Frankfurter Erklärung: Solidarität und Zusammenhalt in der Coronakrise - klare Kante gegen Rechts
Beschluss zuNR_293_2022Stadtverordnetenversammlung
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31. März 2022
31. März 2022
Antragsteller
GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, Volt, FRAKTION
Zusammenfassung
Der Antrag fordert eine Resolution zur Stärkung von Solidarität und Zusammenhalt während der Coronakrise. Ziel ist es, die Menschen zu unterstützen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, und gegen die Verbreitung von Verschwörungsmythen und Hass zu kämpfen. Die Stadt Frankfurt soll als weltoffene Stadt erhalten bleiben.
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Beschluss
Die Coronapandemie stellt uns vor große Herausforderungen. Besonders die Menschen, die in Kranken- und Pflegeberufen, aber auch in vielen anderen systemrelevanten Berufen oder im Ehrenamt arbeiten, leisten Enormes - bis an die Grenzen der Erschöpfung. Vor diesem Hintergrund ist weiterhin vorsichtiges und solidarisches Handeln jeder und jedes Einzelnen notwendig, damit die Krankenstationen und damit die Beschäftigten nicht durch unvorsichtiges oder sogar vorsätzliches Handeln weiter belastet werden. Zusammenhalt, Solidarität, Achtsamkeit, Vorsicht und Geduld sind weiterhin das Gebot der Stunde. Impfen ist der Weg, der uns aus der Pandemie hilft. Es ist klar, dass jede Coronamaßnahme auch weiterhin diskutiert werden kann und kritisch hinterfragt werden darf. Das geschieht auch tagtäglich in unseren Parlamenten auf allen Ebenen. Dies gehört zu den Grundsätzen unserer Demokratie. Das Demonstrationsrecht und das Recht auf Meinungsfreiheit sind grundgesetzlich verbriefte hohe Güter, die selbstverständlich auch in Pandemiezeiten gelten, daher ist es falsch, wenn von sogenannten Spaziergängerinnen und Spaziergängern das Bild der Bundesrepublik Deutschland als Diktatur gezeichnet wird. In einer Diktatur wären diese sogenannten Spaziergänge schlicht nicht möglich bzw. die Menschen, die daran teilnehmen würden, wären Repressionen und Verfolgung ausgesetzt. Wir verurteilen, dass es im Zuge der Demonstrationen der Coronaleugnerinnen und ‐leugner zu antisemitischer Hetze, Holocaustleugnung und -verharmlosung gekommen ist. Dies ist unerträglich und widerspricht unserem demokratischen Grundkonsens. Wir stellen fest, dass bei den Demonstrationen der Coronaleugnerinnen und ‐leugner auch rechtsextreme und rechte Personen sowie Feindinnen und Feinde unserer Verfassung teilnehmen. Wer an diesen Demonstrationen trotzdem weiterhin teilnimmt, sollte sich bewusst sein mit wem er oder sie dort zusammen demonstriert. Wer Fragen zur Impfung hat und über Coronaregeln diskutieren will, hat unser Verständnis, wer die Coronapolitik und die Kritik daran als Vehikel nutzt, um krude Verschwörungsmythen, Hass und Hetze zu verbreiten oder unsere Demokratie versucht verächtlich zu machen, hat kein Verständnis verdient. Wir rufen daher dazu auf, sich gemeinsam mit uns für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft einzusetzen, den Menschen, die ehrenamtlich und in unterschiedlichsten Berufen für uns da sind, den Rücken zu stärken und sich nicht an den sogenannten Spaziergängen der Coronaleugnerinnen und ‐leugner zu beteiligen. Frankfurt ist eine weltoffene Stadt und soll es bleiben. 2. Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Luxen, Pfeiffer, Dr. Schulz, Dr. Rosenbaum, David, Wollkopf, Müller, Schwichtenberg, Fuchs, Görres und Zieran dienen zur Kenntnis.