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Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMain

Vorlagentyp: B
459 Wochen bis zur Antwort9 Stationen im Verfahren1 Sitzung

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Inhalt

Bericht des Magistrats vom 18.09.2017, B 308

Betreff: Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der "digitalen Metropole" FrankfurtRheinMain Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 04.07.2013, § 3374 (M 52 Ziff. 4) - NR 454/12 CDU/GRÜNE, l. B 249/16 - Die Digitalwirtschaft nimmt eine immer bedeutendere Rolle ein als wichtiger Baustein des zukünftigen Wirtschaftssystems: die Zukunft ist digital. Daten und deren effiziente und schnelle Verarbeitung sind zum volkswirtschaftlichen Produktions- und Wettbewerbsfaktor geworden; die Bedeutung sicherer digitaler Infrastruktur ist für Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung und Entwicklung der bestimmende Standortfaktor. Der Großraum Frankfurt am Main behauptet mit der installierten IP-Kapazität von 50 Terabit pro Sekunde seine Spitzenposition: nirgendwo auf der Welt gibt es eine bessere digitale Infrastruktur. Der weltgrößte Internetknoten De-Cix zieht Firmen aus dem Cloud-Computing sowie Internetdienste an. Die Branche verzeichnet insgesamt ein starkes Wachstum am Standort: die Mehrzahl der Weltmarktführer der IT Wirtschaft sind in Frankfurt am Main aktiv und tätigen immense Investitionen. Die Unternehmen am Standort profitieren von der überragenden digitalen Infrastruktur der Stadt Frankfurt am Main und der hohen Rechenzentrumsdichte. Branchenübergreifend nutzen die Unternehmen das Internet um neue Märkte und neue Kunden international anzusprechen und ihre Geschäftsmöglichkeiten zu erweitern. Immer mehr Mittelständler entdecken die Vorteile freier Datacenter als kostengünstige Alternative zum eigenen Rechenzentrum. Dementsprechend wächst das Angebot. Die Stadt unterstützt die digitale Wirtschaft weiterhin und führt die bereits 1995 begonnene Zusammenarbeit mit privaten Anbietern im Rahmen des Digital Hub e.V. fort. Die Aufgabe des weiteren Ausbaus der digitalen Infrastruktur wurde als Handlungsfeld "Digitale Infrastruktur" im Masterplan Industrie fest verankert. Die langfristige Planungssicherheit ist entscheidend für das Wachstum dieser Branche, die dem Wirtschaftsstandort Innovationskraft, Beschäftigung und Wohlstand sichert. Der Magistrat wird weiterhin alles in seiner Macht Stehende tun, um den Weg für innovative Produkte und Dienstleistungen im Rahmen des digitalen Wandels zu bereiten. Als eine der wachstumsstärksten Branchen weltweit nehmen Rechenzentren in Frankfurt am Main eine Sonderstellung ein. Für das Stadtplanungsamt ist insbesondere die Flächeninanspruchnahme von Rechenzentren ein Thema mit zunehmender Relevanz. Aktuell werden rund 40 ha gewerbliche Bauflächen durch Rechenzentren beansprucht. Gegenwärtig sind zusätzliche Vorhaben im Umfang von rund 30 ha auf gewerblichen Bauflächen bekannt. Vor diesem Hintergrund sollten Möglichkeiten zur Steigerung der Flächeneffizienz von Rechenzentren geprüft werden. Außerdem sollten verstärkt regionale Entwicklungsperspektiven in Überlegungen des Ausbaus der "digitalen Metropole" FrankfurtRheinMain einbezogen werden. In welchem hohen Umfang diese digitalen Infrastrukturen zunehmend an Bedeutung gewinnen, verdeutlicht eine Studie, die der Digital Hub Frankfurt Rhein-Main e.V. im Dezember 2016 veröffentlicht hat. Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, digitale Infrastrukturen sind die Basis für Global Citys, sind relevant für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes, schaffen Arbeitsplätze der Zukunft, weil keine Industrie 4.0 ohne Rechenzentren und Glasfaserverbindungen arbeiten können wird. Schließlich räumt die Studie mit der häufig vorzufindenden Annahme auf, Rechenzentren seien Energieverschwender. Die Studie verdeutlicht, dass Energieeffizienz am Beginn jeglicher Planung eines Rechenzentrums steht, weil der Standort Frankfurt am Main mit dem immensen Nachteil hoher Stromkosten zu operieren hat und die Einzel-Lagerung und Bearbeitung von Daten in kleinen Rechenzentren zu einem signifikant höheren Anstieg des Energieaufwandes führen würde. Das Berichtjahr 2016 kennzeichnet eine Vielzahl von Initiativen digitaler Infrastruktur-Anbieter, die die Attraktivität des Standorts Frankfurt am Main für die digitale Wirtschaft und alle Anwendungen im Bereich z. B. der Industrie 4.0 noch erhöhen. - Bereits zu Beginn des Jahres stellte die Versatel, ein Anbieter von Glasfasernetzen, in Frankfurt am Main ein Programm vor, mit dem sie bis zu 500 Unternehmen in der Stadt kostenfrei mit Glasfaser anbindet. - Im weiteren Verlauf des Jahres stellte dasselbe Unternehmen eine neue Verlegetechnik vor, mit der - bei erheblich geringeren Kosten - Glasfaserstränge in der Fahrbahn von Verkehrsstraßen verlegt werden können. Ein weiterer, enorm positiver Aspekt dieser neuen Technik ist die Tatsache, dass die auf Fräsarbeiten beruhende Technik in zeitlich erheblich geringeren Spannen Glasfasern verlegen kann. Nach der Vorstellung der neuen Verlegetechnik im Oktober 2016 erarbeitet die Versatel gemeinsam mit dem zuständigen Amt für Straßenbau und Erschließung einen geeigneten Straßenabschnitt, in dem die neue Technik im Rahmen eines Pilotprojektes angewendet werden wird. - Die skandinavische CINIA, ein Konglomerat mehrerer IT- und Telekommunikations-Firmen aus Finnland, eröffnete im Mai 2016 feierlich ihren Anlandungspunkt im Frankfurter Osten am deutschen Internetknoten DeCix. Dieser Punkt stellt das Ende einer in Helsinki beginnenden Glasfaser-Unterseeverbindung durch die Ostsee dar, mit der Kunden am DE Cix direkt mit Unternehmen in Finnland verbunden werden können, und dies nur mit einem zeitlichen Verlust von wenigen Millisekunden. Weitere große Initiativen für den Digital Standort Frankfurt am Main sind die bereits im Bericht erwähnten Expansionen: während im Frankfurter Osten auf dem Campus rund um den deutschen Internetknoten ein Betreiber bereits die Rechenzentren Nummer elf und zwölf des Unternehmens baut, sind auch im Frankfurter Westen neue Kapazitäten im Bereich Rechenzentren hinzugekommen. Zu diesen Initiativen zählen auch die Ausbaumaßnahmen zweier britischer Betreiber. Die Bedeutung des Dialoges zwischen Behörden und Betreibern, Planern und Energieversorgern ist von höchster Bedeutung. Gleichzeitig wird auch bei den Genehmigungsprozessen für diese neue digitale Infrastruktur deutlich, dass neue Rechenzentren in Frankfurt am Main im Konfliktfeld der vorhandenen Flächen, der verfügbaren Energie und der Konkurrenz mit weiteren Branchen stehen. Auch in Bezug auf den Strombedarf nehmen die Colocation-Anbieter eine Ausnahmestellung ein: der jährliche Strombedarf liegt bei ca. 625 GWh, der Strom wird vor allem zum Betrieb de IT-Systeme (30 Prozent) und zur Kälteerzeugung (33 Prozent) benötigt. Besonders in den Sommermonaten entstehen hohe Lastspitzen. Das Energiereferat sieht eine Vielzahl von Energieeinsparungsmöglichkeiten - beginnend bei der Gebäudeplanung. Geringe Sonneneinstrahlung, Begrünung von Dächern und Fassaden sowie weitere Maßnahmen können den Kühlbedarf reduzieren. Ebenfalls liegen in der Optimierung der Hard- und Software sowie in der Klimatisierung größere Einsparpotenziale. Zudem könnte die Nutzung der anfallenden Abwärme langfristig auch eine neue Option in einer zukunftsweisenden Energieversorgung darstellen. Zur Identifikation von potenziellen Maßnahmen im Bereich Rechenzentren wurden durch das Energiereferat verschiedenen Aktivitäten durchgeführt; beispielsweise im Rahmen des Projektes "Nachhaltiges Gewerbegebiet" sollen durch den Klimaschutzmanager vor Ort mit den Rechenzentrenbetreibern in diesem Gebiet Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz identifiziert und umgesetzt werden. Die Rechenzentren haben zur Erreichung der Frankfurter Klimaschutzziele eine hohe Bedeutung. Das Energiereferat hat dementsprechende Maßnahmen bereits ergriffen bzw. plant weitere Maßnahmen. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem der Austausch mit dem Unternehmen "Cloud & Heat" bezüglich zukünftiger Kooperationsmöglichkeiten und der Austausch mit den Vertretern des Projekts Amsterdam "Green IT". Bei diesem Projekt handelt es sich um ein Netzwerk von Rechenzentrenbetreibern, die sich den Klimaschutzzielen der Stadt Amsterdam verschrieben haben und gemeinsam an der Umsetzung von Projekten arbeiten und sich um die Akquise von Fördermitteln kümmern. Es wird aktuell geprüft, ob die Etablierung eines vergleichbaren Netzwerks in Frankfurt am Main möglich ist. Des Weiteren ist das Energiereferat assoziierter Partner im Projekt zur Steigerung der Energieeffizient von mittelständischen Rechenzentren. Die Koordinierung erfolgt durch das Borderstep Institut. Zudem wurden im Rahmen des Projekts "Abwärmekataster" Betreiber von Rechenzentren angeschrieben, um die Potenziale im Bereich der Abwärme zu erfassen. Darüber hinaus wurden und werden die bereits begonnenen Optimierungen der Genehmigungsprozesse beim Breitbandausbau konsequent fortgeführt. So sollen beispielsweise die Prozesse innerhalb und zwischen den zuständigen Ämtern systematisch analysiert und weiter verbessert werden. Zudem soll voraussichtlich bereits im nächsten Jahr für die Provider ein elektronisches Antragsportal zur Verfügung gestellt werden, mit dem eine weitere Beschleunigung der Genehmigungsprozesse erreicht wird. Zusammenfassend sind im Jahr 2016 eine ganze Reihe von Maßnahmen zu erkennen, die die digitalen Infrastrukturen des Standortes Frankfurt am Main verbessern. Der Magistrat wird auch weiterhin diese Maßnahmen aktiv durch Ressourcen der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH unterstützen, die weiterhin aktiv den Dialog zwischen den Unternehmen der digitalen Wirtschaft vor Ort und den örtlichen Behörden begleitet, sowie die Entwicklungen in der IT-Branche im direkten Austausch mit den Unternehmen verfolgt und den Magistrat mit den notwendigen Informationen zu unterstützungswerten Maßnahmen versorgt. Die Stadt Frankfurt am Main weiß um die enorme Bedeutung dieser Branche und hat mit dem Verein Digital Hub das notwendige Netzwerk, um einen "Digitaler Masterplan" zu bearbeiten, der Grundstein für viel weitreichendere Pläne sein kann.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 8. November 2012NRNR 454Digitale Infrastruktur energie- und flächeneffizient ausbauenSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
  2. 2. April 2013MM 52Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung und Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsvortrag
  3. 29. September 2014BB 381Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
  4. 28. September 2015BB 348Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur, Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
  5. 19. September 2016BB 249Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
  6. 18. September 2017Sie sind hier
    BB 308Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMain
    Magistratsbericht
  7. 3. September 2018BB 279Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
  8. 25. September 2020BB 533Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht
  9. 23. August 2021Antwort des Magistrats · nach 459 WochenBB 299Digital Hub: Ausbau der digitalen Infrastruktur; Stärkung von Attraktivität, Image und Bekanntheit der „digitalen Metropole“ FrankfurtRheinMainMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Wirtschaft und Frauen
Sitzung 15 · 07.11.2017
TO I, TOP 16
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 308 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneAfDLinkeFDPFRAKTIONFrankfurter
Sonstige:
BFF (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, FRAKTION und FRANKFURTER Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF (= Kenntnis)

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