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Ausbildung für Selbstverteidigungslehrerinnen durch Frauen in Bewegung e. V.

Vorlagentyp: ELINKE
3 SitzungenAbgelehnt

Zusammenfassung

Im vorliegenden Etatantrag wird die Förderung des Vereins "Frauen in Bewegung Kampfkunst und Bewegung Frankfurt e.V." mit 30.000 Euro jährlich zur Ausbildung von Selbstverteidigungslehrerinnen beantragt. Ziel ist die Stärkung von Frauen gegen Gewalt und Diskriminierung. Die Ausbildung soll bis Frühjahr 2027 abgeschlossen sein und steht weiteren Frauen als Multiplikatorinnen zur Verfügung.

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Thema Gesundheit und Soziales verfolgen

Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Gemäß den Vorgaben des "Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt" (im Sprachgebrauch: "Istanbul Konvention") fördert die Stadt den Verein "Frauen in Bewegung Kampfkunst und Bewegung Frankfurt e.V." mit 30.000 Euro jährlich zur Durchführung einer Ausbildung von Selbstverteidigungslehrerinnen, die im Anschluss befähigt sind Kurse zur Gewaltprävention zu leiten.

Begründung

Frauen in Bewegung e.V. ist seit 1985 eine maßgebende Instanz in Frankfurt zur Prävention vor Gewalt an Mädchen und Frauen. Diese wichtige Arbeit ist nur durch die Trainerinnen des Vereins möglich. Aus diesem Grund soll 2026 eine neue Ausbildung begonnen werden, die bis Frühjahr 2027 beendet wird. An der Ausbildung können 12-16 Frauen teilnehmen. Vorkenntnisse in Selbstverteidigung, Kampfkunst oder Mitarbeit in antirassistischen, Queeren- Behinderten- oder Frauenbewegungen sind keine Voraussetzung, aber wünschenswert.

Die Ausbildung richtet sich an Frauen, die sich und andere bestärken wollen, in ihrem Alltag gegen Sexismus, Diskriminierung und Gewalt vorzugehen. Sexismus und Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist dabei eingewoben in komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge. Der Kampf gegen Gewalt und Unterdrückung kann nur dann gelingen, wenn wir bereit sind Unterschiede anzuerkennen und zu respektieren. Aus diesem Grund umfasst die Ausbildung eine intensive Auseinandersetzung der Teilnehmerinnen mit Rassismus und dessen Internalisierung (dem eigenen Rassismus).

In der Auseinandersetzung mit sich und dem Körper erwerben die Teilnehmerinnen die Fertigkeiten um gegen Sexismus, Rassismus und andere Formen von Gewalt und Unterdrückung vorzugehen. Die Teilnehmerinnen werden qualifiziert, um selbstständig Kurse für Frauen und Mädchen zu geben. Der Wirkungskreis der Ausbildung betrifft durch den Multiplikatorinnen-Effekt unmittelbar die Frankfurter Stadtgemeinschaft.

Sexismus äußert sich in struktureller, psychischer und physischer Gewalt. Folglich muss diesem auch auf allen Ebenen begegnet werden. Das Projekt unterstützt Frauen in ihrer psychischen und körperlichen Entwicklung, eine Verbindung die in der Arbeit gegen Sexismus zu selten Beachtung findet, für diese aber unerlässlich ist. Es ist wichtig einen sensiblen und reflektierten Umgang mit den unterschiedlichen Diskriminierungsformen zu lernen und zu lehren und die Diskriminierungsformen nicht gegeneinander auszuspielen.

Die Ausbildung wird von Großmeisterin Sunny Graff geleitet, einer der weltweit führenden Expertinnen für Empowerment-Selbstverteidigung. Sie verfügt über mehr als 54 Jahre Erfahrung in Selbstverteidigung, hat über 400 Trainerinnen in ihrem System ausgebildet, mehrere Bücher zu diesem Thema verfasst und wurde 2019 von der Stadt Frankfurt für ihren Einsatz gegen Gewalt mit dem Tony-Sender-Preis ausgezeichnet. Dies wird ihre letzte Ausbildung sein, da ein Generationswechsel stattfindet. Während des Trainings wird sie gleichzeitig zwei Frauen aus dem Verein als Trainerinnen ausbilden, damit die wichtige Empowerment-Arbeit gegen Gewalt bei Frauen in Bewegung e.V. fortgesetzt werden kann.

Da eine gemischte Gruppe von Trainerinnen angestrebt wird, die die Vielfalt der Frankfurter Gesellschaft widerspiegelt, werden schwarze Frauen, Frauen mit Migrationshintergrund, geflüchtete Frauen, queere Frauen und Frauen mit körperlichen Behinderungen nach Möglichkeit bevorzugt. Frauen, die insbesondere im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt mehrfacher Diskriminierung ausgesetzt sind, verfügen nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, um eine Ausbildung zur Empowerment-Selbstverteidigungstrainerin zu bezahlen. Daher wird ein Zuschuss in Höhe von 30.000€ beantragt, damit die Ausbildungskosten für die neue Generation von Empowerment Selbstverteidigungstrainerinnen gesenkt werden können. Nach Abschluss ihrer Ausbildung arbeiten die Frauen als ehrenamtliche Trainerinnen bei Frauen in Bewegung und anderen Vereinen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

EEtatantrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.

  1. 1Fraktion bringt Etatantrag ein
  2. 2Haushaltsberatungen
  3. 3Plenum beschließt den Haushalt

Der Weg dieser Vorlage

Am 23. Januar 2026 brachte Linke diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 3 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 03.03.2026 im Haupt- und Finanzausschusses abgelehnt.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Haushaltstopf dieses Antrags
Zur Haushaltsanalyse

18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes

Ausgaben 2025: 1.452 Mio €

Der Topf steht im Titel des Antrags. Er zeigt, worüber verhandelt wird — nicht, was der Antrag selbst kostet.

Beratungsverlauf3 Beratungen
Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 42 · 19.02.2026
TO I, TOP 73
Abgelehnt
Die Vorlage E 342 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUFDPAfDBFF-BIG
Ablehnung:
ÖkoLinX-ELFFRAKTION
Sonstige:
Grüne (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)SPD (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)Linke (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)Volt (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, FDP und AfD; GRÜNE, SPD, Linke und Volt (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (= Ablehnung) ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Annahme)

OBR 3
Sitzung 45 · 26.02.2026
TO I, TOP 27
Angenommen
Der Vorlage E 342 wird zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDLinkeÖkoLinX-ARL
Ablehnung:
CDUFDPVolt
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, Linke und ÖkoLinX-ARL gegen CDU, FDP und Volt (= Ablehnung)

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 45 · 03.03.2026
TO II, TOP 30
Abgelehnt
Die Vorlage E 342 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPBFF-BIGAfDVolt
Ablehnung:
ÖkoLinX-ELFFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD und Volt gegen ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Annahme)

Mitdiskutieren

Ortsbeiratssitzung