Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMain
Strassenzuordnung nur automatisch
und dadurch werden alle gefundenen
Strassenabschnitte als Punkte angezeigt.
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Umwelt und Energie verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 19.09.2016, B 249
Betreff: Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der "digitalen Metropole" FrankfurtRheinMain Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 04.07.2013, § 3374 (M 52 Ziff. 4) - NR 454/12 CDU/GRÜNE, l. B 348/15 - Im Berichtsjahr 2015 feierte der in Frankfurt am Main beherbergte De-Cix seinen 20. Geburtstag. Der nach Datendurchsatz weltgrößte Internetknoten DE-CIX unter der Hanauer Landstraße tauscht zu Spitzenzeiten fast fünf Terabyte Daten in der Sekunde aus. Für die nächsten Jahre wird eine Verzehnfachung des Datenvolumens erwartet, denn die Datenmengen erhöhen sich explosionsartig. Frankfurt ist dafür gerüstet und gewährleistet im Verbund mit der exzellenten analogen Infrastruktur die besten Zugänge zu den globalen Märkten - auf allen Kanälen und zu jeder Zeit. Der in mehreren und über die Stadt verteilten Rechenzentren untergebrachte Netzknoten ist der Magnet für eine Branche, in deren Umfeld Hunderte von Arbeitsplätzen entstanden sind. Die hohe Anschlussfähigkeit an das Internet, die verlässliche Stromversorgung und die Möglichkeiten der ultraschnellen Verbindungen machen den entscheidenden Standortvorteil aus: Frankfurt am Main will sich auch zukünftig als Rechenzentrums- und Informationsmanagementhauptstadt Europas mit der höchsten IP-Gravität weltweit behaupten und Hot Spot der analogen und der digitalen Welt bleiben: Tagtäglich pulsieren große Ströme an Menschen, Informationen, Wissen, Geld und Gütern aus aller Welt durch die kleine, aber hocheffektive Stadt am Main. Die Basis für die Entstehung der Frankfurter digitalen Infrastruktur legten die Frankfurter Stadtpolitiker im Jahre 1995, als sie den privaten Telekommunikationsunternehmen die Möglichkeit gaben, eigene Glasfasernetze in Frankfurt am Main zu verlegen. Die Stadt weiß um die überragend hohe Bedeutung der digitalen Infrastruktur für den Standort, und die Politik hat die Bedeutung von Digitalisierung verstanden und wird weiterhin den Weg für innovative Produkte und Dienstleistungen im Rahmen des digitalen Wandels bereiten. Die sichere Versorgung der Rechenzentren mit Strom ist auch Grund für die städtische Mainova AG, ihre Infrastruktur weiter auszubauen. Der Magistrat fokussiert sich im dritten Jahr seiner Berichtspflicht zur digitalen Infrastruktur auf die Themen konkretisierende Zukunftsplanung im Rahmen des Masterplans Industrie 4.0, auf Investitions-Initiativen, auf die Kräftebündelung auf Seiten der Unterstützer-Gruppen und erneut auf das Thema Energieeffizienz. Die Aufgabe des weiteren Ausbaus der digitalen Infrastruktur wurde als Handlungsfeld "Digitale Infrastruktur" im Masterplan Industrie fest verankert. Auch die Stadtplanung bezieht die Flächenansprüche der Rechenzentrumsbetreiber in die stadtplanerischen Vorstellungen mit ein, wenn es um die Neuausweisung in Industrie- und Gewerbegebieten geht. Darüber hinaus arbeitet die Wirtschaftsförderung an einer tieferen Verankerung der digitalen Infrastruktur bei den Stellungnahmen, die in den städtischen Verwaltungseinheiten zu vorgelegten Bebauungsplänen abgegeben werden. Für die Erarbeitung des Digitalen Masterplans wird die Studie des Digitalhub Frankfurt RheinMain e.V. aus dem Jahr 2013 herangezogen und ist bereits in Arbeit. Frankfurt am Main verstand sich in der Vergangenheit immer als reiner "Lieferant" der digitalen Infrastruktur, von Flächen für Rechenzentren, Glasfaserleitungen und der dazugehörigen Energieversorgung. Die Entwicklungen in dem Bereich "fintech" jedoch führen zu einer wachsenden Aufmerksamkeit gegenüber digital (Software) basierten Wirtschafts- und Wissenschaftszweigen: Standardtätigkeiten werden in nicht so ferner Zukunft vermehrt von Maschinen übernommen, die menschliche Arbeit ersetzen und ergänzen. Die Kombination von Maschine und Mensch schafft neues Innovationspotential und bietet sowohl Risiken wie große Chancen. Wenn Maschinen Routinearbeiten erledigen, rückt die Förderung von Kreativität zunehmend in den Fokus. Das betrifft vor allem die Ausbildung an Universitäten und Schulen und auch die Qualifikation derer, die dort lehren. Einfallsreichtum und Freiheit für Innovationen sind die beste Ausgangsposition für das Bestehen in der digitalen Berufswelt. Genauso wichtig sind die bestmöglichsten Bedingungen für Start-ups. Mit dem Frankfurter Gründerzentrum, dem Mainraum - Gründerhaus Kreativwirtschaft und nun dem neuen Fintech Zentrum wird die Stadt Frankfurt am Main im Verbund mit dem Land Hessen und der Goethe-Universität dieser Nachfrage Rechnung tragen. Hierzu bedarf es einer klugen Strategie, die Finanzindustrie, Technologiekonzerne, Wissenschaft, technische und wirtschaftliche Talente und die Politik verbindet, um eine Hightech-Plattform für technologiegetriebene Geschäftsmodelle im Finanzsektor der Zukunft zu werden. Frankfurt am Main hat die Voraussetzungen, um sich mit vereinten Kräften gezielt als Fintech-Standort aufzustellen und ein führendes Fintech-Cluster in Europa zu werden. Dabei hilft die hervorragende logistische, technische und kulturelle Infrastruktur der Stadt. Darüber hinaus hat der Magistrat verschiedene Verbesserungen bei den entsprechenden Genehmigungsverfahren umgesetzt. Dazu zählen eine stärker parallele Antragsbearbeitung seitens der vorrangig betroffenen Ämter für Straßenbau und Straßenverkehr, mehr Personal in den zuständigen Fachabteilungen sowie klare Vereinbarungen mit den Anbietern über die erforderlichen Antragsdokumente. Zudem wurden spezielle Kompetenzteams gebildet und die Zahl der Ansprechpartner reduziert, um die Kommunikationswege bei den notwendigen Abstimmungen zu optimieren. Diese verschiedenen Maßnahmen haben bereits zu spürbar kürzeren Genehmigungszeiten geführt. Der Prozess der Optimierung der Genehmigungsverfahren ist damit aber noch nicht abgeschlossen. So sollen beispielsweise die Prozesse innerhalb und zwischen den zuständigen Ämtern systematisch analysiert und weiter optimiert werden. Darüber hinaus soll geprüft werden, wie perspektivisch für die Provider ein elektronisches Antragsportal zur Verfügung gestellt werden kann. Bei den Investitionen sind verschiedene Vorgänge im Stadtgebiet hervorzuheben, die eine große Signalwirkung auf die digitale Infrastruktur haben. So besteht seit Juli 2015 in Teilen der Innenstadt und der Stadtteile ein erstes und kostenfrei nutzbares WLAN-Angebot, das von Unitymedia zur Verfügung gestellt wird. Der Magistrat wird weitere Gespräche führen, um auch andere Bereiche der Stadt mit kostenlosem WLAN zu versorgen. Im August 2015 begann die Telekom mit den inzwischen abgeschlossenen Bauarbeiten, um die Stadtteile Harheim, Bergen-Enkheim und Nieder-Erlenbach mit schnellem Internet zu vorsorgen. Seither stehen fast 11.000 weiteren Haushalten Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s zur Verfügung. Darüber hinaus bietet Unitymedia seit Februar 2016 für 245.000 Frankfurter Haushalte Geschwindigkeiten von 400 Mbit/s an und hat angekündigt, dieses Angebot sukzessive auf alle 410.000 von ihnen in Frankfurt versorgten Haushalte auszuweiten. Schließlich stellte im Februar 2016 der Telekommunikationsanbieter Versatel im Rahmen einer Aktion Unternehmen den kostenlosen Anschluss von bis zu 500 Unternehmen in Frankfurter Gewerbegebieten mit Glasfaser in Aussicht. Diese bemerkenswerte Verbesserung der Situation der Unternehmen in Frankfurter Gewerbegebieten, begrüßt und ergänzend kommuniziert vom Magistrat, der örtlichen IHK und der städtischen Wirtschaftsförderung, repräsentiert einen weiteren Bestandteil der Digitalisierungs-Kampagne, mit der die verschiedenen Akteure auf städtischer, aber auch auf privatwirtschaftlicher Seite die Glasfaser-Infrastruktur der Stadt weiter entwickeln. Im Bereich der Bündelung der Kräfte bei den verschiedenen Akteuren auf privatwirtschaftlicher Seite ist vor allem die enge Kooperation des Digital Hub Frankfurt RheinMain e.V. mit dem EOC Verband der Internetwirtschaft zu nennen. 2015 zeichnete sich eine Reihe von Synergieeffekten zwischen dem Verein in der Rhein Main Metropole und der Mutterorganisation des Digital Mitgliedes DeCix GmbH, dem ECO in Köln ab, die Anfang 2016 zu einer Kooperationsvereinbarung führte. Seitdem arbeiten beide Vereinigungen eng zusammen, treten auf Veranstaltungen gemeinsam auf und unterstützen auch kommunale Gremien in Frankfurt am Main mit Expertenwissen zum Thema digitale Infrastruktur. Schließlich ist bei den digitalen Infrastrukturen das fortgesetzte Bemühen der Stadt um noch energieeffizientere Rechenzentren zu nennen. Als eine der wachstumsstärksten Branchen weltweit nehmen Rechenzentren in Frankfurt eine Sonderstellung ein. Obgleich diese am Standort zu den weltweit führenden Rechenzentren in Sachen Energieeffizienz gehören, führt das Energiereferat zur Identifikation von potenziellen Maßnahmen - auch in Bezug auf die Nutzung der anfallenden Abwärme für zukunftsweisende Optionen - diverse zielgerichtete Projekte und Aktivitäten durch. Die Rechenzentren sind Abbild der Digitalisierung des Wirtschaftslebens: die ganze Bandbreite an Industrieunternehmen, Biotechnologiefirmen und Finanzdienstleistern - alle sind auf die schnellen Daten angewiesen - Nanosekunden werden zum harten Standortfaktor. Neben den Strukturen und der Organisation, die Sicherheit schafft, hat der Kreativstandort Frankfurt am Main kürzlich bewiesen, auch für die nächste Welle der Digitalisierung eine Vorreiter-Rolle zu übernehmen: am
- Juli 2016 fand Deutschlands erste Virtual-Reality-Konferenz in einem vor 15 Jahren in Frankfurt am Main gegründeten Unternehmen statt. Das in allen Bereichen der Film- und Werbeproduktion international geschätzte Motion-Capture-Studio richtete eine internationale Fachkonferenz zum Potenzial von Virtual Reality (VR) in der Games- und Entertainmentindustrie aus. Die virtuelle Realität verschafft der Industrie den nächsten großen Produktivitätsschub: Bereits jetzt tragen Techniker in den Fabriken für Montagearbeiten, Reparaturen und Wartungen Datenbrillen, die Fehlerquellen minimieren und die Effizienz steigern. Der Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main ist mit seinen vielseitigen Kompetenzen in einer sehr guten Ausgangsposition. Von besonderer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit des Standortes im Zeitalter der digitalen Transformation ist die Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Das vorhandene Branchenwissen und Anwendungs-Knowhow sind die Grundlagen für Spezialisten, die die Bedürfnisse spezifischer Branchen bedienen können. Nicht nur deshalb ist Digitalisierung eine bildungspolitische Aufgabe für Unternehmen in ihrer gesamten Bandbreite. Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main wird bestmöglich den Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft und den weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur unterstützen. Gleichzeitig braucht es in der digitalen Wirtschaft jede Menge Innovationsgeist, Eigenverantwortung, Unternehmertum und Kooperationen, um den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 8. November 2012NRNR 454Digitale Infrastruktur energie- und flächeneffizient ausbauenSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
- 2. April 2013MM 52Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung und Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsvortrag
- 29. September 2014BB 381Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 28. September 2015BB 348Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur, Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 19. September 2016Sie sind hierBB 249Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 18. September 2017BB 308Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 3. September 2018BB 279Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 25. September 2020BB 533Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 23. August 2021Antwort des Magistrats · nach 459 WochenBB 299Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und FRANKFURTER (= Kenntnis)