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Versorgungslücke in der Pflege der an Demenz erkrankten pflegebedürftigen Menschen mit Migrationshintergrund

Vorlagentyp: B
19 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren3 Sitzungen

Zusammenfassung

Der Bericht thematisiert die Versorgungslücke in der Pflege von an Demenz erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund in Frankfurt am Main. Es wird aufgezeigt, dass die bestehenden Angebote in den Altenpflegeheimen die spezifischen Bedürfnisse dieser Zielgruppe berücksichtigen, jedoch keine dringenden Handlungsbedarfe identifiziert wurden. Ziel ist es, die interkulturelle Sensibilisierung und die Qualität der Pflege für demenziell erkrankte Migranten zu verbessern.

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Bericht

Die Frankfurter Altenpflegeheime, meist sehr stadtteilbezogen verortet, nehmen pflegebedürftige Menschen mit jedem Migrationshintergrund auf. Sie haben in ihren Konzepten und Angeboten, die allerdings unterschiedlich gestaltet und ausgeprägt sind, die spezifischen Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten durchweg berücksichtigt. Besonders spezialisiert haben sich: • Victor-Gollancz-Haus • Altenzentrum St. Josef in Niederrad • Jüdische Altenzentrum • Henry und Emma Budge-Stiftung Grundsätzlich sind die Bedürfnisse und Wünsche bezüglich der Versorgung mit einem geeigneten Pflegeplatz naturgemäß sehr unterschiedlich und äußerst individuell. Ein spezielles Angebot für Migrantinnen und Migranten wird von den Betroffenen selbst, als auch deren gesetzlichen Vertretern und Angehörigen bei der Zentralen Heimplatzvermittlung im Rathaus für Senioren nachhaltig nachgefragt. Die Arbeit aller Frankfurter Pflegeheime erfolgt in Bezug auf die Pflege und die Betreuung von Demenzerkrankten auf der Grundlage der neuesten Erkenntnisse und Theorien (z. B. Böhm). Der Migrationshintergrund eines demenzerkrankten Bewohners und die umfassende Einbeziehung der Angehörigen werden hierbei als ein Schwerpunkt gesehen. Gleiches gilt auch für die ambulanten Pflegedienste, welche sich täglich den Anforderungen von demenziell erkrankten Menschen, mit als auch ohne Migrationshintergrund, stellen. Im Rahmen der in 2019 neu erstellten Förderrichtlinie Frankfurter Programm Würde im Alter für die stationären Seniorinnen- und Senioreneinrichtungen wurden "Interkulturalität/Migration" und "Diversität" als Querschnittsthemen festgelegt. Im Rahmen dieser Querschnittsthemen können die Einrichtungen einen Antrag für ein Projekt stellen. Grundlage ist, dass es sich von den im SGB XI verankerten Leistungen der Pflege abgrenzt. Im letzten Integrations- und Diversitätsbericht der Stadt Frankfurt am Main wurde auf die Notwendigkeit Ansätze einer kultursensiblen Aufklärung zu entwickeln sowie auf die Früherkennung von Demenz als Zukunftsthema hingewiesen (vgl. STADT FRANKFURT AM MAIN - AMT FÜR MULTIKULTURELLE ANGELEGENHEITEN 2015). Im Jahr 2015 hat das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) in diesem Zusammenhang die Begegnungsstätte Heddernheim bei der Organisation einer Zukunftswerkstatt zu "Demenz und Migrationshintergrund" begleitet. Infolgedessen hat die Begegnungsstätte ein Projekt zum Thema "Demenz und Migration" initiiert, das durch Bundesmittel aus dem Förderprogramm "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" gefördert wurde. Das Projekt ist eingebettet in eine Gesamtstrategie zur Entwicklung eines "demenz-freundlichen Quartiers". Im Rahmen dieser Kooperation wurde ein interkultureller Treff eingerichtet, bei dem Demenz und demenzsensible Pflege ein Schwerpunktthema bildeten. Im Rahmen dieses Treffs stellten auch die Frankfurter Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen, die Demenzbegleiter-Initiative und der kultursensible Pflegedienst von Nadia Qani ihre Arbeit vor. Das Projekt "Demenz und Migration" wurde ferner im November 2016 im Rahmen der Interkulturellen Wochen vorgestellt. Auch wurden 2017 Filme gezeigt, die das Leben mit Demenz in türkisch- und russisch-stämmigen Familien thematisieren: "Kalpunutmaz. Das Herz vergisst nicht" (in türkischer Sprache mit deutschen Untertiteln) und "Uns bleibt die Liebe" (in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln). Das AmkA bot zudem ein interkulturelles Training für Pflegekräfte und Interessierte an. Des Weiteren fanden Ersthelferinnen und Ersthelfer-Kurse für Pflegebegleiterinnen und Pflegebegleiter mit Zuwanderungsgeschichte und AmkA Mitarbeitenden in den Räumen des AmkA statt. Diese Schulungen werden nach wie vor im Rahmen der Initiative "Demenzpartner werden" von der Alzheimer Gesellschaft e. V. kostenlos angeboten. In diesen Kursen werden neben Informationen zum Krankheitsbild auch wichtige Tipps zum Umgang mit Menschen mit Demenz vermittelt. Wer an den 90-minütigen Kursen teilnimmt, erhält als Teilnahmebestätigung eine Urkunde und einen Anstecker, der ihn als "Demenz-Partner" ausweist. Kurstermine und -orte sind auf www.demenz-partner.de zu finden. Mit dem Thema "Demenz und Migration" befassen sich unterschiedliche Institutionen in Frankfurt am Main: • Die Frankfurter Beratungsstelle für ältere Migrantinnen und Migranten HIWA beim DRK bietet Unterstützung, Beratung (auch in türkischer Sprache) und Kurse für Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen an. https://www.drkfrankfurt.de/index.php/demenz-gruppe.html • Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V. in Frankfurt am Main bietet Informationen und Hilfestellung in russischer Sprache an. https://www.zwst.org/de/senioren/demenz/ • Seit 2019 bietet berami e. V. kostenlose Schulungen zu interkulturellen Pflegelotsinnen und Pflegelotsen an. Das Projekt "Internationale Care Guides" wird vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. wissenschaftlich begleitet und vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie Pflegekassen in Hessen gefördert. • Im Demenzatlas Hessen sind viele weitere Stellen in unterschiedlichen Institutionen aufgeführt - u. a. in der Caritas, in der Diakonie, im Bürgerinstitut e. V. und diversen Krankenhäusern. https://www.demenzatlas-hessen.de/ Aspekte zur Betreuungssituation in Einrichtungen und Diensten der professionellen Altenhilfe lassen sich aus der Studie zur "Angebotsstruktur in Einrichtungen der Altenhilfe für ältere Migrantinnen und Migranten in Frankfurt am Main" und einem damit verbundenen Fachforum ableiten. Die Studie wurde im Auftrag des AmkA durch das Institut für soziale Infrastruktur (ISIS) umgesetzt und diente u. a. dazu, folgende Fragen zu klären: • Wie ist die Angebotsstruktur in den verschiedenen Bereichen der Altenhilfe zu beurteilen und wie werden die vorliegenden Angebote durch ältere Migrantinnen und Migranten genutzt? • Gibt es Hinweise darauf, welche Angebote fehlen, um eine adäquate Versorgung zu sichern? Um diese Fragen zu klären, wurden 127 Organisationen (Rücklaufquote: 42%), die in Frankfurt am Main in den Bereichen Betreuung, Unterstützung und Pflege tätig sind, mittels eines Online-Fragebogens zur Situation in ihrer Einrichtung befragt. Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege, der offenen Altenhilfe sowie Migrantenselbstorganisationen und religiöse Zuwanderergemeinden waren sowohl unter der Gesamtzahl der Befragungsteilnehmenden wie auch in Hinblick auf die spezifischen Rücklaufquoten etwa gleich repräsentiert. Als zentrale Ergebnisse aus dieser Studie können an dieser Stelle hervorgehoben werden: • Etwa 70% der befragten Einrichtungen wurden auch von älteren Migrantinnen und Migranten genutzt. • Der überwiegende Teil der befragten Einrichtungen (74%) schätzt den Anteil an älteren Migrantinnen und Migranten auf unter 10% ein, das restliche Viertel realisiert höhere Anteile. Höhere Anteile wurden im Bereich der offenen Altenhilfe berichtet: Hier schätzte ca. 1/3 (36%) der Träger den Anteil auf über 10%. • Im Durchschnitt wurde die Versorgungslage als mittelmäßig bis gut bewertet. Die befragten Migrantenselbstorganisationen und religiösen Zuwanderergemeinden treffen jedoch eine kritischere Einschätzung. Mit Blick auf die Zusammenfassung, insbesondere die der Pflegeheime und Pflegedienste, die sich den spezifischen Bedürfnissen von Migrantinnen und Migranten annehmen, sieht der Magistrat zum aktuellen Zeitpunkt keinen zwingenden Handlungsbedarf. Die naturgemäß subjektiv-kritische Einschätzung der befragten Migrantenselbstorganisationen und religiösen Zuwanderergemeinden hat sicherlich ihre Berechtigung. In regelmäßig stattfindenden Arbeitsgruppen im Bereich der Altenhilfe werden mit den Leistungserbringern Bedarfe identifiziert und betrachtet.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 22. Oktober 2019KK 157Versorgungslücke in der Pflege der an Demenz erkrankten pflegebedürftigen Menschen mit MigrationshintergrundKAV-Anregung
  2. 6. März 2020Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 19 Wochen
    BB 98Versorgungslücke in der Pflege der an Demenz erkrankten pflegebedürftigen Menschen mit Migrationshintergrund
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf3 Beratungen
Ausschusses für Bildung und Integration
Sitzung 38 · 25.05.2020
TO I, TOP 29
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 98 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneAfDLinkeFDPBFF
Sonstige:
FRAKTION (Kenntnis)Frankfurter (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und FRANKFURTER (= Kenntnis)

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 38 · 28.05.2020
TO I, TOP 32
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 98 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneAfDLinkeFDPBFFFRAKTION
Sonstige:
Frankfurter (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRANKFURTER (= Kenntnis)

KAV
Sitzung 42 · 15.06.2020
TO II, TOP 34
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 98 dient zur Kenntnis. Beschlussausfertigung(en): § 5721,

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Mitdiskutieren

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