Haus der Deutschen Geschichte - Als Abschluss der Integrationskurse-II
Zusammenfassung
Der Magistrat schlägt vor, die Möglichkeiten zur Integration von Neuzugewanderten durch lokale Programme in der Frankfurter Museumslandschaft zu systematisieren und auszubauen. Dies soll dazu beitragen, die interkulturelle Öffnung der Museen zu fördern und Neuzugewanderte dauerhaft für den Besuch der Museen zu gewinnen.
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Thema Kultur verfolgenStellungnahme des Magistrats
Eine Überschlagsrechnung des aus Sicht von K114 relevanten Kreises möglicher Teilnehmender ergibt jährlich ca. 2.000 Personen. Aufgrund der für 2020 vom BAMF veröffentlichten Zahlen ist jährlich in Frankfurt von ca. 3.400 Teilnehmenden in Integrationskursen auszugehen, von denen rd. 60% auf B1-Niveau abschließen. Bei typischen Kapazitäten und Kosten einer Fernbusanmietung wären jährliche Mittel in Höhe von rd 40TEUR anzusetzen, ohne Begleit- und Administrationskosten. Die Organisation einer solchen Maßnahme ist weder Aufgabe städtischer Ämter und Betriebe, auch nicht der Geschäftsstelle der KAV, noch bestehen dafür in der Stadtverwaltung ausreichende Personalkapazitäten. Ein solches Programm wäre daher an interessierte und geeignete Träger zu vergeben. In der aktuellen Haushaltsplanung bestehen dafür jedoch keine zusätzlichen Möglichkeiten, sofern die KAV nicht von ihrer eigenen Budgetverwendung Gebrauch macht.
Dem Anliegen der KAV kann jenseits überregionaler Optionen wie dem Bonner "Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" - oder authentischer Orte und Gedenkstätten - lokal entsprochen werden. Denn Frankfurt am Main verfügt über eine vielfältige Museumslandschaft, die zu jedem Zeitpunkt im Jahr Ausstellungen bietet, die aus unterschiedlichen Perspektiven aktuelle Themen der deutschen Gesellschaft und Geschichte reflektieren. Beispiele der letzten Zeit sind Ausstellungen zum Frauenwahlrecht, zur Erinnerungskultur im Historischen Museum, zu Fragen von Migration und Heimat im Architekturmuseum. Vielfältige neue Vermittlungsprogramme sind ebenso zu erwähnen wie Initiativen und Orte zur Stadtgeschichte und Erinnerungskultur.
Insofern das Curriculum bzw. die Integrationskursverordnung bereits im Verlauf des Kurses vielfältige inhaltliche Anknüpfungspunkte sowie Raum für entsprechende Exkursionen im Stadtgebiet bieten, insbesondere für Frauen- und Elternkurse, liegen solche lokalen Optionen besonders nahe.
Der Magistrat greift die Anregung auf, diese Möglichkeiten im Sinne von K114 zu systematisieren und auszubauen. Denn ein solches Programm würde zudem einen weiteren Beitrag zur interkulturellen Öffnung der Frankfurter Museen leisten und die Möglichkeit befördern, Neuzugewanderte dauerhaft für den Besuch der Frankfurter Museen zu gewinnen.
Weitere Synergieeffekte sind absehbar. Denn es gibt in Frankfurt bereits mehrere Ansätze, die niederschwellig und zugleich mehrsprachig den Zugang für Neuzugewanderte unterstützen. So ermöglicht z.B das Programm "Kultüröffner" des AmkA in Kooperation mit dem Frankfurter Goethe-Haus, dem Museum für angewandte Kunst, dem historischen Museum, dem Weltkulturen Museum und dem Museum für moderne Kunst zugewanderten Bürger_innen mit verschiedenen Herkunftssprachen sowie Fremdsprachenlerner_innen einen kostenfreien Eintritt und Führungen in einfacher Sprache sowie in der Herkunftssprache. Das Programm "Places to see" des Kulturdezernats in Kooperation mit Frankfurter Museen, dem Zoo und dem Palmengarten sowie ehrenamtlichen Multiplikator_innen lädt seit 2015 Neuzugewanderte aus Gemeinschaftsunterkünften, Integrationskursen und Angeboten der Flüchtlingshilfe zum kostenfreien Besuch der genannten Kultureinrichtungen inklusive einer Führung ein. In den genannten Programmen werden über eine migrationssensible Konzeption Räume für Begegnung, Kommunikation und Austausch sowie für vielfältigste Bildungsprozesse ermöglicht. Das o.g. Angebot wird zudem über eigenständige Vermittlungsprogramme der Museen und ihren pädagogischen Abteilungen erweitert. So bietet zum Beispiel das Weltkulturen Museum sprachesensible Stadtrundgänge für Geflüchtete an.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 23. Oktober 2018KK 114„Haus der Deutschen Geschichte“ - Als Abschluss der Integrationskurse - IIKAV-Anregung
- 18. Februar 2022Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 173 WochenSTST 443Haus der Deutschen Geschichte - Als Abschluss der Integrationskurse-IIStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab