Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. Schuljahr
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E-Mail-Abo einrichtenBegründung
Angesichts der allseits bekannten und ausführlich in Medien und wissenschaftlicher Literatur beschriebenen Gesundheitsprobleme und -risiken heutiger Kinder ist die Abschaffung der systematischen und umfassenden schulärztlichen Reihenuntersuchungen der 4. Klassen unverständlich. Die bestehende Untersuchung vor Grundschulbeginn allein ist dafür völlig unzureichend. Bewegungsmangel und Übergewicht bei Kindern mit allen psycho-motorischen Folgen, ebenso Mängel beim Hören und Sehen sind geläufige Beispiele dafür, dass nicht früh genug eingegriffen werden kann, um irreparable, teure und ein Leben lang belastende Fehlentwicklungen zu vermeiden oder zu vermindern. Dazu kommt eine soziale Komponente, All dies vor dem Hintergrund steigender Umwelt- und Alltagsbelastungen, die inzwischen alle Kinder treffen. In einer Kinder- und Familienstadt, wie sie Frankfurt sein will, muss die umfassende gesundheitliche Vorsorge gerade in jungen Jahren sicher gestellt sein. Es kann jedoch nicht angehen, dass die Bewertung der gesundheitlichen Situation der Schüler nun den jeweiligen Lehrern zugewiesen wird, die dafür weder von den zeitlichen Ressourcen noch von der fachlichen Ausbildung her die geeigneten Verantwortlichen sind. Diese gesellschaftliche Aufgabe muss ihrer Bedeutung gemäß anders gelöst werden. Die Abschaffung der Reihenuntersuchungen in den 4. Klassen ist das völlig falsche Signal.
Inhalt
Antrag vom 18.03.2008, OF 336/4
Betreff:
Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. Schuljahr
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
- Warum wird die schulärztliche Reihenuntersuchung im 4. Schuljahr vollständig abgeschafft?
- An welchen Grundschulen in Bornheim/Ostend fanden diese bisher statt?
- Wie soll die als Ersatz gedachte schulärztliche Einzelfallbetreuung ablaufen?
- Inwiefern sieht der Magistrat in dieser Einzelfallbetreuung einen ausreichenden Ersatz für eine umfassende Reihenuntersuchung, da es bekanntermaßen viele gesundheitliche Defizite bei Kindern gibt, die nur durch systematische Untersuchungen zu Tage treten (z. B. Hör- und Sehprobleme)?
- Welche Qualifizierungen sollen Lehrer erhalten, die nach diesem Konzept verantwortlich für die Entdeckung, Bewertung und Meldung der Gesundheitsdefizite ihrer Schüler sind?
- Mit welcher Begründung ist eine solche neue Aufgabenzuweisung an Lehrer angesichts des Schulalltags mit schwieriger Schülerklientel und vielfältigen pädagogischen Anforderungen überhaupt denkbar? Woher soll die medizinische Kompetenz und die notwendige Zeit angesichts der fehlenden personellen Ressourcen kommen?
- Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat, die vollständige Abschaffung der Viertklässler-Untersuchungen rückgängig zu machen, und ist er dazu bereit?
Begründung:
Angesichts der allseits bekannten und ausführlich in Medien und wissenschaftlicher Literatur
beschriebenen Gesundheitsprobleme und -risiken heutiger Kinder ist die Abschaffung der
systematischen und umfassenden schulärztlichen Reihenuntersuchungen der 4. Klassen unverständlich.
Die bestehende Untersuchung vor Grundschulbeginn allein ist dafür völlig unzureichend.
Bewegungsmangel und Übergewicht bei Kindern mit allen psycho-motorischen Folgen,
ebenso Mängel beim Hören und Sehen sind geläufige Beispiele dafür, dass nicht früh genug eingegriffen werden kann, um irreparable, teure und ein Leben lang belastende
Fehlentwicklungen zu vermeiden oder zu vermindern.
Dazu kommt eine soziale Komponente, All dies vor dem Hintergrund steigender Umwelt- und Alltagsbelastungen, die inzwischen alle Kinder treffen. In einer Kinder- und Familienstadt, wie sie Frankfurt sein will, muss die umfassende gesundheitliche Vorsorge gerade in jungen Jahren sicher gestellt sein.
Es kann jedoch nicht angehen, dass die Bewertung der gesundheitlichen Situation der
Schüler nun den jeweiligen Lehrern zugewiesen wird, die dafür weder von den zeitlichen
Ressourcen noch von der fachlichen Ausbildung her die geeigneten Verantwortlichen sind.
Diese gesellschaftliche Aufgabe muss ihrer Bedeutung gemäß anders gelöst werden. Die
Abschaffung der Reihenuntersuchungen in den 4. Klassen ist das völlig falsche Signal.
Beratung im Ortsbeirat: 4
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 18. März 2008Sie sind hierOFOF 336/4Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. SchuljahrOrtsbeiratsantrag · SPD
- 8. April 2008OAOA 630Keine Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. SchuljahrAnregung
- 26. August 2008Antwort des Magistrats · nach 23 WochenSTST 1325Keine Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. SchuljahrStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: SPD und LINKE. gegen CDU (= Ablehnung) bei Enthaltung GRÜNE