Kühlanlage der Trauerhalle am Friedhof Kalbach reparieren
Zusammenfassung
Der Magistrat schlägt vor, die defekte Kühlanlage der Trauerhalle am Friedhof Kalbach nicht zu reparieren, da die Nachfrage nach Kühlmöglichkeiten stark gesunken ist. Dies ist auf die abnehmenden Bestattungszahlen und die steigende Anzahl an Urnenbeisetzungen zurückzuführen. Das erwartete Ergebnis ist eine Kostenersparnis für die Stadt Frankfurt am Main.
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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgenStellungnahme des Magistrats
Das kommunale Friedhofswesen unterliegt einem starken Wandel. Bundesweit lassen sich dabei verschiedene Entwicklungen aufzeigen, die zu einer strukturellen Problematik der deutschen Friedhöfe führen und sich so auch in Frankfurt am Main widerspiegeln. Die veränderte Nachfrage der Friedhofsnutzerinnen und -nutzer führt zu einem abnehmenden Bedarf an Bestattungsflächen, zu einer sinkenden Auslastung der Friedhofseinrichtungen und zu einem steigenden Bedarf an pflegefreien Grabformen.
Seit einigen Jahren ist eine stetige Abnahme der Bestattungsfälle in Frankfurt am Main zu verzeichnen. Auch ein Vergleich der Sterbeziffer im Bundesdurchschnitt mit der Frankfurter Bevölkerung zeigt einen deutlichen Rückgang in Frankfurt am Main.
Weiterhin steigt die Anzahl der Urnenbeisetzungen dauerhaft an und liegt stadtweit bei einem Anteil von fast 75%, so dass nur rund 25 % der Bestattungen in Frankfurt am Main in einem Sarg durchgeführt werden.
Demzufolge hat sich auch die Anzahl der Unterstellungen in einer Kühlung direkt auf dem Friedhof drastisch reduziert. Dies bedeutet, dass die Verstorbenen nicht auf den Friedhöfen eingestellt, sondern in der Regel direkt in ein Krematorium gefahren oder bei Bestattern aufbewahrt werden. Wurden Verstorbene beispielsweise im Jahr 2014 insgesamt noch 4.343 Tage in einer Kühlzelle bzw. im Totenhaus untergestellt, hat sich im Jahr 2019 die Zahl auf 1.924 reduziert. Das entspricht einer Abnahme von rund 56 %. Der zusätzliche Rückgang der Nutzung der Kühlmöglichkeiten im Jahr 2020 ist durch Corona verstärkt worden, da viele Bestattungen aufgeschoben wurden und dies in der Regel nur bei Urnenbeisetzungen möglich ist. Weiterhin haben die meisten Bestattungsunternehmen mittlerweile eigene Unterstellmöglichkeiten. Daher werden diese infrastrukturellen Einrichtungen der Stadt Frankfurt nur noch in geringem Umfang nachgefragt.
Neben den sinkenden Fallzahlen bei der Unterstellung ist auch ein Augenmerk auf die Friedhofsgebührenkalkulation zu richten. Im gebührenfinanzierten Bereich des Bestattungswesens müssen Ausgaben kritisch hinterfragt werden. So sind Unterstell- bzw. Kühlmöglichkeiten auf vielen Frankfurter Friedhöfen vorhanden. In 2020 wurden insgesamt durch die Friedhofsabteilung über 90 Kühlmöglichkeiten angeboten. Einige davon sind jedoch stark sanierungsbedürftig. Eine Vorhaltung von Kühlzellen auf den kleineren der 36 Friedhöfen wird daher jetzt schon verstärkt durch die Abteilung Friedhofsangelegenheiten hinterfragt und diese teilweise nicht mehr zur Verfügung gestellt. So auch aufgrund des Defektes in Kalbach.
Durch die stark zurückgehenden Fallzahlen und in ausreichender Anzahl vorhandenen Unterstellmöglichkeiten auf den Frankfurter Friedhöfen, lehnt der Magistrat eine Reparatur bzw. einen Austausch des defekten Kühlaggregates auf dem Friedhof Kalbach ab.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 27. Oktober 2021OFOF 117/12Kühlanlage der Trauerhalle am Friedhof Kalbach reparierenOrtsbeiratsantrag · CDU
- 29. Oktober 2021OMOM 982Kühlanlage der Trauerhalle am Friedhof Kalbach reparierenDirektanregung
- 14. Januar 2022Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 11 WochenSTST 97Kühlanlage der Trauerhalle am Friedhof Kalbach reparierenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab