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Radfahren gegen die Einbahnstraße im Ortsbezirk 5

Vorlagentyp: STMagistrat
17 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren

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Stellungnahme des Magistrats vom 16.08.2010, ST 1135

Betreff:

Radfahren gegen die Einbahnstraße im Ortsbezirk 5

Die Öffnung der Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung hat sich insgesamt im Stadtgebiet Frankfurt am Main, damit auch in den Stadtteilen Sachsen-hausen, Niederrad und Oberrad bewährt. Das Angebot wird von den Radfahrern sehr gut angenommen.

Auch die Verkehrsunfallzahlen sprechen für die Freigabe der Einbahnstraßen in Gegenrichtung. Verkehrsunfälle zwischen auf der Fahrbahn gegen die Richtung der Einbahnstraße fahrenden Radfahrern und entgegenkommenden bzw. kreuzenden Kraftfahrern traten sehr selten auf.

Die Gesamtzahlen der polizeilich gemeldeten Radverkehrsunfälle in Frankfurt am Main und im Ortsbezirk 5 sind den Tabellen 1 und 2 zu entnehmen.

Seit dem Jahr 2006 bis zum 30.04.2010 ereigneten sich im Ortsbezirk 5 von 510 Verkehrsunfällen mit Radfahrerbeteiligung lediglich acht Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrer für den Radverkehr geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung befuhren. Das entspricht einem Anteil von 1,5 % aller Radverkehrsunfälle in den o.a. Stadt-teilen. Bei diesen Verkehrsunfällen wurden sieben Radfahrer leicht verletzt.

Zeitgleich kam es in den Straßen, die nicht geöffnet waren, zu elf Verkehrsunfällen, was einem Anteil von 2,2 % entspricht. Dabei wurde ein Radfahrer schwer verletzt, weitere sieben Radfahrer wurden leicht verletzt

Die Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrer Einbahnstraßen in Gegenrichtung be-fuhren, sind entsprechend den Stadtteilen im Ortsbezirk 5 den Tabellen 3 bis 7 zu entnehmen.

Im Stadtteil Oberrad ereigneten sich keine derartigen Verkehrsunfälle.

Nach einer fast einjährigen Eingewöhnungsphase ereigneten sich seit dem 29.08.2009 bis zum 30.04.2010 im Ortsbezirk 5 keine weiteren Verkehrsunfälle beim Befahren von Einbahnstraßen in Gegenrichtung. Der letzte derartige Verkehrsunfall war am 28.08.2009 zu verzeichnen.

Es zeigt sich also, dass mit der Öffnung von Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr, wie alle wissenschaftlichen Untersuchungen vorhersagten, keine gra-vierenden negativen Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit verbunden sind.

Tendenziell sind sogar eher positive Auswirkungen zu verzeichnen, denn mit der Öffnung der Einbahnstraßen konnte die Attraktivität des Radverkehrs erheblich ver-bessert werden. So können Radfahrer/innen mit dieser neuen Regelung jetzt die kürzeste Route durch einen Wohnbezirk nehmen; auch für die Anwohner/innen verkürzen sich die Wege mit dem Fahrrad zu ihren Wohnhäusern erheblich. Auch haben sie jetzt die Möglichkeit, abseits der konflikt- und unfallträchtigeren Haupt-verkehrsstraßen zu fahren. Dies dient sowohl der objektiven Sicherheit als auch dem subjektiven Sicherheitsgefühl. Das Fahren in Erschließungsstraßen ist für Radfahrer zudem wegen der geringeren Beeinträchtigungen durch Kraftfahrzeuge (Lärm, Abgase) attraktiver als auf Hauptverkehrsstraßen.

Es entsteht so ein dichtes Netz von Verbindungen und Abkürzungen, das die Nutzung des Fahrrads weiter effektiv fördert.

Anhang:

Radverkehrsunfälle in Frankfurt am Main und im Ortsbezirk 5

Jahr

Frankfurt/M

Ortsbezirk 5

-Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad-

Unfälle

Unfälle

Unfälle (%)

Tote

Schwer-verletzte

Leicht-verletzte

2006

919

100

10,9

1

13

62

2007

969

125

12,9

0

17

89

2008

963

111

11,5

0

11

83

2009

989

145

14,6

0

22

98

bis 04.2010

205

29

14,1

0

4

19

Tabelle 1

Radverkehrsunfälle im Ortsbezirk 5 und in den Stadtteilen Sachsenhausen,

Niederrad, Oberrad und Flughafen

OBZ 5

Sachsen- hausen

Niederrad

Oberrad

Flughafen

2006

100

69

20

8

3

2007

125

86

28

6

5

2008

111

83

19

7

2

2009

145

98

32

12

3

bis 30.04.2010

29

21

3

5

0

510

357

102

38

13

Tabelle 2

Verkehrsunfälle Radfahren gegen die Einbahnstraße

Ortsbezirk 5

Jahr

erlaubt

nicht erlaubt

Anzahl

Verletzte

Anzahl

Verletzte

2006

1

1 LV

5

3 LV

2007

0

0

2

0

2008

2

1 LV

2

2 LV

2009

5

5 LV

2

1 SV / 2 LV

bis 04.2010

0

0

0

0

∑= 8

∑= 7 LV

∑= 11

∑= 1 SV / 7 LV

Tabelle 3

Verkehrsunfälle Radfahren gegen die Einbahnstraße

Sachsenhausen

Jahr

erlaubt

nicht erlaubt

Anzahl

Verletzte

Anzahl

Verletzte

2006

1

1 LV

5

3 LV

2007

0

0

1

0

2008

0

0

2

2 LV

2009

3

4 LV

1

0

bis 04.2010

0 (0,0)

0

0

0

∑= 4

∑= 5 LV

∑= 9

∑= 5 LV

Tabelle 4

Verkehrsunfälle Radfahren gegen die Einbahnstraße

Niederrad

Jahr

erlaubt

nicht erlaubt

Anzahl

Verletzte

Anzahl

Verletzte

2006

0

0

0

0

2007

0

0

1

0

2008

2

1 LV

0

0

2009

2

1 LV

1

1 SV

bis 04.2010

0

0

0

0

∑= 4

∑= 2 LV

∑= 2

∑= 1 LV

Tabelle 5

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 19. April 2010OFOF 1051/5Radfahren gegen die Einbahnstraße im Ortsbezirk 5Ortsbeiratsantrag · CDU, SPD, FAG
  2. 7. Mai 2010OMOM 4158Radfahren gegen die Einbahnstraße im Ortsbezirk 5Direktanregung
  3. 16. August 2010Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 17 Wochen
    STST 1135Radfahren gegen die Einbahnstraße im Ortsbezirk 5
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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