Die Landesregierung hat kürzlich eine Initiative für Baustoffrecycling gestartet. Vorrangig sollen nachhaltige Baumateri
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Zusammenfassung
Die Landesregierung hat eine Initiative für Baustoffrecycling gestartet, um nachhaltige Baumaterialien im Straßenbau zu fördern und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Ziel ist es, durch die Erarbeitung einer kommunalen Strategie ressourcenschonendes Bauen zu ermöglichen und die Verwendung von Recyclingmaterialien zu steigern.
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Thema Stadtplanung verfolgenFrage an den Magistrat
Die Landesregierung hat kürzlich eine Initiative für Baustoffrecycling gestartet. Vorrangig sollen nachhaltige Baumaterialien im Straßenbau verwendet, der CO2-Anteil im Beton reduziert und Leitlinien für den Hochbau erarbeitet werden. Laut Frankfurter Koalitionsvertrag sollen bei Bauvorhaben, in Wettbewerbs- und Vergabekriterien sowie durch die Einrichtung eines Bauteilelagers Elemente der Kreislaufwirtschaft bzw. des Cradle2Cradle-Prinzips gestärkt werden. Daher frage ich den Magistrat: In welchen Projekten des Hoch- und Straßenbaus kamen bisher wiederverwendete Ressourcen zum Einsatz, und welche Perspektiven ergeben sich durch das Engagement des Landes für die Erarbeitung einer kommunalen Strategie zum ressourcenschonenden Bauen?
Antwort des Magistrats
Bei dem Rückbau der Liegenschaft Mainzer Landstraße 581 - künftiger Schulcampus Griesheim - wurde durch das Amt für Bau und Immobilien das Abbruchmaterial vor Ort zerkleinert und aufbereitet, sodass ein Teil - circa 4.000 Kubikmeter - des entstandenen mineralischen Recyclings auch an dem Standort verbleiben kann und genutzt wird. Alleine das durch den Transport entstehende CO 2 wird damit vermieden. Auch die Belastung der Bewohner durch Transportverkehr kann dadurch vermieden werden.
Grundsätzlich ist im Hochbau die zyklische Verwendung von Baumaterial, wozu neben mineralischen Werkstoffen auch Metall, Holz und zunehmend auch Kunststoffe zählen, die gesamtgesellschaftliche Aufgabe von allen an einem Gebäude beteiligten - also auch von den Nutzern. Die Regularien zur Verwendung dieser Wertstoffe sind aber noch so restriktiv, dass zum derzeitigen Zeitpunkt eine rein wirtschaftliche Betrachtung nicht immer zur Verwendung von Recyclingmaterial führen kann. Zum einen sind die Kosten für die Verwendung von aufbereiteten Baustoffen meistens höher und zum anderen ist die Qualität oftmals schlechter. Gleichwohl führt in Zukunft an der Verwendung von Recyclingmaterial kein Weg vorbei, da die Ressourcen endlich sind.
Insofern ist die Initiative des Landes wichtig die Bevölkerung mit solchen Themen zu sensibilisieren. Das Bauen an sich muss sich ändern, da die heute erstellten Gebäude in Zukunft idealerweise Baustofflager darstellen oder Baukonzepte Anwendung finden, die Umnutzungen/Veränderungen ermöglichen.
Mit der ab 01.08.2023 gültigen Mantelverordnung, MantelV, wird ein bundeseinheitlicher Rahmen geschaffen, recyclingfähige mineralische Baustoffe besser zu verwenden, dabei ist das Thema Schadstoffe im Recycling die größte Hürde.
Bereits vor der Initiative der Landesregierung hat das Amt für Straßenbau und Erschließung Recyclingbaustoffe im Straßenbau in vielfältiger Art und Weise verbaut. Da die technischen Parameter mittlerweile absolut identisch mit konventionellen Materialien sind, ergeben sich hieraus keinerlei Nachteile im Hinblick auf die Standfestigkeit sowie Dauerhaftigkeit der eingebauten Baustoffe.
So werden Asphaltausbauten im Rahmen der Wiederverwertung im Heißmischverfahren eingebracht, um wertvolle Ressourcen zu schonen. Im gleichem Maße gilt dies auch für das im Zuge von Straßenerneuerungen und Grunderneuerungen anfallende Aushubmaterial. Dieses wird ebenfalls der Wiederverwertung zugeführt. Der Einbau von Recyclingmaterial im Straßenbau ist in den Ausschreibungen als Standard vorgesehen.
Einsatzbeispiele:
1994:
Alte Granitbordsteine die beim Straßenaufbruch bestehender Straßen anfallen
wurden für Trockenmauern in der Darmstädter Landstraße in Höhe der Brauereien
eingesetzt. Diese Bauweise wurde in den folgenden Jahren noch am
Parlamentsplatz und im Deutschherrenviertel eingesetzt.
2006:
Ungebundene Tragschichten aus Recyclingmaterial - überwiegend Beton aus Abbruchmaßnahmen des Hochbaus - am Riedberg, Altenhöferallee.
2019:
Einsatz von bis zu 80 Prozent Asphaltgranulat - aus alten Asphaltstraßen - in neue Asphaltdecken im SEM Riedberg, Römische Straße.
2023:
Im Baugebiet Leuchte wird mit Niedrigtemperaturasphalt, NTA, gearbeitet. Dieser senkt deutlich den Bedarf an fossilen Brennstoffen, den CO2-Ausstoß sowie den
Ausstoß umweltschädlicher leichtflüchtiger organischer Verbindungen, VOC.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 15. Juni 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.