Ansiedlung von wissenschaftlichen Einrichtungen
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Zusammenfassung
Der Bericht des Magistrats befasst sich mit der Ansiedlung von wissenschaftlichen Einrichtungen in Frankfurt am Main. Ziel ist es, die Stadt als Wissenschaftsstandort zu stärken und die Attraktivität für internationale Forschungseinrichtungen zu erhöhen. Durch gezielte Maßnahmen und Kooperationen sollen neue wissenschaftliche Institutionen gefördert werden.
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Thema Stadtplanung verfolgenBericht
Der Wissenschaftsstandort Frankfurt zeichnet sich heute über die Johann Wolfgang Goethe-Universität, die alleine über 22 international renommierten wissenschaftlichen Zentren und weitere Einrichtungen verfügt, die Frankfurt University of Applied Sciences, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die Frankfurt School of Finance and Management, die Provadis School of International Management and Technology und die University of Labour hinaus durch eine Vielzahl weiterer wissenschaftlicher Einrichtungen verschiedenster Fachrichtungen aus, u.a. durch das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie, das Georg-Speyer-Haus, das Institut für sozial-ökologische Forschung, das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung, das Peace Research Institute Frankfurt - Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung, das Institut für Sozialforschung, die Max-Planck-Forschungsstelle für Neurogenetik, die Max-Planck-Institute für Biophysik, für Hirnforschung und empirische Ästhetik und das Leibniz Institut for Bioiversity an Earth System Research.
Zu 1.: Der Begriff der wissenschaftlichen Einrichtung ist weit gefasst, hierunter können alle Einrichtungen verstanden werden, die wissenschaftliches Arbeiten als Teil ihres Aufgabengebietes ansehen (z.B. auch Archive und Museen). Dem Magistrat liegen derzeit keine formellen Ansiedlungsanfragen von wissenschaftlichen Einrichtungen, die etwa mit Max-Planck-Instituten vergleichbar sind, vor. Die Wissenschaftslandschaft in Frankfurt befindet sich jedoch in einer steten Weiterentwicklung, hierzu gehören auch Neuansiedlungen und Ausgründungen aus bestehenden Einrichtungen. Beispielsweise wurde 2018 die Ansiedlung des "Frankfurt Cancer Instituts" mit eigenem Gebäude bekannt gegeben, 2022 das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP in Frankfurt eröffnet, die Ansiedlung der Jüdischen Akademie auf den Weg gebracht und an der Frankfurt School of Finance & Management soll das Frankfurt School Real Estate Institute entstehen.
Zu 2.: Die Zuständigkeit für und die Entscheidung über die Finanzierung und den Betrieb von wissenschaftlichen Einrichtungen ist überwiegend auf Bundes- und Landesebene angesiedelt. Die hauptamtlichen Dezernentinnen und Dezernenten des Magistrats befinden sich jedoch im regelmäßigen Austausch mit den in Frankfurt befindlichen Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen und unterstützen konkrete Pläne für die Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandorts, wenn sie ihnen bekannt werden, mit allen Möglichkeiten, die im kommunalen Zuständigkeitsbereich liegen. So hat die Stadt Frankfurt in mehreren Stadtteilen, in Bockenheim, im Westend, am Riedberg und im Dornbusch Baugebiete als Sondergebiete festgesetzt, die mit den entsprechenden Zweckbestimmungen, "Hochschule" und "Kultur/Wissenschaft", vorrangig die Ansiedlung wissenschaftlicher Einrichtungen ermöglichen. Auch beim geplanten Kulturcampus wurden durch im Konsensplan festgeschriebene räumliche Verbindung von Natur-, Musik-, Theater- und Geisteswissenschaft mit Institutionen der darstellenden Kunst sowie einem Wohnquartier sehr attraktive Voraussetzungen für die perspektivisch hier verorteten Institutionen geschaffen. In jüngster Vergangenheit wurde nördlich der Adickesallee innerhalb von dreieinhalb Jahren Baurecht für einen Hochschulstandort geschaffen, um dem dynamischen Wachstum der Frankfurt School of Finance and Management gerecht zu werden. Um einzelne Wissenschaftsstandorte von der Frankfurt University of Applied Sciences über die Deutsche Nationalbibliothek, die Frankfurt School of Finance and Management bis zum Uni Campus Westend der Goethe-Universität zu vernetzen, soll zukünftig der nördliche Abschnitt des Alleenrings das Rückgrat der CAMPUSMEILE bilden. Ziel ist, über eine räumliche Identität die Sichtbarkeit und Attraktivität zu steigern und eine gemeinsame Marke, vergleichbar dem Museumsufer, zu entwickeln, u.a. durch Aufwertung des Stadtraums. Auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Frankfurt hat ein hohes Interesse an einer Stärkung der Stadt als Wissenschaftsstandort und führt anlassbezogen entsprechende Ansiedlungsgespräche. Unterstützt wird insbesondere die Ansiedlung wissenschaftlicher Einrichtungen, die aufgrund internationaler Vernetzung und Einbindung in multidisziplinäre Projekte zu hochqualifizierter Arbeit und Beschäftigung in Frankfurt und zu einer internationalen Bildungsinfrastruktur beitragen. In der Vergangenheit übernahm die Wirtschaftsförderung beispielsweise bei der Gründung und Erweiterung des Frankfurter Innovationszentrums Biotechnologie (FIZ) eine führende Funktion.
Zu 3.: Ein Dual Career Service wird bereits als gemeinschaftliches Angebot der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Frankfurt University of Applied Sciences und dem Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in eigener Zuständigkeit betrieben. Der Magistrat ist für Kooperationen grundsätzlich offen, soweit sie den Zuständigkeitsbereich der Stadt Frankfurt betreffen.
Zu 4.: Die Stadt Frankfurt versucht grundsätzlich, möglichst breit und transparent über offene Stellen in der Stadtverwaltung, städtischen Einrichtungen und Eigenbetrieben zu informieren und diese Informationen auch für alle Personen, die nach Frankfurt zuziehen, einfach auffindbar zu machen. Die Suche nach Fachkräften für die Stadtverwaltung ist sowohl hinsichtlich der Berufskategorien als auch der Qualifikationen äußerst heterogen und insbesondere in der Kombination vielfältig. Die Möglichkeiten der Veröffentlichung von Stellenausschreibungen auf Portalen der Hochschulen sind den Ämtern und Betrieben bekannt und werden, wenn sie dies hinsichtlich der Zielgruppe als sinnvoll erachten, auch genutzt. Messen an Hochschulen sind identifiziert. Die jeweiligen Ämter und Betriebe entscheiden in eigener Verantwortung, inwieweit sie eine Teilnahme als hilfreich und umsetzbar erachten. Ganz konkret steht bspw. das Stadtplanungsamt im Austausch mit der Frankfurt University of Applied Sciences, wo in diesem Jahr der Bachelorstudiengang "Stadtplanung" gestartet ist. Ziel ist es, durch gezielte Ansprache auf Stellen im Stadtplanungsamt aufmerksam zu machen. Eine Beschäftigung von Werkstudenten soll in Kürze starten und Werbung für eine Beschäftigung im Stadtplanungsamt sein. Ein weiterer Baustein, auf Stellen im Stadtplanungsamt aufmerksam zu machen, ist die Nutzung sog. "Alumni-Verteiler" der wissenschaftlichen Hochschulen.
Zu 5.: In der Stadt Frankfurt bzw. im Rhein-Main-Gebiet gibt es verschiedene internationale bzw. bilinguale Schulen. Es besteht ein attraktives, auch auf ausländische Gäste und Neu-Frankfurterinnen und -frankfurter aus anderen Ländern ausgerichtetes Kulturangebot, das sich auch durch vielfältige fremdsprachige Angebote auszeichnet, etwa im Museums- und im Theaterbereich. Der Magistrat setzt sich beständig dafür ein, dass Frankfurt für ausländische Gäste, Unternehmen sowie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Ausland attraktiv bleibt, aktuell beispielsweise durch die Sicherung der Spielstätte des "English Theatre Frankfurt" in der Innenstadt.
Zu 6.: Zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Frankfurt kooperiert die Stadt Frankfurt mit allen ansässigen Institutionen. Mit dem Frankfurt Conservation Center (FCC) ist ein wissenschaftliches Institut in Planung, das als internationales Leuchtturmprojekt für Natur- und Artenschutz die Kompetenzen mehrerer Frankfurter Forschungsinstitute bündelt. Die regelmäßige Vergabe von Forschungsaufträgen wie beispielsweise zur jüngeren Frankfurter Stadtgeschichte an das Fritz Bauer Institut, gemeinsame Projekte mit der Goethe-Universität sowie der ständige Austausch der Stadt Frankfurt mit dem Goethe-Institut tragen außerdem zur engen Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den wissenschaftlichen Einrichtungen bei. Grundsätzlich verfolgt der Magistrat das Ziel, die Stadt für alle Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu gestalten. So ist sie aktuell besonders bestrebt, die Aufenthaltsqualität öffentlicher Räume, Straßen und Plätze zu erhöhen. Auch die Verstetigung des Angebotes an einem breit gefächerten Mix bezahlbarer Wohnungen soll zukünftig allen Gesellschaftsteilen den Umzug nach Frankfurt erleichtern.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 14. September 2022AA 142Ansiedlung von wissenschaftlichen EinrichtungenSTVV-Anfrage · CDU
- 30. August 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 102 WochenBB 330Ansiedlung von wissenschaftlichen EinrichtungenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF Sonstige Voten/Protokollerklärung: Linke, FRAKTION und BFF-BIG (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Kenntnis)