Wie viele Theater gibt es für Kinder und Jugendliche?
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Bericht des Magistrats vom 08.02.2019, B 48
Betreff: Wie viele Theater gibt es für Kinder und Jugendliche? Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 22.03.2018, § 2513 - A 278/17 FDP, l. B 322/18 - Das Kulturamt Frankfurt am Main hat am 30.04.2018 eine umfangreiche Umfrage zum Kinder- und Jugendtheaterangebot in der Stadt gestartet. Die detaillierten Ergebnisse der eingereichten Fragebögen wurden in Tabellen ausgewertet, die diesem Bericht beigefügt sind. Aus der Umfrage ließen sich Antworten und Einschätzungen zu der Anfrage ableiten, die im Folgenden aufbereitet sind. Vorbemerkung Die ausgesendete Befragung beinhaltete verschiedene Themenfelder von der Art des Theaterangebotes, des Publikums, des theaterpädagogischen Angebots, der Schulkooperationen und der Gastspielaktivitäten bis hin zur Finanzierung der Theater. Die Auswertung erfolgte anhand der eigenen und freiwilligen Aussagen und Angaben der Theater, die zwar auf Plausibilität geprüft, aber nicht abschließend im Detail verifiziert werden konnten. Unter den befragten Theaterschaffenden sind vielfältige Akteure versammelt: freie Gruppen, Ensembles und EinzelkünstlerInnen, Spiel- und Produktionsstätten und projektorientiert zusammenarbeitende Kollektive, die ausschließlich und schwerpunktmäßig oder zusätzlich Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt anbieten. 59 Akteure, die in den letzten Jahren Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt am Main angeboten haben, wurden angeschrieben. 41 davon haben den Fragebogen beantwortet, einige Theater haben ihre Nichtteilnahme begründet, z.B. mit dem Hinweis momentan nicht (mehr) in diesem Feld aktiv zu sein. Berücksichtigt wurden auch Akteure, bei denen Angebote für Kinder und Jugendliche nicht den Schwerpunkt bilden als auch Akteure, die im Kinder- und Jugendtheaterbereich übergeordnete Strukturen bieten, wie Förderprogramme oder Festivals. In der Betrachtung, die für die Beantwortung der Fragen vorgenommen wurde, werden die sehr unterschiedlichen Frankfurter Akteure zusammengefasst. Neben der Unterscheidung in Einzelkünstlerinnen und Einzelkünstler, Gruppen, Spielstätten und Programme sind diese Gruppierungen von Theaterschaffenden für ein junges Publikum auch in sich wenig konsistent. Als ein Grund für die inhomogene Szene soll hier beispielsweise die besondere Situation projektorientiert arbeitender und entsprechend geförderter Einzelkünstlerinnen und Einzelkünstler herausgegriffen werden. Diese prägen teils seit langem und üblicherweise kontinuierlich die Kinder- und Jugendtheaterszene der Stadt. So kommt es auch vor, dass just in dem für die Befragung ausgewählten Jahr keine Produktion angeboten wurde, bspw. wegen Elternzeit oder anderer Gründe. Auch solche Aspekte erschweren die Vergleichbarkeit. Diese Verschiedenartigkeit zeigt sich zum Beispiel in den unterschiedlichen Aufführungsanzahlen mit entsprechendem Besucheraufkommen ebenso wie an der jeweiligen Betriebs- und Finanzierungsstruktur. Die Anbieter haben auch daher unterschiedliche Anteile am Gesamtangebot von Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt. Die abgefragten prozentualen Zuordnungen zu Zielen, künstlerischen Ausrichtungen, etc. dienen also vor allem dazu, Tendenzen aufzuzeigen und Einschätzungen zu gewinnen als der Generierung einer statischen und zur Missinterpretation verleitenden Zahlendarstellung. Hinzu kommt eine Änderung des Theaterfördersystems der Stadt Frankfurt am Main (seit 2015), die nach und nach Wirksamkeit entfaltet, ebenso die Erhöhung der zur Verfügung stehenden Fördermittel insgesamt. Die Angaben der Akteure beziehen sich in der Regel auf das Jahr 2017. In Einzelfällen musste von dieser Praxis abgewichen werden, weil z.B. nur spielzeit- und nicht kalenderjahresbezogene Daten vorlagen - diese Angaben gleichen sich im Mittel aber ungefähr aus, im Folgenden wird also von dem Referenzjahr 2017 gesprochen. Trotz der beschriebenen Unterschiedlichkeit der Befragten lässt sich gut darstellen welche Bühnen, freie Gruppen und Ensembles und Projekte sich hauptsächlich der Produktion und Präsentation und Vermittlung von darstellenden Künsten speziell für Kinder- und Jugendliche in Frankfurt widmen. Diese werden hier zusammenfassend als "Theater mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater" gefasst. Sie stehen im Fokus der Betrachtung und sind in der Übersicht in der Auswertungstabelle 1 aufgeführt. Der Beantwortung von Frage 1 sind die Differenzierungen der Akteure und auch eine Aufstellung der Theater mit Zusatzangebot (Auswertungstabelle 2) noch einmal genauer zu entnehmen. Auswertungstabelle 1 - Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater - Bühnen und freie Theaterschaffende Auswertungstabelle 2 - Theater mit Zusatzangebot im Bereich Kinder- und Jugendtheater
- WIE VIELE UND KONKRET WELCHE KINDER- UND JUGENDTHEATER (INKLUSIVE KLEINE BÜHNEN OHNE EIGENE SPIELSTÄTTE) GIBT ES IN DEN EINZELNEN STADTTEILEN VON FRANKFURT? Das Angebot von darstellenden Künsten für Kinder- und Jugendliche in Frankfurt am Main ist wie vorab schon dargestellt, von sehr unterschiedlichen Akteuren geprägt. 27 der 41 Theaterschaffenden und Akteure, die an der Befragung teilgenommenen haben, ordnen ihre Arbeit schwerpunktmäßig dem Theaterangebot für Kinder- und Jugendliche zu. (50-100% Anteil am Gesamtangebot). Die Darstellung der detaillierten Informationen erfolgt in Auswertungstabelle
- Spielstättenfunktion für den Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater In reiner Spielstättenfunktion arbeiten die jugendkulturkirche sankt peter und das Gallustheater. Andere wie das Freie Theaterhaus und das Kinder- und Jugendtheater Frankfurt (im Titusforum) fungieren als Spielstätten mit festem Ensemble und haben Raum für Dritte, die im Programm z.B. mit Gastspielen präsent sind. Das Papageno Musiktheater bespielt mit seinem Ensemble ein eigenes Haus. Das Schultheaterstudio fungiert teils als Spielstätte für andere, hat seinen Fokus aber in seinem theaterpädagogischen Angebot. Das Gastspielprogramm Frankfurt Flöhe nimmt hier eine Sonderfunktion ein, stellt es doch zusätzliche Auftrittsmöglichkeiten für Kinder- und Jugendtheaterschaffende an Nichttheaterorten her und fließt mit seinen Zuschauerzahlen deshalb ebenfalls als Spielstätte mit in die Auswertung ein. 17 freie Kinder- und Jugendtheatergruppen/ freie Theaterschaffende Prägend für das Kinder- und Jugendtheaterangebot der Stadt sind auch die freien Theatergruppen. Ensembles wie das Theaterhaus Ensemble, das TheaterGrueneSosse (Freies Theaterhaus) und theaterperipherie (Titania Theater) ordnen sich festen Spielstätten zu. 14 weitere Theatergruppen/ freie Theaterschaffende verfügen über keine eigene Spielstätte, auch wenn sie zum Teil regelmäßig in einer bestimmten Spielstätte aufführen oder produzieren: Compagnie Augenmusik, Frankfurter Figurentheater Ritter, Ferri Kindertheater, Laterna Musica, Monstra, theater herzstück, Theater La Senty Menti - Liora Hilb, Das Frankfurter Puppentheater, Célestine Hennermann, Figurentheater Eigentlich, Kunstforum artes e.V. / KÖNIGSKINDER FM., Kortmann + Konsorten, Figurentheater Kania, Tanzplan. Programme und Festivals Weitere Angebote der Kinder- und Jugendtheaterlandschaft Frankfurt stellen (Förder-)Programme und Festivals dar: Die Frankfurter Flöhe - Gastspielprogramm des Jugend- und Sozialamtes mit hessischen und anderen Kinder- und Jugendtheaterschaffenden, das Internationale Theaterfestival für junges Publikum Rhein-Main Starke Stücke, das Schultheaterstudio Frankfurt - neben künstlerischem Programm vornehmlich als theaterpädagogisches Zentrum fungierend, next generation workspace - das Nachwuchsförderprojekt für Theaterschaffende und das hessische Gastspielprogramm FLUX (Theater und Schule). FLUX hat seinen Sitz in Frankfurt, allerdings finden die FLUX-Gastspiele nur in Ausnahmefällen im Stadtgebiet Frankfurts statt. Auch diese Anbieter werden unter der Gruppe der "Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater" subsumiert und haben Antworten zum Umfang und Nutzung des Angebots gegeben. Da diese oft als Gastgeber für andere Frankfurter Theaterschaffende fungieren, wurde diese Unschärfe bei der Bewertung von beispielsweise Zuschauerzahlen soweit möglich berücksichtigt. Des Weiteren gibt es einige Akteure, die Kinder- und Jugendtheater zusätzlich zu ihrem Erwachsenenprogramm anbieten und sich somit ebenso als Anbieter darstellender Künste für junges Publikum verorten. Angaben aller der Akteure mit Zusatzprogramm sind in der Auswertungstabelle 2 aufgeführt: Spielstätten/ Ensembles mit fester Spielstätte mit Kinder- und Jugendtheater im Zusatzprogramm Diese bieten teilweise darstellende Künste für Kinder- und Jugendliche als Teil ihres Programms an und deren Erwachsenenprogramm wird teilweise von Kinder- und Jugendlichen besucht. Dazu gehören die Städtischen Bühnen Frankfurt mit Oper und Schauspiel und das English Theatre als Theater mit Ensemble, die vornehmlich ihre Bühnen selbst bespielen. Die Dresden Frankfurt Dance Company nimmt eine Sonderrolle ein: als Tanzensemble, welches mit dem Bockenheimer Depot und dem LAB feste Spielstätten bespielt, kein gesondertes künstlerisches Programm für Kinder- und Jugendliche anbietet, aber Kinder- und Jugendliche als Zuschauer verzeichnet. Das Tanzensemble bespielt diese Zielgruppe aber im Vermittlungsprogramm. Ähnlich bietet auch die Tanzplattform Rhein Main ausschließlich Vermittlungsformate für Kinder- und Jugendliche im Bereich Tanz an. Der Mousonturm, das Kulturhaus Frankfurt, die Antagon-Halle/Sommerwerft, das Kellertheater/ Junge Bühne Frankfurt, das Theater Alte Brücke, die Landungsbrücken und studioNaxos sind Theaterorte bzw. Plattformen, die teilweise Produktionsorte für Eigen- und Fremdproduktionen sind als auch Spielstättenfunktion für andere übernehmen. Stanza Theater, Theater Skyline, WuWei Theater definieren sich als freie Theatergruppen, die auch Kinder- und Jugendtheater produzieren. In der Beantwortung haben diese Bühnen und Theaterschaffenden zum Teil keine differenzierten Angaben dazu gemacht, wie viel Theaterangebot gezielt für Kinder- und Jugendliche angeboten wird, sondern über die Anzahl der Verkäufe ermäßigter Karten, Besuche im Kindes- und Jugendalter dargestellt (mehr dazu unter Frage 10). Stadtteile, in denen Kinder- und Jugendtheater stattfindet Es wurde nach den Stadteilen gefragt, in denen 2017 Aufführungen angeboten wurden, diese sind mit Häufigkeit der Nennung durch die einzelnen Befragten folgende: Innenstadt ( 18), Ostend (12), Nied (11), Fechenheim (10), Sachsenhausen (10), Altstadt (8), Höchst (8), Bornheim (7), Dornbusch (7), Gallus (7), Nordend (7), Rödelheim (7), Bockenheim (6), Ginnheim (5), Kalbach-Riedberg (5), Riederwald (5), Bergen-Enkheim (4), Nieder-Eschbach (4), Niederrad (4), Bonames (3), Eckenheim (3), Eschersheim (3), Griesheim (3), Gutleutviertel (3), Heddernheim (3), Niederursel (3), Preungesheim (3), Sindlingen (3), Westend (3), Bahnhofsviertel (2), Frankfurter Berg (2), Nieder-Erlenbach (2), Praunheim (2), Sossenheim (2), Unterliederbach (2), Zeilsheim (2), Hausen (1), Oberrad (1), Seckbach (1) Über die exakte Häufigkeit, Qualität oder Art der Aufführungen von Theater für Kinder und Jugendliche pro Stadtteil können nur unzureichend Aussagen getroffen werden. Zum Teil wurden hier von Theatergruppen Gastauftritte an Bühnen nicht in der einzelnen Aufführungszahl, sondern das Gastieren im Gesamten angeben. Häufig handelt es sich auch um einzelne Schulauftritte. Hier ist dann tatsächlich anzunehmen, dass es ansonsten kein weiteres Kinder- und Jugendtheaterangebot direkt vor Ort im entsprechenden Stadtteil gegeben hat. Eine wichtige Rolle in der Präsenz von Kinder- und Jugendtheatern in Stadtteilen, in denen sich keine Spielstätte befindet, spielen Schulkooperationen der Kinder- und Jugendtheater, häufig initiiert von theaterpädagogischem Personal. Hier setzt auch das Programm "Frankfurter Flöhe" an, welches Kinder- und Jugendtheater-Gastspiele in die Frankfurter Stadteile bringt. Die Erhebung lässt allerdings keine Aussage darüber zu, ob und wie viele Einrichtungen im Klassen- und Gruppenverbund Spielstätten in anderen Stadtteilen besuchen. Es gilt zu berücksichtigen, dass z.B. der Stadtteil "Innenstadt" von freien Gruppen häufig genannt wird, da hier "ihre" Spielstätte, das Freie Theaterhaus liegt.
- AN WELCHE ALTERSKLASSEN RICHTEN SICH DIESE EINZELNEN KINDER- UND JUGENDTHEATER JEWEILS? Für die Befragung nach Altersklassen wurde, orientiert an diversen professionellen Anbietern aus dem Bundesgebiet, eine Differenzierung in die Altersklassen 0-2, ab 3, ab 5 (ab 6 Schulkindergrenze), ab 8, ab 12, ab 14, ab 16 vorgenommen. Festzustellen ist, dass nicht für alle Altersklassen gleichermaßen Programm angeboten wird. Besonders umfangreich ist laut der Schwerpunktzuordnung der Kinder- und Jugendtheater das Angebot für die Altersklasse "ab 5" bzw. (ab 6 Schulkinder), gefolgt von Stücken für die Altersgruppe "ab 3". Die Gruppen "ab 8" und "ab 14" werden nur etwa halb so stark mit Programm abdeckt, am wenigsten gesondert bespielt wird die Gruppen ab 16 und ein geringeres Angebot, hauptsächlich durch das Freie Theaterhaus bereitgestellt, gibt es für die Allerkleinsten von "0-2" Jahren. In diesem Zusammenhang sei ergänzend erwähnt, dass für diese Altersklasse das Konzertprogramm "Pegasus" durch die Alte Oper angeboten wird, welches mit Konzerten und musikalischen Geschichten diese Altersgruppe bespielt. Das Konzerthaus als Anbieter aus dem Bereich Musik hat allerdings nicht an dieser Befragung teilgenommen.
- SEIT WIE VIELEN JAHREN GIBT ES DIE EINZELNEN KINDER- UND JUGENDTHEATER? Insgesamt kann man unter den Anbietern von Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt beobachten, dass es langjährige Anbieter mit einem langfristig gewachsenen und stabilen Programmangebot gibt. Als erstes ausgewiesenes, noch existentes Kinder- und Jugendtheater kam in den späten 60er Jahren das Frankfurter Kinder- und Jugendtheater auf. In den letzten zehn Jahren sind zehn freie Gruppen/Ensembles hinzugekommen. Als jüngste Spielstätte ausschließlich für den Bereich Jugendkultur (alle Sparten) wurde 2008 die jugendkulturkirche sankt peter eingerichtet, sie ist nicht in städtischer Trägerschaft. Die einzelnen Gründungsjahre können der Auswertungstabelle entnommen werden. 4 . AN WELCHE ZIELGRUPPEN RICHTEN SICH DIESE KINDER- UND JUGENDTHEATER (Z. BSP. KLEINKINDER, SCHÜLER, FLÜCHTLINGE)? Neben den Erhebungen zu den adressierten Altersgruppen wurde nach gewählten Schwerpunkten in der Zielgruppenausrichtung gefragt. Die Mehrheit der befragten Theater geben an, dass sich ihr Programm verstärkt an "SchülerInnen" richtet. Die detaillierte Aufteilung findet sich jeweils in den Auswertungstabellen. Die prozentualen Angaben verdeutlichen die theaterinternen Schwerpunktsetzungen, sind also z.T. nicht mathematisch zu interpretieren.
- WELCHE ZIELE/SCHWERPUNKTE HABEN DIE KINDER- UND JUGENDTHEATER (Z.B. THEATER AN DIE SCHULEN BRINGEN, BESTIMMTE THEMEN DES STADTTEILES AUFGREIFEN, HILFE BEI INTEGRATION VON FLÜCHTLINGEN ETC.)? Schwerpunkt des Wirkens der Kinder- und Jugendtheater ist originär die künstlerische Arbeit. Das Programm ist dabei von verschiedenen Theaterformen geprägt. Die Befragten haben schwerpunktmäßig in ihrem Programm vertretenen Sparten verschiedene Gewichtungen zugeordnet, die im Einzelnen den Auswertungstabellen zu entnehmen sind. Künstlerische Sparten "Sprechtheater" wird von den Schwerpunkttheatern am häufigsten genannt, gefolgt von "Musiktheater" und "Performance". Weniger häufig und ungefähr gleichauf werden "partizipative Kunst mit Kindern" und "Tanz" als Sparte bedient. "Ortsspezifische Arbeiten", "Auftritte von Spielclubs" sind ebenfalls nur Teil des Programms von ausgewählten Kinder- und Jugendtheatern. "Objekttheater / Figurentheater" wird lediglich von einem Theater als Sparte benannt, in diesem Fall allerdings als ausgewiesener Schwerpunkt. Diese Angaben stellen lediglich dar, dass die Sparten anteilig im Gesamtprogramm Platz finden, die künstlerischen Sparten werden von den einzelnen Kinder- und Jugendtheatern unterschiedlich stark im Programm umgesetzt. In seiner Tendenz kann die Gewichtung der Sparten der Auswertungstabelle 1 entnommen werden. Bei den Theatern mit Zusatzangebot stellen sich die künstlerischen Schwerpunkte ähnlich dar. Zusätzliche Zielsetzungen und Schwerpunkte der Kinder- und Jugendtheater Am häufigsten genannt wird hier "Theater an Schulen bringen", gefolgt von "Theaterpädagogischem Angebot in der Spielstätte", "Angebote für Lehrer und Theaterpädagogen", "Theaterpädagogisches Angebot ausschließlich für Kinder + Jugendliche" und "Theaterpädagogisches Angebot in anderen Einrichtungen (Kitas, etc.)", "Hilfe bei der Integration von Flüchtlingen", "Stadteilarbeit" und "Angebote für Eltern" sind hingegen selten als selbst gewählte Zielsetzung der Theater genannt. Die gesamte Zuordnung der einzelnen Theater ist in der Auswertungstabellen 1 und 2 der Spalte "Abgefragte Ziele/ Schwerpunktnennung" zu entnehmen.
- WIE VIELE UND WELCHE KINDER- UND JUGENDTHEATER BIETEN KURSE/THEATERPÄDAGOGIK FÜR KINDER UND JUGENDLICHE AN?
- WIE HOCH IST DIE NACHFRAGE AN DIESEN KURSEN/THEATERPÄDAGOGIK? Die überwiegende Zahl von Theatern oder Gruppen bietet in Frankfurt auch ein theaterpädagogisches Programm an. Eine Vergleichbarkeit der Angebote, ihres Umfanges, der Nutzung und der Ausgestaltung kann hier aufgrund der Diversität der Vermittlungsformate nur sehr eingeschränkt vorgenommen werden. Unter die Einordnung als "theaterpädagogisches Angebot" können unterschiedliche Formate fallen - zum einen produktionsbegleitende Angebote, wie Nachgespräche und Einführungen, ebenso aber auch andere Angebote, wie Workshops, Werkstätten und Spielclubs, die oftmals mit einer Langfristigkeit und Regelmäßigkeit mit bestimmten Gruppen durchgeführt werden. Integrative Konzepte, die Theaterpädagogik als Teil der Aufführung oder als Teil von partizipativem Kunstschaffen begreifen, finden im Grenzbereich zwischen künstlerischer und theaterpädagogischer Arbeit statt. Sie sind allerdings im Rahmen der Befragung auch nur eingeschränkt zu erfassen. Aus dem Feedback und nach Rücksprache mit einer Vielzahl der Befragten lässt sich konstatieren, dass in der Regel ein Angebot nur dort gemacht wird, wo auch Nachfrage ist, also Lehrpersonal/ Gruppenleitungen Vorstellungen mit Nachgespräch/ Einführung buchen. Diese Angebote sind daher also auch üblicherweise voll ausgelastet.
- WELCHE KINDER- UND JUGENDTHEATER HABEN EINE EIGENE BÜHNE, WELCHE TRETEN REGELMÄSSIG AUF GASTBÜHNEN AUF UND WELCHE GASTIEREN AN ANDEREN INSTITUTIONEN WIE SCHULEN, KINDERGÄRTEN ETC.?
- AUF WELCHEN GASTBÜHNEN TRETEN DIE KINDER- UND JUGENDTHEATER VORWIEGEND AUF? Das TheaterGrueneSosse betreibt als freies Ensemble den eigenen Probenraum und Aufführungsort "Löwenhof", der auch vom Theaterhaus als Ausweichspielstätte genutzt wird. Das Freie Theaterhaus ist die von einer Vielzahl an freien Gruppen am häufigsten bespielte Spielstätte. Hauptsächlich ordnen sich aber das Theaterhaus Ensemble und das TheaterGrueneSosse dieser Spielstätte zu. Das Kinder- und Jugendtheater Frankfurt hat im Titusforum seit 1968 eine eigene Bühne, die mit Eigenproduktionen bespielt wird. Das Papageno Musiktheater produziert ebenfalls mit eigenem Ensemble Musiktheaterproduktionen für Kinder in dem 2003 dafür errichteten Haus am Palmgarten. Die freie Gruppe theaterperipherie bespielt fest das "Theater Titania". Das Schultheaterstudio ist neben seinem theaterpädagogischen Schwerpunkt auch Produktions- und Aufführungsort von Gastspielen. Die freien Gruppen gastieren bei den unter Frage 1. genannten ausgewiesenen Kinder- und Jugendtheaterspielstätten und anderen Theaterspielstätten ebenso wie sie z.B. über das Gastspielprogramm "Frankfurter Flöhe" und in Eigenregie in Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit Veranstaltungen durchführen. Weitere durch die Kinder- und Jugendtheaterszene genutzte Gastspielorte in Frankfurt sind beispielsweise: das Haus am Dom, Dr.Hoch's Konservatorium, Alte Oper Frankfurt, die Landungsbrücken, Kellertheater, Antagon Halle. Als Gastspielorte wurden auch Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Krankenhäuser und Bürgerzentren und kirchliche Orte genannt, diese sind der Tabelle unter der Rubrik "Gastspiele" aufgeführt.
- WIE VIELE BESUCHER HABEN DIE EINZELNEN KINDER- UND JUGENDTHEATER JÄHRLICH/PRO SPIELZEIT? Die oben erwähnte inkonsistente Struktur und Verschiedenartigkeit der Kinder- und Jugendtheaterakteure Frankfurts bedarf in der Betrachtung der Zuschauerangaben aller Befragten einer vielschichtigen Interpretation. Eine Gesamtzuschauerzahl ermittelt aus Schätzungen der Angaben aller Theaterspielstätten für junges Publikum und des Programms "Frankfurter Flöhe" für andere Aufführungsorte, enthält Zuschauer aus Frankfurt wie auch von außerhalb, sowie Besucher von Aufführungen Frankfurter Theatergruppen und Gastspiele externer Gruppen. Für einige ausgewiesene Anbieter von Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt, wie beispielsweise das Schultheaterstudio, lässt sich eine hohe Zuschauerzahl aus der Region annehmen. Aus der Erfahrung mit Besuchererhebung weiß man aber auch, dass sich aus reinen Besuchszahlen nicht ablesen lässt, wie weitreichend eine bestimmte Besuchergruppe von dem Angebot erreicht wird - dazu müssten zumindest die Mehrfachbesucher und Erstbesuche und der Wohnort bei den Besuchern abgefragt werden. Die Spielstätten und Theatergruppen geben ihre Zuschauerzahlen für die Spielzeit 16/17 an, während Gastspielprogramme und Festivals die Zahlen für das Kalenderjahr 2017 aufführen. Bei der Beantwortung wurde insbesondere bei Schauspiel Frankfurt und The English Theatre nicht differenziert, ob es sich um Besucher von Kinder- und Jugendtheaterproduktionen handelt, da die Verkäufe ermäßigter Karten inklusive Studierender oder sonstiger Ermäßigter angegeben wurde. Dies schließt eine direkte Vergleichbarkeit mit den genannten Zahlen der freien Spielstätten und Akteure aus.
- AN WIE VIELEN SCHULEN, VOR WIE VIELEN KLASSEN TRETEN DIE ENSEMBLES DER KINDER- UND JUGENDTHEATER JÄHRLICH/PRO SPIELZEIT AUF? Von den 25 Schwerpunktakteuren Kinder- und Jugendtheater geben zehn an, Aufführungen in Schulen zu präsentieren, insgesamt 149 Veranstaltungen für
- Zudem gibt es einige "Schulkooperationen", die verschiedene Formate beinhalten können, wie beispielsweise Workshops oder regelmäßige Besuche von Klassen bei den Theatern. Nach den Angaben der Kinder- und Jugendtheater für 2017 besuchten 50.887 Kinder- und Jugendliche im Klassenverbund die Frankfurter Schwerpunkt-Kinder- und Jugendtheater. Für die Städtischen Bühnen hat das Schauspiel 12 Aufführungen an Frankfurter Schulen und 25.193 Schülerinnen und Schüler, die die Veranstaltungen im Klassenverbund gesehen haben, angegeben.
- WELCHE UNTERSTÜTZUNG ERHALTEN DIE EINZELNEN KINDER- UND JUGENDTHEATER VON DER STADT? Die Schwerpunktkinder- und Jugendtheater gaben an, von Seiten der Stadt institutionelle Fördermittel in Höhe von € 1.437.000 für 2017 erhalten zu haben. Projektfördergelder, die für diese Kinder- und Jugendtheater aufgewendet werden, werden mit einer Höhe von € 405.730 angegeben. Enthalten in diesen Zahlen ist die Förderung des Gastpielprogramms "Frankfurter Flöhe".
- ERHALTEN DIE KINDER- UND JUGENDTHEATER VON ANDEREN INSTITUTIONEN ODER PRIVATEN FÖRDERERN UNTERSTÜTZUNG? WENN JA, VON WELCHEN? € 235.973 werden als Förderung anderer Institutionen und privater Förderer angeben. Die Geldgeber sind unterschiedlicher Art von Stiftungen bis Crowdfundig, häufig genannt werden die Sparkassen bzw. deren Stiftungen. Zur Einschätzung dieser Fördersummen sei darauf hingewiesen, dass es sich hier oft um einmalige Förderungen von Projekten handelt. Zudem wurden Angaben zu anderen öffentlichen Mitteln, vorwiegend Zuwendungen des Landes Hessen in Höhe von € 700.882 gemacht, ein Großteil dieser Förderung entfällt auf das Festival Starke Stücke, das jedoch im Wesentlichen ein regionales Format ist. Auch das Förderformat "Kulturkoffer" wird mehrfach von den Kinder- und Jugendtheatern genannt. Die Zahlen sind den Auswertungstabellen, in der Rubrik "Finanzierung" zu entnehmen. Auch hier ist wieder zu beachten, dass die hier diskutierten Kinder- und Jugendtheater von ihrer Struktur her nicht homogen sind und unter den Angaben zur Finanzierung auch Förderprogramme subsumiert sind. Ganz herausgerechnet wurde das Programm FLUX, als in Frankfurt zwar ansässigem, aber nur im Ausnahmefall, 2017 gar nicht vertretenem Akteur. Bei den Theatern mit Zusatzprogramm geben die Institutionen mit viel Theaterangebot, wie die Städtischen Bühnen für diese Zielgruppe keine differenzierten Zahlen zu Aufwendung von Fördermitteln für ausschließlich diesen Bereich an. Anlage _Auswertungstabelle_1 (ca. 289 KB) Anlage _Auswertungstabelle_2 (ca. 269 KB) Vertraulichkeit: Nein
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 13. November 2017AA 278Wie viele Theater gibt es für Kinder und Jugendliche?STVV-Anfrage · FDP
- 9. Februar 2018BB 34Wie viele Theater gibt es für Kinder und Jugendliche?Magistratsbericht
- 21. September 2018BB 322Wie viele Theater gibt es für Kinder und Jugendliche?Magistratsbericht
- 8. Februar 2019Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 65 WochenBB 48Wie viele Theater gibt es für Kinder und Jugendliche?Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf21 Beratungen
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Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und FRANKFURTER (= Kenntnis)
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