Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur, Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMain
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Thema Umwelt und Energie verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 28.09.2015, B 348
Betreff: Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur, Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der "digitalen Metropole" FrankfurtRheinMain Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 04.07.2013, § 3374 (M 52 Ziff. 4) - NR 454/12 CDU/GRÜNE, l. B 381/14 - Der Magistrat legt hiermit auftragsgemäß seinen zweiten Jahresbericht zum Ausbau der digitalen Infrastruktur, Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der "digitalen Metropole" FrankfurtRheinMain vor. Daten und deren effiziente und schnelle Verarbeitung sind zum volkswirtschaftlichen Produktions- und Wettbewerbsfaktor geworden. Die Bedeutung sicherer digitaler Infrastrukturen ist für Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung und Entwicklung zum bestimmenden Standortfaktor geworden, denn die Digitalisierung erfasst jede Branche. So befindet sich der Handel in einem tiefgreifenden Wandel und Industriebetriebe haben sich der Herausforderung zu stellen, ihre Produktionsprozesse künftig sowohl firmenintern als auch weltweit vernetzt über Internet zu steuern, Stichwort: Industrie 4.0. Die neuen Möglichkeiten der produzierenden Industrie- und Handwerksbetriebe durch digitale internetbasierten Vernetzung und die automatisierte Steuerung von Wertschöpfungs-ketten bieten jede Menge Potenzial für die Weiterentwicklung und Sicherung des Industriestandortes. Die Aufgabe des weiteren Ausbaus der digitalen Infrastruktur wurde als Handlungsfeld "Digitale Infrastruktur" im Masterplan Industrie fest verankert. Die Aufgabenstellung für die Vorbereitung Industrie 4.0 bedeutet konkret, den Unternehmen auch in den Gewerbegebieten Datenanbindung zu gewährleisten. Die allgegenwärtige Digitaliserung von Produktionsprozessen wird in allen relevanten Branchen wie ITK, Finanzindustrie, Kreativwirtschaft und Medien, Pharma, Chemie und Logistik als Chance erkannt. Neue Marktteilnehmer drängen mit neuen Ideen und Geschäftsmodellen auf den Markt, die Arbeitsplätze der Gegenwart und der Zukunft sichern. Die digitale Wirtschaft braucht neben Rechtssicherheit, sicherem und verfügbarem Strom und dem Innovationsgeist die entsprechende Hightech-Infrastruktur für Daten. Frankfurt am Main und Hessen liegen geographisch ideal im Zentrum der datenverarbeitenden Industrie und Wissenschaft Deutschlands und verfügen bereits über die notwendige IT-Infrastruktur. Dazu gehört insbesondere eine zeitgemäße Breitbandversorgung, die in Frankfurt am Main bereits vorhanden ist. So steht über 96 Prozent aller Haushalte ein Internetanschluss mit mindestens 30 Mbit/s und über 90 Prozent ein Anschluss mit mindestens 50 Mbit/s zur Verfügung. Trotz dieser ausgezeichneten Werte ist es aufgrund der fortschreitenden technischen Entwicklung jedoch notwendig, die Breitbandversorgung in Frankfurt weiter kontinuierlich zu verbessern. Der Breitbandausbau ist zwar in einem Ballungsraum wie Frankfurt am Main in erster Linie Aufgabe der privaten Internetprovider, aber die Stadt Frankfurt sieht sich trotzdem in der Pflicht, die Rahmenbedingungen für Investitionen zu verbessern. Dies betrifft insbesondere die Beschleunigung der entsprechenden Genehmigungsverfahren. Um hier Verbesserungsmöglichkeiten zu finden, initiierte das hierfür zuständige Dezernat V einen runden Tisch zum Thema Breitbandausbau mit dem Verkehrsdezernat, der Wirtschaftsförderung, der Mainova, den Netzdienste Rhein-Main und dem Verein Digital Hub. Bereits in dem ersten Treffen wurden konkrete Entscheidungen zur Beschleunigung des Genehmigungsverfahrens getroffen: So wurde unter anschließender Beteiligung des Personal- und Organisationsamtes mit dem fachlich zuständigen Verkehrsdezernat vereinbart, die betroffenen Fachbereiche personell so auszustatten, dass eine schnellere Erteilung der Aufbruchgenehmigungen möglich ist. Darüber hinaus wurde vereinbart, den Ablauf des Verfahrens so zu optimieren, dass die Prüfung der Antragsunterlagen seitens der verschiedenen Fachbereiche stärker parallel erfolgt und damit eine schnellere Bearbeitung gewährleistet ist. Das neue Verfahren, das seitens des Digital Hub begrüßt wurde, wird ab dem Spätsommer zum Tragen kommen. Zu gegebener Zeit soll überprüft werden, was die Veränderungen bewirkt haben und ob gegebenenfalls weitere Anpassungen notwendig sind. Darüber hinaus befindet sich das Dezernat V in einem regelmäßigen und konstruktiven Austausch zum Thema Breitbandausbau mit den verschiedenen Internetanbietern und weist dabei auch auf den Nachholbedarf insbesondere in einigen Teilen des Frankfurter Nordens hin. Auch hier konnten bereits konkrete Fortschritte erzielt werden. So hat die Telekom schon im Juli letzten Jahres das Neubaugebiet Harheim-Süd mit VDSL versorgt, sodass den Bürgerinnen und Bürgern dort Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s zur Verfügung stehen. Unitymedia hat, nachdem es am Riedberg Hinweise auf zu langsame Anschlüsse gegeben hatte, die dortige Netzkapazität durch entsprechende Baumaßnahmen in kurzer Zeit um ein Vierfaches gesteigert. Weitere Verbesserungen und Ausbaumaßnahmen sind seitens der Provider geplant. Die Beispiele zeigen, dass die Stadt Frankfurt am Main auf einem sehr guten Weg ist, im konstruktiven Dialog mit den Providern die Breitbandverfügbarkeit in Frankfurt kontinuierlich weiter zu verbessern. Trotz der insgesamt ausgezeichneten Internetversorgung in Frankfurt kann es aber nach wie vor in einigen Gebieten vorkommen, dass nicht jeder Provider die gewünschte Bandbreite anbieten kann. Daher ist es immer sinnvoll, die Angebote der verschiedenen Anbieter hinsichtlich der verfügbaren Geschwindigkeiten miteinander zu vergleichen. Um hier mehr Transparenz zu schaffen, hat das Dezernat V bereits Mitte vergangenen Jahres unter der Adresse www.frankfurt.de/breitbandverfuegbarkeit eine Seite eingerichtet, auf der sich die Bürgerinnen und Bürger leicht einen Überblick verschaffen können, welcher Provider welche Bandbreite bereitstellen kann. Frankfurt am Main macht sich fit für die digitale Zukunft: Der Zugang zu mobilem Internet ist heute für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Deshalb ist es sowohl für den Wirtschaftsstandort wie auch für die Menschen sehr schön, dass Frankfurt am Main seinen Bürgern und Gästen seit Juli 2015 an 20 Zugangspunkten - ausgesucht nach Fußgängerfrequenz - kostenloses WLAN anbieten kann. Das neue WLAN-Netz stellt eine hervorragende Ergänzung des vorhandenen Mobilfunknetzes dar und wird die Attraktivität der Stadt weiter steigern. Die digitale Vorreiterrolle von Frankfurt am Main wird im Oktober dieses Jahres sehr publik wenn Frankfurt am Main der eTowns Award verliehen wird. Der Preis widmet sich der Frage, in welchen deutschen Städten das Internet von lokalen Unternehmen am intensivsten für das internationale Geschäft genutzt wird. Dabei wird zum einen das vorhandene Digitalisierungsniveau der Wirtschaft durch eine Unternehmensumfrage des IW Köln gemessen, zum anderen die Digitalisierungsdynamik anhand von Kennzahlen aus Googles Werbesystem AdWords. Die Stadt Frankfurt am Main hat sich als Ziel gesetzt, den Kreativstandort Frankfurt am Main zu stärken und zu zeigen, was die Stadt im Bereich der Kreativschaffenden zu bieten hat. Die Branche in ihrer ganzen Vielfalt ist ein ganz bedeutender Impulsgeber und hochkarätiger Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region. Deshalb hat die Stadt mitgeholfen, ein sehr ambitioniertes und zukunftsweisendes Pilotprojekt auf den Weg zu bringen: unter dem Motto "Kreative finden" bietet CLUK-sonar der Frankfurter Kreativwirtschaft ein prototypisches Beziehungsnetzwerk auf Basis innovativer Web-3.0-Technologie an. Auch seitens des Wirtschaftsdezernates wurde das im Rahmen des Masterplan Industrie initiierte "Frankfurt Forward" an den Start gebracht: sorgfältig ausgesuchte Startups werden mit etablierten Industrieunternehmen zusammengebracht, um innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu finden. So werden traditionelle und neue Geschäftsmodelle über Branchen hinweg geschickt kombiniert und Denkschubladen aufgeräumt. Der Finanzplatz Frankfurt findet dank der hervorragend ausgebauten digitalen Infrastruktur die Voraussetzungen in Sachen Transaktionsgeschwindigkeit und Rechenzentren für die Produkte der Fintech-Unternehmen vor. Hier hat die Stadt Frankfurt am Main mit der Beteiligung am Digital Hub FrankfurtRheinMain e.V. und dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 04.07.2013 (M 52) eine ausgezeichnete Grundlage geschaffen, um das Thema digitale Infrastruktur zukunftsorientiert aufzustellen. Zudem bietet Frankfurt auch für die Entwicklung weiterer Fintech-Gründungen eine weitere Stärke: die Gründer von Fintech-Unternehmen sind in der Regel zu mindestens 50% Professionals aus dem Bankensektor, die ein entsprechendes berufliches Know-how mitbringen. Der Finanzplatz Frankfurt mit rund 70.000 Beschäftigten bietet daher ein sehr gutes Potential für weitere Gründungen. Für Investoren kann Frankfurt am Main seine herausragende Rolle auch in Zukunft behaupten, weil in der Stadt eine zurzeit hervorragende digitale Infrastruktur an den großen Hauptschlagadern der Digitalwirtschaft bereits besteht. Verbunden mit den enorm hohen Auflagen bei den Energiepreisen, verfügt Frankfurt am Main über sehr energieeffiziente Rechenzentren, die weltweit keinen Vergleich scheuen müssen. Dass sich die Investitionen in die Energieeffizienz auszahlen, zeigen internationale Studien mit den Vergleichen der Markttendenzen im Bereich Rechenzentren (z.B. CBRE Research, Market Overview European Data Centres, Q 1, 2015) Diese Studien weisen ein ausgewogenes Bild auf zwischen den Wachstumsprozessen der Rechenzentren, deren angebotener Flächen und den von Kunden aufgenommenen Flächen durch Mietverträge. Gleichzeitig zeigt ein Vergleich mit den vor Ort angebotenen Energiekapazitäten, dass in Frankfurt Produktion und Allokation von Stromkapazitäten maßvoll und dem Wachstum entsprechend geschehen. Insgesamt sind die Steigerungen, vergleicht man Frankfurt mit weiteren europäischen Standorten, bemerkenswert. Je nach Rechenmodus weisen die Zahlen aus, dass z.B. die Hälfte neu zugewiesener Energiekapazität, die im letzten Jahr europaweit Rechenzentren zur Verfügung gestellt wurde, allein in Frankfurt zur Verfügung gestellt wurde. Diese Wachstumsraten führen andererseits auch dazu, dass das Wachstum der Digitalwirtschaft, die Energieallokation und der Verbrauch ständig hinterfragt werden müssen. So bereitet z.B. das Energiereferat eine Befragung der Rechenzentrumsbetreiber vor. Ziel dieser Befragung ist die Identifizierung weiterer Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, und die Ermittlung des Abwärme-Potentials beim Betrieb von Rechenzentren. Hier ist im Hintergrund vor allem der "Masterplan 100 % Klimaschutz" zu sehen, innerhalb dessen das derzeitige Energie- und Klimaschutzkonzept fortgeschrieben werden soll. Ein weiterer Punkt im Themenkomplex Energie sind daher die Berücksichtigung von Kraft-Wärme-Kopplungen in Kooperation mit anderen vorhandenen Unternehmen bei der Zurverfügungstellung von zusätzlichen Flächen, und die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich für die Architektur von Hochleistungsrechnern an der Frankfurter Goethe Universität. Das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main bietet in diesem Zusammenhang zur Steigerung der Energieeffizienz den Rechenzentrumsbetreibern am Standort eine kostenfreie Beratung zum Thema Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung inklusive eines Blockheizkraftwerkes-Check an. Im Rahmen dieses BHKW-Checks wird eine Wirtschaftsanalyse zum Einsatz eines Blockheizkraftwerkes mit Darstellung der verbesserten CO2-Bilanz erstellt. Der Magistrat wird weiterhin alles in seiner Macht Stehende tun, um den Weg für innovative Produkte und Dienstleistungen im Rahmen des digitalen Wandels zu bereiten. Die globalisierten Unternehmen können in den neuen Geschäftsmodellen mit fundiertem Wissen und ihrem Anwendungs-Know-how punkten. Kleine und mittlere Unternehmen sind gefordert, in neuen Geschäftsmodellen ihre Stärken einzubringen. Letztendlich sind es immer die Menschen, die den Erfolg eines Unternehmens ausmachen. Denn eine Digitalisierung eines Unternehmens und seiner Prozesse ohne entsprechende Netzwerke, Kunden, Lieferanten und Entwicklungspartner und einem wirtschaftsfreundlichen Standort allein reicht nicht aus. Frankfurt am Main hat als Rechenzentrums- und Informationsmanagementhauptstadt Europas mit der höchsten IP-Gravität weltweit und seinem sehr hohen Vernetzungsgrad große Chancen, eine Vorbildfunktion für Wirtschaftswachstum und Konnektivität einzunehmen und zu behaupten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 8. November 2012NRNR 454Digitale Infrastruktur energie- und flächeneffizient ausbauenSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
- 2. April 2013MM 52Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung und Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsvortrag
- 29. September 2014BB 381Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 28. September 2015Sie sind hierBB 348Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur, Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 19. September 2016BB 249Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 18. September 2017BB 308Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 3. September 2018BB 279Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 25. September 2020BB 533Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 23. August 2021Antwort des Magistrats · nach 459 WochenBB 299Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD und LINKE. Sonstige Voten/Protokollerklärung: FDP, BFF und RÖMER (= Kenntnis)