und Arbeitsplätzen in Frankfurt am Main. Die herausragende Bedeutung als Arbeitsstätte für Finanz- und IT-Fachleute wird durch die Ansiedlung der europäischen Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank und der europäischen Versicherungsaufsicht weiteren Aufwind bekommen. Frankfurt am Main hat bereits hunderte von Arbeitsplätzen dazugewonnen, die von anderen Standorten umgesiedelt oder zusammengezogen wurden. Als Beispiele seien hier genannt die 600 Mitarbeiter der DB Schenker in der neuen Zentrale in Gateway Gardens oder die 400 zusätzlichen Arbeitsplätze am erweiterten Standort des Unternehmens "Finanz Informatik" in der Theodor-Heuss-Allee. Auch im Bereich des Einzelhandels weist Frankfurt ausschließlich Spitzenwerte auf: die Zeil wurde als Deutschlands umsatzstärkste Einkaufsstraße gekürt und viele Touristen kommen vornehmlich zum Einkaufen aus China und Russland in die Mainmetropole. Neben den rund 1,8 Millionen Einwohnern im Einzugsgebiet nutzen rund 2,3 Millionen Messebesucher das große Angebot an Verkaufsflächen, das mit der Eröffnung der Einkaufszentren "Skyline Plaza" und "MA" im Sommer 2013 um 200 neue Geschäfte erweitert wurde. In jüngsten Untersuchungen vom Januar 2014 geht das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) von 20.000 neuen Arbeitsplätzen in der Rhein-Main-Region für 2014 aus und gibt eine positive Prognose für die nächsten beiden Jahre aus. Dies sei vorne weg gestellt, da sich die einzelnen Fragen der Anfrage A 459 explizit auf die im November 2013 veröffentlichte Zahlen der IHK stützen und die nachfolgend aufgeführten Antworten sich dementsprechend auch darauf beziehen.

Zu 1.: Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die aktuelle wirtschaftliche Gesamtlage (national als auch global) als auch die bestehenden Rahmenbedingungen an einem Standort im Ergebnis deutlich stärker ausschlaggebend für das Konjunkturbarometer als z. B. die Berücksichtigung eines einzelnen Standortfaktors im Infrastrukturbereich. Sachverhalte wie z. B. die Eurokrise oder die Konjunkturkrise in den USA beeinflussen den IHK-Geschäftsklima-Index in deutlich stärkerer Form.

Zu 2.: Die Begründung hierfür ist in dem Originaltext aus der IHK-Veröffentlichung, welche der Verfasser in seiner Anfrage unvollständig übernommen hat, nachzulesen. Die IHK begründet in Ihren Ausführungen, dass "die Arbeitslosenquote in den Kernstädten strukturbedingt höher liegt."

Zu 3.: Die Rückläufigkeit des IHK-Umsatzindikators im Bereich Handel wird zum größten Teil durch zwei Trends bedingt:

  1. Der stationäre Einzelhandel verliert zunehmend Marktanteile an den Onlinehandel. Der Versandhandel befindet sich in Deutschland auf massiven Wachstumskurs und betrug nach Angaben des BVH (Bundesverband Versandhandel) im Gesamtjahr 2012 rund 39,3 Mio. Euro. Dies macht ca. 10% des deutschen Einzelhandels aus. Derzeit liegen die jährlichen Umsatzzuwächse für die Branche bei ca. 8 Prozent.
  2. Demographische Veränderungen sind ebenfalls für die rückläufigen Veränderungen im Bereich Einzelhandel verantwortlich. Nach einer Studie des HWWI (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut) werden "die Ausgaben der Haushalte für Wohnen, Gesundheit und Vorsorge steigen, für Konsum hingegen nicht. .... Bei Nahrungsmitteln, aber auch Bekleidung, Schuhen, Haushaltsgegenständen und Möbeln seien Sättigungstendenzen zu erkennen." Zu 4.: Aus den zu Frage 3 dargestellten Tendenzen ergibt sich zwangsläufig auch eine geringere Nachfrage nach Arbeitskräften im Bereich des stationären Einzelhandels. Im Hinblick auf den Frankfurter Flughafen sei jedoch erwähnt, dass sich dieser insbesondere gegen den Trend im Einzelhandel entwickelt. Hier steigerte sich der Retail-Erlös pro Passagier in den ersten drei Quartalen des abgelaufenen Geschäftsjahres um über 10 Prozent und es wurden alleine durch ein Handelsunternehmen über 140 neue Arbeitsplätze im Retail-Bereich mit der Eröffnung des Flugsteiges A+ geschaffen. Aber auch der Einzelhandel in der Innenstadt profitiert vom Flughafen und seinen Touristen. Als Beispiel sei der Betrag genannt, den chinesische Touristen während ihres Frankfurt-Aufenthalts ausgeben. Dieser Betrag liegt nach Aussage des Finanzdienstleister Global Blue bei 850 Euro pro Kopf. Zu 5.: Die Gewichtung bzw. Erwähnung der Einflussfaktoren auf die Konjunktur obliegt dem Autor der Veröffentlichung. Neben dem Flughafen Frankfurt gibt es eine Vielzahl von weiteren beeinflussenden Faktoren, die von enormer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Rhein-Main-Gebietes sind, aber ebenfalls in der Veröffentlichung nicht genannt werden. Trotzdem ist ein direkter positiver Einfluss des Flughafens auf die Gesamtkonjunktur des Rhein-Main-Gebietes nachweisbar (s. hierzu auch Frage 4). Indirekte Einflüsse wie die Tatsache, dass ein internationaler Flughafen mit Drehscheibenfunktion die Standortattraktivität einer Region für international operierende Unternehmen, insbesondere für Banken, Versicherungen und sonstige Dienstleistungen ("Katalytischer Effekt"), steigert, können ebenfalls aus der positiven Konjunkturprognose des Barometers für den Bereich Dienstleistungen abgeleitet werden.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 3. Dezember 2013AA 459Beschäftigungs- und Konjunkturprognose FrankfurtRheinMain 2014 - negative Entwicklung trotz FlughafenausbauSTVV-Anfrage · RÖMER
  2. 7. April 2014Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 18 Wochen
    BB 109Beschäftigungs- und Konjunkturprognose Frankfurt Rhein-Main 2014 - negative Entwicklung trotz Flughafenausbau
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Wirtschaft und Frauen
Sitzung 29 · 13.05.2014
TO I, TOP 17
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 109 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDP
Ablehnung:
Römer
Sonstige:
Freie Wähler (Kenntnis)Elf Piraten (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE. und FDP gegen RÖMER (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FREIE WÄHLER und ELF Piraten (= Kenntnis)

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