Schallschutzmaßnahmen der Fraport AG
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Bericht des Magistrats vom 22.07.2013, B 374
Betreff: Schallschutzmaßnahmen der Fraport AG Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 25.04.2013, § 3009 - A 277/13 RÖMER, B 101/13 - Das Forum Flughafen und Region (FFR) hat am 3. Juni 2013 die nachfolgenden Informationen zu drei Maßnahmen des aktiven Schallschutzes veröffentlicht (siehe http://www.forum-flughafen-region.de/aktuelles/pressemitteilungen/): "Halbzeitbilanz für drei Maßnahmen des aktiven Schallschutzes des Forum Flughafen und Region Seit dem 18.10.2012 werden am Flughafen Frankfurt nach dem ersten Maßnahmenpaket drei weitere Maßnahmen des aktiven Schallschutzes von der Deutschen Flugsicherung umgesetzt:
- Anhebung der Gegenanflüge um 1000 ft
- Verlagerung der Eindrehbereiche zum Schutz von Mainz und Offenbach
- Probebetrieb der Anhebung des Anfluggleitwinkels für die Landebahn Nordwest auf 3,2° Eine weitere Maßnahme - ein Forschungsprojekt gemeinsam mit dem DLR zum steilen Anflug, Projekt "Steeper Approach" wurde bereits im Sommer 2012 vom Forum Flughafen und Region (FFR) beauftragt und geht jetzt im Juni 2013 in seine nächste Phase. Die Maßnahmen wurden im Expertengremium Aktiver Schallschutz (ExpASS) bzw. der Task Force Flugwegoptimierung des FFR erarbeitet, auf Lärmminderungspotenzial geprüft und in die Liste aktiver Schallschutzmaßnahmen der Allianz für Lärmschutz übernommen. Die Umsetzungen wurden und werden intensiv durch ein Monitoring begleitet, dessen Parameter gemeinsam mit Experten von Flugsicherung, Luftfahrt, FLK, wissenschaftlicher Begleitung des Öko-Institutes und dem UNH festgelegt wurden. "Wir arbeiten im FFR innovativ an der Entwicklung einer Vielzahl von Maßnahmen, die dazu führen sollen, dass die von Fluglärm betroffene Region um den Flughafen Frankfurt eine spürbare Entlastung erfährt. Wir wollen aber auch den Nachweis öffentlich und transparent führen, welche Auswirkungen die Maßnahmen in der Umsetzung am Ende konkret bringen. Dies wird vom Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) gemeinsam mit den Verantwortlichen des FFR sowie externen Experten intensiv überprüft" so Prof. Wörner bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse. "Wie an den aufwendigen Arbeiten unschwer erkennbar ist, eignen sich Maßnahmen des aktiven Schallschutzes weder zu plakativen Forderungen noch zu pauschalen Vorurteilen über Erfolg oder Misserfolg. Die aktive Zusammenarbeit der Akteure, von der Flugsicherung in Langen über Fraport und die Airlines bis hin zu kommunalen Experten, dem Öko-Institut und dem UNH müssen alle selbstverständlich unter Berücksichtigung ihrer Eigeninteressen aktiv und konstruktiv zusammenarbeiten, um Ergebnisse für die Menschen in der Region zu erreichen" so Wörner weiter. "Dass dies Zeit braucht und nicht von heute auf morgen passiert sollte jedem klar sein" schloss er sein Fazit aus der bisherigen Arbeit. Monitoringergebnisse Während für das Monitoring der operativen und taktischen Maßnahmen der Flugsicherung zur Optimierung der Flugwege eigens Software vom UNH entwickelt und eingesetzt wurde, wurden für die Erfassung der Erhöhung des Anflugwinkels auf 3,2 Grad zusätzlich zu festen Stationen weitere mobile Messstellen von UNH und Fraport AG aufgestellt. Alleine für diese Maßnahme werden unter den beiden Anfluggrundlinien in jeder Betriebsrichtung drei bzw. vier Messstellen kontinuierlich ausgewertet. Die Daten der Lärmmessungen sowie weiterer Veränderungen werden durch das DLR Braunschweig ausgewertet. Die DFS Deutsche Flugsicherung und die Fraport AG haben die Umsetzung der Maßnahmen operativ vorbereitet und die Verantwortung für deren Umsetzung übernommen. Nach einem halben Jahr Probebetrieb kann das FFR erste Ergebnisse aus dem Monitoring der Maßnahmen präsentieren:
- Anhebung der Gegenanflüge im Norden und Süden um 1000 ft Die Gegenanflüge wurden im Süden und im Norden um jeweils 1000 Fuß erhöht. An vier festgelegten Fixpunkten müssen mindestens 90% der Maschinen die neue Vorgabe einhalten. Eine Entlastung wurde hier für die Kommunen erwartet, die direkt unter dem Gegenanflug liegen. Nach Auswertung der ersten Monate im Betrieb kann festgestellt werden, dass das Ziel der Maßnahme an allen 4 Punkten erreicht wurde: - Das Ziel, dass an allen Referenzpunkten mind. 90% der Anflüge die um 1000 ft angehobene Höhe der Gegenanflüge erreichen, wurde erfolgreich realisiert. - Der durchschnittliche Höhengewinn im Vergleich zur Situation vor der Einführung betrug hierbei zwischen 740 und 980 ft. - Sowohl Lärmmessungen des UNH als auch zusätzlich an diesen Messstellen durchgeführte Kontrollen der Überflughöhen zeigen eine eindeutige Verringerung der vorherigen Belastungen - Die Maßnahme wird fortgeführt. Zu Auswertungen der Lärmmessungen und weiterer Überflughöhenmessungen wird das UNH in einer separaten PK berichten.
- Verlagerung der Eindrehbereiche im Osten (Offenbach) und Westen (Mainz) Die Limitierung der Eindrehbereiche auf mindestens 11,3 nautische Meilen vor der Landeschwelle im abhängigen Betrieb soll dafür sorgen, dass künftig im Normalfall vor dieser Schwelle keine Luftfahrzeuge auf den Endanflug und das ILS-Landesystem eindrehen werden. Da die Maschinen den ILS Leitstrahl üblicherweise "von unten" anfliegen, bedeutet dies eine größere Überflughöhe sowohl in Offenbach bei Westbetrieb als auch in Mainz bei Ostbetrieb sowie die Vermeidung von tiefen sog. "Directs" über diesen Siedlungsflächen. Als solche werden Anflüge bezeichnet, die wegen geringem Verkehrsaufkommen vom Lotsen in gerader Linie zur Anfluggrundlinie geführt werden. Auch für diese Maßnahme kann festgestellt werden, dass die angestrebten Parameter für den Regelbetrieb erreicht wurden: - Es finden fast keine Eindrehvorgänge mehr über den Siedlungszentren Mainz und Offenbach statt, der lärmbelastete Bereich konzentriert sich auf die direkten ILS-Anfluggrundlinien. - Dadurch steigt die Überflughöhe über diesen Städten insgesamt an. - Die Maßnahme wird fortgeführt, Auswirkungen auf die "Außenbereiche" werden noch näher untersucht. - Weitere, kleinere Verbesserungen sind noch zu erwarten. - Zusätzliche Verbesserungen werden bei beiden Maßnahmen erwartet, wenn die Verlängerung des ILS als weitere derzeit in Prüfung befindliche Maßnahme des aktiven Schallschutzes realisiert wird. 3. 3,2°: Anhebung des Anflugwinkels auf die Landebahn NW Mit der Erhöhung des Anflugwinkels auf die Nordwestbahn von 3,0 Grad auf 3,2 Grad wird eine Anhebung des Endanfluges erreicht und damit eine Lärmentlastung für beide Betriebsrichtungen erwartet. Für die Umsetzung der Maßnahme hat Fraport ein zweites ILS (Instrumenten Lande System) an der Landebahn Nordwest installiert. Die genauen Auswirkungen der Maßnahmen werden während des einjährigen Probebetriebes dokumentiert und analysiert. Wie bereits in der Presse bekannt wurde, lassen erste Ergebnisse durchaus erwarten, dass eine Lärmabnahme erreicht wird, für genaue Angaben ist es jedoch definitiv zu früh. Hier verweist das FFR auf eine vollständige Auswertung der Monitorings, die etwa für Oktober/November erwartet werden. Festgehalten werden kann bereits jetzt, dass die Akzeptanz bei der Pilotenschaft insgesamt erfreulich hoch ist. Abweichungen die sich bestimmten Gesellschaften oder bestimmten Flugzeugtypen zuordnen lassen, sind nicht erkennbar. Ab Juni startet die
- Phase des Pilotbetriebes: In einer ersten Erprobungsphase waren bisher neben dem von der DFS angebotenen Anflug auf 3,2 Grad auf die Nordwestbahn auf ausdrücklichen Wunsch auch noch Anflüge bei 3,0 Grad möglich. Die ganz überwiegende Zahl von Anflügen erfolgte bei geeignetem Wetter aber bereits auf den angebotenen 3,2 Grad. In der zweiten Phase wird bei Vorliegen der geeigneten Wetterbedingungen die NW Bahn nur noch mit 3,2° angeflogen. Dies ermöglicht dann ein noch verbessertes und genaueres Monitoring.
- Forschungsprojekt Steeper Approach Erprobt werden soll hier eine möglichst lange Phase mit einem steilen Anfluggleitwinkel von 4,49 Grad, die zum spätestmöglichen Zeitpunkt in den ILS-Endanflug mit dann 3 oder 3,2 Grad übergehen soll, dabei wird das ILS "von Oben" angeschnitten, nicht wie üblich "von unten". In der ersten Phase, die vor kurzem abgeschlossen wurde, konnte mit erfahrenen Piloten die Rahmenbedingungen und das Setting für die nächsten Schritte abgestimmt werden. Nach Zustimmung durch das ExpASS beginnt im Juni die
- Phase, an der sich neben Lufthansa und Condor erstmals auch TUIFly beteiligt: Für alle gängigen Flugzeugtypen dieser 3 Airlines werden Simulatorversuche in Frankfurt und Berlin durchgeführt. Das UNH wird die Presse rechtzeitig zu einem dieser Termine einladen - voraussichtlich am 17.06. abends. Details werden noch mitgeteilt. Neben den genannten Maßnahmen erläuterte Prof. Wörner (Vorstand des FFR) erste Überlegungen zu einer Lärmobergrenze für die Region um den Flughafen Frankfurt, basierend auf entsprechenden Überlegungen im Koordinierungsrat des FFR." Die zum Thema gehörende Pressemitteilung kann unter http://www.forum-flughafen-region.de/fileadmin/files/Pressemitteilungen/PM_3Mass nahmen_FFR_31-05-2013.pdf heruntergeladen werden. Lärmmessungen des UNH unter dem nördlichen Gegenanflug an der Messstelle Frankfurter Berg Darüber hinaus verweist der Magistrat auf die Berichterstattung des Umwelt- und Nachbarschaftshauses (UNH) des FFR zu den Fluglärmmessungen am Frankfurter Berg in Berkersheim, die unter http://www.forum-flughafen-region.de/monitoring/fluglaerm-monitoring/auswertunge nmessstellen/ heruntergeladen werden können.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 8. Januar 2013AA 277Schallschutzmaßnahmen der Fraport AGSTVV-Anfrage · RÖMER
- 22. Februar 2013BB 101Schallschutzmaßnahmen der Fraport AGMagistratsbericht
- 22. Juli 2013Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 28 WochenBB 374Schallschutzmaßnahmen der Fraport AGMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, FDP und FREIE WÄHLER gegen SPD, FAG und fraktionslos (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, FREIE WÄHLER und Piraten gegen LINKE. (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FDP (= Kenntnis) RÖMER (= Zurückweisung)