Kontaminierte Belastungen auf dem ehemaligen Flugplatz in Bonames/Kalbach1
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Stellungnahme des Magistrats vom 04.10.2016, ST 1334
Betreff: Kontaminierte Belastungen auf dem ehemaligen Flugplatz in Bonames/Kalbach1 Zu Frage 1: Nach dem der Flugplatz im Jahr 1992 von der US-Armee aufgegeben wurde, wurden auf Veranlassung der Bundesvermögensverwaltung und des städtischen Umweltamts in mehreren Untersuchungskampagnen Bodenuntersuchungen, verteilt über das gesamte Flugplatzgelände, durchgeführt. Die Bodenuntersuchungen wurden anlagenbezogen (Tankanlagen, Werkstätten), aber auch im Bereich von Freiflächen und unterhalb der Oberflächenbefestigungen durchgeführt. Daneben erfolgten in großem Umfang Schadstoffuntersuchungen an den zum Rückbau vorgesehenen Oberflächenbefestigungen (Start- und Landebahn, Abstellflächen), bevor diese in verschieden große Formen gebrochen und auf den Rekultivierungsflächen aufgebracht wurde. Die Bodenuntersuchungen erfolgten schwerpunktmäßig auf Verunreinigungen mit Mineralölprodukten (Mineralölkohlenwasserstoffe), die als potentielle Schadstoffgruppe bei der Betankung, Wartung und Reparatur von Hubschraubern gelten. Soweit der Verdacht auf leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe bestand, wurden die Untersuchungen an Bodenluftproben durchgeführt, ansonsten am Bodenmaterial. Ergänzend zu den Mineralölkohlenwasserstoffen wurden Bodenproben auf weitere Schadstoffgruppen wie z. B. Schwermetalle und PAK (Teerbestandteile) untersucht, wenn entsprechende Verdachtsmomente vorlagen. Die Untersuchungen ergaben innerhalb des im Osten des Geländes gelegenen Treibstofflagers großräumige sanierungsbedürftige Verunreinigungen des Bodens mit Mineralölkohlenwasserstoffen. Durch den geringen Grundwasserflurabstand in den Niddawiesen waren die Verunreinigungen auch im Grundwasser nachzuweisen. Der Schwerpunkt der Belastungen lag an den beiden unterirdischen Lagertanks, die insgesamt über ein Volumen von 160.000 l Treibstoff verfügten. Außerhalb des Treibstofflagers ergaben die durchgeführten Untersuchungen keine Hinweise auf vergleichbare flächige Bodenverunreinigungen. Soweit vereinzelt erhöhte Schadstoffgehalte nachgewiesen wurden, waren dies punktuelle Verunreinigungen oder die Schadstoffgehalte lagen unterhalb der Erheblichkeitsschwelle. Insgesamt war aus diesen keine Gefahrensituation, im Hinblick auf die Flächennutzung und auch das Grundwasser, abzuleiten. In den Jahren 2006 bis 2007 wurde in Regie des Umweltamtes die Fläche des Tanklagers saniert. Dabei wurden die dortigen Anlagen vollständig abgebrochen und die unterirdischen Anlagenteile (Tanks, Treibstoffleitungen, etc.) ausgebaut. Insgesamt wurde im Zuge der Sanierung ca. 900 t verunreinigtes Bodenmaterial ausgehoben und entsorgt bzw. in eine Bodenreinigungsanlage verbracht. In Abstimmung mit der Altlastenbehörde sind lediglich geringfügige Restbelastungen in größerer Tiefe verblieben, da diese mit vertretbarem Aufwand nicht zu beseitigen waren und von diesen keine Gefährdung ausgeht. Im Anschluss an die Bodensanierung wurde ein zeitlich befristetes Grundwassermonitoring durchgeführt, zu dem zusätzlich zu der bereits bestehenden Grundwassermessstelle drei weitere Messstellen im Bereich des Tanklagers eingerichtet wurden. Das Grundwassermonitoring wurde Ende 2009 eingestellt, nachdem die Schadstoffgehalte unterhalb der Nachweisgrenze lagen bzw. die Geringfügigkeitsschwelle nicht überschritten wurde. Nach erfolgreichem Abschluss der Sanierungsarbeiten im Bereich des Tanklagers wurde mit Datum vom 01.02.2010 die Altlastenfeststellung für das Gelände des ehemaligen Flugplatzes Bonames / Kalbach durch die Altlastenbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt aufgehoben. Ohne Beteiligung des städtischen Umweltamtes wurden im März 2016 von der KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH geotechnische und abfalltechnische Untersuchungen für den Bau der Flüchtlingsunterkunft durchgeführt. Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen dem Umweltamt vor und werden von dort als unauffällig beurteilt. Hinweise auf sanierungsbedürftige Bodenverunreinigungen ergaben sich hierbei nicht. Zu Frage 2: Antwort entfällt, da das Gelände vorher hinreichend geprüft bzw. umwelttechnisch untersucht wurde.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 12. Juni 2016OFOF 63/10Kontaminierte Belastungen auf dem ehemaligen Flugplatz in Bonames/KalbachOrtsbeiratsantrag · SPD
- 28. Juni 2016VV 61Kontaminierte Belastungen auf dem ehemaligen Flugplatz in Bonames/KalbachAnfrage
- 4. Oktober 2016Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 16 WochenSTST 1334Kontaminierte Belastungen auf dem ehemaligen Flugplatz in Bonames/Kalbach1Stellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab