Ächtung des N*Wortes und des M*Wortes gemäß den Zielen der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung
Beschluss zuNR_198_2021Stadtverordnetenversammlung
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31. März 2022
31. März 2022
Antragsteller
FRAKTION
Zusammenfassung
Der Antrag zielt darauf ab, das N*Wort und das M*Wort gemäß den Zielen der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung zu ächten. Dies soll zur Sensibilisierung der Bevölkerung gegenüber Rassismus und Diskriminierung beitragen und die Wertschätzung der Beiträge von Menschen afrikanischer Abstammung fördern.
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Beschluss
1. Den Vorlagen NR 198 und NR 231 wird im Rahmen der Vorlage NR 283 zugestimmt. 2. Die Stadt Frankfurt am Main unterstützt die Ziele der von der UN-Generalversammlung ausgerufenen "Internationalen Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung" und erkennt an, dass Menschen afrikanischer Abstammung Opfer des Kolonialismus waren und von dessen Folgen betroffen sind. Die Stadt Frankfurt am Main setzt sich aktiv gegen rassistische Diskriminierung ein. Wir werden gemeinsam mit der Zivilgesellschaft anti-Schwarzen Rassismus aktiv bekämpfen und die koloniale Vergangenheit aus lokaler Perspektive aufarbeiten. Die Stadt Frankfurt verfolgt stets das Ziel einer diskriminierungs- und gewaltfreien Sprache. Wir bekennen uns zu Offenheit und Toleranz im Zusammenleben aller Menschen in Frankfurt. Vor diesem Hintergrund fordert die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat auf: - Geeignete Orte und Formate zu identifizieren, um sich mit der Kolonialgeschichte Deutschlands und lokalen Anknüpfungspunkten auseinanderzusetzen. Dabei sollen zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteurinnen und Akteure eng mit eingebunden sowie Betroffene gehört werden. - Darüber hinaus Plätze- und Straßennamen mit Bezug zum Kolonialismus aufzulisten. Sodann soll eine kritische Sichtbarmachung und Aufklärung durch Plaketten, QR-Codes oder Ähnliches erfolgen und in besonders drastischen Fällen eine Umbenennung in Erwägung gezogen werden, die in Einklang mit unseren Vorstellungen einer gleichberechtigten Sichtbarmachung von Frauen sowie in Bezug auf unsere diverse Stadtgesellschaft steht. Bei diesem Prozess der kritischen Auseinandersetzung im Sinne der Erinnerungskultur werden die dafür zuständigen Ortsbeiräte sowie Bürgerinnen und Bürger eng einbezogen. - Zudem fördert die Stadt Frankfurt am Main die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte insbesondere im öffentlichen Raum und in der Jugendbildungsarbeit. In diesem Rahmen wird auch an den Völkermord an den Herero und Nama in "Deutsch-Südwestafrika" erinnert, der sich 2024 zum 120. Mal jährt. Die Stadt Frankfurt am Main kooperiert mit Vereinen, Projekten und Initiativen, die sich für die Sichtbarkeit der Perspektiven und Lebensrealitäten von Menschen afrikanischer Herkunft einsetzen. Die Stadtverordnetenversammlung möge außerdem beschließen, das "N*Wort" und das "M*Wort" als rassistisch und diskriminierend anzuerkennen und zu verurteilen. Die Stadtverordnetenversammlung fordert diesbezüglich den Magistrat auf: - Geeignete Formen einer gesamtzivilgesellschaftlichen Auseinandersetzung und Debattenformate zu diskriminierungsfreier Sprache zu erarbeiten und diese umzusetzen. Auch hierbei sollen zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteurinnen und Akteure eng mit eingebunden sowie Betroffene gehört werden. - Besondere Fortbildungsangebote zu interkultureller Kompetenz und Sensibilisierung für anti-Schwarzen Rassismus für städtische Mitarbeitende zu konzipieren, auszubauen und in die Ausbildungspläne aufzunehmen.1 (NR 283) 3. Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Telyakar, Ditfurth, Wehnemann, Ringer, Schwichtenberg, Shehata, Schnitzler, Huber, Lobenstein, Hahn, Brillante, Mahn, Zieran und Schenk sowie von Bürgermeisterin Dr. Eskandari-Grünberg dienen zur Kenntnis. 4. Die Wortmeldung der Stadtverordneten Ditfurth zur Geschäftsordnung dient zur Kenntnis. 5. Die persönliche Erklärung des Stadtverordneten Pfeiffer dient zur Kenntnis.