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Datenerhebung zur Nutzung Frankfurter Kultureinrichtungen

Vorlagentyp: NRCDUSPDGRÜNE
162 Wochen bis zur Antwort5 Stationen im Verfahren3 SitzungenAngenommen

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Begründung

Kultureinrichtungen Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Der Magistrat möge prüfen und berichten, was die Beauftragung eines Fachinstitutes kostet, das in Frankfurter Kulturinstitutionen über mehrere Wochen repräsentative statistische Daten erheben soll.
  2. Vor Beauftragung eines Fachinstituts klärt der Magistrat mit dem städtischen Referat für Datenschutz, wie es die gewünschten Erhebungen unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten bewertet und was es bei einer solchen Befragung zu beachten gilt.
    • a)Da dies auf freiwilliger Basis erfolgen soll, muss vorher eruiert werden, mit welchen statistischen Methoden eine maximal aussagekräftige Erhebung stattfinden kann. Im Vorfeld der Befragung muss deren Konzeption so erfolgen, dass das zu erhebende statistische Material die gleiche Aussagekraft wie vergleichbare repräsentative Umfragen erreichen kann.
    • b)Teil der Erhebung soll eine freiwillige Befragung von Nicht-Nutzern und Nicht-Nutzerinnen der Kultureinrichtungen sein, um festzustellen, wo die allgemeinen Barrieren für eine Nutzung liegen und was geändert werden müsste, um diese abzubauen.
    • c)Die Befragung dient der Ermittlung der Besucherstrukturen der Kultureinrichtungen. Angesichts der geringeren Nutzungszahlen bei Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit müssen die Kulturangebote kulturübergreifend konzipiert werden. Besonderes Augenmerk soll darauf gelegt werden, wie eine interkulturelle Öffnung der Einrichtungen aus Sicht potenzieller Nutzerinnen und Nutzer mit Migrationshintergrund ermöglicht werden kann. Dazu ist zunächst eine Bestandsaufnahme spezieller Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund nötig. Auch soll eruiert werden, welche zielgruppenorientierten Angebote erforderlich und wünschenswert wären, um mehr Nutzer und Nutzerinnen mit Migrationshintergrund für den Besuch in Frankfurter Museen zu gewinnen.
  3. Ferner soll das beauftragte Fachinstitut erfassen, welche Informationsquellen, Hinweise und Werbeaktivitäten zum Besuch der Einrichtung geführt haben. Begründung: Bei Befragungen durch das "Bürgeramt, Statistik und Wahlen", die unter "Frankfurt Statistik Aktuell" veröffentlicht werden, wird in regelmäßigen Abständen auch nach dem Besuch Frankfurter Kultur- und Freizeiteinrichtungen gefragt. Dabei wird, so etwa in der Befragung für 2016 (veröffentlicht in Frankfurt Statistik aktuell 04/2017), für das betreffende Jahr die Gesamtzahl der Besuche von 20 Frankfurter Museen mit 2.278.068 angegeben und die prozentuale Aufteilung der Besuchszahlen auf einzelne Einrichtungen dargestellt. Auch wird aufgeführt, wie sich die Besuchszahlen seit 2007 insgesamt entwickelt haben und wie in den letzten drei Jahren in den einzelnen Museen. Diese Zahlen bedürfen einer näheren Aufschlüsselung. So könnten sie bei der Schärfung der Museumsprofile und der Konzeption von deren Angeboten hilfreich sein. Ein genaueres Wissen z. B. darüber welche Personengruppen zu den Besucherinnen und Besuchern zählen, ist anzustreben. Aus einer Befragung des Bürgeramtes aus dem Jahr 2012 (Besuch von ausgewählten Frankfurter Einrichtungen 2012) ist erkennbar, dass die Befragten mit deutscher Staatsangehörigkeit im Verhältnis zu Befragten mit anderer Staatsangehörigkeit Kultureinrichtungen häufiger nutzen. Auf die Frage, welche Einrichtungen sie noch nie besucht haben, war das Verhältnis bei Oper/Schauspiel 21 % (deutsche Staatsangehörigkeit) zu 41 % (andere Staatsangehörigkeit), bei den Museen 9 % zu 22 % und bei der Alten Oper 23 % zu 45 %. Wie wenig über die einzelnen Besucherinnen und Besucher der Frankfurter Kultur- und Freizeiteinrichtungen bekannt ist, zeigt der Bericht B 321 vom
  4. September
  5. Die Öffnung Frankfurter Kultureinrichtungen für breitere Bevölkerungsschichten und hier besonders auch für Migrantinnen und Migranten ist ein wichtiges Ziel der Stadtpolitik. So heißt es in den Handlungslinien des Frankfurter Integrations- und Diversitätskonzeptes: "Die Unterstützung lokaler Kunst- und Kulturinitiativen wird zunehmend ergänzt durch strategische Überlegungen zur interkulturellen Öffnung von Museen und Theatern". Die Durchführung einer repräsentativen Umfrage in Frankfurter Kultureinrichtungen könnte dazu beitragen, mehr über die Frequentierung der Institutionen durch verschiedene Bevölkerungsgruppen herauszufinden. Darauf aufbauend wäre es den Einrichtungen möglich, bei der Bewerbung ihres Angebotes und der Ausrichtung ihrer Museumspädagogik gezielter Personengruppen anzusprechen, die in Bezug auf die Besucherzahlen derzeit noch unterrepräsentiert sind. Die Befragung muss datenschutzrechtlichen Richtlinien genügen und freiwillig erfolgen. Eine Erhebung kann im Rahmen einer mehrwöchigen Befragung durch ein Fachinstitut durchgeführt werden. Dies ist eine zentrale Voraussetzung, da das Kassenpersonal in den betreffenden Kultureinrichtungen nicht entsprechend geschult werden kann.

Inhalt

Antrag vom 14.09.2017, NR 403

Betreff: Datenerhebung zur Nutzung Frankfurter Kultureinrichtungen Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Der Magistrat möge prüfen und berichten, was die Beauftragung eines Fachinstitutes kostet, das in Frankfurter Kulturinstitutionen über mehrere Wochen repräsentative statistische Daten erheben soll.
  2. Vor Beauftragung eines Fachinstituts klärt der Magistrat mit dem städtischen Referat für Datenschutz, wie es die gewünschten Erhebungen unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten bewertet und was es bei einer solchen Befragung zu beachten gilt.
    • a)Da dies auf freiwilliger Basis erfolgen soll, muss vorher eruiert werden, mit welchen statistischen Methoden eine maximal aussagekräftige Erhebung stattfinden kann. Im Vorfeld der Befragung muss deren Konzeption so erfolgen, dass das zu erhebende statistische Material die gleiche Aussagekraft wie vergleichbare repräsentative Umfragen erreichen kann.
    • b)Teil der Erhebung soll eine freiwillige Befragung von Nicht-Nutzern und Nicht-Nutzerinnen der Kultureinrichtungen sein, um festzustellen, wo die allgemeinen Barrieren für eine Nutzung liegen und was geändert werden müsste, um diese abzubauen.
    • c)Die Befragung dient der Ermittlung der Besucherstrukturen der Kultureinrichtungen. Angesichts der geringeren Nutzungszahlen bei Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit müssen die Kulturangebote kulturübergreifend konzipiert werden. Besonderes Augenmerk soll darauf gelegt werden, wie eine interkulturelle Öffnung der Einrichtungen aus Sicht potenzieller Nutzerinnen und Nutzer mit Migrationshintergrund ermöglicht werden kann. Dazu ist zunächst eine Bestandsaufnahme spezieller Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund nötig. Auch soll eruiert werden, welche zielgruppenorientierten Angebote erforderlich und wünschenswert wären, um mehr Nutzer und Nutzerinnen mit Migrationshintergrund für den Besuch in Frankfurter Museen zu gewinnen.
  3. Ferner soll das beauftragte Fachinstitut erfassen, welche Informationsquellen, Hinweise und Werbeaktivitäten zum Besuch der Einrichtung geführt haben. Begründung: Bei Befragungen durch das "Bürgeramt, Statistik und Wahlen", die unter "Frankfurt Statistik Aktuell" veröffentlicht werden, wird in regelmäßigen Abständen auch nach dem Besuch Frankfurter Kultur- und Freizeiteinrichtungen gefragt. Dabei wird, so etwa in der Befragung für 2016 (veröffentlicht in Frankfurt Statistik aktuell 04/2017), für das betreffende Jahr die Gesamtzahl der Besuche von 20 Frankfurter Museen mit 2.278.068 angegeben und die prozentuale Aufteilung der Besuchszahlen auf einzelne Einrichtungen dargestellt. Auch wird aufgeführt, wie sich die Besuchszahlen seit 2007 insgesamt entwickelt haben und wie in den letzten drei Jahren in den einzelnen Museen. Diese Zahlen bedürfen einer näheren Aufschlüsselung. So könnten sie bei der Schärfung der Museumsprofile und der Konzeption von deren Angeboten hilfreich sein. Ein genaueres Wissen z. B. darüber welche Personengruppen zu den Besucherinnen und Besuchern zählen, ist anzustreben. Aus einer Befragung des Bürgeramtes aus dem Jahr 2012 (Besuch von ausgewählten Frankfurter Einrichtungen 2012) ist erkennbar, dass die Befragten mit deutscher Staatsangehörigkeit im Verhältnis zu Befragten mit anderer Staatsangehörigkeit Kultureinrichtungen häufiger nutzen. Auf die Frage, welche Einrichtungen sie noch nie besucht haben, war das Verhältnis bei Oper/Schauspiel 21 % (deutsche Staatsangehörigkeit) zu 41 % (andere Staatsangehörigkeit), bei den Museen 9 % zu 22 % und bei der Alten Oper 23 % zu 45 %. Wie wenig über die einzelnen Besucherinnen und Besucher der Frankfurter Kultur- und Freizeiteinrichtungen bekannt ist, zeigt der Bericht B 321 vom
  4. September
  5. Die Öffnung Frankfurter Kultureinrichtungen für breitere Bevölkerungsschichten und hier besonders auch für Migrantinnen und Migranten ist ein wichtiges Ziel der Stadtpolitik. So heißt es in den Handlungslinien des Frankfurter Integrations- und Diversitätskonzeptes: "Die Unterstützung lokaler Kunst- und Kulturinitiativen wird zunehmend ergänzt durch strategische Überlegungen zur interkulturellen Öffnung von Museen und Theatern". Die Durchführung einer repräsentativen Umfrage in Frankfurter Kultureinrichtungen könnte dazu beitragen, mehr über die Frequentierung der Institutionen durch verschiedene Bevölkerungsgruppen herauszufinden. Darauf aufbauend wäre es den Einrichtungen möglich, bei der Bewerbung ihres Angebotes und der Ausrichtung ihrer Museumspädagogik gezielter Personengruppen anzusprechen, die in Bezug auf die Besucherzahlen derzeit noch unterrepräsentiert sind. Die Befragung muss datenschutzrechtlichen Richtlinien genügen und freiwillig erfolgen. Eine Erhebung kann im Rahmen einer mehrwöchigen Befragung durch ein Fachinstitut durchgeführt werden. Dies ist eine zentrale Voraussetzung, da das Kassenpersonal in den betreffenden Kultureinrichtungen nicht entsprechend geschult werden kann.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 14. September 2017Sie sind hier
    NRNR 403Datenerhebung zur Nutzung Frankfurter Kultureinrichtungen
    STVV-Antrag · CDU, SPD, GRÜNE
  2. 9. Februar 2018BB 25Datenerhebung zur Nutzung Frankfurter KultureinrichtungenMagistratsbericht
  3. 3. Dezember 2018BB 381Datenerhebung zur Nutzung Frankfurter KultureinrichtungenMagistratsbericht
  4. 3. Mai 2019BB 162Datenerhebung zur Nutzung Frankfurter KultureinrichtungenMagistratsbericht
  5. 23. Oktober 2020Antwort des Magistrats · nach 162 WochenBB 572Datenerhebung zur Nutzung Frankfurter KultureinrichtungenMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf3 Beratungen
Kultur- und Freizeitausschusses
Sitzung 15 · 02.11.2017
TO I, TOP 5
Angenommen
Der Vorlage NR 403 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneLinkeFDPBFFFRAKTIONFrankfurter
Ablehnung:
AfDÖkoLinX-ARL
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, BFF, FRAKTION und FRANKFURTER gegen AfD (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ARL (= Ablehnung)

Ausschusses für Bildung und Integration
Sitzung 15 · 06.11.2017
TO I, TOP 6
Angenommen
Der Vorlage NR 403 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneLinkeFDPFRAKTIONFrankfurterBFF
Ablehnung:
AfD
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FRAKTION und FRANKFURTER gegen AfD (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF (= Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 18 · 16.11.2017
TO II, TOP 13
Angenommen
Der Vorlage NR 403 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneLinkeFDPBFFFRAKTIONFrankfurter
Ablehnung:
AfDÖkoLinX-ARL
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, BFF, FRAKTION und FRANKFURTER gegen AfD (= Prüfung und Berichterstattung) und ÖkoLinX-ARL (= Ablehnung)

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