Respekt! Kein Platz für Rassismus im Ortsbezirk 5
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Zusammenfassung
Der Magistrat unterstützt die Anbringung des Schildes "Respekt! Kein Platz für Rassismus" an allen Kindergärten, Schulen und öffentlichen Einrichtungen im Ortsbezirk 5. Dies soll die Akzeptanz und Umsetzung demokratischer Grundwerte fördern und die Bedeutung von Vielfalt und Individualität in Frankfurt unterstreichen.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenStellungnahme des Magistrats
Der Magistrat unterstützt die Anregung des Ortsbeirates, an allen Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen und öffentlichen Einrichtungen das Schild "Respekt! Kein Platz für Rassismus" im Eingangsbereich anzubringen. Träger in Schulen und Kindertageseinrichtungen haben den Kindern im Rahmen ihres Bildungsauftrages die Akzeptanz und Umsetzung demokratischer Grundwerte näherzubringen. Die Anbringung eines solchen Schildes kann verdeutlichen, dass Vielfalt und Individualität in Frankfurt eine bedeutende Rolle spielt. Darum hat das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) die Schilder zentral für die Stadt Frankfurt beschafft. Sie können beim AmkA im stadtRaumfrankfurt, Mainzer Landstraße 293, abgeholt werden. Eine entsprechende Information ist stadtweit versandt worden. Ob die Einrichtungen aus dem Ortsbezirk 5 bereits Schilder abgeholt haben, entzieht sich der Kenntnis des Magistrats. Die Stadt Frankfurt ergreift darüber hinaus präventive Maßnahmen - auch in Kooperation mit externen Partnern, beispielsweise mit der Bildungsstätte Anne Frank und dem Jüdischen Museum Frankfurt. Seit vielen Jahren sind diese Institutionen im Bereich der Prävention tätig und leisten mit ihren Angeboten wertvolle Arbeit. Auch das Amt für multikulturelle Angelegenheiten und das von ihm gegründete Ämternetzwerk gegen Extremismus sind wichtige Bausteine der Präventions- und Aufklärungsarbeit in der Stadt Frankfurt a.M. Nachstehend sind städtische und nicht-städtische Institutionen und (ihre) Angebote der Präventions- und Antidiskriminierungsarbeit aufgelistet: • Koordinierungsstelle Antiradikalisierung, präventive Jugendarbeit und politische Bildung (Amt für multikulturelle Angelegenheiten) • Antidiskriminierungsstelle der Stadt Frankfurt am Main (Amt für multikulturelle Angelegenheiten) • "Anti, Anti" - Museum goes school (Pädagogisches Zentrum Frankfurt, Fritz Bauer Institut und Jüdisches Museum Frankfurt) • "response" - Beratung für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt (Bildungsstätte Anne Frank) • ADIBE Netzwerk Hessen, die Antidiskriminierungsberatung in der Bildungsstätte Anne Frank - Im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration berät Menschen, die aufgrund von Religion, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder rassistischer Zuschreibung diskriminiert werden. Das Netzwerk besteht aus 17 Organisationen, die auf unterschiedliche Formen von Diskriminierung spezialisiert sind. (Bildungsstätte Anne Frank) • Mobile Beratung gegen rechtsextreme, rassistische oder andere menschenfeindliche Haltungen (Bildungsstätte Anne Frank) • Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage (Bundesprogramm, Landeskoordination Bildungsstätte Anne Frank) • JMD-Respekt Coaches (Anti-Mobbing-Profis), Internationaler Bund, Arbeiterwohlfahrt, Katholische Jugendsozialarbeit, Evangelische Jugendsozialarbeit (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) • PiT Prävention im Team (Hessisches Kultusministerium) • GuD-Gewaltprävention und Demokratielernen (Hessisches Kultusministerium) Zudem sei darauf verwiesen, dass der Hessische Kultusminister (HKM) in einem Erlass vom 23.05.2018 die hessischen Schulen aufgefordert hatte, antisemitische Vorfälle gemäß § 23 Dienstordnung der für die Schule zuständigen Dienstaufsicht zu melden. Diese Aufforderung gilt - so der Erlass - sinngemäß auch für alle anderen Vorfälle religionsbezogener Diskriminierung. Im Ortsbezirk 5 werden Jugendhilfeangebote (Jugendhilfe in der Schule / Jugendhilfe in der Grundschule / Sternpiloten) sowie Förderprogramme im Kontext Ganztagsschulentwicklung (z.B. Pakt für den Nachmittag, Erweiterte Schulische Betreuung, Profile) der Stadt Frankfurt am Main an weiterführenden Schulen und Grundschulen umgesetzt. Sozialpädagogische Fachkräfte sind personell an den Schulen vertreten. Die Jugendhilfeangebote wie auch die Ganztagsangebote verstehen die Förderung einer diskriminierungsarmen, positiven Schulkultur ohne Rassismus als Angebots- und Querschnittsaufgabe. Sie gestalten und begleiten Lernprozesse mit dem Ziel, gegenseitigen Respekt, Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt zu einem selbstverständlichen Teil der Schulkultur zu machen. Es gilt daher jeglichen (strukturellen) Diskriminierungsformen und -mechanismen sowie deren Erscheinungsbilder zu thematisieren und entgegenzutreten. Ein konkreter Baustein, der den Umgang mit Vielfalt und Inklusion befördert, ist das Soziale Lernen. Jugendhilfe in der Schule / in der Grundschule bringt dafür spezifische methodische Kompetenzen mit, die sie in Form von sozialen Kompetenztrainings, Anti-Mobbing und Gewaltpräventionsprogramme, Beratung, Mediation und Projektarbeit mit Klassen bzw. Gruppen einbringt. Diese führen zu mehr Respekt und einem positiveren Umgang miteinander. Die Förderung sozialer und personaler Kompetenzen, der Partizipation und des sozialen Miteinanders wird so zu einem zentralen Bestandteil der Bildungsbiographie der Kinder und Jugendlichen. Vielfalt wird in Frankfurter Kindertageseinrichtungen als Bereicherung gesehen. Entsprechend den Prinzipien der Kinderrechtskonvention, das Kind als eigenständige Persönlichkeit zu schützen und zu fördern und sein Recht auf Beteiligung sicherzustellen, haben Träger von Kindertageseinrichtungen den Auftrag, die Ausgestaltung ihres Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrags dahingehend umzusetzen. Ziel ist es, dass sich die Ausgestaltung der Angebote an der Individualität der Kinder und ihrer Familien orientiert und alle Dimensionen der Heterogenität berücksichtigt. Um die Haltung der Stadt Frankfurt zu verdeutlichen, begrüßen wir die Anbringung der Schilder mit der Aufschrift "Respekt! Kein Platz für Rassismus" insofern auch an allen Frankfurter Kindertageseinrichtungen. Grundsätzlich gelten für alle Kinder- und Jugendeinrichtungen im Gebiet der Stadt Frankfurt diverse Leitlinien, deren Inhalte sich u.a. gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit richten. Neben den Leitlinien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gehören hierzu die Leitlinien zur Inklusion, die interkulturellen Leitlinien, Leitlinien zur Mädchenarbeit bzw. Jungenarbeit. Somit besteht für alle Einrichtungen die Verpflichtung sowohl in der täglichen pädagogischen Arbeit als auch bei inhaltlichen Schwerpunktsetzungen dem Erstarken von diskriminierenden Ideologien entgegenzuwirken, sich Diskriminierungen entgegenzustellen und derartige Vorkommnisse mit den Kindern und Jugendlichen aufzuarbeiten. Unabhängig der konzeptionellen Leitorientierungen sind die regelmäßig stattfindenden Fortbildungen und Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit bewährte Maßnahmen. Aktuell führt das kommunale Jugendbildungswerk jährlich vierteilige Workshopreihen zum Umgang mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit durch. Die Bildungsstätte Anne Frank bietet seit 2015 im Auftrag des Dezernat VIII für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kinder- und Jugendeinrichtungen Fachtage (2x jährlich) und eine regelmäßige Praxisgruppe (4-6x jährlich) zum Umgang mit Radikalisierung an. In einer Geh-Struktur besuchten die Mitarbeitenden der Bildungsstätte Anne Frank 2019 10 Stadtteilarbeitskreise, um für die Mitarbeitenden der Einrichtungen für die Thematik zu sensibilisieren.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 17. Januar 2020OFOF 1553/5Respekt! Kein Platz für Rassismus im Ortsbezirk 5Ortsbeiratsantrag · LINKE.
- 17. Januar 2020OMOM 5608Respekt! Kein Platz für Rassismus im Ortsbezirk 5Direktanregung
- 1. Februar 2021Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 54 WochenSTST 198Respekt! Kein Platz für Rassismus im Ortsbezirk 5Stellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab