Psychologische/psychosoziale Unterstützung/Soforthilfe und Suizidprävention für Kinder und Jugendliche
Zusammenfassung
Der Antrag zielt darauf ab, die psychologische und psychosoziale Unterstützung sowie die Suizidprävention für Kinder und Jugendliche in Frankfurt am Main zu verbessern. Durch die Entwicklung einer zentralen Informationsplattform und die Durchführung von Kampagnen soll die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen abgebaut und der Zugang zu Hilfsangeboten erleichtert werden.
Dies ist eine KI-generierte Zusammenfassung. Diese kann Fehler beinhalten.
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängiges Bürgerprojekt seit 2010. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenAntrag
- in Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Beratungsangeboten eine zentrale digitale Informations- und Kommunikationsplattform sowie dazu passende Printmedien entwickeln zu lassen, mit denen das breit gefächerte Frankfurter Präventions-, Unterstützungs-, Soforthilfe-, Beratungs- und Behandlungsangebot sowie die verschiedenen Netzwerke zum Schutz und zur Förderung der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen - gebündelt und übersichtlich zusammengestellt, - für Laien wie Fachkräfte informativ und ansprechend dargestellt, - sprachlich wie gestalterisch alters- und zielgruppengerecht differenziert aufbereitet wird für
- a)Kinder,
- b)Jugendliche,
- c)Erziehungsberechtige,
- d)andere Bezugspersonen und
- e)Fachkräfte. Ziel ist dabei, die Zusammenarbeit bestehender Beratungsangebote zu optimieren und möglichst vielen Menschen einen Überblick über Arbeitsweise und Aufgaben der Hilfsangebote zu geben, das Auffinden und den Zugang zu den jeweils gesuchten spezifischen Angeboten zu ermöglichen und die Angebote insgesamt erreichbarer zu machen für diejenigen, die sie brauchen und suchen. Die Versäulung der Angebotsstruktur in die Bereiche Gesundheit, Soziales und Bildung soll dabei überwunden werden. Es soll z.B. deutlich werden, dass für bestimmte Problemlagen unterschiedliche Angebote zur Verfügung stehen, die etwa zur Diagnostik auf Therapieplätze in Anspruch genommen werden können. Die zentrale Informations- und Kommunikationsplattform und ihre Medien sollen mit geeigneten Kampagnen im öffentlichen Raum und dort, wo Kinder und Jugendliche sowie ihre Erziehungsberechtige und Bezugspersonen sich aufhalten sowie auf ihren jeweils bevorzugten Print- und Social-Media-Kanälen beworben bzw. in einer Printversion kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ein erster Entwurf des Printmediums soll bis Sommer 2023 vorgestellt werden. Sollte dieser Zeitrahmen nicht eingehalten werden können, legt der Magistrat unaufgefordert einen Zwischenbericht zum Stand der Dinge vor. Da die psychologischen Hilfsangebote stetig sowohl neu auf- als auch weiter ausgebaut werden, sollen die Onlineplattform sowie das Printmedium in regelmäßigen Abständen, ersteres aber mindestens jedes, letzteres alle drei Jahre, aktualisiert werden.
- Zeitgleich soll eine Kampagne erarbeitet und öffentlichkeitswirksam umgesetzt werden, welche das Ziel verfolgt, die Stigmatisierung und Tabuisierung von psychiatrischen bzw. psychischen Erkrankungen abzubauen. Da psychiatrische und psychische Erkrankungen bis heute gesellschaftlich stigmatisiert bzw. tabuisiert werden, sollen neben der Bündelung und Sichtbarmachung der Angebote für direkt und indirekt Betroffene ebenso die Hürden zur Nutzung dieser abgebaut werden. Es soll deutlich werden, dass z.B. ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung zur Behandlung von akuten psychischen und/oder psychiatrischen Notsituationen wichtig und hilfreich sein kann.
- zu prüfen und zu berichten, welche zusätzlichen oder neu zu entwickelnden niedrigschwelligen Hilfen im Sozialraum angesiedelt werden können, um mehr psychosoziale und psychologische Kompetenz dorthin zu bringen, wo Kinder und Jugendliche sind - in Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, der offenen Kinder- und Jugendarbeit usw. Die erfolgreich arbeitenden Frankfurter Kinder- und Familienzentren sind ein Beispiel dafür, dass Kinder und Jugendliche solche Unterstützung erhalten, ohne dass Erziehungsberechtige zuvor der Bedarf dafür bewusst wurde, ohne dass sie sich im Internet über Angebote informieren und die Initiative ergreifen mussten.
- in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Stadtschüler*innenrat und dem Stadtelternbeirat unter Hinzuziehung von Fachleuten (z.B. des Netzwerkes "Frans" und des Kinder- und Jugend-psychiatrischen Dienstes des Gesundheitsamtes) ein inhaltliches Konzept und die methodische Umsetzung eines "pädagogischen Suizidpräventionstages" weiterentwickeln zu lassen, der künftig von Frankfurter Schulen gebucht werden kann. Die Implementierung ist in geeigneter Form zu unterstützen. Vorlage dafür ist der vom Stadtschüler*innenrat 2021 erfolgreich mit einem Peer-to-peer-Ansatz durchgeführte Suizidpräventionstag. Im Rahmen der Weiterentwicklung soll er nach Altersgruppen ausdifferenziert sowie um weitere Peer-Ansätze zur Thematisierung und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen ergänzt werden. Die Erfahrungen aus dem Projekt "PsychMobil" des Gesundheitsamtes sollen dabei einbezogen werden.
- zu prüfen und zu berichten, mit welchen Informations- und Beratungs-Angeboten (im Sinne von "Hilfen aus einer Hand") die Erziehungsberechtige psychisch auffälliger, psychisch erkrankter oder suizidgefährdeter Kinder und Jugendlichen (über die unter 1. beschriebene Informations- und Kommunikationsplattform hinaus) bei der Bewältigung der außerordentlich belastenden, akuten Krankheitsphase ihres Kindes unterstützt werden können und wo dieses Angebot anzusiedeln wäre.
- zu prüfen und zu berichten, ob und wo eine niedrigschwellige Anlaufstelle zum Austausch untereinander oder eine Initiative (im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe) für Erziehungsberechtige psychisch auffälliger, psychisch erkrankte oder suizidgefährdeter Kinder und Jugendlichen geschaffen werden kann.
- zu prüfen und zu berichten, ob und inwieweit die Anzahl psychischer Auffälligkeiten bzw. Erkrankungen und Suizidgefährdungen bei Kindern und Jugendlichen bzw. deren Schwere seit Beginn der Corona-Pandemie zugenommen haben und Notfallsituationen häufiger eintreten. Ferner zu prüfen und zu berichten, ob die in der Zuständigkeit der Stadt Frankfurt liegenden psychosozialen, psychologischen und psychiatrischen Beratungs- und Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung seit Pandemiebeginn verstärkt nachgefragt werden und welche Angebote, wo möglich, in Folge solcher erhöhter Bedarfe weiter ausgebaut werden sollen, um allen Hilfesuchenden schnellstmöglich die nötige Unterstützung gewährleisten zu können bzw. mit welchen anderen (z.B. auch sozialräumlich orientierten) Maßnahmen auf veränderte Bedarfe reagiert werden kann.
- Die Federführung für den Prozess der Umsetzung der genannten Maßnahmen soll beim Gesundheitsdezernat liegen, welches die Dezernate Soziales und Bildung einbezieht.
Begründung
Seit Beginn der Corona-Pandemie sind mehr Kinder und Jugendliche bzw. deren Erziehungsberechtige auf der Suche nach Angeboten für psychotherapeutische Unterstützung und Behandlung: "Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeut*innen haben im ersten Halbjahr 2021 deutlich mehr Kinder und Jugendliche behandelt als im ersten Halbjahr 2019. Sie rechneten um acht Prozent mehr Leistungen ab, ermittelte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Im März 2021 lag die Zahl der Patient*innen sogar um fast ein Drittel höher als im vorpandemischen Zeitraum" (Bundespsychotherapeutenkammer, 2021). Der UNICEF-Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2021 zeigt auf, dass 13% der 10-19-Jährigen psychisch krank sind, somit lebt jede*r siebte Heranwachsende mit einer diagnostizierten psychischen Störung; unter anderem Verhaltensauffälligkeiten, Angststörungen und Depressionen. In Deutschland nehmen sich pro Tag ca. 30 Personen das Leben, in Frankfurt sind jede Woche zwei Todesfälle aufgrund von Suizid zu beklagen. Weltweit stirbt alle elf Minuten ein junger Mensch aufgrund von psychischen Problemen, in der Altersgruppe der 15-19-Jährigen gehört Suizid zu den vier häufigsten Todesursachen; häufiger sterben Jugendliche lediglich durch Verkehrsunfälle, Tuberkulose und Gewalttaten. Suizidprävention muss demnach früh, spätestens im Schulalter beginnen. Die Enttabuisierung des Themas muss vorangetrieben werden, ohne zu dramatisieren und Nachahmereffekte auszulösen. Ein breitgefächertes Unterstützungsnetz für gefährdete Kinder und Jugendliche sowie ihre Erziehungsberechtige insbesondere in der akuten Phase muss vorhanden, niedrigschwellig zugänglich und bekannt sein.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 28. September 2022Sie sind hierNRNR 496Psychologische/psychosoziale Unterstützung/Soforthilfe und Suizidprävention für Kinder und JugendlicheSTVV-Antrag · GRÜNE, SPD, FDP, Volt
- 8. September 2023Antwort des Magistrats · nach 49 WochenBB 338Psychologische/psychosoziale Unterstützung/Soforthilfe und Suizidprävention für Kinder und JugendlicheMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD und FDP gegen CDU und FRAKTION (= Annahme ohne Zusatz) zu 2. GRÜNE, SPD, FDP und FRAKTION gegen CDU (= Annahme im Rahmen der Vorlage NR 329) Sonstige Voten/Protokollerklärung: LINKE. und BFF-BIG (NR 329 und NR 496 = Annahme) Volt (NR 329 = Annahme im Rahmen der Vorlage NR 496, NR 496 = Annahme) AfD und ÖkoLinX-ELF (NR 329 und NR 496 = Prüfung und Berichterstattung) Gartenpartei (NR 329 und NR 496 = Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, LINKE., BFF-BIG und FRAKTION (= Annahme ohne Zusatz), AfD und ÖkoLinX-ELF (= Prüfung und Berichterstattung) sowie Gartenpartei (= Ablehnung) zu 2. zu a) GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, Volt, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und FRAKTION gegen CDU (= Annahme im Rahmen NR 329), AfD (= Prüfung und Berichterstattung) und Gartenpartei (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, LINKE. und Volt gegen CDU (= Ablehnung); AfD und BFF-BIG (= Enthaltung)