Reichen die Hilfs- und Beratungsangebote in der Drogenpolitik in Frankfurt und im Umland aus?
Zusammenfassung
Die Anfrage zielt darauf ab, die bestehenden Hilfs- und Beratungsangebote in der Drogenpolitik in Frankfurt zu evaluieren und gegebenenfalls zu erweitern. Angesichts der sich verschlechternden Situation im Bahnhofsviertel wird eine umfassende Analyse der aktuellen Angebote und deren Zugänglichkeit gefordert, um Drogenabhängigen eine Rückkehr an ihren Wohnort zu ermöglichen.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenFragen an den Magistrat
Es ist höchste Zeit, dass die Stadt auf die vielfältigen Änderungen im Bahnhofsviertel reagiert. Ein Weiter so kann es beim Frankfurter Weg nicht geben. Die Situation im Bahnhofsviertel hat sich nicht nur durch die Pandemie - sondern bereits schon davor - drastisch verschlechtert. Der Zürcher Weg ist eine gute Vorlage, lässt sich aber nicht einfach auf Frankfurt übertragen. Bevor es eine Einheit wie "sip züri" in Frankfurt geben kann, müssen die bestehenden Hilfs- und Beratungsangebote erweitert oder zusätzliche eingerichtet werden, auf die die Sozialarbeiter von "zip Frankfurt" zurückgreifen könnten. Da es eine Vielzahl von Drogenabhängigen gibt, die nicht aus Frankfurt kommen, muss überlegt werden, ob direkt bei den Hilfs- und Beratungsstellen in Frankfurt angesetzt werden könnte, um mit entsprechenden Stellen in den Heimatkommunen der Drogenabhängigen Kontakt aufzunehmen. Gemeinsam sollte ein Weg gefunden werden, dass die Drogenabhängigen wieder an ihren ursprünglichen Wohn- oder Aufenthaltsort zurückkehren könnten. Wir fragen den Magistrat:
- Gibt es ausreichend Hilfs-, Beratungseinrichtungen und Konsumräume in Frankfurt für die Größe der Szene bzw. welche Alternativen gibt es zum offenen Konsum?
- Wenn ja, warum halten sich die Drogenabhängigen seit Monaten auf der Straße auf und nicht in den Einrichtungen?
- Wenn nein, welche Hilfs- und Beratungsangebote oder wie viele Konsumräume für welche Art des Konsums fehlen?
- Welche Möglichkeiten gibt es, die bestehenden Hilfs-, Beratungseinrichtungen und Konsumräume entsprechend vor Ort auszubauen, existieren bereits Pläne dafür?
- Welche Möglichkeiten gibt es für zusätzliche Hilfs- und Beratungseinrichtungen oder Konsumräume im Bahnhofsviertel oder im Sinne einer Dezentralisierung der Angebote in anderen Teilen der Stadt, gibt es schon Pläne dafür?
- Ist der Zugang zur Substitution niedrigschwellig genug?
- Wie beurteilt der Magistrat Nähe und Distanz der Einrichtungen zueinander für den Erfolg?
- Wie verbreitet sind psychiatrische Nebendiagnosen unter den Drogensüchtigen?
- Welche psychiatrischen Angebote sind vorhanden?
- Welche Hilfs-, Beratungsangebote und Konsumräume für Süchtige gibt es im Umland?
- Gibt es eine Zusammenarbeit zwischen diesen Hilfs- und Beratungsstellen oder Sozialarbeitern im Umland mit denen in Frankfurt bzw. wie könnte eine Zusammenarbeit aufgebaut oder intensiviert werden, um die Drogenabhängigen wieder an ihrem ursprünglichen Wohnort aufzufangen und zu halten?
- Wenn es keine entsprechenden Hilfs- und Beratungsstellen gibt im Umland, an welche alternativen Stellen könnte man sich in den Kommunen wenden, um eine Zusammenarbeit aufzubauen?
- Wird in den Konsumräumen, Hilfs- und Beratungsstellen in Frankfurt aufgenommen, aus welcher Stadt die Drogenabhängigen kommen und wie wird das konkret gemacht?
- In welchem Umfang beteiligt sich das Umland und das Land an den Kosten des "Drogenkonsums", der bei der Stadt anfällt?
- Welche geeigneten Wohnformen gibt es für nicht wohnfähige Menschen?
- Welche Entlassvorbereitungen gibt es in den Haftanstalten und wie sieht die Anschlussversorgung aus?
- Gibt es eine Zusammenarbeit zwischen den Anstalten und den Hilfs- und Beratungseinrichtungen in Frankfurt und dem Umland?
- Ist die momentane Straßensozialarbeit ausreichend bzw. wie müsste diese ausgebaut werden, damit sie für die Größe der Szene ausreicht, gibt es dafür bereits Pläne?
- Wie sollte die Straßensozialarbeit ausgebaut werden, welche Schwerpunkte sollte sie haben - z. Bsp. ausschließlich Hilfestellung und Kontaktaufbau zu Süchtigen oder auch ordnungspolitische Gesichtspunkte? Wie können diese beiden Punkte miteinander in Einklang gebracht werden, ohne dass dies das Vertrauen der Drogenabhängigen zu den Straßensozialarbeitern beschädigt? Gibt es Alternativen über die nachgedacht wird?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 27. November 2020Sie sind hierAA 811Reichen die Hilfs- und Beratungsangebote in der Drogenpolitik in Frankfurt und im Umland aus?STVV-Anfrage · FDP
- 26. Februar 2021Antwort des Magistrats · nach 13 WochenBB 84Reichen die Hilfs- und Beratungsangebote in der Drogenpolitik in Frankfurt und im Umland aus?Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate