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Rassismus, Diskriminierung und rechte Hetze in den Schulen und städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen des Ortsbezirks

Vorlagentyp: STMagistrat
55 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hat einen Aktionsplan zur Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus beschlossen, um strukturellen Problemen in Schulen und Jugendeinrichtungen entgegenzuwirken. Ziel ist es, eine positive Schulkultur zu fördern, die Vielfalt wertschätzt und Diskriminierung aktiv bekämpft.

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Thema Schulen und Bildung verfolgen

Stellungnahme des Magistrats

Von der Stadt Frankfurt am Main werden eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um verschiedene Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit präventiv entgegenzuwirken, zuletzt durch den Beschluss des Aktionsplans zur Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus. Der Magistrat hat durch den Beschluss des Aktionsplans anerkannt, dass Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus strukturelle Probleme sind. Damit geht einher, dass diese Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens vorhanden sind - so auch im Bildungssystem, dessen Institutionen sowie den Kinder- und Jugendeinrichtungen. Um diesen strukturellen Problemen effektiv entgegenzuwirken, hat der Magistrat im o. g. Aktionsplan verschiedene Maßnahmen festgeschrieben. Hinzu kommen zahlreiche Projekte, die schon jetzt in Schulen durchgeführt werden, darunter zum Beispiel der Frankfurter Schulpreis sowie der Anne Frank-Tag. In der Bildungsregion Nord werden zurzeit an drei weiterführenden Schulen (IGS Kalbach-Riedberg, Otto-Hahn-Schule, Johanna-Tesch-Schule) und an vier Grundschulen (3. Grundschule Riedberg, Marie-Curie-Schule, August-Jaspert-Schule, Michael-Grzimek-Schule) Jugendhilfeangebote aus den Förderprogrammen Jugendhilfe in der Schule / Jugendhilfe in der Grundschule umgesetzt. Die oben benannten Jugendhilfeangebote verstehen die Förderung einer positiven Schulkultur ohne Rassismus als Angebots- und Querschnittsaufgabe. Sie gestalten und begleiten Lernprozesse mit dem Ziel, gegenseitigen Respekt, Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt zu einem selbstverständlichen Teil der Schulkultur zu machen. Ein konkreter Baustein, der den Umgang mit Vielfalt und Inklusion befördert, ist das soziale Lernen. Die Jugendhilfe bringt dafür spezifische methodische Kompetenzen mit, die sie in Form von Unterrichtsbegleitung, sozialen Kompetenztrainings, Mediation oder Projektarbeit einbringt. Die Förderung sozialer und personaler Kompetenzen, der Partizipation und des sozialen Miteinanders wird so zu einem zentralen Bestandteil der Bildungsbiographie der Kinder und Jugendlichen. Wie die Evaluation des Förderprogramms Jugendhilfe in der Schule von 2014-2017 zeigt, ist der Migrationshintergrund an Frankfurter Schulen zur Normalität geworden. Die Ergebnisse zum sozialen Lernen erlauben einige Hinweise darauf, dass die Jugendhilfeangebote in der Schule zu einer Stärkung der Handlungsbefähigung beitragen: Ausgrenzungsprozesse, Gewalterfahrungen und weitere Formen von Mobbing führen zu Gefühlen von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Schülerinnen und Schüler die sich als ausgegrenzt erleben, wenig Rückhalt in der Klasse haben und wenig Anerkennung durch Peers erfahren, weisen deutlich niedrigere Handlungsbefähigungswerte auf. Jugendhilfeangebote wie Anti-Mobbing und Gewaltpräventionsprogramme, Beratung, Mediation und Arbeit mit Klassen bzw. Gruppen wie im Sozialen Lernen führen zu mehr Respekt und einem positiveren Umgang miteinander. Dies stärkt auf Dauer die Handlungsbefähigung. Grundsätzlich gelten für alle Kinder- und Jugendeinrichtungen im Gebiet der Stadt Frankfurt diverse Leitlinien, deren Inhalte sich u.a. gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit richten. Neben den Leitlinien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gehören hierzu die Leitlinien zur Inklusion, die interkulturellen Leitlinien, Leitlinien zur Mädchenarbeit bzw. Jungenarbeit. Somit erwächst für alle Einrichtungen die Verpflichtung sowohl in der täglichen pädagogischen Arbeit als auch bei inhaltlichen Schwerpunktsetzungen dem Erstarken von diskriminierenden Ideologien entgegenzuwirken, sich Diskriminierungen entgegenzustellen und derartige Vorkommnisse mit den Kindern und Jugendlichen aufzuarbeiten. Unabhängig der konzeptionellen Leitorientierungen sind die regelmäßig stattfindenden Fortbildungen und Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit bewährte Maßnahmen. Aktuell führt das Kommunale Jugendbildungswerk jährlich vierteilige Workshop Reihen zum Umgang mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit durch. Die Bildungsstätte Anne Frank bietet seit 2015 für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kinder- und Jugendeinrichtungen Fachtage (2x jährlich) und eine regelmäßige Praxisgruppe (4-6x jährlich) zum Umgang mit Radikalisierung an. In einer Geh-Struktur besuchten die Mitarbeitenden der Bildungsstätte Anne Frank 2019 10 Stadtteilarbeitskreise, um für die Mitarbeitenden der Einrichtungen für die Thematik zu sensibilisieren.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 23. Februar 2020OFOF 543/12Rassismus, Diskriminierung und rechte Hetze in den Schulen und städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen des OrtsbezirksOrtsbeiratsantrag · LINKE.
  2. 13. März 2020OMOM 5936Rassismus, Diskriminierung und rechte Hetze in den Schulen und städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen des OrtsbezirksDirektanregung
  3. 12. März 2021Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 55 Wochen
    STST 627Rassismus, Diskriminierung und rechte Hetze in den Schulen und städtischen Kinder- und Jugendein-richtungen des Ortsbezirks
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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