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Sport und Klimaschutz im Ortsbezirk 1: Autofreier Sonntag zum Marathon

Vorlagentyp: STMagistrat
18 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Der Ortsbeirat schlägt vor, ab 2024 einen autofreien Sonntag zum Frankfurt Marathon einzuführen, um die Nachhaltigkeit des Events zu fördern und Verkehrsbehinderungen zu reduzieren. Der Magistrat sieht jedoch zahlreiche Herausforderungen und Sicherheitsbedenken, die eine Umsetzung vorerst unmöglich machen.

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Stellungnahme des Magistrats

Mit Anregung vom 28.11.2023 schlägt der Ortsbeirat für den Ortsbezirk 1 vor, ab 2024 einen autofreien Sonntag zum Frankfurt Marathon einzuführen. Der Ortsbeirat bezieht sich unter anderem auf die mit dem Marathon verbundenen Streckensperrungen und Verkehrsbehinderungen sowie auf den Anspruch des Veranstalters, einen weitgehend nachhaltigen Marathon zu gestalten.

Der Veranstalter des Mainova Frankfurt Marathon, die motion events GmbH, ergreift bereits seit 2005 eine Vielzahl von Maßnahmen, um die Nachhaltigkeit des Marathons zu fördern und das langfristige Ziel der Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen. Dazu tragen verschiedene strukturelle Änderungen, die zum Teil bereits umgesetzt oder noch in Planung sind, bei. Unter anderem wurden drei Solaranlagen in Frankfurt errichtet, die schon heute über die Hälfte des Stroms, der während der Veranstaltungswoche verbraucht wird, produzieren. Die Teilnehmenden werden mit Bio-Obst verpflegt und umfassend beispielsweise über Mülltrennung aufgeklärt. Der Veranstalter sowie das Klimareferat der Stadt Frankfurt am Main bestätigen, dass ein autofreier Sonntag diese Bestrebungen grundsätzlich fördern und unterstreichen würde.

Der Veranstalter des Mainova Frankfurt Marathon erarbeitet und optimiert in enger Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden in jedem Jahr, verbunden mit der Streckenführung, ein Konzept zur Gewährleistung der Sicherheit aller Teilnehmenden, Zuschauenden, Mitarbeitenden und Anwohnenden. Teil dessen sind u. a. Umleitungen im Straßenverkehr. Ziel ist es, die Einschränkungen, die mit Sport-Großveranstaltungen im Stadtgebiet einhergehen, für alle Beteiligten auf das erforderliche Minimum zu beschränken. Um den Straßenverkehr erheblich zu entlasten, erhalten die rund 20.000 Teilnehmenden mit ihrer Startnummer auch ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, das den gesamten Marathonsonntag gültig ist. Auch alle ehrenamtlichen Helfenden erhalten auf Wunsch ein ÖPNV- Ticket für den gesamten Veranstaltungssonntag.

Die Messe Frankfurt ist das Zentrum des Mainova Frankfurt Marathon und wurde auch aufgrund der Infrastruktur und der hervorragenden Anbindung an den Fern- und Regionalverkehr als Veranstaltungsgelände gewählt. Gemeinsam mit seinem Partner Green Mobility leistet der Veranstalter Aufklärungsarbeit über die CO²-Emissionen verschiedener Verkehrsmittel und die Möglichkeit der direkten Kompensation. Autofahrern wird ein Parkhaus (Rebstockparkhaus) mit kostenfreiem Shuttle-Verkehr zum und vom Messegelände angeboten, dies wird ebenfalls vom Veranstalter gezahlt (10.000€). Die persönliche Anreise liegt im Verantwortungsbereich jedes einzelnen Teilnehmenden.

Der letzte Sonntag im Oktober als langfristig fixierter Termin für den Marathon gelernt und teils über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Der Sonntag als Veranstaltungstag ist bewusst gewählt, um ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und eine Belastung für Pendlerinnen und Pendler sowie den Berufsverkehr auszuschließen. Bereits mehrere Tage im Vorfeld werden die Mainzieltafeln im Stadtgebiet mit Hinweisen auf die bevorstehende Veranstaltung geschaltet. Anwohnende werden im Vorfeld der Veranstaltung öffentlich mit Plakaten sowie an besonderen Knotenpunkten per Posteinwurf über die Veranstaltungszeiten sowie damit verbundene Sperrungen, Umleitungen und Abschleppungen informiert. Am Veranstaltungstag steht zudem ein Bürgertelefon für kurzfristige Fragen von Anliegern und zur individuellen Lösungsfindung zur Verfügung. Dies führt dazu, dass die Beschwerdelage verhältnismäßig gering ausfällt.

Der Veranstalter und seine Partner haben vor, während und nach der Veranstaltung eine notwendige Anzahl von Fahrzeugen im Einsatz, die der reibungslosen Durchführung und Logistik dienen. Ein autofreier Sonntag würde nach Prüfung und Abstimmung mit dem Service-Center Veranstaltungen im Ordnungsamt der Stadt Frankfurt am Main zahlreiche Ausnahmegenehmigungen erfordern, die weitere Sicherheits- und Ordnungskräfte binden und die Akzeptanz unter Anwohnenden deutlich erschweren würde. Es gibt lediglich einen Übertragungshelikopter des Hessischen Rundfunks. Die anderen Helikopter, die am Marathonsonntag im Stadtgebiet im Einsatz sind, dienen dem Polizeieinsatz. Sie tragen zur Sicherheit aller Beteiligten und dem ordnungsgemäßen Ablauf der Veranstaltung bei. Drohnenflüge über Menschenansammlungen sind aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.

Aus diesen Gründen ist ein autofreier Sonntag am Marathontag leider vorerst nicht umsetzbar.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 2. November 2023OFOF 1065/1Sport und Klimaschutz im Ortsbezirk 1: Autofreier Sonntag zum MarathonOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  2. 28. November 2023OMOM 4818Sport und Klimaschutz im Ortsbezirk 1: Autofreier Sonntag zum MarathonDirektanregung
  3. 8. März 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 18 Wochen
    STST 517Sport und Klimaschutz im Ortsbezirk 1: Autofreier Sonntag zum Marathon
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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