Gespräche zur Überführung der Städtischen Bühnen in ein Staatstheater aufnehmen!
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Zusammenfassung
Der Antrag fordert die Aufnahme von Gesprächen mit der Hessischen Landesregierung zur schrittweisen Überführung der Städtischen Bühnen Frankfurt in ein Staatstheater. Dies soll die finanzielle Entlastung der Stadt Frankfurt und die Sicherstellung des Spielbetriebs in den Sparten Oper und Schauspiel gewährleisten.
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Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird damit beauftragt, unverzüglich Gespräche mit der Hessischen Landesregierung aufzunehmen, die es zum Ziel haben, die Städtischen Bühnen Frankfurt schrittweise in ein Staatstheater zu überführen. Über den jeweils aktuellen Stand dieser Gespräche sowie deren Ergebnisse berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung laufend und unmittelbar.
Begründung
Die Städtischen Bühnen Frankfurt, bestehend aus den beiden künstlerisch eigenständigen Sparten Oper und Schauspiel, sind der größte kommunale Theaterbetrieb in Deutschland. Zum 01. September 2004 wurde dieser in die Rechtsform einer GmbH überführt, alleiniger Gesellschafter ist bislang die Stadt Frankfurt am Main. Nicht nur im Hinblick auf das anstehende Erfordernis eines Neubaus, der die marode Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz ersetzen soll und für den mittlerweile ein Investitionsvolumen in Höhe von knapp 1,3 Milliarden Euro aufgewendet werden muss, sondern auch hinsichtlich der Sicherstellung des laufenden und zukünftigen Spielbetriebs steht die Stadt Frankfurt vor Aufgaben, die sie aufgrund der aktuellen Haushaltslage unmöglich alleine zu lösen in der Lage ist. Für den notwendigen Neubau von Schauspiel und Oper - gleich in welcher Variante - konnte die Stadt Frankfurt bis heute noch kein schlüssiges Finanzierungskonzept vorlegen. Bezüglich des laufenden Spielbetriebs ist angesichts des im Haushaltsentwurf 2023 bezifferten Konsolidierungserfordernisses von -6,991 Millionen Euro (2023) sowie jeweils weiteren -7,425 Millionen Euro für die Jahre 2024 bis 2026 fraglich, wie und in welcher Qualität dieser weiter aufrechterhalten werden soll - insbesondere unter Berücksichtigung der noch nicht eingepreisten Tarifabschlüsse sowie einer absehbar weiterhin auf hohem Niveau verharrenden Inflation. Die Städtischen Bühnen besitzen als Kulturbetrieb eine Strahlkraft weit über die Grenzen der Stadt Frankfurt hinaus. Deren herausragendes Angebot wird deshalb auch in einem hohen Maße von Besuchern aus dem Umland genutzt. Da bislang geführte Gespräche zwischen der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen bezüglich einer reinen Kostenbeteiligung des Landes nicht zum Erfolg geführt haben, muss der Magistrat jetzt einen anderen Ansatz wählen, um die Zukunft der Sparten Oper und Schauspiel in Frankfurt dauerhaft zu sichern. Dieser Ansatz kann aus heutiger Sicht nur darin besteht darin, seitens der Stadt konkrete Gespräche bezüglich einer Überführung der Städtischen Bühnen Frankfurt in ein Staatstheater aufzunehmen. Als aktuelles Vorbild hierfür kann das Theater Regensburg dienen. Das größte kommunale Mehrspartenhaus in Bayern, mit eigenen Ensembles für Musiktheater, Schauspiel, Tanz und Junges Theater sowie mit eigenem Philharmonischen Orchester und Opernchor, wird in einem mehrjährigen Prozess - der bereits in diesem Jahr beginnt - schrittweise in ein Staatstheater überführt. Während die Stadt Regensburg weiterhin die Trägerin des Theaters bleibt, wird der Spielbetrieb am Ende dieses Prozesses zu gleichen Teilen vom Freistaat Bayern und der Stadt Regensburg finanziert. Die schrittweise Überführung der Städtischen Bühnen in ein Staatstheater würde nicht nur den Haushalt der Stadt Frankfurt erheblich entlasten und den Spielbetrieb beider Sparten in Frankfurt dauerhaft sichern, sondern wäre zudem- neben einer großen Bestätigung für deren künstlerische Arbeit und Ausrichtung - ein wichtiger Impuls für das zukünftige Wirken und Renommee von Schauspiel und Oper gleichermaßen. Mit einem vierten Staatstheater in Frankfurt - neben Wiesbaden, Darmstadt und Kassel - würde das Land Hessen zudem ein herausragendes kulturpolitisches Zeichen setzen, an dem insbesondere einem aus Frankfurt stammendem Ministerpräsidenten gelegen sein sollte.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 9. Mai 2023 brachte BFF-BIG diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 3 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 22.06.2023 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., Volt und ÖkoLinX-ELF gegen AfD und BFF-BIG (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION (= Ablehnung) Gartenpartei (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., Volt, FRAKTION und ÖkoLinX-ELF gegen AfD und BFF-BIG (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., Volt, FRAKTION und ÖkoLinX-ELF gegen AfD, BFF-BIG und Gartenpartei (= Annahme)