Durch Flugverkehr verursachte Luftverschmutzung überwachen und begrenzen: Ultrafeinstaubmessstationen für Niederrad, Oberrad und Sachsenhausen
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Thema Öffentlicher Nahverkehr und neue Mobilität verfolgenBegründung
Luftverschmutzung überwachen und begrenzen: Ultrafeinstaubmessstationen für Niederrad, Oberrad und Sachsenhausen Der Ortsbeirat fordert den Magistrat auf:
- In den Einflugzonen im Frankfurter Süden, d. h. in Oberrad, in Sachsenhausen Süd und in Niederrad Messstationen zur kontinuierlichen Messung des ultraleichten Ultrafeinstaubes aufzustellen, welche die Anzahl der Ultrafeinstaubpartikel im Bereich 6 - 40 Nanometer und 41 - 110 Nanometer pro Kubikzentimeter erfassen und die Messergebnisse kontinuierlich zu veröffentlichen.
- Aus dem Datenmaterial der Messstationen in Zusammenarbeit mit einem geeigneten Institut (z. B. Leibnitz-Institut für Umweltmedizinische Forschung; Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt) ein Konzept zu erarbeiteten, mit dem es möglich sein soll, gesundheitliche Risiken durch die Ultrafeinstaubbelastung zu erkennen und Lösungsansätze zur deren Begegnung zu entwickeln. Begründung: Rund um den Frankfurter Flughafen werden täglich rund 1 Million Liter Kerosin verbrannt. Durch die Studie in Kopenhagen (1) ist die hohe Ultrafeinstaubbelastung an Flughäfen und durch die Studien in Los Angeles (2) und Amsterdam (3) die weiträumige Belastung der Umgebung von Flughäfen und Flugrouten belegt. Bedingt durch die geographische Lage des Frankfurter Südens zum Flughafen und zu den Flugrouten, sowie den Hauptwindrichtungen (4) in der Region Frankfurt, ist mit einer deutlichen Belastung der Stadtteile Niederrad, Sachsenhausen und Oberrad mit Ultrafeinstaub zu rechnen. Die ultrafeinen Verbrennungspartikel, die die Triebwerke verlassen, können von der Lunge nicht mehr zurückgehalten werden. Sie gelangen direkt in die Blutbahnen und von dort praktisch in alle Organe. Bisherigen Messverfahren wiegen die dabei entstehenden Ultrafeinstäube. Dabei wird übersehen, dass sich die Emissionen durch die technische Entwicklung in den feineren Bereich verschoben haben und diese ultraleichten Ultrafeinstaubpartikel bei relativ niedriger Feinstaubtonnage große gesundheitliche Schäden anrichten können. Denn für die schädigende Wirkung ist die spezifische Oberfläche und die Zusammensetzung des Staubes wesentlich, nicht dessen Gewicht. Die spezifische Oberfläche korreliert mit der Partikelanzahl bzw. der Partikelkonzentration. Die - rund um den Frankfurter Flughafen - tagtäglich in Triebwerken verbrannte Kerosinmenge reicht aus, um den Flughafen zum dominierenden Partikel-Emittenten im Rhein-Main-Gebiet zu machen. Die Stadt Frankfurt weigert sich bis jetzt, diese Messungen durchzuführen mit der Begründung, dass man am Lerchesberg schon die Feinstäube gemessen habe. Dies kann nicht hingenommen werden, da nur die Feinstäube PM 10 mittels Gewichtsmessmethode ermittelt wurden. Es wurde außer Acht gelassen, dass - wie aufgezeigt - durch die technische Entwicklung sich die Emissionen in den feineren Bereich der ultraleichten Ultrafeinstaubpartikel verschoben haben und diese ultraleichten Ultrafeinstaubpartikel bei relativ niedriger Feinstaubtonnage große gesundheitliche Schäden anrichten können. Die technischen Möglichkeiten zur Zählung dieser Partikel gibt es - sie müssen jetzt genutzt werden! Es ist dringend erforderlich, zunächst eine flächendeckende kontinuierliche Messung (Zählung) des Ultrafeinstaubes, der die Belastung der Bevölkerung insbesondere in den durch Überflug und Vorbeiflug betroffenen Gebieten dokumentiert vorzunehmen. In einem zweiten Schritt gilt es, aus dem Datenmaterial der Messstationen ein Konzept zu erarbeitet, mit dem es möglich sein soll, gesundheitliche Risiken durch die Ultrafeinstaubbelastung zu erkennen und diesen entgegen zu wirken. (1) http://www.project-cleanair.eu/materials/ (2) http://pubs.acs.org/doi/pdf/10.1021/es5001566 (3) http://cleanair.london/wp-content/uploads/CAL-307-Keuken-et-al-PNC-near-Schiphol -airport-AE2015.pdf (4) http://de.windfinder.com/windstatistics/frankfurt: Statistische Windrichtungsverteilung pro Jahr: WSW 6,6%, SW 14,6%, SSW 18,5%, S 8,2%
Inhalt
Antrag vom 08.04.2016, OF 17/5
Betreff: Durch Flugverkehr verursachte Luftverschmutzung überwachen und begrenzen: Ultrafeinstaubmessstationen für Niederrad, Oberrad und Sachsenhausen Der Ortsbeirat fordert den Magistrat auf:
- In den Einflugzonen im Frankfurter Süden, d. h. in Oberrad, in Sachsenhausen Süd und in Niederrad Messstationen zur kontinuierlichen Messung des ultraleichten Ultrafeinstaubes aufzustellen, welche die Anzahl der Ultrafeinstaubpartikel im Bereich 6 - 40 Nanometer und 41 - 110 Nanometer pro Kubikzentimeter erfassen und die Messergebnisse kontinuierlich zu veröffentlichen.
- Aus dem Datenmaterial der Messstationen in Zusammenarbeit mit einem geeigneten Institut (z. B. Leibnitz-Institut für Umweltmedizinische Forschung; Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt) ein Konzept zu erarbeiteten, mit dem es möglich sein soll, gesundheitliche Risiken durch die Ultrafeinstaubbelastung zu erkennen und Lösungsansätze zur deren Begegnung zu entwickeln. Begründung: Rund um den Frankfurter Flughafen werden täglich rund 1 Million Liter Kerosin verbrannt. Durch die Studie in Kopenhagen (1) ist die hohe Ultrafeinstaubbelastung an Flughäfen und durch die Studien in Los Angeles (2) und Amsterdam (3) die weiträumige Belastung der Umgebung von Flughäfen und Flugrouten belegt. Bedingt durch die geographische Lage des Frankfurter Südens zum Flughafen und zu den Flugrouten, sowie den Hauptwindrichtungen (4) in der Region Frankfurt, ist mit einer deutlichen Belastung der Stadtteile Niederrad, Sachsenhausen und Oberrad mit Ultrafeinstaub zu rechnen. Die ultrafeinen Verbrennungspartikel, die die Triebwerke verlassen, können von der Lunge nicht mehr zurückgehalten werden. Sie gelangen direkt in die Blutbahnen und von dort praktisch in alle Organe. Bisherigen Messverfahren wiegen die dabei entstehenden Ultrafeinstäube. Dabei wird übersehen, dass sich die Emissionen durch die technische Entwicklung in den feineren Bereich verschoben haben und diese ultraleichten Ultrafeinstaubpartikel bei relativ niedriger Feinstaubtonnage große gesundheitliche Schäden anrichten können. Denn für die schädigende Wirkung ist die spezifische Oberfläche und die Zusammensetzung des Staubes wesentlich, nicht dessen Gewicht. Die spezifische Oberfläche korreliert mit der Partikelanzahl bzw. der Partikelkonzentration. Die - rund um den Frankfurter Flughafen - tagtäglich in Triebwerken verbrannte Kerosinmenge reicht aus, um den Flughafen zum dominierenden Partikel-Emittenten im Rhein-Main-Gebiet zu machen. Die Stadt Frankfurt weigert sich bis jetzt, diese Messungen durchzuführen mit der Begründung, dass man am Lerchesberg schon die Feinstäube gemessen habe. Dies kann nicht hingenommen werden, da nur die Feinstäube PM 10 mittels Gewichtsmessmethode ermittelt wurden. Es wurde außer Acht gelassen, dass - wie aufgezeigt - durch die technische Entwicklung sich die Emissionen in den feineren Bereich der ultraleichten Ultrafeinstaubpartikel verschoben haben und diese ultraleichten Ultrafeinstaubpartikel bei relativ niedriger Feinstaubtonnage große gesundheitliche Schäden anrichten können. Die technischen Möglichkeiten zur Zählung dieser Partikel gibt es - sie müssen jetzt genutzt werden! Es ist dringend erforderlich, zunächst eine flächendeckende kontinuierliche Messung (Zählung) des Ultrafeinstaubes, der die Belastung der Bevölkerung insbesondere in den durch Überflug und Vorbeiflug betroffenen Gebieten dokumentiert vorzunehmen. In einem zweiten Schritt gilt es, aus dem Datenmaterial der Messstationen ein Konzept zu erarbeitet, mit dem es möglich sein soll, gesundheitliche Risiken durch die Ultrafeinstaubbelastung zu erkennen und diesen entgegen zu wirken. (1) http://www.project-cleanair.eu/materials/ (2) http://pubs.acs.org/doi/pdf/10.1021/es5001566 (3) http://cleanair.london/wp-content/uploads/CAL-307-Keuken-et-al-PNC-near-Schiphol -airport-AE2015.pdf (4) http://de.windfinder.com/windstatistics/frankfurt: Statistische Windrichtungsverteilung pro Jahr: WSW 6,6%, SW 14,6%, SSW 18,5%, S 8,2%Beratung im Ortsbeirat: 5
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Der Weg dieser Vorlage
Am 8. April 2016 brachte SPD im Ortsbeirat 5 diesen Antrag ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.