Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der "digitalen Metropole" FrankfurtRheinMain
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Zusammenfassung
Der Bericht des Magistrats beschreibt den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Frankfurt am Main und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen. Ziel ist es, die Stadt als digitale Metropole zu stärken und die Attraktivität für Unternehmen zu erhöhen. Die erwarteten Ergebnisse umfassen eine verbesserte Breitbandversorgung und eine nachhaltige Entwicklung der Rechenzentren.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenBericht
Im fünften Jahr der Berichtspflicht auf Basis des Vortrages des Magistrats, M 52, ist für den Standort Frankfurt am Main festzuhalten, dass die rasante Ausweitung und Verbesserung digitaler Infrastrukturen im B2B Bereich den Standort zu einem immer bedeutenderen IT-Zentrum der Informationstechnologie haben werden lassen. Die weltweit führenden Unternehmen sind fast komplett und konzentriert am Standort vertreten und tragen so im Wesentlichen dazu bei, dass die Mainmetropole mittlerweile weltweit eine zentrale, einzigartige Position in der Digitalwelt einnimmt. Die in den vergangenen Jahren kommunizierte Rechenzentrumsfläche beläuft sich aktuell auf ca. 600.000 qm. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese mit Blick auf die fortschreitenden Fertigstellungen weiterer Rechenzentren am Standort in Kürze überschritten sein wird. Die hälftig geschätzte Aufteilung dieser Fläche in firmeneigene Rechenzentren (Corporate) und kommerzielle Betreiber, die Kundenserver unterbringen (Colocation) verändert sich in Richtung der Colocation. Grund ist der zunehmende Trend, die firmeneigene IT-Struktur in ein professionelles, großes Rechenzentrum zu verlegen, welches wiederum direkt an schnelle Datenleitungen angeschlossen und mit dem DE-CIX verbunden ist. Diese Entwicklung und das Wachstum führen dazu, dass Städtebau- und Stadtplanungsaspekte immer stärker in die weiteren strategischen Überlegungen zur Zukunft des Standortes einbezogen werden müssen. Dem rasanten Wachstum der Branche entsprechend wachsen auch die Investitionen in digitale Infrastrukturen weiter an. Hinsichtlich der in der Frage 1 angesprochenen 30.000 angeblich nicht mit Breitband versorgten Haushalte ist anzumerken, dass diese Frage a) die Ausbaubestrebungen weiterer Anbieter ausklammert, und darüber hinaus b) die Fortschritte des kontinuierlichen Ausbaus der Vectoring Technologie durch die Deutsche Telekom AG ignoriert. 30.000 Haushalte, die nicht von der Unitymedia versorgt sind, stellen daher mitnichten digital unterversorgte Haushalte dar. Vielmehr kommt es in den von der Unitymedia nicht versorgten Bereichen zu Vectoring-Ausbauten der Telekom und verstärkten Ausbauten weiterer Anbieter. Wie bereits im Bericht des Magistrats vom 06.08.2018, B 236, ausführlich dargelegt, lassen sich durch die im Jahr 2017 durch die Bundesnetzagentur genehmigte neue Vectoring Regelung bei der Versorgung des Nahbereiches um Kabelverzweiger Bandbreiten erzielen, die der Definition von Breitband wie von der Bundesebene vorgegeben (50 Mbit/s im Download Minimum) genügen. Mit dieser Technologie wurden in Frankfurt am Main allein 33 Nahbereiche im Jahr 2018 mit 8.400 Haushalten auf dieses Minimum gehoben. Durch den ebenfalls stattfindenden Flächenausbau der Telekom des Vectoring in weiteren 13 Anschlussbereichen wurden im Jahr 2019 weitere 16.500 Haushalte mit Breitbandkapazitäten versorgt. Hinzu kommen die bereits erwähnten Ausbauten anderer Anbieter. Der Magistrat geht daher davon aus, dass die von diversen Anbietern genannte Abdeckung von 99 Prozent aller Haushalte mit Breitbandkapazitäten einen reellen Hintergrund besitzt. Hinsichtlich der in den Fragen 2 und 3 angesprochenen Informationsbedürfnisse zu exakten Werten der Breitbandverfügbarkeit und zu aktuellen Ausbauprojekten verweist der Magistrat auf kontinuierliche Gespräche, die mit allen Anbietern geführt werden. Außerdem wird seit mehreren Jahren die Internet Seite www.frankfurt.de/breitbandverfuegbarkeit betrieben, die die Angebots- und Informationsseiten der Telekommunikationsanbieter auflistet. Zukünftige Ausbauten, und seitens der Unternehmen in Erwägung gezogene Ausbauten werden aber nie öffentlich kommuniziert. Die Erschließungsprozesse im Bereich der Privathaushalte aufgrund der mit diesen verbundenen enorm hohen Kosten für den einzelnen Anschluss sind nicht öffentlich transparent einsehbar. Es liegt an dieser Stelle kein Versäumnis des Magistrats vor, oder ein absichtliches Vorenthalten, wenn diese Daten nicht bereitgestellt werden können. Vielmehr stellen Expansionspläne, Investitionsvolumina und die geographische Ausbreitung von TK Netzen Geschäftsgeheimnisse mit enormer Sensibilität dar. Sie werden außerhalb der Unternehmen niemandem offengelegt. Einige Beispiele zeigen, wie groß der Einfluss des Booms der Rechenzentren auf z.B. ausländische Direktinvestitionen ist. So wurden seitens des Betreibers Equinix 154 Millionen Euro für Neu- und Ausbaumaßnahmen in Frankfurt am Main für das Jahr 2019 kommuniziert, Der RZ Betreiber Interxion meldete 20 Millionen Euro Investition für eine mittlerweile abgeschlossene Infrastruktur-Erweiterung in Form eines Umspannwerkes. Weitere große Rechenzentrumsbetreiber aus den Top Ten der Colocationsanbieter weltweit haben Ausbaumaßnahmen am Standort angekündigt. Die vom Digital Hub Frankfurt RheinMain e.V. ermittelten Wachstumsprognosen von durchschnittlich 350 Millionen € Investitionssumme pro Jahr werden somit ebenfalls in Kürze erneut anzuheben sein. Ebenfalls verändern neue Betreiber den Markt der Rechenzentren in Frankfurt. Verstärkt treten bei Rechenzentren Immobilienbetreiber beziehungsweise Immobilien Investment Fonds in den Vordergrund, die aufgrund ihres Geschäftsmodells sehr große Installationen (Hyperscaler) bevorzugen und betreiben. Grundvoraussetzung für die Investition dieser Unternehmen ist folgerichtig der Erwerb von Flächen im Stadtgebiet. Bereits heute ist ein Großteil der Rechenzentren in Frankfurt eher der Immobilienbranche zugehörig (CyrusOne, Equinix), als den klassischen Informationstechnologie-Unternehmen (e.g. Telehouse/KDDI). Für die Stadt und die Planung künftiger Gewerbeareale ist von Bedeutung, dass sich Rechenzentren in Zukunft evtl. konzentriert in dezidierten Rechenzentrums-Gewerbegebieten zusammenfassen lassen könnten. Hinsichtlich der weiteren Erschließung von Gewerbegebieten mit Glasfaser lässt sich in der Stadt eine weitere Verbesserung der digitalen Infrastruktur feststellen. Hervorzuheben ist an dieser Stelle das Projekt "Nachhaltiges Gewerbegebiet" im Frankfurter Osten, bei dem durch die unterstützende Koordinierung der Stadt Frankfurt am Main ein privater Glasfasernetz-Betreiber mittlerweile mit dem konkreten Ausbau der digitalen Infrastruktur in diesem Bereich begonnen hat. Damit wird eines der ältesten zum schnellsten Gewerbegebiet der Stadt. Das stärkere Konkurrenzverhalten der Anbieter hat eine begrüßenswerte dynamischere Ausstattung im Bereich der gewerblichen Gebiete mit Glasfaser zur Folge. So führte auch die angekündigte Fusion der Unitymedia mit der Vodafone im vergangenen Jahr zu einer erheblichen Intensivierung der Ausbaubestrebungen der Deutschen Telekom AG im Stadtgebiet. Sowohl Privathaushalte, als auch Gewerbegebiete können daher von einer weiteren Verbesserung der digitalen Infrastruktur in Frankfurt am Main profitieren. Seitens des Energiereferates wird darauf verwiesen, dass Rechenzentren einen hohen Anteil bei der Entstehung der CO2-Emssionen haben, Das Klimaschutzziel der Stadt Frankfurt am Main sieht bis zum Jahr 2050 eine Reduzierung des Energieverbrauchs um 50 Prozent gegenüber 2010 vor. Ein Handlungsansatz zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei Rechenzentren wäre eine Erhöhung der Effizienz beispielsweise bei den Kühlsystemen. Hier fördert das Energiereferat über den Ideenwettbewerb ein Start-up-Unternehmen, welches mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz bei einem Rechenzentrum den Energieverbrauch des Kühlsystems reduzieren will. Im Rahmen des Beschlusses zur Klima-Allianz sind zudem im Arbeitsschwerpunkt "klimagerechte Stadtentwicklung" unter anderem Pilotprojekte in verschiedenen Handlungsfeldern, z.B. Abwärmenutzung aus Rechenzentren, auch in Bestandsgebieten bzw. auch für das Gewerbe gefordert. Durch die Erstellung des Abwärmekatasters wurde das Abwärmepotenzial von Rechenzentren in Frankfurt am Main analysiert und auch räumlich dargestellt. Die konkrete Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren wird im Rahmen des Energiekonzepts für das ISEK Griesheim Mitte, und für die Wärmeversorgung eines Neubaugebietes in der Kleyerstraße untersucht. Für die Hebung des Potenzials ist insbesondere die Einbindung von Energieversorgern sowie der Aufbau von Nahwärmenetzte notwendig. Das in der Studie zur Abwärmenutzung in Frankfurt am Main identifizierte Projekt "Kleyerstraße" wurde mittlerweile sowohl von den Projektentwicklern als auch Mainova aufgegriffen. Derzeit stehen beide Parteien in Verhandlungen zum Wärmeanschluss. Zudem zeigt das "Nachhaltige Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach" für eine derartige Verknüpfung von Anforderungen optimale Voraussetzungen. Unter Einbindung der relevanten Akteure (RZ-Betreiber, Energieversorger, Technologiedienstleister usw.) soll eine Detailstudie die Potenziale in ökologischer und ökonomischer Sicht weiter quantifizieren. Sie identifiziert und bewertet die vorhandenen Wärmequellen und Wärmesenken und stellt sie qualitativ und quantitativ gegenüber. Auf dieser Grundlage werden Potenziale für eine Nutzbarkeit der Abwärme ermittelt und konkret umsetzbare Arbeitspakete und Maßnahmen abgeleitet. Die so entwickelten Maßnahmen werden nach Wirksamkeit für den Klimaschutz (Einsparung von Treibhausgasen und Energie) sowie ihrer Wirtschaftlichkeit bewertet und priorisiert. Sie liefert so eine profunde Arbeitsgrundlage für konkrete, kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren. Die Vorarbeiten für die Machbarkeitsstudie laufen derzeit. Fazit: Während in den vergangenen Jahren die Optimierung der digitalen Infrastruktur im gewerblichen Bereich im Zentrum standen, so treten zunehmend die Faktoren Vereinbarkeit des digitalen Standortes - vor allem im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Strom und Flächen - mit weiteren Anforderungen an den Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main in den Vordergrund. Der seitens der Rechenzentren erzielte Beitrag zum Gewerbesteueraufkommen ist jedoch ein wirtschaftlich positiver Aspekt. Die Aufgabe des Magistrats wird daher sein, den volkswirtschaftlichen Nutzen und die Branchenrelevanz der weitverzweigten digitalen Infrastrukturbranche aufzuzeigen und für den Wirtschaftsstandort zukunftsweisend zu strukturieren.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 29. September 2014BB 381Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 28. September 2015BB 348Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur, Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 19. September 2016BB 249Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 18. September 2017BB 308Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 3. September 2018BB 279Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 25. September 2020Sie sind hierBB 533Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
- 23. August 2021Antwort des Magistrats · nach 360 WochenBB 299Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf6 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: SPD, CDU, GRÜNE, LINKE., FDP, Die PARTEI und U.B. gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: SPD, CDU, LINKE., BFF und FDP gegen GRÜNE (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und FRANKFURTER (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., BFF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FDP und FRANKFURTER (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRANKFURTER Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION (= Kenntnis)