Mehr (digitale) Denkmäler für Frauen in Frankfurt
Zusammenfassung
Der Magistrat schlägt vor, mehr digitale Denkmäler für Frauen in Frankfurt zu schaffen, um die Unterrepräsentation weiblicher Persönlichkeiten in der Erinnerungskultur zu adressieren. Dies soll durch die Nutzung und Erweiterung bestehender digitaler Angebote, insbesondere der Frankfurt History App, geschehen.
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Thema Stadtplanung verfolgenBericht
Der Antrag NR 661 vom 11.05.2023 moniert zurecht den Umstand, dass es "in Frankfurt [...] - wie in vielen anderen Städten - kaum Denkmäler weiblicher Persönlichkeiten, die in ihrer Stadt oder auch in der Region viel erreicht haben," gibt. Der Magistrat begrüßt die Anregung grundsätzlich. Verglichen mit der Präsenz männlicher Prominenz sind weibliche Persönlichkeiten im Frankfurter Stadtraum augenscheinlich unterrepräsentiert.
Zum aktuellen Zeitpunkt kann der Magistrat zu den einzelnen Punkten des Antrages Folgendes berichten:
Zu 1: Es liegen keine belastbaren Informationen über den Anteil weiblicher Persönlichkeiten im Bereich der Frankfurter Erinnerungskultur vor. Punktuelle, ausstellungsbezogene Recherchen wie am Historischen Museum, dem Filmmuseum, dem Institut für Stadtgeschichte und weiteren städtischen Einrichtungen in jüngerer Zeit bieten trotz wissenschaftlicher Fundierung leider noch kein umfassendes Bild im Sinne des Antrages. Somit wäre eine externe Beauftragung einer Bestandsaufnahme resp. eingehender einschlägiger Recherche für die Erfassung der Daten im Sinne des Antrages notwendig. Die Kosten dafür wären auf 40.000 bis 50.000 Euro und der zeitliche Aufwand auf rund 12 Monate zu schätzen.
Zu 2: Die Schätzungen zu den genannten Maßnahmen müssen vom Anderthalbfachen bis Doppelten der in Punkt 1 genannten Zahlen ausgehen.
Zu 3: Der Antrag NR 661 wurde in der städtischen Kommission für Erinnerungskultur beraten, die folgende Empfehlung formulierte: "Für mehr Gendergerechtigkeit in der Erinnerungskultur besonders im Digitalen empfiehlt die Kommission für Erinnerungskultur im ersten Schritt die Nutzung der bereits bestehenden digitalen Angeboten und deren Erweiterung um die Thematik der Ehrung von weiblichen Persönlichkeiten. Als besonders geeignet erscheint dafür die Frankfurt History App. Durch das Implementieren des an unterschiedlichen Institutionen bereits vorliegenden einschlägigen Contents in die App könnte in Frankfurt eine Diskussion zur Präsenz von verdienten weiblichen Persönlichkeiten im Stadtbild angestoßen werden."
Eine inhaltlich fundierte und breite Grundlage dafür bietet die im Rahmen der Ausstellung "Frankfurter Frauenzimmer um 1800" im Historischen Museum Frankfurt 2007-2008 entstandene Internetseite www.frankfurterfrauenzimmer.de. Diese wird sukzessive durch weitere Biografien der verdienten weiblichen Persönlichkeiten ergänzt, zuletzt anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Paulskirche und 2022 um Frankfurter Widerstandskämpferinnen im Nationalsozialismus. Die bereits vorliegenden Daten könnten durch weitere einschlägige Projekte ergänzt und die Breite der Thematik dynamisch ausgebaut werden. Durch die in der App hinterlegten Tools wäre ein partizipativer und interaktiver Ansatz sowie die Verortung der Persönlichkeiten in der Frankfurter Stadtgeschichte möglich.
Kosten für die Aufarbeitung der Daten und die Aufnahme in die App wie oben beschrieben würden sich auf 80.000 bis 90.000 Euro und der zeitliche Aufwand auf rund 12 Monate belaufen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 11. Mai 2023NRNR 661Mehr (digitale) Denkmäler für Frauen in FrankfurtSTVV-Antrag · GRÜNE, SPD, FDP, Volt
- 8. März 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 43 WochenBB 103Mehr (digitale) Denkmäler für Frauen in FrankfurtMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Linke und Volt gegen CDU (= Kenntnis als Zwischenbericht) sowie ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD, FRAKTION und BFF-BIG (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt und BFF-BIG gegen CDU (= Kenntnis als Zwischenbericht) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung) FRAKTION (= Kenntnis)