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Projekt "Soziale Stadt Frankfurt am Main" - Jährlicher Bericht: Kommunales "Frankfurter Programm Aktive Nachbarschaft" - Juli 2024 bis Juni 2025

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Zusammenfassung

Der Bericht legt dar, wie das Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft auf die Herausforderungen in den Quartieren reagiert und die Demokratisierung sowie die Partizipation der Bürger:innen fördert. Ziel ist es, die gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und sozialen Spaltungstendenzen entgegenzuwirken. Es wird erwartet, dass durch die Maßnahmen die Identifikation der Bewohner:innen mit ihren Quartieren verbessert wird.

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Bericht

  1. Einleitung

Gemäß Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom

29. August 2002 stellt dieser Bericht die Schwerpunkte des Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft dar. Dabei wird der Zeitraum seit der letzten Berichterstattung abgedeckt. Der Bericht bezieht sich auf die Zeitspanne Juli 2024 bis Juni 2025.

In den Berichten der beiden vergangenen Jahre wurde ein Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der Qualität des Programms gelegt. Besonderes Augenmerk galt dabei dem partizipativen Prozess, bei dem - unter dem Dach der Sozialkonzeption des Jugend- und Sozialamtes - ein Zielsystem mit Handlungsfeldern entwickelt wurde, mit dem die Arbeit in den Quartieren hinsichtlich ihrer Wirkung in den Stadtteilen gesteuert und evaluiert werden kann.

In diesem Jahr liegt der fachliche Schwerpunkt des Berichts auf dem Handlungsfeld Partizipation und Teilhabe an (demokratischen) Aushandlungsprozessen mit dem Fokus Demokratieförderung in den Quartieren. Bereits im Zeitraum der letzten Berichte wurden verstärkt spürbare Veränderungen der Stimmung in den Quartieren und eine Demokratieverdrossenheit vieler Bewohner:innen bis hin zu rassistischen Tendenzen beschrieben. Diese Entwicklungen setzten sich im Berichtszeitraum weiter fort. Auch mit Blick auf die vorgezogene Bundestagswahl im vergangenen Februar 2025 und die im Frühjahr 2026 anstehende Kommunalwahl standen und stehen Fragestellungen und Themen rund um den Schwerpunkt Demokratieförderung bei den Akteur:innen des Programms im Vordergrund ihrer Arbeit.

Dieser Bericht zeigt, wie Dynamiken in den Quartieren von dem Programm Aktive Nachbarschaft aufgegriffen und komplexe, dringliche Themen wie Demokratieförderung gemeinsam von den Akteur:innen des Programms und Kooperationspartner:innen bearbeitet werden. Die Auseinandersetzung findet hierbei auf unterschiedlichen Ebenen der Stadtgesellschaft, von Bürger:innen des Stadtteils bis hin zu städtischen Institutionen statt. Genau das ist es, was das Programm auszeichnet und es zu einem unverzichtbaren Baustein sozialer Stadtentwicklung innerhalb eines demokratischen Gemeinwesens in Frankfurt macht.

2. Zum Programm

Das kommunale Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft mit seinem sozialräumlichen und integrierten Ansatz ist der Rahmen für Veränderungsprozesse hin zu Quartieren und Stadtteilen, in denen ein nachbarschaftliches, solidarisches Miteinander gepflegt wird und mit denen die Menschen sich identifizieren können.

Hier stehen die Aktivierung und Empowerment, die Beteiligung, das freiwillige Engagement und die Selbsthilfe der Bewohner:innenschaft vor Ort im Vordergrund. Die Bewohner:innen werden als Expert:innen ihrer Lebensverhältnisse anerkannt und gefragt. Sie haben Mitsprache-, Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und werden durch die Bereitstellung von professionellen, personellen und finanziellen Ressourcen, in Form von Quartiersmanagement, unterstützt. Partizipation und Inklusion als Kernstrategien des Programms ermöglichen eine nachhaltige Integration, die Identifikation mit dem Wohnort und Begegnungen zwischen Nachbar:innen auf Augenhöhe.

Die Quartiersmanager:innen fördern und unterstützen diese Prozesse. Sie vernetzen und sind der Motor für Ideen, die die Bewohner:innen für ihre Nachbarschaft einbringen. Auf diese Weise entstehen jährlich rund 300 kleinere und größere, einmalige und verstetigte Projekte in den Quartieren.

Diese können aus unterschiedlichen Handlungsfeldern stammen und reichen über kreative Angebote zur digitalen Teilhabe, bis hin zu niedrigschwelligen Bildungsangeboten oder Projekten zu nachhaltigerem Umgang mit Ressourcen. Sie dienen einem nachbarschaftlichen Miteinander, der Verbesserung der sozialen und kulturellen Infrastruktur und einem lebenswerten Wohnumfeld.

Das Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft mit seinem Motto "Alle können ihre Stadt gemeinsam gestalten" hat sich innerhalb der letzten 25 Jahre in der Stadtlandschaft als fester Bestandteil der sozialen Stadtentwicklung etabliert. Ziel ist, gemeinsam zu einer solidarischen Stadtgesellschaft beizutragen, sozialen Spaltungstendenzen entgegenwirken und zu unterstützen, dass die Bedürfnisse verschiedener Generationen und Kulturen gleichermaßen zum Tragen kommen. Alle Menschen in Frankfurt am Main sollen den Wert des sozialen Zusammenhalts erfahren und das Leben in ihrer Stadt gemeinsam gestalten können. Dies gilt insbesondere für Menschen, die von sozialer Benachteiligung und Armut betroffen oder bedroht sind; sie stehen im Zentrum des Programms.

Einblick in die Entwicklungen in den einzelnen begleiteten Quartieren sowie Kurzdarstellungen der Programmgebiete bieten neben diesem Bericht die Jahresberichte der Quartiersmanager:innen, die über das Fachteam Aktive Nachbarschaft erhältlich sind. Auf der Webseite www.frankfurt-sozialestadt.de wird ebenfalls über die Arbeit in den Quartieren informiert.

Quartiere

Im Berichtszeitraum waren 16 Quartiere Teil des Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft, die durch ein professionelles Quartiersmanagement gefördert werden. Dieses wird von Trägern der freien Wohlfahrtspflege im Auftrag des Magistrats durchgeführt. Zudem wurden Vorbereitungen für eine Aufnahme des Stadtteils Bonames mit dem Schwerpunkt Ben-Gurion-Ring als Standort mit Quartiersmanagement getroffen. Der Ben-Gurion-Ring wird derzeit noch über das Bundes-Förderprogramm Sozialer Zusammenhalt durch das Stadtplanungsamt unterstützt. Die Förderung läuft in absehbarer Zeit aus, sodass eine Übernahme des Gebiets im Sinne der Nachhaltigkeit in das Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft geboten ist. Mit einem professionellen Quartiersmanagement kann an bereits geschaffenen Strukturen angeknüpft und diese weiter ausgebaut werden, um so die unter dem Förderprogramm Sozialer Zusammenhalt begonnenen Entwicklungen nachhaltig weiter zu gestalten.

Gleichzeitig wurden weitere Sozialräume durch ein sogenanntes "modulares Unterstützungsmanagement" (MuM) unterstützt. Hierzu zählen unter anderem Bockenheim mit dem "Stadtteilbüro Bockenheim" und das Bahnhofsviertel mit der neuen Anlaufstelle für Familien im Bahnhofsviertel (FAMOS). Beim modularen Unterstützungsmanagement werden geeignete Partner:innen in Stadtteilen ohne Quartiersmanagement gefördert, die der Bewohner:innenschaft als Ansprechpartner:in zur Verfügung stehen und Bindeglied zum städtischen Fachteam des Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft sind.

In den Sozialräumen mit MuM können einzelne Projekte zentral durch das Fachteam des Frankfurter Programms im Jugend- und Sozialamt in Kooperation mit Akteur:innen vor Ort initiiert und finanziert werden.

Die Programmgebiete 2024/25 mit Quartiersmanagement in der Übersicht

Quartiere mit Quartiersmanagement:

  • Atzelbergsiedlung (Seckbach)
  • Eckenheim
  • Fechenheim
  • Gallus
  • Ginnheim
  • Griesheim
  • Gutleut
  • Niederrad
  • Nordweststadt
  • Praunheim
  • Preungesheim
  • Riederwald
  • Rödelheim-West
  • Sindlingen
  • Unterliederbach
  • Zeilsheim

Finanzielle Ressourcen

Die finanziellen Ressourcen der einzelnen Quartiere des Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft setzen sich aus Personal- und Sachkosten sowie Projektmitteln zusammen. In den vergangenen Jahren hatte sich die Gesamtfördersumme des Jugend- und Sozialamtes für das Quartiersmanagement nicht grundlegend verändert.

Wie bereits im letzten Bericht beschrieben, waren die Jahre 2023 und 2024 geprägt durch Kostensteigerungen auf Seiten der Träger, die sich, bei gleichbleibender Fördersumme, in einer Senkung der einsetzbaren Projektmittel niederschlugen. Im Jahr 2024 konnte daher im Großteil der Quartiere nicht mit dem gewohnten Budget für Projekte geplant werden. Die Quartiersmanager:innen mussten bei der Umsetzung von Projektideen überwiegend reduziert planen, priorisieren und teilweise streichen.

Im Laufe des ersten Quartals 2025 zeichnete sich jedoch eine deutliche Besserung der finanziellen Lage für die Quartiere ab.

Aufgrund zusätzlich zur Verfügung stehender Mittel war es möglich, für alle Quartiere einen Aufwuchs der bisherigen Zuwendung von 11% (analog des Aufwuchses im Zuwendungsbereich Jugendhilfe, allerdings ohne Dynamisierung) bereitzustellen. Die Erhöhung der Zuwendung soll sich auch nachhaltig in Projekten vor Ort widerspiegeln. Zudem ermöglichen die gestiegenen Mittel in drei Quartieren eine Aufstockung des Personals von 1 auf 1,5 Vollzeitäquivalente (VZÄ, Vollzeitstellen). Bedarf wurde aus allen Quartieren angemeldet, die derzeit mit nur einer vollen Personalstelle ausgestattet sind. Anhand einer Bewertungsmatrix, die sowohl quantitative als auch qualitative Kriterien beinhaltete, wurden die Quartiere unter anderem nach dem Benachteiligungsindex, besonders belasteter Zielgruppen, der sozialen Infrastruktur vor Ort und laufenden Prozessen und Projekten bewertet. Als Ergebnis werden nun die Personalstellen in Ginnheim, Nordweststadt und Sindlingen aufgestockt. Die Besetzung der zusätzlichen Stellenanteile wird in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.

Mit den zusätzlichen Personalkapazitäten sind damit 12 von 16 Quartiersmanagements mit 1,5 VZÄ-Stellen ausgestattet. Angesichts der Komplexität der Aufgaben, der Vielzahl an Prozessen in den Quartieren und der Arbeitsbelastung wird mittelfristig angestrebt, die Zahl der Vollzeitbeschäftigung in allen Standorten mit Quartiersmanagement auf 1,5 VZÄ-Stellen anzuheben.

3. Schwerpunkt Demokratieförderung im Handlungsfeld Partizipation und Teilhabe an demokratischen Aushandlungsprozessen

Eines der strategischen Ziele des Programms ist es, dass alle Menschen in den Quartieren unabhängig von tatsächlichen oder zugeschriebenen individuellen oder gruppenspezifischen Merkmalen wie Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, sozioökonomischem Status, Herkunft, Religionszugehörigkeit, Alter und Gesundheit an demokratischen Prozessen und alltäglichen gesellschaftlichen Aushandlungen in unterschiedlichster Form teilhaben können. Das Programm und seine Kooperationspartner:innen setzen sich dafür ein, Barrieren, die hierbei im Weg stehen zu identifizieren, abzubauen und inklusive Lösungen zu entwickeln. So soll allen Frankfurter:innen gleichberechtigte Teilhabe als Grundlage für den sozialen Frieden ermöglicht werden. Dabei steht das Programm für die Werte der demokratischen Grundordnung und die Menschenrechte ein.

Im Prozess der wirkungsorientierten Qualitätsentwicklung des Programms wurden 9 Handlungsfelder erarbeitet. Das Handlungsfeld "Partizipation und Teilhabe an (demokratischen) Aushandlungsprozessen" verfolgt folgendes Leitziel: "Die Bewohner:innenschaft erkennt die demokratischen Grundwerte wie Gleichheit, Freiheit und Solidarität als Grundlage des sozialen Miteinanders und als Grundlage für demokratische Aushandlungsprozesse innerhalb der Stadtgesellschaft an. Das Jugend- und Sozialamt und seine Kooperationspartner:innen sorgen für (mehr) Teilhabegerechtigkeit bei Aushandlungs- und Beteiligungsprozessen und dem Zugang zu Verwaltung und demokratischen Institutionen. Zudem ermöglichen und unterstützen sie die Bildung neuer alltagsdemokratischer und selbstorganisierter Aushandlungsprozesse."

Voranschreitender Rechtsruck und zunehmende Demokratieverdrossenheit in den Quartieren als auch die zu dem Zeitpunkt bald anstehende Bundestagswahl beeinflusste die tägliche Arbeit der Quartiersmanager:innen im Berichtszeitraum stark.

Daraus ergab sich eine Dringlichkeit, einen Arbeitsschwerpunkt des Programms auf das Handlungsfeld "Partizipation und Teilhabe an (demokratischen) Aushandlungsprozessen" zu legen. Insbesondere das Themenfeld Demokratieförderung rückte hierbei in den Fokus.

Aus dem verstärkt demokratiekritischen bis demokratiefeindlichem Stimmungswechsel in den Quartieren entstand zum Anfang des Berichtzeitraums ein gemeinsamer Thementag, an dem sich alle Quartiersmanager:innen untereinander fachlich mit dem Themenfeld Demokratieförderung beschäftigten. Die Wichtigkeit und Aktualität wurde in der jährlichen Klausurtagung im November 2024 aufgegriffen und knüpfte mit den Schwerpunktthemen "Demokratieförderung" und "Partizipation" daran an. Es stand besonders im Fokus, die Haltung des Programms für die tägliche Arbeit in den Quartieren zu schärfen und die eigene Rolle zu reflektieren und zu klären.

Während des Klausurtags wurde deutlich, dass es einer kontinuierlichen und fokussierten Bearbeitung des Themas Demokratieförderung bedarf. Deshalb gründete sich eine Arbeitsgruppe "Demokratieförderung". Sie ist besetzt aus den Reihen der Quartiersmanager:innen, Trägervertreter:innen und der Fachstelle Aktive Nachbarschaft - somit sind alle Säulen des Programms in der Gruppe vertreten. Die Arbeitsgruppe "Demokratieförderung" traf im Januar 2025 das erste Mal zusammen und ist seither tätig. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Bündelung von Wissen und Lösungsideen des Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft im Sinne der Stärkung der demokratischen Grundordnung und Menschenrechte. Hierbei geht es sowohl um alltagspraktische Maßnahmen wie Organisation von Fortbildungen für das Quartiersmanagement oder Erstellung einer bewährten Sammlung von Arbeitsmaterialien und Methoden für die Arbeit mit Bewohnenden, als auch die gemeinsame Vernetzung mit Partner:innen zur Stärkung und Verteidigung der Werte, für die das Programm steht.

Erste Ergebnisse und Vorschläge der Arbeitsgruppe flossen in die folgende zweitägige Klausur im März 2025 ein, die sich nochmals dem Thema Demokratieförderung widmete, um sich damit weiter vertieft zu beschäftigen. Schwerpunkte der beiden Tage lagen auf den Themen "Menschenrechte als Bezugsrahmen für Demokratieförderung", "Demokratieförderung in der Praxis" und "Debatte um das Neutralitätsgebot in der Gemeinwesenarbeit".

Neben dem Bezugsrahmen der Menschenrechte für Demokratieförderung als wesentliche Grundlage der Arbeit im Programm, ergaben sich die Schwerpunktthemen der Klausurtagung aus der Arbeit in den Quartieren, die im Folgenden beispielhaft näher beleuchtet werden sollen.

Bericht aus den Quartieren

Demokratieförderung in der Praxis

Das Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft ist in seinem Kern ein demokratieförderndes Programm, was sich in der täglichen Arbeit in den Quartieren zeigt. Hier sollen einige Beispiele beleuchtet werden.

Aktivierende Befragung in Rödelheim und Griesheim

"Die Aktivierende Befragung ist eine Methode die dazu dient, die Sichtweisen, Interessen, Anregungen, Wünsche und Bedürfnisse der Menschen in einem begrenzten Gebiet (Sozialraum) abzufragen und die Menschen zugleich dazu anregt, selbst aktiv zu werden.

Durch die Befragung kann das Expert:innenwissen der Bewohner:innen des Stadtteils erkundet werden. Dabei werden ausschließlich offene Fragen formuliert, um möglichst sicher zu stellen, dass nur das Expert:innenwissen der Befragten und ihre Perspektiven in die Ergebnisse einfließen.

Die Aktivierende Befragung kann richtungsweisend sein im Hinblick auf Veränderungen innerhalb des Quartiers (des Wohnorts) und ist ein Beginn von Veränderungen durch Aktionen der dort lebenden Menschen. Durch diese Methode kann selbstbestimmtes Engagement gefördert werden, (neue) Kontakte können entstehen oder sich verfestigen und sie kann zu einer Verbesserung der Angebote und Dienstleistungen vor Ort beitragen. Die Aktivierende Befragung kann darüber hinaus zur Identifizierung der Quartiersbewohner:innen mit den Themen und Projekten im Quartier führen. 1

Aktivierende Befragungen bieten letztlich die Möglichkeit Bewohnende aktiv in demokratische Prozesse einzubinden. Sie können Menschen ermutigen, ihre Meinung zu äußern, sie werden ernstgenommen und zur Mitgestaltung ihres Umfeldes aktiviert.

In zwei Quartieren wurde im Berichtszeitraum eine Aktivierende Befragung durchgeführt.

Vor 16 Jahren wurde das Quartiersmanagement Rödelheim eingerichtet. Nach einem Personalwechsel führten die beiden neuen Quartiersmanagerinnen eine Aktivierende Befragung durch, um einen Blick für neue Entwicklungen und Bedarfe in Rödelheim zu bekommen sowie Kontakte zu den Bewohner:innen herzustellen. Die Befragung diente auch der Vorbereitung einer Stadtteilkonferenz.

Die Aktivierende Befragung wurde von September bis November 2024 durchgeführt und erreichte 300 Personen. Durch die Befragung kamen die Quartiersmanagerinnen mit vielen Bewohner:innen in Kontakt und konnten auf die Arbeit des Nachbarschaftsbüros aufmerksam machen.

In einer Quartierskonferenz am 9. November 2024 wurden die Ergebnisse vorgestellt und gemeinsam mit den anwesenden Bewohner:innen weitere Ideen gesammelt und nächste Schritte zur Umsetzung geplant. Moderiert wurde die Quartierskonferenz durch eine Mitarbeiterin der Landesarbeitsgemeinschaft soziale Brennpunkte e.

V. Bewohner:innen allen Alters aus ganz Rödelheim nahmen teil, es konnten vor allem Menschen aus der Siedlung Zentmarkweg erreicht werden. Besonders erfreulich bewerteten die Quartiersmanagerinnen, dass auch Jugendliche an der Quartierskonferenz teilnahmen und ihre Perspektive einbrachten. Es konnten zudem neue Ehrenamtliche gewonnen werden.

Um aktuelle Bedarfe der Bewohner:innen in ganz Griesheim zu erfassen und insbesondere auch die Bewohner:innen zu hören, die das Quartiersmanagement noch nicht kennen oder zu denen das Quartiersmanagement noch keinen Kontakt hat, wurde die Durchführung einer Aktivierende Befragung geplant.

Der Fokus der Aktivierenden Befragung richtet sich auf die Bewohner:innen in den am meisten benachteiligten Quartieren im Stadtteil Griesheim. Die Benachteiligung misst sich dabei an den Wohnsiedlungen mit dem höchsten Benachteiligungsindex (vgl. Monitoring 2024 zur sozialen Segregation und Benachteiligung in Frankfurt am Main) und den Erfahrungen aus der Arbeit des Quartiersmanagements. Für die Aktivierende Befragung im Jahr 2025 standen und stehen daher folgende Quartiere im Fokus: - Quartier Ahornstraße

- Quartier Kiefernstraße

- Eberhard-Wildermuth-Siedlung

- Quartier Auf dem Schafberg

Das Quartiersmanagement führt nacheinander in den Siedlungen offene Interviews an den Haustüren. Die Fragen der Interviews lehnen sich dabei an das Fragenschema der Aktionsforschung an, dennoch geht es dabei hauptsächlich darum die Menschen an den Haustüren als Expert:innen ihrer eigenen Lebenswelt zu begreifen und in erster Linie zuzuhören. Unterstützend zu den Interviews an den Haustüren sollen noch weitere qualitative Abfragen wie Expert:inneninterviews, Impuls-Werkstätten oder Siedlungsgespräche durchgeführt werden. Quantitative Methoden oder Kennzahlen zu den Siedlungen werden ggf. zur Rahmung der Aktivierenden Befragung hinzugezogen.

Im Berichtszeitraum konnte die Befragung mittels Haustürgesprächen in zwei Siedlungen abgeschlossen werden. Am Ende jeder Befragung wurde in der jeweiligen Siedlung eine Bewohner:innenversammlung durchgeführt, bei der die Ergebnisse der Befragung vorgestellt und die Themen partizipativ priorisiert wurden. Im Sinne eines unterstützten Organizing-Prozesses bildeten die anwesenden Bewohner:innen Gruppen, die mit Unterstützung des Quartiersmanagements weiter an den vordringlichsten Themen arbeiten.

DemokratieWerkstatt Eckenheim

Aktuelle Wahlergebnisse mit einem klaren Zugewinn rechter Parteien, zunehmende Akzeptanz von bislang tabuisierten populistischen politischen Positionen, ein Vertrauensverlust in politische Parteien und Institutionen, fehlende Informationen zu Rechten und Beteiligungsmöglichkeiten sowie Rassismuserfahrung und Diskriminierung besorgen viele Menschen in Eckenheim und sorgen für ein Gefühl der Ohnmacht.

Zudem erleben viele Menschen die Alltagsbewältigung infolge steigender Kosten und knapper Ressourcen als so anstrengend, dass für die Auseinandersetzung mit politischen Fragestellungen keine Zeit bleibt. Stadtteilbezogene Gremien und Funktionsträger:innen, wie Ortsbeirat oder Sozialbezirksvorsteher:in, sind kaum bekannt und können dementsprechend nicht genutzt werden.

Im Mai 2024 hat eine kleine Initiative von Menschen, die etwas dagegen tun wollte, das erste Stadtteilfest zum Geburtstag des Grundgesetzes ausgerichtet. Dieses Fest war ein voller Erfolg - neue politisch interessierte Menschen konnten für Engagement in der Gruppe gewonnen werden.

Die DemokratieWerkstatt Eckenheim ist inzwischen als feste Gruppe etabliert. Sie trifft sich seit Ende 2024 regelmäßig einmal im Monat. Der Zulauf zur Initiative zeigt großes Interesse an der DemokratieWerkstatt. Die Initiative besteht aus ehrenamtlichen sowie mehreren hauptamtlichen Akteur:innen (z.B. einer Einrichtungsleitung des Frankfurter Verbands). Auch Menschen einer anderen, an das Quartiersmanagement angedockten Initiative ("IME-Initiative Musik Eckenheim") nehmen am Demokratieprojekt teil. Dadurch entstand eine höhere Reichweite und ein größerer Vernetzungsgrad innerhalb des Stadtteils. In der Bewohnerschaft gibt es einen mittlerweile deutlich spürbaren Bedarf nach Austausch, Vernetzung und der Entwicklung kreativer Handlungsoptionen, um Ohnmachtsgefühlen entgegenzuwirken und Selbstwirksamkeit zu erfahren.

Im Mai 2025 veranstaltete die DemokratieWerkstatt Eckenheim die "Schatzkiste Demokratie". Ein erfolgreiches buntes Fest für die Demokratie im Rahmen der stadtweiten Aktion "Frankfurt feiert Demokratie", das von etwa 150 Menschen besucht wurde. Darüber hinaus fanden fortlaufend kleinere Aktionen in Eckenheim statt, z.B. Info und Musik im Park oder die Verteilung des Grundgesetzes. Ausstellungen sowie Austausch - und Beteiligungsformate sind in Planung. Hierbei werden Formate entwickelt, die sowohl die Interessen der Mitglieder der Gruppe betreffen, als auch die Interessen weiterer Bewohnenden.

Das Quartiersmanagement, das die Initiative als Angebot aus den im Stadtteil formulierten Bedarfen heraus initiiert hat, hat mittlerweile eine begleitende Rolle. Es kooperiert mit der DemokratieWerkstatt, unterstützt mit Akquise interessierter Bewohner:innen und Öffentlichkeitsarbeit, stellt finanzielle Mittel bei kleineren Projektvorhaben zur Verfügung, fungiert als Kontakt und Ansprechpartner:in für die Organisator:innen aus der Gruppe und sorgt für eine Vernetzung stadtweit.

Arbeitsgemeinschaft Anti-Rassismus in Preungesheim

Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen gehören zum Alltag vieler Preungesheimer:innen, insbesondere aus der Karl-Kirchner-Siedlung. Hier hat sich eine Gruppe von Betroffenen zusammengefunden, die sich gemeinsam organisiert und sich in Zeiten des zunehmenden Rechtsrucks gegenseitig im Umgang mit menschenfeindlichen Haltungen stärkt. Es ist gelungen eine feste Gruppe aufzubauen, die mit ihren Aktivitäten sogar den Nachbarschaftspreis 2024 gewonnen hat. Monatlich findet ein gemeinsames Treffen mit Kinderbetreuung statt: Hier werden persönliche Erfahrungen geteilt, gemeinsam Handlungsstrategien diskutiert sowie (Bildungs-)Veranstaltungen und Projekte gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung organisiert. Gemeinsam wurden in der jüngsten Vergangenheit viele Projekte auf die Beine gestellt. Zum Beispiel eine Lesung sowie eine Ausstellung zum Gedenken an den rassistischen Anschlag in Hanau mit gut 40 Besucher:innen, das gemeinsame Lesen von Gedichten sowie ein öffentliches Fastenbrechen für knapp 200 Personen, zu dem alle Bewohner:innen Preungesheims eingeladen waren, um sich mit dem Islam beschäftigen zu können, Fragen zu stellen, Vorurteile abzubauen sowie die Sichtbarkeit verschiedener muslimischer Communitys herzustellen.

Die Arbeitsgemeinschaft nimmt zudem auch andere Diskriminierungsformen in den Blick: Für die Kinderrechtswoche waren Projekte zur Situation von Kindern mit Beeinträchtigungen geplant. Das Quartiersmanagement organisierte gemeinsam mit der Arbeitsgruppe ein Frauenfrühstück zum Thema Rassismus und Schule, was ebenfalls sehr gut besucht war. Zum Jahresende fand eine durch das Quartiersmanagement organisierte Empowerment-Reihe für die Arbeitsgruppe statt, bei der über die Kerngruppe hinaus jeweils insgesamt 15-20 Personen pro Workshop teilnahmen.

Die Themen, die von externen Referent:innen bearbeitet wurden, waren: Diskriminierung, Rassismus und Psychologie, Empowerment. Im Berichtzeitraum entwickelten sich zudem fruchtbare Synergien mit dem Fliegenden Künstler:innenzimmer, insbesondere mit zwei Künstlerinnen. Zum Beispiel wurden verschiedene Schreibwerkstätten rund um das Thema Rassismus mit der fliegenden Künstlerin Janis Jirotka organisiert.

Debatte um das Neutralitätsgebot in der Gemeinwesenarbeit - Beispiel Gutleut

Die Bedeutung aktueller politischer Entwicklungen für die Arbeit der Quartiersmanager:innen wurde im Kontext der Bundestagswahl im Februar 2025 noch einmal deutlich. Das Quartiersmanagement Gutleut hatte Anfang März seinen monatlichen Newsletter herausgebracht und sich einleitend zum Ausgang der Bundestagswahl geäußert. Der einleitende Kommentar führte dazu, dass im zuständigen Ortsbeirat ein Antrag verhandelt wurde, in welchem dem Quartiersmanagement Gutleut "parteipolitischer Aktivismus" vorgeworfen wurde. Die Kommentierung der Wahlergebnisse in einem Quartiers-Newsletter führte ebenso dazu, dass in der Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung (03.04.2025, Frage Nr. 3099) die Frage nach einer Neutralitätspflicht für Mitarbeitende des Quartiersmanagements aufgeworfen wurde, da eine Finanzierung der Quartiersmanagements aus öffentlichen Mitteln erfolgt. Inhaltlich knüpfte diese Fragestellung an die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (BT-Drucksache 20/15035 vom 24.02.2025) auf Bundesebene an, die sich mit insgesamt 551 Fragen der politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen annahm.

Die Situation konnte gemeinsam mit dem Sozialdezernat, einer rechtlichen Einschätzung durch das Rechtsamt und durch die gute Zusammenarbeit von Quartiersmanager:innen, Trägervertreter:innen und Fachstelle so gestaltet werden, dass die Quartiersmanager:innen in ihrer Rolle gestärkt daraus hervorgehen konnten: Das Quartiersmanagement hat sich in seinem Kommentar gegen Hass und Ausgrenzung positioniert und sich für demokratische Grundwerte ausgesprochen und keine "eigenen parteipolitischen Präferenzen" kommuniziert.

Nichtsdestotrotz nehmen die politische Stimmung und zunehmende Spaltung der Gesellschaft viel Raum in der Arbeit in den Quartieren ein, was das tägliche Miteinander in den Quartieren beeinflusst.

4. Nachbarschaftspreis - Ehrenamtliches Engagement als Ausdruck lebendiger Demokratie

Der Nachbarschaftspreis honoriert seit 25 Jahren in Rahmen des Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft bürgerschaftliches Engagement in Frankfurt am Main.

Dabei ist ehrenamtliches Engagement nicht nur ein Ausdruck von demokratischem Handeln, sondern auch ein Motor, um Demokratie einzuüben und lebendig zu halten. Seit 2022 werden Preise in fünf verschiedenen Kategorien vergeben. Eine davon ist die Kategorie "Demokratie leben im Quartier", die Projekte auszeichnet, die Menschen im Viertel zueinander führen und in einen Dialog bringen.

Am 26. September 2024 wurden die Preise mit einem Fest im Gesellschaftshaus Palmengarten verliehen. Insgesamt lagen 49 Bewerbungen vor. Es wurden fünf Hauptpreise und neun Anerkennungspreise verliehen.

Hauptpreise 2024

Die Hauptpreise waren mit jeweils 1.000,00 € dotiert.

Die oben genannte Preungesheimer Arbeitsgemeinschaft Anti-Rassismus wurde in der Kategorie "Demokratie Leben im Quartier" geehrt.

In der Kategorie "Kultur vor Ort" ging die Frankfurter Spatzen Sport- und Kulturvereinigung 2018 e.V. als Sieger:innen hervor. Das Motto der Frankfurter Spatzen ist "Zuhause ist da, wo Deine Freunde sind". Der Verein geht aus einer 2011 gegründeten Abteilung des TSV Ginnheim hervor und möchte Kinder, Jugendliche und ihre Familien aus verschiedenen Herkunftsländern und mit unterschiedlichem schulischem Hintergrund mittels Musik, Theater und Tanz sprachlich und künstlerisch fördern.

Insgesamt umfasst der Verein aktuell rund 130 Mitglieder und 40 Ehrenamtliche. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind in den beiden Musicalensembles aktiv, andere nehmen Tanz- und Instrumentalangebote wahr. Des Weiteren gibt es einen Elternchor, in dem nicht nur Eltern, sondern auch andere Erwachsene und vermehrt auch Senior:innen mitsingen. Auch in der Spatzenband, die die beiden Musicalensembles begleitet, sind viele aktiv.

Im vergangenen Jahr wurde das Musical "Emil und die Detektive" im Zirkuszelt in der Platenstraße aufgeführt; neben den großen Musicalaufführungen tritt der Verein bei verschiedenen Stadtteilfesten auf und ist auch bekannt für Flashmobs bei Stadtteilaktionen. Der Verein unterstützt und berät die Jugendlichen auch bei schulischen Fragen und Förderbedarf, bei der Ausbildungssuche, beim Deutschlernen oder bei Behördengängen.

Der Preis der Kategorie "Nachbar:innen für Nachbar:innen" wurde vergeben an das Projekt "Der bunte Kochtopf". Seit Mitte 2023 wird jeden Donnerstag im Tassilo-Sittmann-Haus in der Nordweststadt ein kostenloser Mittagstisch angeboten - gegen Hunger und Einsamkeit. Eine Gruppe von Ehrenamtlichen unterstützt beim Servieren und Abräumen und begrüßt die Gäste. Dazu zählen auch Schüler:innen der Berufsorientierungsstufe der benachbarten Ernst-Reuter-Schule II. Der Bunte Kochtopf ist für viele zu einem festen Begegnungs- und Kommunikationsort geworden ist.

In der Kategorie "Schöner-Bunter-Nachhaltiger" wurde das Projekt "20 Meter für die Nachbarschaft" geehrt. Das Projekt besteht aus einem über 20 Meter langen Tisch auf dem Quartiersplatz an der Gustavsburgstraße im Gallus, an dem sich die Nachbarschaft am Wochenende trifft oder an warmen Tagen auch mal zu Abend isst. Auch Kindergeburtstage können dort gefeiert werden. Initiator Tobias Krauch hat den Tisch zusammen mit Nachbar:innen aus Altholz gebaut und stärkt damit den öffentlichen Raum als Begegnungsraum. Der Tisch wurde so gebaut, dass Menschen verschiedener Körpergrößen gut daran sitzen können, an zwei Stellen sind die Sitzbänke für Rollstuhlfahrer:innen unterbrochen. Inzwischen sitzen regelmäßig kleine und große Gruppen an der langen Tafel. Für das Jahr 2024 waren dort verschiedene kleine Veranstaltungen geplant.

Das Nachhilfeprojekt an der Konrad-Haenisch-Schule (KHS) wurde in der Kategorie "Gemeinsam lernen im Quartier" geehrt. Die Schüler:innen der KHS kommen häufig aus Elternhäusern, in dem materielle und ideelle Ressourcen nicht ausreichend vorhanden sind, um den Kindern Unterstützung im Schulalltag zu bieten. Deshalb findet an der KHS zweimal pro Woche eine kostenlose und niedrigschwellige Nachhilfe statt. Mittwochs und freitags bieten Schüler:innen aus benachbarten Schulen mit Oberstufe (Helmholtzschule und Schule am Ried) eine zweistündige Nachhilfe für bis zu zehn Schüler:innen aus der Sekundarstufe 1 an. Ziel des Projekts ist neben der inhaltlichen Unterstützung auch die Förderung junger Vorbilder durch das Konzept Schüler:innen für Schüler:innen, wobei sie die Inhalte der Nachhilfe selbst bestimmen.

Anerkennungspreise 2024

Neun Anerkennungspreise wurden neben den Hauptpreisen vergeben.

  • Kategorie "Demokratie Leben im Quartier": o Öffentliches Erdgeschoss im Hausprojekt Kolle

o Rat & Tat

  • Kategorie "Kultur vor Ort": o Red Diamonds - Cheerleading für Mädchen

o Salon Gutleut

  • Kategorie "Nachbar:innen für Nachbar:innen": o Bewohner:innenversammlung Ahornstraße

o ULIBA

  • Kategorie "Schöner, Bunter, Nachhaltiger": o Friedhofs-Café Rödelheim

o Superblock Bockenheim - Lebensqualität gewinnen

  • Kategorie "Gemeinsam lernen im Quartier"

o Mein Müsli macht Schule

Auf die Ausschreibung des Nachbarschaftspreises 2025, welche im Frühjahr erfolgte, wurden insgesamt 52 Bewerbungen in fünf Kategorien eingereicht. Für die Verleihung des Nachbarschaftspreises 2025 war am 09.09.2025 wieder eine Veranstaltung im großen Rahmen im Gesellschaftshaus Palmengarten geplant.

5. Ausblick

Ziel des Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft wird es weiterhin sein, gesellschaftliche Teilhabe in den Quartieren zu stärken. Es gilt, zivilgesellschaftliches Engagement unter veränderten Bedingungen zu fördern und wertzuschätzen, dem Miteinander aber auch dem sachlichen und kritischen Diskurs Raum zu geben sowie sozialer Ungleichheit und demokratiefeindlichen Tendenzen in den Stadtteilen entschieden entgegenzuwirken.

Transparente Aushandlungsprozesse und gelebte Solidarität auf Quartiersebene schaffen eine starke Stadtgesellschaft. Diese trägt zu mehr Resilienz in den Stadtteilen bei, die urbane Lebensräume in Zukunft stärker vorhalten müssen und zur Widerstandfähigkeit gegen autoritäre Einflussnahme.

Das Quartiersmanagement und seine Partner:innen machen wichtige gesellschaftliche Themen sichtbar und schaffen mehr Chancengerechtigkeit für benachteiligte Personen auf Stadtteilebene. In Anbetracht der herausfordernden politischen Stimmungslage geprägt durch Polarisierung, Misstrauen und immer häufiger populistischer Rhetorik, leidet das Zusammenleben in der Nachbarschaft teilweise zunehmend. Soziale Spannungen können anwachsen, Vorurteile und Ausgrenzung verstärken sich, was zu einer Fragmentierung der Gemeinschaft führt. Besonders benachteilige Gruppen sind von dieser Dynamik betroffen.

Spaltungstendenzen in den Stadtteilen kann durch Quartiersmanagement gezielt entgegengewirkt werden, indem demokratiefördernde Projekte in der Nachbarschaft unterstützt und Ideen mit engagierten Bürger:innen dazu entwickelt werden, wie Menschen im Viertel zueinander geführt werden und in den Dialog treten können. Offene Begegnungsorte im Quartier und die Förderung von Dialogen zwischen den Nachbar:innen sind dafür unerlässlich.

Kooperationen und Vernetzung sind auf allen Ebenen der Stadtgesellschaft besonders wichtig, um den vielfältigen Herausforderungen zu begegnen. Angesichts knapper werdender Ressourcen und eines erhöhten Unterstützungsbedarfs, der aus der angespannten sozialen Situation vieler Bewohner:innen resultiert, erhält die Zusammenarbeit in Netzwerken einen noch höheren Stellenwert.

Durch weiterhin gezielte Vernetzung lokaler Akteur:innen, wie Vereinen, Initiativen und sozialen Einrichtungen, können Ressourcen mobilisiert und integrative Projekte entwickelt werden. Dies unterstützt nicht nur die Teilhabe benachteiligter Menschen, sondern fördert ein stärkeres Gefühl von Gemeinschaft.

Die Fachstelle unterstützt eine stärkere Vernetzung der Akteur:innen stadtteil- und stadtweit und arbeitet daran das Programm innerhalb der Stadtverwaltung und bei weiteren zentralen Institutionen noch bekannter zu machen. Im Quartiersmanagement liegen wertvolle Ressourcen für die Stadtteile, die sowohl in planungs- als auch strategischen Prozessen nützlich und hilfreich sein können. Das Quartiersmanagement nimmt Bedarfe und wichtige Themen der Bewohner:innen auf, an den geeigneten Stellen mit Kooperationspartner:innen bewegen und in die Verwaltung tragen.

Ein möglichst flächendeckender Ausbau des Programmgebiets sowie eine Ausstattung aller Quartiersmanagements mit 1,5 VZÄ-Stellen würden den Aufbau stadtteilübergreifender Netzwerke weiter vorantreiben und so eine noch zielgerichtetere strategische Steuerung ermöglichen. Wirkungsvolle Angebote könnten so abgestimmt und mit weniger Aufwand für den einzelnen Stadtteil in verschiedenen Quartieren etabliert werden. Dies wäre ein wichtiger Baustein, um die Stadt sozial gerechter, robuster und anpassungsfähiger zu machen.

Mit der, durch die bessere finanzielle Ausstattung, möglichen personellen Aufstockung in drei Quartiersmanagements und der Übernahme des Gebiets Bonames mit dem Schwerpunkt Ben-Gurion-Ring in das Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft sind bereits erste Schritte unternommen.

1 https://lagsbh.de/methoden/aktivierende-befragung/, 10.09.2025.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis

Der Weg dieser Vorlage

Am 5. Dezember 2025 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. Sie geht auf OA 870 zurück — Anregung, beschlossen am 13. Juni 2002. In 10 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf10 Beratungen
OBR 11
Sitzung 44 · 12.01.2026
TO I, TOP 23
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

OBR 10
Sitzung 44 · 13.01.2026
TO II, TOP 44
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

OBR 6
Sitzung 44 · 13.01.2026
TO I, TOP 55
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

OBR 2
Sitzung 45 · 19.01.2026
TO I, TOP 70
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
5 GrüneCDUSPDFDPLinke
Ablehnung:
BFF
Abstimmung im Original

Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.

Abstimmung: 5 GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Linke gegen BFF (= Zurückweisung) bei Abwesenheit 1 GRÜNE

OBR 7
Sitzung 43 · 20.01.2026
TO I, TOP 29
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPBFF
Ablehnung:
Farbechte/linke
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und BFF gegen farbechte/Linke (= Zurückweisung)

OBR 1
Sitzung 44 · 20.01.2026
TO I, TOP 72
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

OBR 8
Sitzung 43 · 22.01.2026
TO I, TOP 35
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

OBR 9
Sitzung 44 · 22.01.2026
TO II, TOP 16
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

OBR 5
Sitzung 44 · 23.01.2026
TO I, TOP 71
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 42 · 19.02.2026
TO I, TOP 137
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 456 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVolt
Sonstige:
BFF-BIG (Kenntnis)ÖkoLinX-ELF (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, Linke, FDP, AfD und Volt Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG und ÖkoLinX-ELF (= Kenntnis)

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