Digitale Mitfahrplattform als Pendlerservice
Zusammenfassung
Der Ortsbeirat beantragt die Einrichtung einer digitalen Mitfahrplattform für Pendler und Pendlerinnen in Frankfurt am Main, um die Bildung von Fahrgemeinschaften zu fördern und den Verkehr zu entlasten. Dies soll insbesondere den Anwohnern im Ortsbezirk 2 zugutekommen, die unter dem Parkdruck durch Pendler leiden.
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Thema Verkehr und Straße verfolgenAntrag
Der Ortsbeirat möge beschließen, dass der Magistrat
- eine digitale Mitfahrplattform für Pendler und Pendlerinnen aus und nach Frankfurt am Main einrichtet bzw. darauf einwirkt, dass der Pendlerservice des IVM* als digitale Mitfahrplattform mit nachfolgend beschriebenen Funktionen nutzbar ist, und
- zu berichten, bis wann Pendler und Pendlerinnen eine solche Mitfahrplattform (Pendlerservice) tatsächlich nutzen können.
Begründung
Anregung von Bewohnern in Bockenheim und im Rebstock sowie Bericht der FAZ vom 20. März 2022. Im Ortsbeirat 2 leben viele Personen, die insbesondere zur Ausübung ihrer Berufstätigkeit oder aus anderen Gründen regelmäßig in die Nachbarstädte mit dem Auto fahren. So pendelten nach einer IHK-Studie aus dem September 2018 aus Frankfurt am Main 8.320 Personen nach Eschborn, 5.545 Personen nach Offenbach, 4.452 nach Bad Homburg und knapp 3.872 nach Wiesbaden, s.u. den Link zur Studie der IHK (s. auch Anlage) und die Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit aus 2020. Außerdem gibt es viele Pendler und Pendlerinnen nach Frankfurt am Main, die regelmäßig im Ortsbezirk 2 parken und damit den ohnehin schon für Anwohner und Anwohnerinnen knappen Parkraum im Ortsbezirk 2 beanspruchen. Besonders relevant ist dies beispielsweise in den Wohngebieten im Rebstock rund um die Messe. So kommen dort ausweislich eines FNP-Artikels mehr als 30 Prozent der Autos, die auf Parkplätzen in dem Wohngebiet in Messenähe abgestellt sind, nicht aus Frankfurt am Main, siehe dazu z.B. den Artikel der FNP vom 13.8.2019, "Bewohner stinksauer: Pendler parken Rebstock-Siedlung in Bockenheim zu". Viele Pendler und Pendlerinnen nutzen dabei ein Auto, wobei in vielen Fällen nur eine Person im Auto sitzt. Dadurch bleiben freie Sitzplätze ungenutzt und die Straßen sind voll mit der Folge von Staus und erhöhten Verkehrsemissionen, s. o.g. Artikel der FAZ. Die Bildung von Fahrgemeinschaften wäre sowohl ökologischer als auch in Zeiten steigender Spritpreise infolge des Ukraine-Konflikts kostengünstiger. Um die Bildung solcher Fahrgemeinschaften für Frankfurter und Frankfurterinnen zu erleichtern und zu fördern, wird der Magistrat gebeten, eine digitale Mitfahrplattform einzurichten bzw. in Zusammenarbeit mit dem IVM, das das integrierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagement in der Region Frankfurt RheinMain fördert, auf die Fertigstellung eines solchen digitalen Pendlerservices hinzuwirken. Der Ortsbeitrat begrüßt, dass die IVM bereits daran arbeitet, einen solchen Pendlerservice zur Verfügung zu stellen und damit einen Beitrag zur Verkehrswende zu leisten. Bedauerlicherweise findet sich aktuell (Stand 6. April 2022) auf der Homepage der IVM folgender Hinweis: "Informationen und Angebote zu Fahrgemeinschaftsvermittlungsportalen werden derzeit von uns aktualisiert und stehen ab Ende Oktober 2021 unter Pendlerservice.de zur Verfügung." Auf der Seite "pendlerservice.ivm-rheinmain.de" erhält man die Mitteilung "pendlerservice.de wird grundlegend überarbeitet und steht Ihnen im Lauf des Jahres 2020 wieder zur Verfügung." Aufgrund der zahlreichen Pendler und Pendlerinnen, die im Bezirk des Ortsbeirats 2 leben, und der besonderen Relevanz des Themas für den Ortsbezirk wird der Magistrat gebeten, zum Stand der Einrichtung dieses Pendlerservices durch die IVM sowie dazu zu berichten, wann dieser Pendlerservice tatsächlich nutzbar ist. Hierfür wird angeregt, dass der Magistrat, in Kooperation mit der IVM, selbst eine solche digitale Mitfahrplattform anbietet, ggf. durch den Erwerb einer Lizenz von Anbietern dieses Service, so dass ihre Nutzung kostenlos ist. Vorbild könnte dabei die digitale Mitfahrplattform "PENDLA" des Betreibers Fasterminds GmbH aus Grevenbroich sein, die bereits der Rheingau-Taunus-Kreis und der Ostalbkreis nutzen. Angeregt wird, dass ein solches digitales Portal insbesondere folgende Funktionen aufweist:
- Angabe des Starts, Ziels und Zeitpunkts der Fahrten der Pendler und Pendlerinnen
- Angabe, ob Pendler und Pendlerinnen ein eigenes Auto haben oder eine Mitfahrmöglichkeit suchen
- Angabe des Fahrzeugtyps (optional)
- Angabe ob der Pendler oder die Pendlerin Tiere hat (optional)
- Angabe ob der Pendler oder die Pendlerin gegen Corona geimpft ist (optional) Die Nutzung einer solchen digitalen Mitfahrplattform sollte auf allen gängigen Smartphones, Tablets und PCs möglich sein.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. April 2022 brachte CDU im Ortsbeirat 2 diesen Antrag ein. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 02.05.2022 im OBR 2 abgelehnt.
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: 2 GRÜNE, 2 SPD, 1 FDP und 1 LINKE. gegen CDU und BFF (= Annahme); 3 GRÜNE, 1 SPD, 1 FDP, 1 LINKE. und ÖkoLinX-ARL (= Enthaltung)