Durch den Riederwaldtunnel, der von Ende 2021 bis Ende 2029 gebaut werden soll, büßt der Stadtteil im Frankfurter Osten
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Zusammenfassung
Der Stadtteil im Frankfurter Osten verliert durch den Bau des Riederwaldtunnels zahlreiche Grünflächen. Der Magistrat wird gefragt, ob der neu angepflanzte Laubwald in Schwanheim die durch die Fällung von 1.000 Bäumen entstehenden Schäden kompensieren kann. Die Antwort des Magistrats zeigt, dass eine gleichwertige Kompensation nicht zu erwarten ist.
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Thema Stadtplanung verfolgenFrage an den Magistrat
Durch den Riederwaldtunnel, der von Ende 2021 bis Ende 2029 gebaut werden soll, büßt der Stadtteil im Frankfurter Osten zahlreiche Grünflächen ein. Laut FR aus dem Jahre 2020 lässt die hessische Straßenverwaltung Hessen Mobil dafür einen drei Hektar großen Laubwald zwischen dem Schwanheimer Ufer und dem Südufer des Mains bepflanzen. Ich frage den Magistrat: In welchem Zustand ist der neue Laubwald in Schwanheim, und kann dieser die massiven Schäden, die durch die in Kürze bevorstehende Fällung der 1.000 Bäume im Frankfurter Osten entstehen, zeitgleich eins zu eins kompensieren?
Antwort des Magistrats
Stadtrat Stefan Majer:
Frau Stadtverordnetenvorsteherin,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Stadtverordneter Schwichtenberg!
In Vertretung für die erkrankte Kollegin Rosemarie Heilig beantworte ich die Frage wie folgt: Durch Hessen Mobil wurden gemäß Planfeststellungsbeschluss Flächen am Schwanheimer Ufer aufgeforstet. Die Aufforstung wurde sach- und fachgerecht durchgeführt. Nach rund zwei Jahren sind gute Anwuchserfolge sichtbar. Eine tatsächliche Erfolgskontrolle erfolgt jedoch nicht durch die Stadt Frankfurt. Die Pflanzflächen befinden sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und unterliegen der Forsthoheit des Landes Hessen unter Beteiligung des Regierungspräsidiums Darmstadt als Planfeststellungsbehörde. Die Ersatzaufforstung nach Forstrecht kompensiert den reinen Flächenausgleich im Verhältnis eins zu eins. Die zu erwartenden Auswirkungen der Fällung im Rahmen des Baues der A 66 zeitgleich und gleichwertig zu kompensieren, war nie zu erwarten.
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Herr Schwichtenberg hat eine Zusatzfrage.
Stadtverordneter Tilo Schwichtenberg, Gartenpartei:
(Zusatzfrage)
Die Kompensierung zeitgleich war nie zu erwarten, aber das bedeutet doch dann, dass die Frankfurterinnen und Frankfurter massiv leiden, weil die Klimakrise noch angeheizt wird. Ist es nicht das Ziel von Frankfurt, eine zeitgleiche Kompensation hinzubekommen? Sonst laufen wir immer weiter ins Minus.
Stadtrat Stefan Majer:
(fortfahrend)
Herr Schwichtenberg, eines ist vollkommen klar: Neugepflanzte Bäume können nicht jahrealte Bäume ersetzen in ihrer Bedeutung für das Klima, für die Umwelt oder in anderer Beziehung das ist vollkommen klar. Aber in diesem abgeschlossenen Planfeststellungsverfahren wurde ein flächenmäßiger Ausgleich beschlossen. So ist das damals in dem Planfeststellungsbeschluss festgelegt worden. Es bringt wenig, wenn wir uns darüber unterhalten. Ich pflichte Ihnen bei, natürlich ist das unter Klimagesichtspunkten kein gleichwertiger Ausgleich. Es ist, wie ich es beschrieben habe und wie es in dem Planfeststellungsbeschluss festgelegt wurde, ein flächenmäßiger Ausgleich. Alles andere war nicht zu erwarten und ist auch nicht der Fall.
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Vielen Dank, Herr Stadtrat! Es gibt zwei Nachfragen. Die erste Frage kommt vom Fragesteller, Herrn Schwichtenberg, und die zweite von Herrn Görres. Entschuldigung, Herr Schwichtenberg, Sie hatten bereits eine Nachfrage, das hatte ich in dem Tumult übersehen. Herr Görres, bitte schön!
Stadtverordneter Falko Görres, FRAKTION:
(Zusatzfrage)
Herr Stadtrat Majer, danke für die Ausführungen. Sie haben gerade gesagt, junge Bäume können natürlich nicht den gleichen Klimawirksamkeitsgrad erreichen wie alte Bäume! Wenn wir dann aber doch eine Kompensationsaufforstung machen, warum nehmen wir dann nicht einfach alte Bäume?
Stadtrat Stefan Majer:
(fortfahrend)
Herr Görres, das ist ein Thema, welches ich als Verkehrsdezernent beziehungsweise aktuell als Mobilitätsdezernent schon an einigen Stellen diskutiert habe, zum Beispiel auch mit Investoren. Große Bäume zu nehmen, hat erhebliche Nachteile, zum Beispiel, weil die Anwuchswahrscheinlichkeit von großen Bäumen, die verpflanzt werden, deutlich schlechter ist als die von jungen Bäumen. Von daher gibt es nachvollziehbare Gründe des Grünflächenamtes dafür, dass in solchen Fällen keine Bäume dort hingestellt werden, die schon zehn Meter hoch sind. Das wird oft falsch eingeschätzt. Ich habe mir das einmal von den Fachleuten erläutern lassen und fand es nachvollziehbar. Dort, wo wir solche Exemplare haben, wie zum Beispiel vor der Deutschen Bank - das ist ein klassisches Beispiel, dort sind Bäume gepflanzt worden, bei denen man sich die Frage gestellt hat, wo da jetzt der Unterschied ist -, geht das im Grunde nur, wenn dann die Bäume behandelt werden wie eine Topfpflanze. Im Grunde genommen muss permanent bewässert werden, dann funktioniert so was. Aber das funktioniert nicht darüber, wenn ich einen Hektar Wald neu anpflanze, da wäre so eine Vorgehensweise kontraproduktiv.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Oktober 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.