Angriffe auf medizinisches Personal in Krankenhäusern
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Anfrage vom 04.12.2019, A 611
Betreff: Angriffe auf medizinisches Personal in Krankenhäusern Mit dem Bericht B 419 vom 22.11.2019 beantwortete der Magistrat die Anfrage A 458 vom 06.03.2019. Gegenstand der Anfrage waren Angriffe auf medizinisches Personal in den Notaufnahmen der Frankfurter Krankenhäuser. Der Magistrat legte die einzelnen Fragen der Anfrage den Frankfurter Krankenhäusern vor, die teils sehr unterschiedliche Angaben über Konflikte mit Patienten bzw. Angriffe von Patienten auf Krankenhauspersonal machten. Aufschlussreich erschien eine ausführliche Darstellung der Problematik durch den Geschäftsführer des Bürgerhospitals und des Clementine Kinderhospitals. Dieser führt aus, dass es in seinen Kliniken zunehmende verbale und - seltener, aber mit zunehmender Tendenz - auch körperliche Attacken gegen Personal gibt, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Dies beträfe insbesondere die Notaufnahme, die häufig von Patienten aufgesucht wird, die keine Notfälle darstellen und die daher oft mit langen Wartezeiten konfrontiert werden. Diese reagieren auf den Hinweis, dass die Notaufnahme nur für echte Notfälle eingerichtet ist, mit Unverständnis, was sich oft in verbalen Ausfällen zeigt. Besonders aggressiv zeigten sich dabei Patienten mit Migrationshintergrund. Ebenso gibt es häufiger Aggressionen gegen Personal durch Roma und Sinti-Patienten, die sich "oft in keiner Weise an geregelte Abläufe halten, durch die Größe ihrer Familienclans zudem jeweils in Massen" im Krankenhaus auftreten und "gelegentlich auch andere Patienten in Wartebereichen durch Lautstärke und schlechtes Benehmen attackieren". Diese Darstellung stimmt mit den zahlreichen Berichten von Ärzten aus verschiedenen Kliniken überein, die seit einiger Zeit in der Presse zu lesen sind. So hatten z.B. Ende März dieses Jahres im Berliner Vivantes-Klinikum Familienangehörige und Freunde eines niedergestochenen Mannes über längere Zeit die Notaufnahme blockiert. Anfang November kam es in einer Tempelhofer Klinik zu einer Schlägerei zwischen Familien-angehörigen. Der Streit brach im Krankenzimmer aus und setzte sich später mit bis zu 30 Männern auf der Straße fort. Berliner Krankenhäuser haben daher beim Sicherheitspersonal massiv aufgerüstet. Das hauseigene Sicherheitspersonal der Charité kommt jährlich bei etwa 800 "Ereignissen" zum Einsatz (https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/clan-alarm-und-schlaegereien -berliner-kliniken-ruesten-auf-66128818.bild.html). Ein Internist einer Kölner Klinik berichtet, dass er an einem Tag nur noch durch das Kellergewölbe seiner Klinik und unter Polizeischutz an seinen Arbeitsplatz kommen konnte. Bedroht wurde er von einer Roma-Familie, die sich im Klinikum aufgehalten hatten, in dem ein Angehöriger behandelt wurde. Als er die Familie aufgefordert hatte, das Krankenhaus zu verlassen, weil sie den Betrieb stören würden, drohten sie ihm mit Gewalt. Als Ursache der zunehmenden Gewalt nennt er kulturelle Unterschiede: "wir haben in Deutschland einen ganz anderen Umgang mit Diagnosen und Schmerzen, als in vielen anderen Kulturkreisen". Der Chefarzt einer Klinik für Chirurgie beobachtet gerade bei Migranten eine unangemessene Anspruchshaltung. Patienten kämen häufig nachts in die Notaufnahme, obwohl sie keine Notfälle sind. Wenn der behandelnde Arzt dann die Situation klären will, kommt es oft zu Beleidigungen: "Das ist eine Aushöhlung unserer Ressourcen. Wir haben hier sehr viele Patienten, die in ihrem Heimatland niemals behandelt werden würden, und hier fordern sie dann selbstverständlich und oft mitten in der Nacht eine Behandlung ein" (https://rp-online.de/nrw/panorama/gewalt-und-beleidigung-im-krankenhaus-der-wei sse-kittel-schuetzt-laengst-nicht-mehr_aid-16724641). Nicht wenige Migranten betrachten den Arzt als Dienstleister, dem er vorschreiben kann, was er zu tun hat. Besonders schwierig sei die Situation für Ärztinnen, deren Kompetenz von den meisten muslimischen Männern nicht akzeptiert wird. Das Gesundheitsministerium sieht eine "Lösung" in der "interkulturellen Öffnung des Gesundheitswesens und speziell auch der Krankenhäuser" (https://rp-online.de/nrw/panorama/gewalt-und-beleidigung-im-krankenhaus-der-wei sse-kittel-schuetzt-laengst-nicht-mehr_aid-16724641). Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:
- Sieht der Magistrat als eine Ursache zunehmender Aggressionen von Patienten gegenüber Klinikpersonal in den zunehmenden kulturellen Unterschieden, z.B. übersteigertes Anspruchsdenken, fehlende Selbstkritik oder Begleitung eines einzelnen Patienten durch ganze Großfamilien?
- Sieht der Magistrat eine "Lösung" des Problems - wie vom Gesundheitsministerium vorgeschlagen - in der "interkulturellen Öffnung des Gesundheitswesens und speziell auch der Krankenhäuser"?
- Falls 2. zutreffend: wie sieht diese "interkulturelle Öffnung des Gesundheitswesens" nach der Vorstellung des Magistrats konkret aus?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 22. November 2019BB 419Angriffe auf medizinisches Personal in den Notaufnahmen der Frankfurter KrankenhäuserMagistratsbericht
- 4. Dezember 2019Sie sind hierAA 611Angriffe auf medizinisches Personal in KrankenhäusernSTVV-Anfrage · AfD
- 6. März 2020Antwort des Magistrats · nach 15 WochenBB 103Angriffe auf medizinisches Personal in KrankenhäusernMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate