Klimawandel örtlich beeinflussen! Beschattungspflanzungen am Niddaufer planen und durchführen
Zusammenfassung
Der Magistrat plant, die Gehölzbewuchs an der Nidda zu fördern, um den ökologischen Anforderungen gerecht zu werden, während gleichzeitig die Hochwassersicherheit gewahrt bleibt. Eine weitere Bepflanzung wird jedoch aufgrund der zu erwartenden Verschärfung der Hochwassersituation durch den Klimawandel nicht durchgeführt.
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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgenStellungnahme des Magistrats
Der Magistrat fördert den Gehölzbewuchs an der Nidda bereits: Spontaner Aufwuchs wird an vielen Stellen zugelassen, es wurden auch Bäume und Sträucher gepflanzt. Die hydraulischen Leistungsfähigkeit der Nidda aber, das heißt ihre Abflusskapazität und die dadurch bestimmte Hochwassersicherheit, setzt dem Wunsch nach mehr Gehölzen Grenzen: Beim Ausbau der Nidda in den 1960er-Jahren legte man das trapezförmige Profil so an, dass der Fluss auch ein hundertjährliches Hochwasser noch gut bewältigen kann. Dies allerdings, so wurde damals berechnet, nur unter der Voraussetzung, dass die Böschungen von Gehölzen frei sind, das Abflussprofil also nicht durch Bäume und Sträucher eingeengt wird. Dieser Maßgabe folgend wurden damals die Böschungen der Nidda zweimal im Jahr ordentlich gemäht, man duldete nur wenige Sträucher und Bäume. Anfang der 90er-Jahre fragte man sich aber aus ökologischen Gründen, ob nicht ein gewisses Maß an Gehölzaufwuchs doch zugelassen werden könnte, auch damals war der Wunsch nach Beschattung des Gewässers bestimmend: Der Fluss sollte sich weniger aufheizen. Man rechnete neu. Es stellte sich heraus, dass eine maßvolle Bepflanzung der Böschungen zwar dazu führt, dass sich der Hochwasserspiegel der Nidda erhöht, aber nicht so stark, dass der Fluss über die Ufer treten würde. Folgerichtig ging man dazu über, die Niddaböschungen nur noch einmal im Jahr zu mähen. Gehölze, die sich selbst dort angesiedelt hatten, ließ man an vielen Stellen groß werden. Unter anderem das "ökologischen Sofortprogramm" sorgte Mitte der 90er-Jahre dafür, dass etliche Bäume gepflanzt wurden. Und dort, wo die Nidda naturnah umgebaut wurde, ließ man ausgedehnte Auengehölze heranwachsen, ein Beispiel sind die Uferpartien in Berkersheim. Es war damit insgesamt ein Kompromiss gefunden zwischen ökologischen Ansprüchen einerseits und den Anforderungen der Hochwassersicherheit andererseits. Und die Nidda war (und ist) nicht mehr so kahl wie früher. Der Klimawandel wird außer den vom Ortsbeirat beschriebenen Folgen voraussichtlich auch eine Verschärfung der Hochwassersituation mit sich bringen. Dies muss bedacht werden. Eine weitere Bepflanzung der Niddaböschungen würde das Abflussprofil weiter verengen und die von einem Hochwasser ausgehenden Gefahren vergrößern. Der Magistrat wird daher die jetzige Praxis beibehalten und nur dort ausgedehnte Gehölzpartien planen, wo ein (naturnaher) Umbau des Flusses dies erlaubt. Im Gebiet des Ortsbeirats 9 wird die Nidda zum Teil vom Wasserverband Nidda unterhalten, dessen Herangehensweise mit der des Magistrats im Wesentlichen übereinstimmt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 17. August 2020OFOF 840/9Klimawandel örtlich beeinflussen! Beschattungspflanzungen am Niddaufer planen und durchführenOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 27. August 2020OMOM 6463Klimawandel örtlich beeinflussen! Beschattungspflanzungen am Niddaufer planen und durchführenDirektanregung
- 27. November 2020Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 15 WochenSTST 2078Klimawandel örtlich beeinflussen! Beschattungspflanzungen am Niddaufer planen und durchführenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab