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Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. Schuljahr

Vorlagentyp: OFSPD
23 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren1 SitzungAngenommen

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Begründung

Angesichts der allseits bekannten und ausführlich in Medien und wissenschaftlicher Literatur beschriebenen Gesundheitsprobleme und -risiken heutiger Kinder ist die Abschaffung der systematischen und umfassenden schulärztlichen Reihenuntersuchungen der 4. Klassen unverständlich. Die bestehende Untersuchung vor Grundschulbeginn allein ist dafür völlig unzureichend. Bewegungsmangel und Übergewicht bei Kindern mit allen psycho-motorischen Folgen, ebenso Mängel beim Hören und Sehen sind geläufige Beispiele dafür, dass nicht früh genug eingegriffen werden kann, um irreparable, teure und ein Leben lang belastende Fehlentwicklungen zu vermeiden oder zu vermindern. Dazu kommt eine soziale Komponente, All dies vor dem Hintergrund steigender Umwelt- und Alltagsbelastungen, die inzwischen alle Kinder treffen. In einer Kinder- und Familienstadt, wie sie Frankfurt sein will, muss die umfassende gesundheitliche Vorsorge gerade in jungen Jahren sicher gestellt sein. Es kann jedoch nicht angehen, dass die Bewertung der gesundheitlichen Situation der Schüler nun den jeweiligen Lehrern zugewiesen wird, die dafür weder von den zeitlichen Ressourcen noch von der fachlichen Ausbildung her die geeigneten Verantwortlichen sind. Diese gesellschaftliche Aufgabe muss ihrer Bedeutung gemäß anders gelöst werden. Die Abschaffung der Reihenuntersuchungen in den 4. Klassen ist das völlig falsche Signal.

Inhalt

Antrag vom 18.03.2008, OF 336/4

Betreff:

Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. Schuljahr

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Magistrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Warum wird die schulärztliche Reihenuntersuchung im 4. Schuljahr vollständig abgeschafft?
  2. An welchen Grundschulen in Bornheim/Ostend fanden diese bisher statt?
  3. Wie soll die als Ersatz gedachte schulärztliche Einzelfallbetreuung ablaufen?
  4. Inwiefern sieht der Magistrat in dieser Einzelfallbetreuung einen ausreichenden Ersatz für eine umfassende Reihenuntersuchung, da es bekanntermaßen viele gesundheitliche Defizite bei Kindern gibt, die nur durch systematische Untersuchungen zu Tage treten (z. B. Hör- und Sehprobleme)?
  5. Welche Qualifizierungen sollen Lehrer erhalten, die nach diesem Konzept verantwortlich für die Entdeckung, Bewertung und Meldung der Gesundheitsdefizite ihrer Schüler sind?
  6. Mit welcher Begründung ist eine solche neue Aufgabenzuweisung an Lehrer angesichts des Schulalltags mit schwieriger Schülerklientel und vielfältigen pädagogischen Anforderungen überhaupt denkbar? Woher soll die medizinische Kompetenz und die notwendige Zeit angesichts der fehlenden personellen Ressourcen kommen?
  7. Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat, die vollständige Abschaffung der Viertklässler-Untersuchungen rückgängig zu machen, und ist er dazu bereit?

Begründung:

Angesichts der allseits bekannten und ausführlich in Medien und wissenschaftlicher Literatur

beschriebenen Gesundheitsprobleme und -risiken heutiger Kinder ist die Abschaffung der

systematischen und umfassenden schulärztlichen Reihenuntersuchungen der 4. Klassen unverständlich.

Die bestehende Untersuchung vor Grundschulbeginn allein ist dafür völlig unzureichend.

Bewegungsmangel und Übergewicht bei Kindern mit allen psycho-motorischen Folgen,

ebenso Mängel beim Hören und Sehen sind geläufige Beispiele dafür, dass nicht früh genug eingegriffen werden kann, um irreparable, teure und ein Leben lang belastende

Fehlentwicklungen zu vermeiden oder zu vermindern.

Dazu kommt eine soziale Komponente, All dies vor dem Hintergrund steigender Umwelt- und Alltagsbelastungen, die inzwischen alle Kinder treffen. In einer Kinder- und Familienstadt, wie sie Frankfurt sein will, muss die umfassende gesundheitliche Vorsorge gerade in jungen Jahren sicher gestellt sein.

Es kann jedoch nicht angehen, dass die Bewertung der gesundheitlichen Situation der

Schüler nun den jeweiligen Lehrern zugewiesen wird, die dafür weder von den zeitlichen

Ressourcen noch von der fachlichen Ausbildung her die geeigneten Verantwortlichen sind.

Diese gesellschaftliche Aufgabe muss ihrer Bedeutung gemäß anders gelöst werden. Die

Abschaffung der Reihenuntersuchungen in den 4. Klassen ist das völlig falsche Signal.

Beratung im Ortsbeirat: 4

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 18. März 2008Sie sind hier
    OFOF 336/4Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. Schuljahr
    Ortsbeiratsantrag · SPD
  2. 8. April 2008OAOA 630Keine Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. SchuljahrAnregung
  3. 26. August 2008Antwort des Magistrats · nach 23 WochenSTST 1325Keine Abschaffung der schulärztlichen Untersuchung im 4. SchuljahrStellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

OFAntrag aus dem Ortsbeirat

Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ortsbeirat berät & beschließt
  3. 3wird zu OA, OM, OI oder V
  4. 4Magistrat setzt um oder berichtet
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
OBR 4
Sitzung 21 · 08.04.2008
TO I, TOP 11
Angenommen
Anregung OA 630 2008 Die Vorlage OF 336/4 wird mit der Maßgabe beschlossen, dass im Betreff vor dem Wort "Abschaffung" das Wort "Keine" ergänzt wird.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
SPDLinke
Ablehnung:
CDU
Enthaltung:
Grüne
Abstimmung im Original

Abstimmung: SPD und LINKE. gegen CDU (= Ablehnung) bei Enthaltung GRÜNE

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