Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen bei der Stadt Frankfurt am Main
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Bericht des Magistrats vom 22.11.2019, B 434
Betreff: Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen bei der Stadt Frankfurt am Main Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 12.10.2006, § 887 - B 285/18 - Stadtverwaltung Frankfurt - 2018 wieder Beschäftigungsquote [1] von 11 Prozent Dabeisein und Teilhaben gehört bei der Stadtverwaltung Frankfurt am Main dazu. Die Zahlen sprechen auch in 2018 wieder für sich: Mit einer Quote von 11 Prozent beschäftigt die Stadtverwaltung mehr als doppelt so viele behinderte Menschen wie das Sozialgesetzbuch IX - SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen) mit einer Pflichtquote von 5 Prozent vorschreibt. Mit ihren stetigen Anstrengungen in der Inklusion geht die Stadt Frankfurt am Main seit über 20 Jahren beispielhaft für viele privatrechtliche und öffentliche Arbeitgeber voran - und ist nicht nur in der Region beispielgebend. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Hessen Entwicklung der Schwerbehindertenquote in der Region[2] In der Region liegt die Quote bei Arbeitgebern ab 20 Beschäftigten bei 5,1 Prozent. In die Quote der öffentlichen Arbeitgeber von 7,7 Prozent ist der höhere Wert für die Stadtverwaltung Frankfurt am Main eingerechnet.
Komplexe Inklusionsaufgaben Jede Maßnahme und Arbeitsplatzanpassung war ein nach den Anforderungen und Zielsetzungen mehr oder weniger umfangreiches Projekt. Es begann mit der umsichtigen Analyse der Arbeitssituation und Bedarfe gemeinsam mit den Betroffenen unter Einbeziehung der Schwerbehindertenvertretung mit ihrer fachlichen Kompetenz. Im stetigen Dialog wurde die Planung und die Auswahl der geeigneten Mittel entwickelt. Nach Beantragen finanzieller Zuschüsse, insbesondere beim Integrationsamt, folgte die Beschaffung. In bestimmten Fällen schloss sich eine Qualifikation der Betreffenden für neue Soft- oder Hardwareanwendungen in den Arbeitsprozessen an. Maßnahmen in 2018 Im Berichtsjahr führte die Stadt Frankfurt am Main zur Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben unterschiedliche, auf die spezifischen Bedürfnisse der Betreffenden abgestimmte Maßnahmen durch und realisierte entsprechende Arbeitsplatzausstattungen und Unterstützungsleistungen. Auszugs weise werden im Folgenden im Berichtsjahr realisierte Maßnahmen zur Inklusion vorgestellt. Sie wurden zum Teil vom Integrationsamt bezuschusst: - Arbeitsbezogene Hörgerätesysteme (ICP) zur Verbesserung der Kommunikation sowie der Erhöhung der Sicherheit und der Arbeitseffizienz - Ein Rollstuhlzuggerät zur Verbesserung der Mobilität und Arbeitseffizienz - Individuelle behindertengerechte Bürostühle - Barrierefreier Büroumbau und komplette Ausstattung für eine Rollstuhlnutzung - Einhandtastaturen und spezielle Büroausrüstungen - Spracheingabeprogramme und behindertengerechte Software-Lösungen - Großbildschirme, Leselupen und Zubehör - OR-Cam (Spezialkamera mit Sprachfunktion für stark sehbehinderte Menschen) Auswahl und Bereitstellung von Fremdleistungen - Kurzfristiger Einsatz von Gebärdendolmetschenden - Organisieren von besonderen Schulungen in Zusammenarbeit mit dem Institut "Barrierefreie Bildung" - Anmieten von Parkflächen für Menschen mit besonderen Behinderungen Antragsverfahren für unterstützende Maßnahmen - Anträge zu baulichen Veränderungen in den Ämtern und Betrieben, wie zum Beispiel barrierefreie Öffnung von Brandschutztüren - Anträge auf Beschäftigungssicherungszuschüsse beim Landeswohlfahrtsverband für leistungsgewandelte Mitarbeitende Beratungen zur Arbeitsplatzausstattungen - Beratungen durch das Personal-und Organisationsamt auch vor Ort am Arbeitsplatz zuzüglich der Recherche, die bestmöglichen Hilfsmittel zu finden Hohe Motivation und großes Engagement der schwerbehinderten Mitarbeitenden Das Engagement schwerbehinderter Mitarbeitenden, mit viel Einsatz und Energie gute Arbeit zu leisten, ist sehr groß. Die Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main ist auf einem guten Weg, für Menschen mit Schwerbehinderung die Arbeitsbedingungen zu schaffen, die sie im Sinne einer selbständigen Berufsausübung benötigen. Dabei verfolgt sie als durchgängiges und selbstverständliches Prinzip die Barrierefreiheit und Inklusion in allen Bereichen der Stadtverwaltung. Inklusion ist Führungsaufgabe Trotz der Dringlichkeit der Aufgabe sind markante Veränderungen nur längerfristig zu verwirklichen. Von großer Bedeutung sind die Arbeitsbedingungen insgesamt. Nicht nur räumliche Barrieren und nicht ergonomische Arbeitsplätze schaffen Probleme, sondern auch die Arbeitsorganisation mit ihren Abläufen, die Zusammenarbeit im Team, hoher Zeitdruck, körperliche Anstrengungen, das Arbeiten ohne Haltungswechsel und ähnliches stellen Herausforderungen an die Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main. Diese zu erkennen und zu meistern, ist eine wichtige Führungsaufgabe. Die Themen menschengerechte Arbeit und Inklusion sind daher Teil des stadtweiten Führungsverständnisses. Eine entsprechende Bewusstseinsbildung zu fördern, war auch im Jahr 2018 ein wichtiges Arbeitsfeld. Ausbildung und Qualifikation von Menschen mit Behinderung Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Unterstützung der schwerbehinderten Auszubildenden. Der Unterstützungsbedarf ist hier sehr hoch. Er beginnt mit dem Abbau räumlicher Barrieren in den Schul- und Hochschulgebäuden und setzt sich fort im Umgang mit kommunikativen Barrieren in den Lehrveranstaltungen und bei dem Lehrmaterial. Die ausbildungsbegleitenden Maßnahmen helfen, einen guten Abschluss zu schaffen, der einen gesicherten Arbeitsplatz bei der Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main eröffnet. Hierbei ist die Beratung und Begleitung der schwerbehinderten Auszubildenden von zentraler Bedeutung. Dieser für den Erfolg der Ausbildung sehr wichtige Aspekt darf nicht vernachlässigt werden. In diesem Sinne arbeitet die Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main daran, die Berufsausbildung zunehmend inklusiv zu gestalten. Zur Förderung der Ausbildung und zur Optimierung des Übergangs von der Schule ins Arbeitsleben werden die Arbeitsagenturen, das Integrationsamt und die Integrationsfachdienste eingebunden. Eine gute Zusammenarbeit zwischen der Ausbildung, den internen Fachkräften der Stadtverwaltung, den Integrationsämtern und den Integrationsfachdiensten der Agentur für Arbeit ist wichtig, um frühzeitig zu agieren und die Wirksamkeit von Maßnahmen im Blick zu haben. Haushaltsansatz Der Ansatz für laufende Kosten (wie Bauunterhaltungsmaßnahmen, Dienstleistungen oder Materialaufwand) im Ergebnishaushalt sowie das zur Verfügung stehende Budget für den Erwerb von beweglichem Vermögen im Finanzhaushalt ist ausreichend, um den Bedarfen gerecht zu werden. Umbau des neuen Dienstgebäudes des Personal- und Organisationsamtes Bei den Planungen für den Umbau des neuen Dienstgebäudes des Personal- und Organisationsamtes in der Münchener Str. 1, in dem die Ausbildung und zentrale Fortbildung seit Mai 2018 bedarfsgerecht untergebracht ist, wurde der behindertengerechte Zuschnitt des Gebäudes in allen relevanten Bereichen berück- sichtigt und durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen konnte das Gebäude unter anderem mit behinderungsgerechten Toiletten, elektrifizierten Türen und einer behinderungsgerechten Gestaltung der Wege von der Tiefgarage zu den Schulungsräumen ausgestattet werden. Der behindertengerechte Umbau wurde vom Landeswohlfahrtsverband mit einem Zuschuss von rd. 78.000 € unterstützt. Fachsymposium zum Thema Inklusion in der Arbeitswelt Am 16. November 2018 wurde das Fachsymposium "Personal. Fachkräfte. Diversity - Inklusion in Ausbildung und Beruf" in Frankfurt am Main ausgerichtet. Veranstalter waren die Stadt Frankfurt am Main, vertreten durch die Dezernate III, VIII und IX die Industrie- und Handelskammer, das Netzwerk Inklusion Deutschland e.V. und die Lust auf besser leben gGmbH. Das Symposium fand in den Räumen der IHK statt. Mit 450 Teilnehmenden erwies sich die Veranstaltung als sehr erfolgreich. Neben vielen Best-Practice-Beispielen, Erfahrungsberichten und Informationen zum Thema "Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung" konnten sich Ausbildungs- und Arbeitssuchende im Rahmen eines Job-Marktplatzes direkt informieren. Zukunftsorientiert informierte die Stadt Frankfurt am Main an ihrem Stand über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in den Verwaltungsberufen unter tatkräftiger Unterstützung der Gesamtschwerbehindertenvertretung. Damit wurde auch diese Zielvereinbarung aus den temporären Arbeitsaufträgen der Inklusionsvereinbarung für die Wahlperiode der Schwerbehindertenvertretung für die Jahre 2015 bis 2018 erfolgreich erfüllt. Aussicht Die Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main wird auch in Zukunft ihre vielfältigen Anstrengungen zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Schwerbehinderung fortsetzen. Im Gleichschritt mit der demografischen Entwicklung entwickelt sie ihre Strategien zur Fachkräftesicherung weiter, wobei das Potenzial der Menschen mit Behinderungen besondere Berücksichtigung erfährt. Anlage 1_Datenuebersicht (ca. 73 KB) Anlage 2_Stellungnahme (ca. 52 KB) Vertraulichkeit: Nein
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Der Weg dieser Vorlage
Am 22. November 2019 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, FDP und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: LINKE., FRAKTION und FRANKFURTER (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRANKFURTER (= Kenntnis)