Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen bei der Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main
Zusammenfassung
Der Bericht beschreibt die Beschäftigungssituation von schwerbehinderten Menschen bei der Stadt Frankfurt am Main im Jahr 2020. Trotz der Herausforderungen durch die Pandemie konnte die Stadt eine Beschäftigungsquote von 11% erreichen und setzt sich weiterhin für Inklusion und Chancengleichheit ein.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenBericht
Das Pandemie-Jahr 2020 stellte auch die Stadt Frankfurt am Main vor eine Herausforderung, deren Entwicklung niemand überblicken konnte. Allen Widrigkeiten zum Trotz setzte die Stadt Frankfurt am Main als große Arbeitgeberin mit einer Beschäftigungsquote von 11,00 Prozent von Menschen mit Behinderung erneut den Maßstab in der Region und geht auch in widrigen Zeiten verlässlich mit gutem Beispiel bei der Inklusion im Arbeitsleben voran. Seit über 15 Jahren arbeiten in der Stadtverwaltung Frankfurt am Main mehr als doppelt so viele Menschen mit Beeinträchtigungen, wie das Sozialgesetzbuch IX - SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen) fordert. Die Erfolge der Stadt Frankfurt am Main in der Gestaltung des Arbeitsumfeldes zeigen, wie es möglich ist, die Voraussetzungen zu schaffen, es Menschen zu ermöglichen, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Inklusion in der Arbeitswelt fördert die Anerkennung und Wertschätzung, stärkt die offene und diverse Gesellschaft und auch die Arbeitgebermarke Stadt Frankfurt am Main. Gleichbleibende Entwicklung der Schwerbehindertenquote in der Region in 2020. In der Region Rhein-Main stagnierte die Quote im Berichtsjahr bei Arbeitgebern ab 20 Beschäftigten insgesamt bei 5 Prozent. Private Arbeitgeber lagen weiterhin bei 4,7 Prozent und Öffentliche Arbeitgeber schnitten mit einer Quote von 8,2 Prozent wieder deutlich besser ab. Bei den Öffentlichen Arbeitgebern ist die herausragende Quote der Stadtverwaltung Frankfurt am Main von 11 Prozent eingerechnet. Corona-Homeoffice und Inklusion. Die "Dienstanweisung zum Schutz der städtischen Mitarbeitenden" der Stadt Frankfurt ermöglichte bereits ab März 2020 im "Corona Homeoffice" zu arbeiten, sofern dienstliche Belange nicht dagegenstanden. Für die Ämter und Betriebe ergaben sich organisatorische Aufgaben, um für viele Arbeitsplätze mobile Arbeitsausstattungen bereitzustellen. Mitarbeitende und Auszubildende mit Behinderung werden seit dem ersten Lockdown in 2020 in den Bereichen, deren Leistungserbringung keine Anwesenheit vor Ort voraussetzt, nach Möglichkeit mit mobilen Arbeitsgeräten ausgestattet. Die Umsetzung der Möglichkeiten aus der Dienstvereinbarung Nr. 235 - Mobiles Arbeiten und alternierende Telearbeit - in den Ämtern und Betrieben wird diese Arbeitsform zum Gewinn für die Mitarbeitenden mit Schwerbehinderung verstetigen. Haushaltsansatz. Der Ansatz für laufende Kosten (wie Bauunterhaltungsmaßnahmen, Dienstleistungen oder Materialaufwand) im Ergebnishaushalt sowie das zur Verfügung stehende Budget für den Erwerb von beweglichem Vermögen im Finanzhaushalt ist ausreichend, um den Bedarfen gerecht zu werden. Maßgeschneiderte Inklusionsmaßnahmen. Die Maßnahmen und Arbeitsplatzgestaltungen wurden an den Fähigkeiten und Potenzialen der Mitarbeitenden mit Schwerbehinderung ausgerichtet. Zugrunde lag jeweils die Analyse der Arbeitssituation und des Bedarfs. Im Dialog mit den Betroffenen und der Schwerbehindertenvertretung wurde die Analyse erstellt. Im zweiten Schritt folgte die Planung und Entwicklung der Unterstützung der schwerbehinderten Mitarbeitenden, wieder im stetigen Austausch mit ihnen. Die individuellen Erfordernisse und Ziele bestimmten Ausmaß und Komplexität der Arbeitsplatzgestaltung. Zu den Maßnahmen zählten, beispielsweise: - barrierefreie Büroumbauten - spezielle Büroausrüstungen - Spracheingabeprogramme und behindertengerechte Software-Lösungen - Großbildschirme, Leselupen und Zubehör - spezielle geländetaugliche Technik für Mitarbeitende beim Grünflächenamt und Palmengarten. Zum Teil wurden die Inklusionsmaßnahmen vom Integrationsamt oder der Deutschen Rentenversicherung bezuschusst. Auswahl und Bereitstellung von Fremdleistungen. Zu den individuellen Maßnahmenbündeln gehörten auch Fremdleistungen: - der kurzfristige Einsatz von Gebärdendolmetschenden - das Organisieren besonderer Schulungen in Zusammenarbeit mit dem Institut "Barrierefreie Bildung" - das Anmieten von Parkflächen für Menschen mit besonderen Behinderungen - Dolmetscherdienste von TeleSign und VideoSign für gehörlose Mitarbeitende - Job-Coaching oder Arbeitsplatz-Training zur individuellen Optimierung der Arbeitsabläufe. Antragsverfahren für unterstützende Maßnahmen. Im Jahr 2020 wurden Anträge gestellt - für bauliche Veränderungen in Ämtern und Betrieben, um zum Beispiel Fenster und Brandschutztüren barrierefrei öffnen zu können - für Beschäftigungssicherungszuschüsse beim Landeswohlfahrtsverband zugunsten leistungsgewandelter Personen. Beratungen zur Arbeitsplatzausstattungen. Neben den umfänglicheren Inklusionsmaßnahmen unterstützte die Stadt Frankfurt am Main behinderte und leistungsgewandelte Mitarbeitende durch - Beratungen seitens des Personal- und Organisationsamtes vor Ort am Arbeitsplatz und durch die Recherche, die bestmöglichen Hilfsmittel zu finden - das Finden und Kontaktaufnahme zu geeigneten Firmen und ihre Beauftragung mit der erforderlichen Arbeitsplatzausstattung. Inkludierte Mitarbeitende setzten Tatkraft und Synergien frei. Der Einsatz und die Leistungsbereitschaft inkludierter Mitarbeitender in allen Bereichen der Stadtverwaltung stärkten auch in 2020 die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Frankfurt am Main als großen Dienstleister und in der Folge in ihrer Funktion als ein Aushängeschild die Attraktivität der Region. Inklusion ist Führungsaufgabe. Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Diversität und somit auch von Inklusion erfordern ein kontinuierliches Weiterentwickeln einer inklusiven Haltung in allen Belangen, um für das, was in weiten Teilen der Stadtverwaltung bereits selbstverständlich ist, ein breites Bewusstsein zu schaffen. Inklusion, gesellschaftliche Transformation und technologischer Wandel gehen dabei Hand in Hand. Auf diesem Weg lassen sich Arbeitsbedingungen nachhaltig verändern. Denn nicht allein um räumliche Barrieren oder ergonomisch nicht ausreichende Arbeitsplätze geht es, auch neue Denk- und Handlungsweisen sind zu fördern. Zu verstehen, dass Inklusion neue Chancen eröffnet, sich zu entwickeln und neu zu organisieren - in der individuellen Leistungserbringung, der Zusammenarbeit im Team, in der Abteilung, in den Bereichen untereinander - gilt es zu fördern. Die sich ankündigenden Herausforderungen zu meistern in einer Welt im Umbruch, Inklusion weiterzudenken und weiterhin erfolgreich umzusetzen, ist eine zentrale Führungsaufgabe. Die Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main ist auf diesem Felde über Jahrzehnte auf einem guten Weg. Ausbildung und Qualifikation von Menschen mit Behinderung. Um allen Chancengleichheit zu bieten, ermöglicht die Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main in allen Bereichen eine inklusive Berufsausbildung oder Studium. Dies setzt umfassende Maßnahmen voraus. Sie beginnen mit dem Abbau von Barrieren, die den Schul- und Hochschulalltag beeinträchtigen können. Dazu zählt zum Beispiel das Beseitigen oder Minimieren von kommunikativen Barrieren in den Lehrveranstaltungen. Diese zum Teil aufwendigen ausbildungsbegleitenden Maßnahmen zahlen sich jedoch für alle aus, denn sie schaffen die Grundvoraussetzungen für mehr Chancengleichheit und gute Abschlüsse. Sie räumen Hindernisse aus dem Weg für den erfolgreichen beruflichen Werdegang bei der Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main. Die Beratung und Begleitung der schwerbehinderten Auszubildenden seitens des Personal- und Organisationsamts ist für den erfolgreichen Abschluss aufgrund der Dynamik und hohen Komplexität mancher Maßnahmenbündel von essenzieller Bedeutung. Die Stadt Frankfurt am Main nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst und schöpft ihre Möglichkeiten aus, Menschen mit Behinderungen gut auszubilden. Inklusionsveranstaltung "Personal. Fachkräfte. Diversity." 2020 erstmals digitale Inklusion-Jobmesse. Im September und Oktober 2020 fand zum vierten Mal in Folge die jährliche Jobmesse "Personal. Fachkräfte. Diversity." - Corona-bedingt als digitales Angebot - für Unternehmen und Menschen mit Behinderung in Frankfurt am Main statt. Über dreißig Unternehmen der Region nahmen teil. Sie stellten Unternehmensvideos auf der Veranstaltungswebsite ein. Die Organisatoren - die IHK-Frankfurt, die Stadt Frankfurt am Main, das Netzwerk Inklusion Deutschland e.V. und die Lust auf besser leben gGmbH - führten die Veranstaltung auch im Jahr 2020 erfolgreich fort. Seit dem 7. 9. 2020 stehen die Inhalte der Veranstaltung sowie die Unternehmensvideos online und informieren über Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderung. Höhepunkte waren eine Podiumsdiskussion zum Thema "Gelebte Inklusion am Arbeitsplatz - Unternehmenskultur und der Umgang mit Outing" sowie verschiedene thematische Workshops per Videokonferenz und Live-Streaming. Alle Live-Angebote erschienen mit Live-Untertiteln und Gebärdendolmetschenden. Dank der Mitwirkung zahlreicher Unternehmen und unterstützender Institutionen trotz Pandemie erzielte der Event ein positives Feedback. Das Personal- und Organisationsamt sowie die Stabsstelle Inklusion der Stadt Frankfurt am Main begleitete die Veranstaltung sowohl organisatorisch als auch inhaltlich. Aussicht. Für Politik und Zivilgesellschaft bleibt Inklusion ein wichtiger Faktor für Wandel und Entwicklung. Die Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main baut deshalb ihre Strategien zur Umsetzung einer inklusiven Arbeitswelt weiter aus. Ihre auf Diversität ausgerichtete Organisationskultur wird auch künftig die Interessen aller Mitarbeitenden berücksichtigen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Der Weg dieser Vorlage
Am 14. Januar 2022 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. In 4 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, BFF-BIG und FRAKTION gegen ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung)